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Stadt Gera - Allgemeine Informationen

 
Stadtverwaltung

Landrat: Julian Vonarb
Verwaltungssitz: Gera
Dienststelle: Stadtverwaltung Gera

Kornmarkt 12
07545 Gera

Tel.: 0365 / 83 80
Fax: 0365 / 83 81 10 7
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: G

 
Wappen

In einem schräggestellten Schild in Schwarz ein aufrechtstehender, nach rechts gewandter, rothewehrter goldener, doppelschwänziger, ungekrönter Löwe. Ein goldener Turnierhelm mit zweiseitigen goldenen und auf der Rückseite schwarzen Blätterverzierungen befindet sich auf der linken Schildecke. Über dem Helm befinden sich links vier Pfauenfedern mit doppelten Pfauenaugen und rechts drei einfache Blätter von gleicher Größe.

Das Wappentier, der Plauener Löwe, wurde von den Vögten von Weida, den einstigen Territorialherren, übernommen.

Stadt-/Ortsteile: Alt-Taubenpreskeln, Dürrenebersdorf, Ernsee, Frankenthal, Gera, Kaimberg, Langengrobsdorf, Lietzsch, Milbitz, Poris-Lengefeld. Rubitz, Scheubengrobsdorf, Thieschitz, Windischenbernsdorf, Zeulsdorf, Zschippern, Aga: Lessen, Reichenbach, Seligenstädt, Großaga, Kleinaga; Gretzschwitz; Falka: Großfalka, Kleinfälka, Niebra, Otticha: Hermsdorf; Roben: Roben, Rusitz, Steinbrücken; Röpsen: Röpsen, Dorna, Negis; Söllmnitz:, Lauenhain, Wernsdorf, Hain, Trebnitz, Thränitz, Weißig, Naulitz.

(Wappenbeschreibung Gera, Stadtverwaltung Gera 1997)

 
Wissenswertes zur Stadt Gera


Karte:

Satellitenbildkarte
(PDF-Datei)


Karte:

Übersichtskarte
(JPG-Datei)



In einer reizvollen Hügellandschaft entlang des Ufers der Weißen Elster liegt die ostthüringische Stadt Gera.

In einer Grenzbeschreibung des Burgwards Crossen aus dem Jahre 995 wird der Name Gera erstmals erwähnt. Diese Urkunde gilt als erste sichere Überlieferung in der Geschichte Geras. Ab 1121 findet sich der Gau Gera mehrfach in Urkunden und im Jahre 1237 erstmals als Stadt genannt, entwickelt sich Gera, durch seine verkehrsgünstige Lage (am Kreuzungspunkt alter Handelsstraßen) bedingt, zu einem gewerblichen Zentrum Ostthüringens.

Reichhaltiges Weideland ermöglichte die Schafhaltung und durch den unterhalb der Stadt vorbeifließenden Mühlgraben konnte sich das Tuchmacherhandwerk entwickeln. So werden schon im Jahre 1401 erstmals Geraer Tuchmacher und Händler auf der Naumburger, und seit 1436 auf der Leipziger Messe, nachgewiesen. Aus den spanischen Niederlanden vertriebene Zeugwirker und Schönfärber brachten dann in den siebziger Jahren des 16. Jh. neue Erkenntnisse über die Zeugweberei und die Verarbeitung des Kammgarns nach Gera mit. Im Jahre 1595 ließ sich der niederländische Kauf- und Handelsmann Nikolaus de Smit in Gera nieder und wurde durch seine Einführung des Verlagswesens in der Zeugmacherei und durch Anwendung neuer Verfahren beim Färben der Zeuge zum Begründer frühkapitalistischer Produktionsmethoden in Gera. Auf einer guten Ausbildung junger Kaufleute legte er den Grundstein für die Entwicklung Geras zu einer bedeutenden Textil- und Handelsstadt.

Im Jahre 1564 erhielten die Herren Reuß jüngere Linie bei einer Erbteilung die Herrschaft Gera. Osterstein wird zum Residenzschloss ausgebaut. Heinrich der jüngere Reuß, genannt Posthumus (1572 bis 1635), förderte mit der Schaffung von Zentralbehörden (Kanzlei und Konistorium), dem 1608 als Landesschule gegründeten Gynmasium Rutheneum und durch Erteilung von Privilegien im Textilgewerbe maßgeblich die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes und der Stadt.

1737 begründete Christian Ernst Friederici aus Meerane die Tradition der Geraer Musikinstrumentenindustrie. Begehrt waren auch die Erzeugnisse der um 1780 aus einer Fayencefabrik hervorgegangen Geraer Porzellanfabrik in Untermhaus. Einschneidende wirtschaftliche und soziale Veränderungen ergaben sich mit dem Einsetzen der industriellen Revolution. Mit der Ablösung der Handarbeit durch Maschinen begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Stadt. Die 1837 von Luis Hirsch gegründete Färberei entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte zur größten Stückfärberei Deutschlands. 1841 begründete der Mechaniker Moritz Jahr mit der Eröffnung einer Maschinenbauanstalt, die 1845 durch eine Eisengießerei erweitert wurde, einen neuen Industriezweig, der die wirtschaftliche Entwicklung Geras vorantrieb.

In der Revolution von 1848 vereinigten sich die drei reußischen Teilherrschaften Schleiz, Bad Lobenstein-Ebersdorf und Gera zum Fürstentum Reuß j. L. Die Stadt Gera wird zur Hauptresidenz bestimmt.

Durch Inbetriebnahme erster mechanischer Webstühle im Jahre 1858, sowie die im Jahre 1863 eingeführte Gewerbefreiheit konnte sich Gera in den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jh. zum Zentrum der ostthüringer Textil- und Textilmaschinenindustrie entwickeln. Aber auch die Anbindung in das deutsche Eisenbahnnetz trug durch die Verbesserung des Waren- und Personenverkehrs zu dieser Entwicklung bei. Eine überdurchschnittliche Industriealisierung setzte nach der Reichsgründung im Jahre 1871 in Gera ein.

Nach der Novemberrevolution 1918 musste Fürst Heinrich XXVII. Reuß j. L. abdanken und die beiden Freistaaten Reuß ä. L. und Reuß j. L. vereinigten sich zum Volksstaat Reuß. Gera wurde Hauptstadt. Den Charakter einer Hauptstadt verlor die Stadt jedoch wieder mit der Vereinigung der sieben thüringischen Kleinstaaten im Jahre 1920, als der Sitz der Regierung Weimar wurde.

In den 30er Jahren errichteten bedeutende deutsche Großfirmen in Gera Zweigbetriebe: Die Zeiss-Werke die Geraer Technischen Werkstätten (1937), der Siemens-Konzern das Werner Werk R zur Kondensatorproduktion (1938) und die Hescho einen Betrieb zur Herstellung keramischer Bauelemente (1939).

Die wirtschaftliche Entwicklung Geras wirkte sich aber auch auf die kulturelle und künstlerische Entwicklung der Stadt aus. Der bedeutende Maler Otto Dix, 1891 in Gera geboren, Kurt Günther, Erich Drechsler und die Fotografin Aenne Biermann bestimmten die Geraer Kunstszene. Mit der nationalsozialistischen Diktatur endete diese Zeit kultureller Blüte.

Die historisch gewachsene, vielseitige industrielle Struktur der Stadt änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg: Geras Industrie wurde auf wenige Großbetriebe und Kombinate des Textil- und Werkzeugmaschinenbaus, der Elektronik/Feinmechanik/Optik und Textilveredelung konzentriert.

Heute ist die Stadt wieder offen für industrielle Vielfalt und alle Arten von Technologien. Ziel der Wirtschaftspolitik in Gera ist die gesunde Mischung von Industrie, Gewerbe und Handwerk, Handel, Dienstleistungen und Behörden. Dazu wurden neue Gewerbeflächen erschlossen und Altstandorte revitalisiert, der Infrastrukturausbau und der Ausbau der Innenstadt werden weiter vorangetrieben. Die ursprünglich durch Konzentration auf Großbetriebe und Kombinate geprägte Struktur im verarbeitenden Gewerbe in Gera wurde durch die Privatisierung aufgelöst und hat in der Folge leistungsfähige, vorwiegend mittelständische Unternehmen entstehen lassen, die vorallem in den Branchen Maschinenbau/Metallwaren, Elektrotechnik/Elektronik, Feinmechanik/Optik sowie im Ernährungsbereich und im Baugewerbe und -handwerk angesiedelt sind. In den Bereichen Optik, Laser-TV, Umwelt-, Solar- und Medizintechnik ist Gera inzwischen mit ganz vorn. Zu den renommierten Geraer Unternehmen auf dem High-Tech-Sektor gehören u. a. die Firmen AGFA Laborgeräte, Schneider Rundfunkwerke AG, UST, Optimess, Atlantis/Gebäudesolarsysteme, Intecu und Technosanat. In dem neu errichteten Technologie- und Gründerzentrum der Stadt Gera sind zahlreiche High-Tech-Firmen angesiedelt.

 
Sehenswürdigkeiten

Das Wahrzeichen der Stadt ist das Rathaus, ein dreigeschossiger Renaissancebau mit einem 57 m hohem Turm (mit Glockenspiel) und dekorativem Hauptportal. Den Marktplatz (der zu den schönsten in ganz Thüringen zählt) mit Stadtapotheke ziert der Simsonbrunnen (als Symbol für Mut und Kraft vor 300 Jahren von den Geraer Stadtvätern geschaffen). Von dem einstigen Residenzschloss Osterstein sind nur Reste und der mächtige, im Kern romanische Bergfried erhalten geblieben. Das Regierungsgebäude, die Orangerie (Sitz der Kunstgalerie) im Küchengarten und das ehemalige Hoftheater sowie das Schloss Tinz sind Zeugnisse der ehemaligen Residenzstadt. Das älteste Haus innerhalb der ehemaligen Stadtmauer ist das Schreibersche Haus (Naturkundemuseum). Zum Museum gehört auch der Botanische Garten, in dem charakteristische Vegetationseinheiten Ostthüringens vorgestellt werden. Als größte bürgerliche Wohnanlage aus dem 18. Jh. zählt das Ferbersche Haus (Museum für angewandte Kunst). Sehenswert sind weiterhin der Kornmarkt, Reste der mittelalterlichen Stadtmauer, die Johanniskirche, die Kirche St. Salvator, die Trinitatiskirche, die Pfarrkirche St. Marien, das Otto-Dix-Haus (Geburtshaus des Malers, jetzt Museum) die Geraer Höhler (tiefgelegene Gewölbe, die in einem knapp 9 km langen System 5 bis 10 m unter der Erde die ganze Altstadt durchziehen) und das Stadtmuseum. Der Martinsgrund (Naturschutzgebiet) mit Parkeisenbahn und Tiergehege stellt den schönsten Teil des Geraer Stadtwaldes dar. In der Nähe befindet sich der Dahliengarten.

Das Kultur- und Kongresszentrum im Herzen der Stadt bietet einen repräsentativen Rahmen für Konferenzen, Kongresse, Messen und Ausstellungen sowie Unterhaltungs- und Showveranstaltungen. Kulturelle Höhepunkte der Stadt Gera sind das Nationale Kinder- und Jugendfestival "Goldener Spatz" (jedes 2. Jahr im März/April), das Frühlingsvolksfest (April), der Ostthüringer Bücherfrühling und das Kinderfest (Mai), das Theaterfest "Sommernachtstraum" (Juni), das Internationale Open-Air-Spektakel "Alles Theater" (Juni/Juli), das Internationale Pleinair für Malerei und Grafik (August/September), das Dahlienfest (September), das Höhlerfest und das Herbstvolksfest (Oktober).

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Ferberturm (Aussichtsturm) als Ausgangspunkt für reizvolle Wanderungen durch das Geraer Gessental von Bad Köstritz über Gera, Weida, Greiz, Zeulenroda, Schleiz und Saalburg bis nach Bad Lobenstein entlang der "Reußischen Fürstenstraße" die Geschichte und Kultur einer Region erleben
  • die Region Ostthüringen bietet abwechslungsreiche Landschaften von den waldreichen Tälern des Thüringer Vogtlandes über die breiten Auen des Osterländischen Hügellandes bis hin zum Altenburger Tiefland
  • Stadt Altenburg mit Schloss- und Spielkartenmuseum, der berühmten Trostorgel und dem Lindenaumuseum im Schlosspark
  • Clodra-Mühle im idyllischen Waldtal der Elster (zwischen Wünschendorf und Berga)
  • 1000jährige Eiche in Nöbdenitz
  • Greizer Landschaftspark (einer der schönsten Deutschlands) mit Sommerpalais und der berühmten Bücher- und Kupferstichsammlung sowie dem Satiricum