Naturschutz

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Naturschutzgebiete (Stand: 9/2009)

Der Landkreis Eichsfeld hat Anteil an 6 Naturschutzgebieten (NSG), die alle vollständig im Kreisgebiet liegen.


NummerName Größe (ha)
6 Bodenstein 133,5
7 Lengenberg 26,6
8 Hasenwinkel 6,2
66 Ibenkuppe 29,8
194 Kelle-Teufelskanzel 200,0
454 Grenzstreifen zwischen Teistungen und Ecklingerode 147,1

Im Naturraum 3.1 (Ohmgebirge - Bleicheröder Berge) befindet sich das am Westabfall des Ohmgebirges liegende NSG 6 "Bodenstein". Es ist durch ein abwechslungsreiches Mosaik naturnaher Buchen- und Laubmischwaldgesellschaften, wie beispielsweise Orchideen-Buchenwald und Winkelseggen-Erlen-Eschenwald, mit einer artenreichen Vogelfauna geprägt. Das Gebiet beinhaltet ein Totalreservat.

Die Naturschutzgebiete (NSG) 7, 8, 66 und 194 befinden sich im Naturraum 3.3 (Werrabergland - Hörselberge).

Das NSG 7 "Lengenberg" nimmt einen Teil des westlich exponierten Steilhanges des in Richtung Norden vorspringenden Sporns der Obereichsfelder Kalkplatte zwischen Griesbachtal und Luttertal ein. Die Vegetation besteht fast ausschließlich aus Waldgesellschaften, wobei Eiben-Buchenwald in verschiedenen Ausprägungen u. a. mit Wald-Schwingel, Fieder-Zwenke oder Purpurblauem Steinsame, vorherrscht. Das Gebiet ist durch eines der bedeutendsten Eiben-Vorkommen in Deutschland gekennzeichnet und gehört damit zu den drei wichtigsten Genreservoiren der Eibe in Thüringen. Zudem ist das NSG u. a. bryologisch von Bedeutung.

Innerhalb einer Grabensenke der Saalfeld-Gotha-Eichenberger Störungszone befindet sich das NSG 8 "Hasenwinkel" auf einem markanten felsigen Grat aus Dolomitgestein. Es repräsentiert charakteristische Oberflächenformen des Naturraumes. Die Vegetation setzt sich vor allem aus Fiederzwenken-Kiefernforst und Brachflächen sowie aus einer größeren Weidefläche und einer kleineren Mähwiese zusammen. Dieses Gebiet beherbergt auch artenreichen Halbtrockenrasen Die Dolomitfelsen weisen eine bemerkenswerte Moosvegetation auf.

Das NSG 66 "Ibbenkuppe" ist ein von der Hochfläche nach Südwesten vorspringender Sporn, dessen Hänge nach Westen , Süden und Südosten extrem steil zum Tal der Rosoppe und zu deren linkem Nebental abfallen. Dieser geologisch-geomorphologisch repräsentative Bergsturz ist geprägt durch einen typischen submontanen Vegetationskomplex, mit beispielsweise offenem Blaugras-Rasen oder Blutstorchschnabel-Hirschwurz-Saum, sowie durch ein naturnahes Vegetationsinventar in der Umgebung. Von besonderer Bedeutung ist ein Eiben-Buchenwald, vorwiegend im Westteil des NSG. Das Gebiet stellt damit ein wichtiges Refugium der Eibe dar.

Innerhalb des Buntsandsteingebiets des Höhe-Bergs liegt das NSG 194 "Kelle-Teufelskanzel", welches zwei Tälchen mit großem Gefälle und steilen Talflanken einschließt. Das Gebiet umfasst vor allem aus ehemaligen Niederwäldern hervorgegangene lichte Laubwälder (meist Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald), Silikatfelsen und Streuobstwiesen als Habitat seltener Pflanzen und Tiere, insbesondere von Vögeln und Flechten. Im Süden des NSG befinden sich zudem teilweise verbuschte Magerrasen. Es besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und zum angrenzenden hessischen NSG "Harthberg".

Das Naturschutzgebiet (NSG) 454 "Grenzstreifen zwischen Teistungen und Ecklingerode" liegt im Naturraum 2.1 (Nordthüringer Buntsandsteinland). Es besteht aus einem etwa 7,8 km langen und 80 bis 250 m breiten Geländestreifen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und ist damit ein Ausschnitt aus dem "Grünen Band" in der Mitte Deutschlands. Das Wulfertal als flächenmäßig größerer Teil des NSG wird von Laubmischwald, hauptsächlich Hainsimsen- und Waldmeister-Buchenwald, eingenommen. Weiterhin sind Fichten- und Fichten-Lärchen-Forsten sowie Birken-Pionierwälder vorhanden. Von Bedeutung sind neben den Buchenwäldern mit hohem Totholzanteil vor allem die Offenlandbiotope entlang der ehemaligen Grenze, in denen sich eu- und mesotrophes Frisch- und Nass-Grünland mit stärker vernässten Bereichen abwechseln.


 
Naturparke

Der geplante Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal umfasst den südwestlichen Teil des Eichsfeldkreises, den westlichen Teil des Unstrut-Hainich-Kreises und den nördlichen Teil des Wartburgkreises.


 
Landschaftsschutzgebiete

Im Landkreis Eichsfeld sind zur Zeit 13 LSG ausgewiesen. Nach Integration der LSG 7-16 in das LSG 81 "Eichsfeld" wird sich diese Zahl auf drei verringern.

Die LSG Eichsfeld (81 mit 7-16), Ohmgebirge-Harzvorland und Mittlerer Dün bilden ein gemeinsames Fremdenverkehrsgebiet. In Verbindung mit den touristischen Vorzügen der in diesem Fremdenverkehrsgebiet liegenden bzw. unmittelbar angrenzenden Städte Heiligenstadt, Worbis und Dingelstädt ist beabsichtigt, eine leistungsstarke Fremdenverkehrswirtschaft zu schaffen.

Die Bleicheröder Berge sollen auf Grund ihrer geologischen, dendrologischen und botanischen Besonderheiten für den landschaftsbezogenen Tourismus sowie als Naherholungsgebiet erschlossen werden.


Landschaftsschutzgebiete (Stand: 9/2009)


NummerName Größe (ha)
5 Dün - Helbetal 1) 5.593
6 Bleicheröder Berge 1) 3.597
7 Das kleine Lichtenbühl 5
8 Heiligenstädter Stadtwald 3.066
9 Die Hörner 51
10 Flinsberger Warte 9
11 Rusteberg 17
12 Heuberg - Galgenberg 43
13 Pfaffschwender Kuppe 43
14 Hülfensberg 23
15 Feuerkuppe - Rollsberg 56
16 Keudelskuppe mit Ostrand der Plesse 105
17 Mühlhäuser Stadtwald 1) 4.640
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen



Karte:
Schutzgebiete
(JPG-Datei)



 
Geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

Im Eichsfeldkreis gab es zum 15.12.2004 insgesamt 41 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art.


 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Der Landkreis Eichsfeld hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:


FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)


Nummer Name Größe (ha)
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Thüringen-Tabelle öffnen (PDF-Datei)
Tabelle der FFH-Objekte für den Fledermausschutz für Thüringen öffnen (PDF-Datei)


Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)


Nummer Name Größe (ha) Landkreis bzw. kreisfreie Stadt
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Karte:
Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)

Übersichtskarte Thüringen A3 (PDF-Datei)
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