Geographie

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Der Landkreis Eichsfeld liegt im Nordwesten Thüringens und damit im Zentrum Deutschlands. Im Norden grenzen an den Kreis die niedersächsischen Landkreise Osterode und Göttingen, im Westen und Südwesten der hessische Werra-Meißner-Kreis, im Osten und Süden die Thüringischen Landkreise Nordhausen, Kyffhäuserkreis sowie der Unstrut-Hainich-Kreis.


Geomorphologie

Physische Übersicht Thüringen (PDF-Datei)

Die Geländehöhen im Landkreis Eichsfeld betragen zwischen 142 m an der Werra bei Lindewerra und 543 m auf dem Gobert bei Volkerode. Markante Höhenpunkte sind der:

Birkenberg bei Kaltenohmfeld 533 m
Bornberg bei Wintzingerode 530 m
Rachelsberg bei Asbach-Sickenberg 523 m
Höheberg bei Rüstungen 521 m
Warteberg bei Flinsberg 516 m
Hockelrain bei Kreuzebra 515 m
Junkerkuppe bei Bornhagen 511 m
Heiligenberg bei Wingerode 494 m
Röhringsberg bei Thalwenden 487 m
Hasenburg bei Buhla 487 m
Sonnenstein bei Holungen 486 m
Langenberg bei Kirchworbis 463 m
Schimberg bei Ershausen 449 m
Roter Berg bei Reinholterode 407 m
Warteberg bei Dingelstädt 386 m
Gehlenberg bei Glasehausen 383 m
Bauerberg bei Steinrode 361 m


Karte:
Hangneigung und Exposition
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)


Naturräume

Buntsandstein-Hügelländer Nordthüringer Buntsandsteinland
nördlich bzw. östlich einer Linie Rohrberg-Birkenfelde-Heiligenstadt-Leinefelde-Vollenborn, außer Ohmgebirge-Bleicheröder Berge
Muschelkalk-Platten und -Bergländer Ohmgebirge-Bleicheröder Berge
Worbis, Haynrode, Buhla, Holungen, Tastungen, Wintzingerode
Hainich-Dün-Hainleite
Östlich bzw. südlich einer Linie Effelder-Dieterode-Heiligenstadt-Leinefelde-Vollenborn
Werrabergland-Hörselberge
Westlicher Teil des Eichsfeldkreises um Arenshausen, Uder und Schimberg


Karte:
Naturräumliche Gliederung
(PDF-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (PDF-Datei)

Die Höhenzüge im Landkreis sind Randerhebungen des Thüringer Beckens, bei denen Muschelkalk und Buntsandstein dominieren. Der Landkreis Eichsfeld hat Anteil an vier Naturräumen. Der größte Teil des Kreises gehört zum Nordthüringer Buntsandsteinland, einem hochgradig ackerbaulich genutzten Plateau- und Hügelland mit Höhen zwischen 220 und 430 m. Nördlich von Worbis ragt markant das Ohmgebirge rund 150 bis 200 m aus dem Buntsandstein heraus. In diesen Kalktafelbergen befindet sich auch die höchste Erhebung des Kreises, der 535 m hohe Birkenberg.

Südöstlich von Heiligenstadt erstreckt sich die Muschelkalkhochfläche des Düns, dessen Höhenlagen bis über 500 m reichen.

Der Südwesten des Kreises liegt innerhalb der Ausläufer des Werraberglandes, das durch ein ausgeprägtes Relief und eine abwechslungsreiche Nutzung charakterisiert ist.

Flächennutzung

Von den insgesamt 93.983 ha Bodenfläche des Landkreises Eichsfeld war laut Flächenerhebung 2007 der mit 59,6 % größte Teil landwirtschaftlich genutzt. Mit Wald waren 28,9 % bedeckt. Eine Fläche von 8,4 % wurde als Siedlungs- und Verkehrsfläche (ohne Abbauland) beansprucht. Gegenüber der Flächenerhebung 1992 nahm die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 644 ha (8,9 %) zu. Die Landwirtschaftsfläche nahm mit 0,3 % leicht zu, während die Waldfläche geringfügig rückläufig (-0,2 %) war.

Nutzungsart [ %] Landkreis Eichsfeld Thüringen
1992 2007 2007
Siedlung und Verkehr7,78,49,1
Landwirtschaft59,459,654,4
Wald29,028,931,9
Wasser0,70,71,2
Sonstige3,32,43,4



Karte:
Flächennutzung
(PDF-Datei)


Die Flächennutzung nach Gemeinden ist im Eichsfeldkreis deutlich differenziert.

Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 65 % der Gemeindefläche ist im Eichsfeldkreis zusammenhängend in einem etwa 5-8 km breiten, N-S gerichteten Streifen verbreitet, der von Teistungen über Geisleden bis Effelder verläuft. Nur bei Vorherrschen der Waldfläche im westlichen Teil (Hainich und Werrabergland) sowie im östlichen Teil (Ohmgebirge und Bleicheröder Berge) werden 50 % unterschritten.

Der Anteil der Waldfläche liegt nur in wenigen Gemeinden unter 10 %. Waldanteile von über 25 % sind im West- und Ostteil häufig. Die höchsten Waldanteile haben Asbach-Sickenberg (75,7 %) und Großbartloff (62,6 %).

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Deuna (18,7 %) am höchsten. In Leinefelde-Worbis (12,2 %) und Heiligenstadt (12,0 %) ist der Anteil aufgrund umfangreicher Eingemeindungen relativ niedrig. In 13 Gemeinden liegt der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen unter 5 %. Den geringsten weist Asbach-Sickenberg mit 2,9 % auf.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere Standgewässer im Landkreis Eichsfeld nicht vorhanden sind, auf die Fließgewässer Leine und Wipper sowie kleinere landwirtschaftliche Wasserspeicher, z.B. bei Teistungen.

Die sonstigen Flächen sind im Eichsfeldkreis vom Bergbau beanspruchte Flächen und noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Bei Großbodungen und Bischofferode liegen Sanierungsflächen des ehemaligen Kalibergbaues einschließlich ausgedehnter Haldenflächen vor. In großer Flächenausdehnung wird noch Bergbau auf Zementrohstoffe bei Deuna betrieben.



Karte:
Landnutzung
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)


Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:
versiegelte Flächen
(JPG-Datei)

Karte:
Flächenversiegelung nach Gemeinden
(JPG-Datei)

Karte:
Flächenversiegelung je Einwohner
(JPG-Datei)

methodische Hinweise

Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.