Bei einer Gesamtbodenfläche von 94.006 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.
 |
Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010 Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland |
|
| Nutzungsart [ %] |
Landkreis Eichsfeld |
Thüringen |
| 1992 |
2010 |
2010 |
| Siedlung und Verkehr | 7,7 | 8,6 | 9,3 |
| Landwirtschaft | 59,4 | 59,3 | 54,4 |
| Wald | 29,0 | 29,0 | 31,9 |
| Wasser | 0,7 | 0,7 | 1,2 |
| Sonstige | 3,3 | 2,4 | 3,2 |
Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 65 % der Gemeindefläche ist im Eichsfeldkreis zusammenhängend in einem etwa 5-8 km breiten, N-S gerichteten Streifen verbreitet, der von Teistungen über Geisleden bis Effelder verläuft. Nur bei Vorherrschen der Waldfläche im westlichen Teil (Hainich und Werrabergland) sowie im östlichen Teil (Ohmgebirge und Bleicheröder Berge) werden 50 % unterschritten.
Der Anteil der Waldfläche liegt nur in wenigen Gemeinden unter 10 %. Waldanteile von über 25 % sind im West- und Ostteil häufig. Die höchsten Waldanteile haben Asbach-Sickenberg (75,7 %) und Großbartloff (62,6 %).
Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Deuna (19,0 %) am höchsten. In Leinefelde-Worbis (12,5 %) und Heiligenstadt (13,2 %) ist der Anteil aufgrund umfangreicher Eingemeindungen relativ niedrig. In 13 Gemeinden liegt der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen bei 5 % oder weniger. Den geringsten weist Asbach-Sickenberg mit 2,9 % auf.
Wasserflächen konzentrieren sich, da größere Standgewässer im Landkreis Eichsfeld nicht vorhanden sind, auf die Fließgewässer Leine und Wipper sowie kleinere landwirtschaftliche Wasserspeicher, z.B. bei Teistungen.
Die sonstigen Flächen sind im Eichsfeldkreis vom Bergbau beanspruchte Flächen und noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Bei Großbodungen und Bischofferode liegen Sanierungsflächen des ehemaligen Kalibergbaues einschließlich ausgedehnter Haldenflächen vor. In großer Flächenausdehnung wird noch Bergbau auf Zementrohstoffe bei Deuna betrieben.
In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.
In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.
In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.
|
 |
Karte: versiegelte Flächen |
| (JPG-Datei) |
|
 |
Karte: Flächenversiegelung nach Gemeinden |
| (JPG-Datei) |
Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.
Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.
|