Naturschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Der Landkreis Eichsfeld hat Anteil an 6 Naturschutzgebieten (NSG), die alle vollständig im Kreisgebiet liegen.

NummerNameGröße (ha)
6 Bodenstein 134
7 Lengenberg 27
8 Hasenwinkel 6
66 Ibenkuppe 29
194 Kelle-Teufelskanzel 200
454 Grenzstreifen zwischen Teistungen und Ecklingerode 148

Im Naturraum 3.1 (Ohmgebirge - Bleicheröder Berge) befindet sich das am Westabfall des Ohmgebirges liegende NSG 6 "Bodenstein". Es ist durch ein abwechslungsreiches Mosaik naturnaher Buchen- und Laubmischwaldgesellschaften mit Waldgersten- und Blaugras-Steilhang-Buchenwald, Eschen-Ahorn-Schlucht- und Schatthangwald sowie kleinflächig Ahorn-Linden-Hangschuttwald und Winkelseggen-Erlen-Eschenwald geprägt, die eine artenreiche Vogelfauna aufweisen. Das Gebiet beinhaltet ein 16 ha großes Totalreservat.

Die Naturschutzgebiete (NSG) 7, 8, 66 und 194 befinden sich im Naturraum 3.3 (Werrabergland - Hörselberge).

Das NSG 7 "Lengenberg" nimmt einen Teil des westlich exponierten Steilhanges des in Richtung Norden vorspringenden Sporns der Obereichsfelder Kalkplatte zwischen Griesbachtal und Luttertal ein. Die Vegetation besteht fast ausschließlich aus Waldgesellschaften, wobei Eiben-Buchenwald in verschiedenen Ausprägungen u. a. mit Wald-Schwingel, Fieder-Zwenke oder Purpurblauem Steinsame, vorherrscht. Das Gebiet ist durch eines der bedeutendsten Eiben-Vorkommen in Deutschland gekennzeichnet und gehört damit zu den drei wichtigsten Genreservoiren der Eibe in Thüringen. Zudem ist das NSG u. a. bryologisch von Bedeutung.

Innerhalb einer Grabensenke der Saalfeld-Gotha-Eichenberger Störungszone befindet sich das NSG 8 "Hasenwinkel" auf einem markanten felsigen Grat aus Dolomitgestein. Es repräsentiert charakteristische Oberflächenformen des Naturraumes. Schutzzweck ist vor allem die Erhaltung der artenreichen Halbtrockenrasen. Die Vegetation setzt sich außerdem aus Fiederzwenken-Kiefernforst und Brachflächen sowie aus einer größeren Weidefläche und einer kleineren Mähwiese zusammen. Der „Hasenwinkel“ wurde wegen seines floristischen Reichtums bereits frühzeitig (1939) unter Schutz gestellt. Die Dolomitfelsen weisen zudem eine bemerkenswerte Moosvegetation auf.

Das NSG 66 "Ibbenkuppe" ist ein von der Hochfläche nach Südwesten vorspringender Sporn, dessen Hänge nach Westen, Süden und Südosten extrem steil zum Tal der Rosoppe und zu deren linkem Nebental abfallen. Dieser geologisch-geomorphologisch repräsentative Bergsturz ist geprägt durch einen typischen submontanen Vegetationskomplex mit beispielsweise offenem Blaugras-Rasen oder Blutstorchschnabel-Hirschwurz-Saum sowie durch ein naturnahes Vegetationsinventar in der Umgebung. Von besonderer Bedeutung ist ein Eiben-Buchenwald, vorwiegend im Westteil des NSG. Das Gebiet stellt damit ein wichtiges Refugium der Eibe dar. In einer 5 ha großen, den Bergsturz beinhaltenden Refugialfläche soll die Eibe bei weitgehend natürlicher Entwicklung gefördert werden.

Innerhalb des Buntsandsteingebiets des Höhe-Bergs liegt das NSG 194 "Kelle-Teufelskanzel", welches zwei Tälchen mit großem Gefälle und steilen Talflanken einschließt. Das Gebiet umfasst vor allem aus ehemaligen Niederwäldern hervorgegangene lichte Laubwälder (meist Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald, oft mit Rotbuche), aber auch Hainsimsen-Buchenwald, an steilen Hangabschnitten auch Spitzahorn-Sommerlinden-Hangschuttwald, in Bachtälern Hainmieren-Erlenbachwald, außerdem Silikatfelsen und Streuobstwiesen. Diese sind Habitate seltener Pflanzen und Tiere, insbesondere von Vögeln, Moosen und Flechten. Im Süden des NSG befinden sich zudem teilweise verbuschte Magerrasen. Es besitzt Bedeutung im Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und zum angrenzenden hessischen NSG "Harthberg".

Das Naturschutzgebiet (NSG) 454 "Grenzstreifen zwischen Teistungen und Ecklingerode" liegt im Naturraum 2.1 (Nordthüringer Buntsandsteinland). Es besteht aus einem etwa 7,8 km langen und 80 bis 250 m breiten Geländestreifen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und ist damit ein Ausschnitt aus dem "Grünen Band" in der Mitte Deutschlands. Das Wulfertal als flächenmäßig größerer Teil des NSG wird von Laubmischwald, hauptsächlich Hainsimsen- und Waldmeister-Buchenwald, eingenommen. An seinem rechtsseitigen Hang sollen weitgehend ungestörte walddynamische Prozesse ermöglicht werden. Weiterhin sind Fichten- und Fichten-Lärchen-Forsten sowie Birken-Pionierwälder vorhanden. Von Bedeutung sind neben den Buchenwäldern mit hohem Totholzanteil vor allem die Offenlandbiotope entlang der ehemaligen Grenze, in denen sich eu- und mesotrophes Frisch- und Nass-Grünland mit stärker vernässten Bereichen abwechseln.
 
Naturparke

Der Naturpark "Eichsfeld – Hainich – Werratal" im Nordwesten Thüringens an der Landesgrenze zu Hessen umfasst den südwestlichen Teil des Landkreises Eichsfeld, den westlichen Teil des Unstrut-Hainich-Kreises und den nördlichen Teil des Wartburgkreises mit einer Größe von insgesamt 85.800 ha.

Nachhaltig vom Verlauf der ehemaligen innerdeutschen Grenze geprägt, konnte sich in diesem Gebiet die Natur in vielen Bereichen relativ ungestört entwickeln. Im Zentrum Deutschlands vereint er in sich drei sehr unterschiedliche Landschaftsräume und besticht so durch eine besondere Vielfalt und den Reiz der Gegensätze: Das Eichsfeld – der Norden des Naturparks – ist durch das Hochplateau des Muschelkalkberglandes mit tief eingeschnittenen Tälern geprägt. Burgruinen auf Anhöhen wie die Burg Hanstein bieten eindrucksvolle Ausblicke bis zum Harz und Hohen Meißner. Durch artenreiche Laubwälder sowie Acker- und Weideflächen erhält diese Kulturlandschaft einen sehr reizvollen, kleinräumig strukturierten Charakter. Im südöstlichen Teil (außerhalb des Landkreises Eichsfeld) erstreckt sich auf 160 km² Deutschlands größtes zusammenhängendes Laubwaldgebiet – der Hainich. Etwa die Hälfte der Fläche wurde 1997 zum Nationalpark erklärt und liegt eingebettet in den Naturpark. Steile Hänge und stille Auelandschaften bestimmen das Landschaftsbild des im Südwesten des Naturparks gelegenen Werratals.
 
Landschaftsschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Der Landkreis Eichsfeld hat Anteil an drei LSG. Mit der Ausweisung des LSG 81 "Obereichsfeld" im Jahr 2009 wurden zehn zum Teil sehr kleine LSG (darunter das bisherige LSG 8 "Heiligenstädter Stadtwald") und ein Teil des LSG 17 "Mühlhäuser Stadtwald" aufgehoben und in das neue LSG integriert, Neben diesem LSG, dessen größter Anteil sich im Landkreis Eichsfeld befindet, liegen das LSG 5 "Dün-Helbetal" mit einem sehr kleinen Anteil und das LSG 6 "Bleicheröder Berge" mit seinem westlichen Teil im Landkreis.

Das Obereichsfeld liegt im Nordwesten Thüringens und bildet mit dem nördlich anschließenden Untereichsfeld die historisch gewachsene Region Eichsfeld. Das LSG umfasst den größten Teil des thüringischen Obereichsfeldes südlich der Bundesstraße B 80 von Hohengandern bis Marth bzw. der Landstraße L 3080 von Marth über Uder, Heilbad Heiligenstadt bis Beuren. Der reizvolle kleinräumige Wechsel von Wald, Wiese, Weide, Acker, Streuobstwiese und Heckenstrukturen und die darin eingebetteten Dorfanlagen sowie Burgen, Schlösser, Klöster und Kapellen sind Zeugen einer abwechslungsreich strukturierten Kulturlandschaft. Die bergige Landschaft des Obereichsfeldes prägt als Randerhebung des Thüringer Beckens mit Muschelkalk und Buntsandstein das Landschaftsbild. Charakteristisch sind die Schichtstufen am Übergang vom Muschelkalk zum Buntsandstein sowie die ausgedehnten, naturnahen und artenreichen Laubmischwälder, die Hochplateaus des Muschelkalkberglandes mit tief eingeschnittenen Tälern, schroffe Felswände und steile Abbruchkanten. Aus der Anordnung dieser Landschaftsbestandteile ergeben sich lange, meist unverbaute Sichtachsen über die schmalen Täler hinweg bis in den Harz oder den Thüringer Wald. Das LSG ist mit seinen zahlreichen Quellen, Bächen und Flüssen wesentliches Einzugsgebiet für die Leine im Norden und die Werra im Südwesten, wobei die Wasserscheide das LSG von Westen nach Osten durchzieht. Ein größerer Abschnitt des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens, des sogenannten "Grünen Bandes", sowie der größte Eibenbestand in Thüringen als eibenreichstes Bundesland Deutschlands sind bemerkenswerte Elemente innerhalb des LSG. Es besitzt außerdem mit seinen Burgen und Schlössern eine besondere kulturhistorische Bedeutung, auch für die Entwicklung von Tourismus und Erholungswert. Kirchen, Klöster und Wallfahrtsorte sind darüber hinaus Zeugen der religiösen und traditionellen Bedeutung der Region.

Die "Bleicheröder Berge" im LSG 6 bieten sich auf Grund ihrer geologischen, dendrologischen und botanischen Besonderheiten für einen landschaftsbezogenen Tourismus sowie als Naherholungsgebiet an. Zu diesem LSG gehören im Landkreis die Restberge Hasenburg, Haarburg und Hubenberg zwischen Haynrode, Wallrode, Buhla und Ascherode, Restberge eines ehemaligen Muschelkalkplateaus. Die Bleicheröder Berge selbst als Tafelberg sind ein größerer Zeugenberg der Muschelkalkhochfläche des Dün und befinden sich mit ihrem westlichen Teil um den Ziegenrück und die Gelbe Klippe im LSG.

Das LSG 5 "Dün-Helbetal" hat nur mit einem kleinen Abschnitt des westlichen Steilabfalls des Düns östlich Vollenborn und westlich der Grenze des NSG "Keulaer Wald" Anteil im Landkreis Eichsfeld.

NummerNameGröße (ha)
5Dün - Helbetal5.593
6Bleicheröder Berge3.597
81Obereichsfeld38.503



Karte:

Schutzgebiete
(JPG-Datei)

 
Geschützte Landschaftsbestandteile,
Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

Im Landkreis Eichsfeld gab es zum 15.12.2004 insgesamt 41 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art.
 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Der Landkreis Eichsfeld hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:
 
FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)

Nummer Name Größe (ha)
... ... ...

 
Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)

Nummer Name Größe Landkreis/
kreisfreie Stadt
Kurzcharakteristik
3Ellersystem – Weilröder Wald – Sülzensee1.902 haEichsfeld, Nordhausenrepräsentiert hervorragend großflächige Buchenwälder, Erdfälle unterschiedlicher Dimension und Biotopausstattung, naturnahe Bachsysteme, zum Teil mit Auengrünland und Feuchtbiotopen, auch als Habitate bedrohter Tierarten
7Bleicheröder Berge1.271 haEichsfeld, NordhausenAusgedehnte und aufgrund ihrer Ausprägung bedeutende, alt- und totholzreiche Laubmischwälder stellen in Verbindung mit weiteren Lebensräumen auf Fels- und Trockenstandorten ein bedeutendes Refugium für bedrohte Vogelarten dar.
11Untereichsfeld – Ohmgebirge11.006 haEichsfeldVielgestaltige, kleinräumig verzahnte Laubmischwald- und Offenlandhabitate als bedeutendes Refugium für den Rotmilan und weitere, bedrohte Vogelarten in Nordwest-Thüringen, Gebiet grenzt an das niedersächsische EG-VSG "Unteres Eichsfeld" an.
12Werrabergland südwestlich Uder8.433 haEichsfeldrepräsentiert auf großer unzerschnittener Fläche die Mannigfaltigkeit von Lebensraumtypen des Eichsfeldes, bedeutendes Refugium für Rotmilan, waldbewohnende Spechtarten und Uhu, grenzt an hessisches EG-VSG "Felsklippen im Werra-Meißner-Kreis"
13Südliches Eichsfeld1.967 haEichsfeld, Unstrut-Hainich-KreisMit großflächigen Buchenwäldern, Karsthängen und Felsabbrüchen bildet das Gebiet in Verbindung mit beweideten Kalk-Trockenrasen, Wacholderheiden und Feuchtbiotopen in den Talgründen ein bedeutendes Refugium insbesondere für Uhu und Schwarzstorch.


Karte:

Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)