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Landkreis Eichsfeld - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrat: Dr. Werner Henning
Verwaltungssitz: Heiligenstadt
Dienststelle: Landratsamt Heiligenstadt

Friedensplatz 8 (Haus I)
37308 Heiligenstadt

Tel.: 03606 / 65 00
Fax: 03606 / 65 05 02
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: EIC

 
Wappen

In Silber ein rechtsgewendeter roter Adler mit goldenem Schnabel und goldenen Krallen, belegt mit einem silbernen sechsspeichigen Rad (Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes vom 27. 03.1995).

1816 entstand der Eichsfeldkreis Worbis. In der Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten ist eine Verordnung wegen des Königlichen Titels und Wappens enthalten, die auf den 9. Januar 1817 datiert ist. In dieser ist für das Eichsfeld festgelegt: "Im silbernen Felde ein rother Adler mit goldenem Schnabel und goldenen Krallen, mit einem silbernen Kreuz und Zirkel auf der Brust". Das in der Königlichen Verordnung als "Kreuz mit Zirkel" bezeichnete Rad hat nur 4 Speichen, während das Mainzer Hoheitszeichen auch heute noch das silberne sechsspeichige Rad zeigt, das an die jahrhundertelange politische Zugehörigkeit zu Mainz erinnert, und der rote Adler verweist darauf, dass das Fürstentum Eichsfeld 1802 preußisch wurde. Mit der Gebietsreform entstand am 01.07.1994 aus den ehemaligen Landkreisen Heiligenstadt und Worbis der Eichsfeld-Kreis, der das historische Zeichen des Fürstentums Eichsfeld als Kreiswappen führt.

(Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten, Nr.3 vom 09.01.1817, Berlin)

 
Wissenswertes zum Landkreis Eichsfeld


Karte:

Satellitenbildkarte
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Übersichtskarte
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Der heutige Landkreis Eichsfeld liegt in einem sehr alten Siedlungsraum. Funde belegen, dass das Gebiet bereits in der Jungsteinzeit (4. bis 3. Jahrtausend v. Chr.) dauerhaft besiedelt war.

Als germanischer Gau wurde das Eichsfeld erstmals im Jahr 897 erwähnt. Bis zum 11. Jahrhundert gehörte das Eichsfeld zum Erzbistum Mainz. Während der Reformation trat die Bevölkerung zum lutherisch-reformierten Glauben über. Nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1550 wurde das Eichsfeld wieder eine Hochburg des Katholizismus.

Heiligenstadt war früher Hauptstadt des Fürstentums Eichsfeld. Es wurde erstmals 973 urkundlich erwähnt. Die frühe Blüte verdankt der Ort der günstigen Lage an verschiedenen Handelsstraßen. Im Jahr 1227 erhielt Heiligenstadt das Stadtrecht. 1739 wurde die Stadt durch einen Brand fast vollständig zerstört. Seit 1929 ist die Stadt Kneipp-Kurort und seit 1950 Heilbad.

Die heute zweitgrößte Stadt des Landkreises Leinefelde wurde 1227 erstmals erwähnt, erhielt jedoch erst im Jahr 1969 das Stadtrecht. Die Entwicklung Leinefeldes in den letzten 100 Jahren hing wesentlich mit seiner günstigen Verkehrslage zusammen. Leinefelde lag an der Straße von Köln nach Berlin (heute B 80) sowie an der Strecke von Mühlhausen nach Duderstadt (heute B 247). Auch für die Eisenbahn war die Stadt ein wichtiger Haltepunkt.

Die wechselvolle Geschichte des Eichsfeldes hat auch in diesem Landkreis zahlreiche Burgen, Schlösser, Klöster und Kirchen hinterlassen, die für Besucher von Interesse sind. Zu nennen wären hier die mittelalterliche Höhenburg Scharfenstein (heute Erholungsheim), die Burg Gleichenstein (heute Ferienheim), die Burgruine Hanstein, die Antoniuskirche in Worbis sowie das älteste Bauwerk in Heiligenstadt, die ehemalige Stiftskirche und Mutterkirche des Eichsfeldes St. Martin (1304 begonnen und 1487 vollendet).

 
Die Kreisstadt - Heiligenstadt

Im Zentrum Deutschlands, nordwestlich im Lande Thüringen, liegt das Heilbad Heiligenstadt; traditionelle Hauptstadt des Eichsfeldes und Kreisstadt des neuen Landkreises Eichsfeld (ehemalige Kreise Heiligenstadt und Worbis), ca. 250 m ü. NN. Die Stadt, im Tal der Leina und Geislede gelegen, wird umschlossen von den waldreichen Höhenzügen des Ibergs und des Düns (450 m).

Die Stadt gehört zu den frühen Ansiedlungen Deutschlands, wie steinzeitliche Funde im Leinetal aus den Jahren 2000 bis 1000 v. Chr. beweisen. Im Zuge der Eroberung Nordthüringens und Nordhessens durch die Franken seit dem 6. Jh. erfolgte die Kolonialisierung und Christianisierung. Heiligenstadt war die Hauptstadt des ehemaligen Fürstentums Eichsfeld. Im 9. Jh. gab es bereits einen fränkischen Königshof, dessen Kirche 847 in den Besitz von römischen Märtyrerreliquien kam. Die legendenumwobene Gründung des St. Martinstiftes war Ausgangspunkt für die Entwicklung einer dörflichen Siedlung. Nachweislich wird der Ort zuerst 973, in einer Urkunde des deutschen Kaisers Otto II., erwähnt und der damalige Name des Ortes lautete Helgenstad, wie er noch heute im Volksmund genannt wird.

Die Stadt ist seit dem frühen Mittelalter kultureller Mittelpunkt des Eichsfeldes und verdankt ihre frühe Blüte der zentralen Lage (Schnittpunkt bedeutender Handelsstraßen von Nord nach Süd und Ost nach West). Um das Jahr 1000 erlangte die Eichsfeldmetropole das Marktrecht und 1227 erhielt sie durch den Mainzer Erzbischof Siegfried II. das Stadtrecht. Bereits 1240 war eine 6 m hohe Stadtmauer mit drei Toren um die Alt- und Neustadt fertiggestellt. 1335 besaß die Stadt mit der "Willkür" eine eigene Rechtsform, die 160 Artikel umfasste. Anfangs thüringisch, dann jedoch fränkisch, gehörte Heiligenstadt ca. 800 Jahre zum Kurfürstentum Mainz, die prägend für das Eichsfeld waren.

Nachdem die Bevölkerung während der Reformation dem lutherisch reformierten Glauben übergetreten war, wurde die Stadt 1550 nach dem Augsburger Religionsfrieden wieder eine Hochburg des Katholizismus. Mit den Jesuiten, die 1575 in das Eichsfeld kamen, gelang die Gegenreformation. Die Stadt verdankt den Jesuiten eine hervorragende Schule - das Jesuitenkolleg (erbaut 1740) - und die Wiedereinführung der Palmsonntagsprozession (die größte Szenenprozession Deutschlands), die seit 1581 jährlich mit einer gewaltigen Teilnehmerzahl durch die Straßen zieht. Über 80 % der Bevölkerung gehören heute dem katholischen Glauben an.

Pest und Kriege hinterließen Not und Elend und warfen die Stadt mehrfach in ihrer Entwicklung zurück. Der zweite große Stadtbrand 1739 vernichtete die Stadt fast gänzlich. Nur die Kirchen und mehrere Profanbauten überlebten die Feuersbrunst.

1802, noch vor dem Reichsdeputationshauptschluss, ging die Kurmainzer Zeit zu Ende und das Eichsfeld kam zum Königreich Preußen. Ungünstig war ferner, dass der Wiener Kongress die Trennung von Ober- und Untereichsfeld bewirkte. Ab 1816 wurde Heiligenstadt Kreisstadt. Mit der preußischen Zeit begann ein wirtschaftlicher Niedergang (besonders Hand- und Raschweberei) und eine Auswanderungswelle erfasste das Eichsfeld. Einen zeitweisen wirtschaftlichen Aufschwung brachte 1856 die Zigarrenfabrikation, die von Bremen ins Eichsfeld wechselte. Ansässig waren ferner eine Papierfabrik, eine Nadelfabrik, eine Landmaschinenfabrik, Strickerei, eine Wollweberei und mehrere Ziegeleien. Ingesamt blieb die Region landwirtschaftlich geprägt und Eichsfelder Wanderarbeiter waren überall in Deutschland anzutreffen.

Mit der Teilung Deutschlands und dem Grenzregime der DDR verlor Heiligenstadt die traditionell gewachsenen Verbindungen mit Göttingen, Kassel, Hannover, Rhein und Ruhr und wurde zum Randgebiet. Das führte zu anderen Wirtschaftsstrukturen.

Die Wirtschafts- und Währungsreform brachte den marktwirtschaftlichen Neubeginn. Ein großes Handicap dabei war der Zusammenbruch des Osthandels! Aus der ehemaligen Nadelfabrik gingen mehrere Privatbetriebe hervor, die vorwiegend Zulieferteile für die Automobilbranche herstellen. Das Bekleidungswerk wurde geschlossen. Auf dem Markt behaupten konnte sich die Papierfabrik und der wissenschaftliche Gerätebau. Ein moderner Fleischverarbeitungsbetrieb sowie Fleischer- und Bäckerhandwerk konzentrieren sich auf Eichsfelder Spezialitäten und ein neu erschlossenes Gewerbegebiet schafft günstige Rahmenbedingungen für weitere Investoren. Alle durch die Grenze unterbrochenen Verkehrswege zum "Mittelpunkt Deutschlands" sind wiederhergestellt und ausgebaut.

Die Innenstadt soll künftig vorrangig den Bedingungen für Kuren und dem Tourismus entsprechen. Das Kurwesen hat Tradition und Zukunft! Die Stadt bietet mit ihrer landwirtschaftlich reizvollen Umgebung beste Bedingungen. Seit 1929 ist Heiligenstadt Kneipp-Kurort, 1950 erhielt es die Anerkennung als Heilbad. Nach 1990 wurden umfangreiche Investitionen getätigt, um der Kur in Heiligenstadt eine Zukunft zu geben. Die Resonanz gab der Stadt Recht. Kuren (auch Kinderkuren) im Heilbad Heiligenstadt sind bei folgenden Beschwerden angezeigt: Erkrankungen des Bewegungssystems, Herz-Kreislauferkrankungen, Atemwegserkrankungen, ausgewählte Formen von Unfallfolgen, Hauterkrankungen, Migräne, Erschöpfungszustände, verzögerte Rekonvaleszenz, Stresssituationen. In den neuen Gebäuden wird nach modernsten Erkenntnissen behandelt und in einer reizvollen Umgebung finden die Kurgäste Entspannung. Heilbad Heiligenstadt bietet alle wichtigen Voraussetzungen für eine Kur.

Die über 1000jährige Stadt atmet Geschichte, macht sie in ihren Straßen und Bauten erlebbar. Spuren haben aber auch zahlreiche Persönlichkeiten hinterlassen. Kaiser und Könige hielten hier Hof, Bischofsweihen fanden statt und der wohl bedeutendste Sohn der Stadt der Bildhauer und Bildschnitzer Tilmann Riemenschneider (bedeutender Bildschnitzer des Mittelalters) erblickte um 1460 in der Klausmühle das Licht der Welt. Eine berühmte Tochter der Stadt ist Charlotte Heidenreich von Siebold, die erste deutsche Frauenärztin, die auf dem Gebiet der Geburtshilfe offiziell promovierte. Für viele war das Leinestädtchen im Eichsfeld Zwischenstation. Athanasius Kircher, der geniale Physiker und Prof. Fuhlrott, der Entdecker des Neandertalers, wirkten am Jesuitenkolleg bzw. am Gymnasium. Thomas Müntzer, Wallenstein und andere stehen für kriegerische Zeiten. Heinrich Heine ließ sich 1825 hier taufen und in die christliche Kirche aufnehmen. Die Brüder Grimm nahmen 1838 hier die Endlesung des "Deutschen Wörterbuches" vor. Diesem Fakt verdankt Heiligenstadt den Anschluss an die "Deutsche Märchenstraße" (1993). Der Husumer Dichter Theodor Storm übte 1856 bis 1864 in der Stadt das Amt des Kreisrichters aus. In seiner Heiligenstädter Arbeits- und Schaffenszeit entstanden 8 Novellen, 3 Märchen und zahlreiche lyrische Gedichte. Begeistert von der Stadt schrieb er "Kommen Sie nur einmal her, es ist in der Tat reizend hier zu leben!"

 
Sehenswürdigkeiten

Das historische Ortsbild, mit Fachwerkhäusern im fränkischen Stil, blieb teilweise gut erhalten. Drei gotische Kirchen und zahlreiche Bauten prägen das Stadtbild. Ältestes Baudenkmal ist die ehemalige Stiftskirche St. Martin (Bergkirche). Bemerkenswert ist auch die Pfarrkirche St. Marien mit Annenkapelle (eine dreischiffige gotische Hallenkirche aus dem 14. Jh.), sowie die gotische Pfarrkirche St. Aegidien mit Maria-hilf-Kapelle (gleichfalls aus dem 14. Jh.). Weitere Sehenswürdigkeiten sind die St.-Gerhardus-Kirche (Redemptoristenkloster), das barocke Schloss (ehem. Sitz des Mainzer Statthalters), das Alte Rathaus, das Neue Rathaus, das "Mainzer Haus" (seit 1988 Literaturmuseum "Theodor Storm"), die Klausmühle, das ehemalige Jesuitenkolleg ( u. a. Sitz des Eichsfelder Heimatmuseums) sowie der Wasserfall (Scheuche bzw. Heinrich-Heine-Park).

Der Wallfahrtskalender des Eichsfeldes ist vielgestaltig und umfangreich. "Wallfahren" hat Tradition und ist zugleich Zeugnis eines lebendigen Glaubens. Der bedeutendste Wallfahrtsort ist der Hülfensberg. Die Heiligenstädter Palmsonntagsprozession ist in ihrer Art als Leidens- oder Szenenprozession die größte in Deutschland.

Die Eichsfelder feierten schon immer gern und besonders auch die "lustigen Heiligenstädter", wie wir bei Storm erfahren. Vier Kirmesgemeinden gibt es allein in der Stadt und weitere vier in den Ortsteilen. Die traditionsreichste ist die "Heimenstädter Kirmes". Wenn sich am Pfingstmontag der historische Festumzug in Bewegung setzt, stehen Tausende in den mit Eiergirlanden und frischem Grün geschmückten Altstadtstraßen. Den einen zieht der Umzug, andere die Eichsfelder Spezialitäten aus Wurstekammer und Backstube an. Gaumenfreuden bereiten "Feldgieker" und "Wurstplatten" ebenso wie der "Schmandkuchen".

So richtig eng wird es besonders zum "Fest der Möhrenkönige" (letztes Septemberwochenende).

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Dün und Iberg
  • Bornhagen - Teufelskanzel und Burg Hanstein
  • Geismar - Hülfensberg (Wallfahrtsort)
  • Steinbach - Etzelbachkapelle (Pferdewallfahrt)
  • Flinsberg - Pfarrkirche St. Martin
  • Günterode - Pfarrkirche St. Georg
  • Kalteneber - Pfarrkirche St. Nikolaus, Kapelle "Kaltenebersche Klus" und Geburtshaus des kath. Pädagogen Dr. Lorenz Kellner
  • Rengelrode - Pfarrkirche St. Johannes der Täufer und Rengelröder Warte (Wartturm 14. Jh.)
  • Beuren - Burg Scharfenstein (12. Jh.)
  • Dingelstädt - Kerbscher Berg (Frauenwallfahrtsort)
  • Wachstedt - Burg Gleichenstein und Klüschen Hagis (Männerwallfahrtsort am Himmelfahrtstag)