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Straßenverkehr
Die Landeshauptstadt Erfurt verfügt über eine sehr gute Anbindung an das Autobahnnetz. An dem neu entstandenen Kreuz Erfurt im Südwesten des Stadtgebietes (OT Molsdorf) kreuzen sich die A 4 (Hessen-Thüringen-Sachsen) mit den Anschlussstellen Erfurt-West und Erfurt-Ost sowie die A 71 Schweinfurt-Suhl-Erfurt-Sangerhausen-Magdeburg, die zur Zeit im Süden zwischen Erfurt-Bindersleben (Flughafen Erfurt) und Bücheloh (Ilm-Kreis) und im Norden zwischen Erfurt-Nord und Sömmerda fertiggestellt ist und über Anschlussstellen in Kühnhausen (Erfurt-Nord, B 4), Mittelhausen, Stotternheim und Schwerborn (Anbindung der Osttangente) verfügt bzw. verfügen wird. Das Netz der überregionalen Straßenverbindungen wird repräsentiert durch die B 4 Erfurt-Nord-Andisleben-Gebesee-Greußen-Sondershausen-Nordhausen (bis Gebesee vierstreifig) und die 2002 teilweise freigegebene vierstreifige Osttangente Erfurt von Schwerborn (A 71 neu) über Kerspleben, Linderbach, Büßleben und Mönchenholzhausen zur A 4 (Bechstedtstraß / Eichelborn). Regional bedeutsame Straßenverbindungen des Hauptnetzes sind die B 4 Erfurt-Zentrum-AS Erfurt-West und die B 7 AS Erfurt-Bindersleben-Gotha. Wichtige kleinräumige Straßenverbindungen sind die L 1044/2152 AS Neudietendorf-Ortslage Neudietendorf-Gamstädt-Erfurt-Ermstedt-Gierstädt, die L 1052 AS Erfurt-Ost-Klettbach-Kranichfeld und die L 1055 von Erfurt-Kerspleben (Osttangente) nach Berlstedt. Straßendichte Die Straßendichte in der Landeshauptstadt Erfurt ist mit mehr als einem Kilometer je km² Stadtfläche die höchste im Freistaat. Nachfolgendes Diagramm sowie die Tabelle im Statistischen Anhang geben Auskunft über den Anteil der verschiedenen Straßenkategorien des überörtlichen Verkehrs im Thüringen-Vergleich (Stand: 12/2009).
Verkehrsinfrastruktur stellt stets eine Beeinflussung der Umwelt dar. Von Straßen gehen Lärm- und Schadstoffemissionen aus. Großflächig unzerschnittene Landschaften werden fragmentiert, der Lebensraum von Tieren eingeengt. Der Erholungswert für den Menschen lässt nach. Die Veröffentlichung der TLUG "Steckbriefe der unzerschnittenen verkehrsarmen Räume Thüringens" befasst sich mit der Zerschneidungsproblematik. Die 30 größten noch unzerschnittenen Räume werden ausführlich vorgestellt. Kfz-Bestand per 31.12.2009 Hinweis zur Statistik
Zum 31.12.2009 gab es in der kreisfreien Stadt Erfurt 101.190 Kraftfahrzeuge. Davon waren 86.498 (85 %) Pkw. Der Bestand an Pkw lag mit 424 je 1.000 Einwohner deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 512. Entwicklung der Pkw-Dichte pro 1.000 Einwohner 2007 bis 2009 Bei der Entwicklung der Pkw-Dichte je 1.000 Einwohner hatte die kreisfreie Stadt Erfurt von 1994 bis 2006 mit 5,5 % einen der geringsten Anstiege der Pkw-Dichte gegenüber dem Durchschnitt von Thüringen mit 24,9 % zu verzeichnen. Auch von 2007 bis 2009 lag der Zuwachs mit 0,9 % unter dem Thüringer Mittel von 2,1 %.
Mit 424 Pkw pro 1.000 Einwohner ist die Pkw-Dichte der Stadt Erfurt sehr gering und entspricht dem Trend in den großen kreisfreien Städten Thüringens. Rund um Erfurt ist jedoch ein Ring Gemeinden mit höherem Pkw-Besatz (über 600 Pkw pro 1.000 Einwohner) zu erkennen, was u.a. aus dem Suburbanisierungstrend und gestiegener Mobilität resultiert.
Schienenverkehr Die Landeshauptstadt Erfurt liegt als ICE/IC-Haltepunkt an der Hauptstrecke der Deutschen Bahn AG Berlin-Leipzig/Halle-Erfurt-Frankfurt a. Main. Im Rahmen der "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit" ist beabsichtigt, Erfurt über die ICE-Neubaustrecke Leipzig-Halle-Erfurt-Nürnberg an das europäische Schnellverkehrsnetz anzubinden. Der im Bau befindliche Abschnitt Erfurt-Halle-Leipzig zweigt bei Vieselbach, wo 1997-2001 ein Güterverkehrszentrum bestanden hat, von der vorhandenen Hauptstrecke ab und erreicht den Raum Halle/Leipzig auf kürzestem Wege durch Untertunnelung der Finne bei Buttstädt. Weiterhin liegt Erfurt an der Mitte-Deutschland-Verbindung (MDV) zwischen dem Ruhrgebiet, Nordhessen, Thüringen und dem westsächsischen Industriegebiet, welche weiter aufgewertet werden soll. Die Strecke Erfurt-Coburg-Ebensfeld (-Bamberg-Nürnberg-München) soll zwischen Erfurt-Bischleben und Neudietendorf von der bestehenden Hauptstrecke Erfurt-Eisenach abzweigen und den Thüringer Wald mit einem Basistunnel unterqueren. Zur Zeit ist der Bau dieser Strecke vorläufig eingestellt worden. Ergänzungsstrecken für den regionalen Fernverkehr sind die Strecken Erfurt-Sömmerda-Artern-Sangerhausen (in den letzten Jahren vollständig modernisiert, zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert) und (Erfurt-) Neudietendorf-Arnstadt-Suhl-Grimmenthal-Obermaßfeld/Meiningen-Schweinfurt. Zum regional bedeutsamen Hauptnetz zählen die Strecken Erfurt-Greußen-Sondershausen-Wolkramshausen (-Nordhausen) und Erfurt-Döllstädt-Gräfentonna-Bad Langensalza. Die kleinräumig bedeutsame Strecke Erfurt-Alach wurde bereits vor mehreren Jahren stillgelegt. Das Gleisnetz der Industriebahn Erfurt wurde 1995 von der Erfurter Industriebahn GmbH (EIB) übernommen, die seit einigen Jahren den Schienenpersonennahverkehr zwischen Erfurt, Gotha, Mühlhausen, dem Eichsfeld und neuerdings bis Kassel betreibt. Luftverkehr Der internationale Verkehrsflughafen Erfurt-Weimar liegt im westlichen Teil des Stadtgebietes und verfügt seit 1998 über eine direkte Autobahnanbindung (A 71). Der Flughafen Erfurt-Weimar steht im Mittelpunkt der thüringischen Luftverkehrsplanung. Er dient dem Personen- und Frachtverkehr im Linienflug zu den Wirtschaftszentren Deutschlands und Europas, gewährleistet Zubringerdienste zu Flughäfen mit interkontinentalem Luftverkehr, befriedigt die Nachfrage der Bürger seines Einzugsgebietes nach Charterflügen zu europäischen Urlaubszentren, deckt den Bedarf der Wirtschaft für den Geschäftsreise- und Werksflugverkehr (General Aviation) und ist Knoten im innerdeutschen Luftpostverkehr und intereuropäischen Luftfrachtverkehr. | ||||||||||||||||||||||