Historische Entwicklung der Verwaltungsstrukturen

Die Landeshauptstadt Erfurt entstand in ihren heutigen Grenzen im wesentlichen mit der Verwaltungsreform des Freistaates Thüringen am 01.07.1994 aus dem Stadtkreis Erfurt und den Gemeinden Alach, Ermstedt, Frienstedt (bereits zum 01.04.1994), Azmannsdorf, Büßleben, Egstedt, Hochstedt, Kerspleben, Kühnhausen Linderbach, Mittelhausen, Molsdorf, Schwerborn, Stotternheim, Tiefthal, Vieselbach, Wallichen, Waltersleben und Windischholzhausen (bis dahin zum Landkreis Erfurt gehörend). Zum 12.10.1994 wurde nachträglich Töttelstädt aus dem Landkreis Sömmerda eingemeindet.

Im 14. und 15. Jahrhundert war die Freie Reichsstadt Erfurt (als solche benannt in der "Goldenen Bulle" von 1356) nach mittelalterlichen Maßstäben bereits eine Großstadt von 18.000 bis 20.000 Einwohnern. Die über Jahrhunderte verteidigte Unabhängigkeit endete 1664 mit dem Anschluss an das Erzbistum Kurmainz. 1802 ging Erfurt in den preußischen Staatsverband über und wurde auf dem Wiener Kongress 1815 erneut Preußen zugesprochen. 1873 wurde die Festungseigenschaft Erfurts aufgehoben, wodurch eine Bebauung außerhalb der bisherigen Stadtbefestigung möglich wurde und das Stadtgebiet sich rasch ausdehnte.

1920, mit der Bildung des Freistaates Thüringen aus den vormals ernestinischen und schwarzburgischen Staaten und dem Volksstaat Reuß, wurde Erfurt nicht in dieses Territorium einbezogen und gehörte weiterhin zu Preußen. Am 07.07.1948 wurde Erfurt zum ersten Mal thüringische Landeshauptstadt. Das Stadtgebiet vergrößerte sich 1950 durch Eingemeindung von Bindersleben, Bischleben, Gispersleben-Kiliani, Gispersleben-Viti, Marbach, Möbisburg, Rhoda und Schmira von 61,2 km² auf 106,2 km².

Von 1952 bis 1990 war Erfurt Bezirksstadt in der DDR. Am 03.10.1990, mit der Wiederherstellung der Einheit Deutschlands, entstand das Land Thüringen von neuem, und Erfurt wurde am 10.01.1991 durch mehrheitliche Entscheidung des Thüringer Landtages Landeshauptstadt.
 
Zentrale Orte

KlassifizierungZentraler Ort
OberzentrumErfurt

Die Landeshauptstadt Erfurt ist ein Oberzentrum. Der Nahbereich von Erfurt umfasst außerdem das Territorium des ehemaligen Kreises Erfurt-Land, heute vorwiegend zum Landkreis Sömmerda und zu geringen Teilen zum Ilm-Kreis sowie zu den Landkreisen Gotha und Weimarer Land gehörig.


Karte:

Verwaltungsgliederung
(JPG-Datei)

Karte:

Eingemeindungen in die Stadt Erfurt
(PDF-Datei)

 
Verdichtungsraum

VerdichtungsraumEinzugsbereich
Erfurt Städte:
Erfurt und Arnstadt

Gemeinden:
Nesse-Apfelstädt, Dornheim, Ichtershausen, Elxleben und Walschleben

Regionale Siedlungsfreiräume mit der Funktion, bandartig bebaute Verdichtungen entlang der großräumigen Verbindungsachsen zu verhindern und tendenziell bestehende Siedlungsbänder zu gliedern, sieht der RROP Mittelthüringen für die Ortsteile Ermstedt und Frienstedt an der westlichen, Waltersleben und Egstedt an der südlichen, sowie Büßleben und Hochstedt an der östlichen Peripherie des Stadtgebietes vor.