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Landeshauptstadt Erfurt - Allgemeine Informationen

 
Stadtverwaltung

Oberbürgermeister: Andreas Bausewein
Verwaltungssitz: Erfurt
Dienststelle: Stadtverwaltung Erfurt

Fischmarkt 1
99084 Erfurt

Tel.: 0361 / 6 55 0
Fax: 0361 / 6 55 10 09
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: EF

 
Wappen

In Rot ein sechsspeichiges silbernes Rad (Eine Verwendung des Rades als Wahrzeichen der Stadt Erfurt lässt sich schon um 1300 auf Münzen nachweisen).

Die Stadt Erfurt gehörte bis zum Jahre 1802 zu Kurmainz, daher dieses Wappenbild. Schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts, auf den Stadtsiegeln aber erst seit 1805, erscheint bei reicherer Darstellung über dem Schilde ein Stechhelm, dessen Kleinod ein roter, hermelinbestulpter Hut ist, der das Rad trägt.

Stadt-/Ortsteile: Erfurt-Altstadt, Löbervorstadt, Brühlervorstadt, Andreasvorstadt, Berliner Platz, Rieth, Johannesvorstadt, Krämpfervorstadt, Hohenwinden-Sulza, Roter Berg, Daberstedt, Dittelstedt, Melchendorf, Wiesenhügel, Herrenberg, Hochheim, Bischleben-Stedten, Möbisburg-Rhoda, Schmira, Bindersleben, Marbach, Gispersleben, Moskauer Platz, Ilversgehofen, Johannesplatz, Alach: Alach, Salomonsborn, Schaderode; Ermstedt: Ermstedt, Gottstedt; Frienstedt; Mittelhausen, Stotternheim, Schwerborn, Kerspleben: Kerspleben, Töttleben, Vieselbach: Vieselbach, Wallichen, Hochstedt, Linderbach-Azmannsdorf, Büßleben: Büßleben, Urbich, Niedernissa: Niedernissa, Rohda, Windischholzhausen, Egstedt, Waltersleben, Molsdorf, Tiefthal, Kühnhausen, Töttelstädt.

(Karl Herrmann: Das Wappen und die Siegel der Stadt Erfurt. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde von Erfurt. Nr. l /1865)

 
Wissenswertes zur Stadt Erfurt


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Inmitten des Freistaates, am Rande des Thüringer Beckens liegt die Landeshauptstadt Erfurt. Die weithin als Blumen-, Luther- und Domstadt bekannte Metropole liegt in der Mitte Deutschlands günstig am Kreuzungspunkt uralter europäischer Handels- und Heerstraßen, wie der Via Regia (Königsstraße).

Von Bonifatius bis Karl dem Großen, von Kaiser Friedrich I. Barbarossa bis zu den Mainzer Erzbischöfen, von König Gustav II. Adolf von Schweden bis Kaiser Napoleon Bonaparte - häufig war das Interesse vieler Großer und Mächtiger Europas auf Erfurt gerichtet. Ein Brief des Missionars Bonifatius an Papst Zacharias gilt als ältester bezeugter Hinweis auf den Ort. Das von Bonifatius in "Erphesfurt" gegründete Bistum wurde noch zu Lebzeiten des Gründers mit dem Bistum Mainz vereinigt.

Bereits im Mittelalter war Erfurt eine der wohlhabendsten, volksreichsten und geistig führenden Städte Deutschlands. Das 13./15. Jh. brachte Erfurts mittelalterliche Glanzzeit, als ein ausgedehnter Handel mit dem überall begehrten Färbemittel Waid die Stadt und ihre Bürger zu Wohlstand und Macht erheben ließ. Mit der Entwicklung von Verkehr und Wirtschaft entfaltete sich auch die Architektur. "Thüringens altes Rom" wurde die Stadt wegen ihrer zahlreichen Kirchen und Türme genannt. 43 Kirchen, 36 Klöster, 14 Klösterhöfe bestimmten im Mittelalter das Stadtbild. Viele der Kirchen sind mit erstrangigen Werken der Glasmalerei, der Plastik und der Tafelmalerei geschmückt. Unter den zahlreichen Kirchenbauten ragt die monumentale Baugruppe von Dom und St. Severi als das Wahrzeichen Erfurts heraus.

Die bereits 1117 erwähnte und 1325 aus Stein erbaute Krämerbrücke an der legendären Furt über die Gera zählt ebenso zu den Wahrzeichen der Stadt. Mit der Hanse verbunden, war Erfurt im 14. und 15. Jh. ein Brennpunkt des mittelalterlichen Geleitwesens und Handelsplatz erster Ordnung, zugleich aber auch ein bedeutender Ort des geistigen Lebens. So wirkte über 20 Jahre der Dominikaner Meister Eckehart, der bedeutendste Vertreter der deutschen Mystik, dessen Schulen schon im 13. Jh. der Stadt eine Spitzenstellung im Bereich der Wissenschaft verliehen.

Die 1392 durch das Erfurter Bürgertum gegründete Universität mit vier klassischen Fakultäten, an der namhafte Gelehrte wirkten, war im Reich die fünftälteste und gehörte in den ersten Jahren ihres Bestehens zu den bedeutendsten Hochschulen Deutschlands. Die Alma mater Erfordiensis errang einen solchen Ruf, dass Martin Luther, der 1501/05 an ihr studierte, ehe er 1505 als Mönch in das Augustinerkloster eintrat, meinte, im Vergleich zu Erfurt seien die damaligen Universitäten "kleine (ABC-)Schützen-Schulen.

Im 16. Jh. erlangte die Stadt als ein Zentrum der Reformation und des Humanismus erneut Bedeutung. Vom Erfurter Humanistenkreis gingen in den Jahren 1515 bis 1517 die bekannten "Dunkelmännerbriefe" aus. In diesem Jahrhundert entstanden zahlreiche prächtige Bürgerhäuser, die heute noch das Stadtbild prägen. Erfurts Geschichte ist eng verbunden mit dem Leben und Wirken berühmter Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller, Herder, Humboldt, Martin Luther, Adam Ries und Carl von Dalberg. Mitglieder der Familie Bach bestimmten das Musikleben Erfurts mit. Wieland wirkte als Professor an der Universität. Napoleon Bonaparte berief den Fürstenkongress in den Kaisersaal ein und Kaiser Friedrich I. hielt fünf Reichstage in Erfurt ab.

Mit dem Niedergang des Waidhandels im 17. Jh. verlor die Stadt ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss. Erst der sich im 18. Jh. durch das Wirken von Ratsmeister Christian Reichart entwickelnde gewerbsmäßige Gartenbau und Samenhandel verhalf ihr zu neuer Blüte. Es war kein geringerer als Johann Wolfgang Goethe, der mit Bewunderung diese erfreuliche Entwicklung konstatierte. Dank dem unermüdlichen Wirken der Firmen Chrestensen, Benary, Heinemann, Haage u. a. erlangte der gewerbsmäßige Gartenbau später sogar europäische Bedeutung und bildete im 19. Jh. eine solide Stütze des Erfurter Wirtschaftslebens. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. entwickelte sich die Stadt zu einem beachtlichen Industriezentrum. Von entscheidender Bedeutung war der Anschluss an das Eisenbahnnetz, das Erfurt noch heute mit vielen Städten Europas verbindet. Im großen Stil setzte sich die Fabrikindustrie durch. Bekleidungs-, Lebensmittel-, Holz- und Bauindustrie waren die wichtigsten Wirtschaftszweige. Herausragende Unternehmen waren z. B. die Firmen Lingel und Hagans. Später kamen die Produktion von Elektrotechnik und Elektronik, Stahl-, Mälzerei- und Speicherbau sowie von Schreibmaschinen und die Mikroelektronik hinzu.

Bereits nach Ende des 1. Weltkrieges stellte Erfurt das Zentrum des damals neu gebildeten Landes Thüringen dar. 1948 wurde es zur künftigen Landeshauptstadt von Thüringen bestimmt. In den Jahren 1952 bis 1990 war Erfurt Bezirkshauptstadt in der damaligen DDR. Am 10. Januar 1991 wurde Erfurt Landeshauptstadt von Thüringen.

Durch den politischen, gesellschaftlichen und sozialen Umbruch vollzog sich ein wesentlicher Strukturwandel, der besonders auf wirtschaftlichem Gebiet spürbar war. Die Stadt Erfurt ist bestrebt, in Anknüpfung an ihre Blütezeiten und an das historisch gewachsene, eine moderne Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsstadt zu werden. Als Landeshauptstadt entwickelt sie sich zu einer wichtigen Verwaltungsstadt sowie zu einer Universitätsstadt mit regem geistig kulturellem Leben. Sie wird ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und nicht zuletzt ein interessanter Messeplatz werden. In dieser Vielfalt liegt ihre Zukunft. Wirtschaftliche "Standbeine" sind solche traditionellen Industriezweige wie Elektrotechnik/Elektronik, Maschinenbau, Bau-, Nahrungsgüter- und Leichtindustrie neben dem vielseitigen Handwerk und dem Garten- und Samenzuchtbau. Die Stadt verfügt über leistungsfähige Betriebe im Maschinen- und Gerätebau. Mit der Ritter-Bau GmbH hat die größte Baufirma Thüringens ihren Sitz in der Landeshauptstadt. So gewichtige Firmen wie Klöckner-Moeller, Siemens, Philipp Holzmann, HochTief oder Bilfinger & Berger haben Niederlassungen in der Stadt. Der Standpunkt Erfurt ist in den letzten Jahrzehnten als Kernpunkt der Mikroelektronik im Osten Deutschlands bekannt gewesen. Diese Linie setzt sich am Standort Erfurt-Südost mit den Betreibern Thesys (Chiphersteller mit amerikanischer Beteiligung), X-FAB (belgischer Chiphersteller), ERSAT (Steckeinheiten- und Geräteproduzent) fort. Bereits neu entstandene innovative Unternehmen, wie das Technologiezentrum und das mikroelektronische Anwendungszentrum sowie der Technologie- und Innovationspark Erfurt, bilden die Grundlage für die Entwicklung zum High-Tech-Standort. Die Entwicklung von Gewerbegebieten für produzierendes Gewerbe zählte mit zu den vorrangigen Aufgaben der Stadt.

Ein starker Akzent wird auf die Schaffung einer guten verkehrs- und wirtschaftsnahen Infrastruktur gesetzt. Um die Lagegunst (geographische Mittelpunktslage in Deutschland und Europa) für die Stadt voll wirksam werden zu lassen, ist die enge Einbindung in das landesweite Verkehrsnetz (Kreuzungspunkt des Hochgeschwindigkeitsnetzes der Bahnen AG; Güterverkehrszentrum für den modernen Warenumschlag; Verbesserung der Straßenanbindung; Ausbau des Erfurter Flughafens) vordringliche Aufgabe.

Erfurt zählt zu einer der schönsten und zugleich kultur- und geschichtsträchtigen Regionen der neuen Bundesländer, Kultur ist hier nicht nur Geschichte. Sie lebt in Kirchen und Türmen, in Bürgerhäusern und Denkmälern, in Straßen und Plätzen, in Konzerten und Veranstaltungen, in Verbänden und Vereinen. Das Profil der Stadt wurde im Laufe ihrer Geschichte wesentlich geprägt von dem weitgehend erhalten gebliebenen mittelalterlichen Altstadtkern, der in seiner Geschlossenheit über 150 ha umfasst und zu den größten und schönsten in Deutschland gehört.

Das Repertoire des Theaters Erfurt mit mehreren Spielstätten reicht von Oper und Operette über Ballett, Musical, Sinfoniekonzert, Schauspiel bis zum Kabarett und Puppentheater. Zahlreiche Musikvereine laden zum Musizieren ein und zu Konzerten in Kirchen, auf den Domstufen oder der Sängerwiese im Steigerwald. Der wiederaufgebaute Kaisersaal stellt als Kultur- und Kongresszentrum eine Bereicherung im Kulturleben der Stadt dar.

Auch "König Fußball" wird gehuldigt, nicht nur im umgebauten Steigerwaldstadion. Nach den Olympia- und Weltmeisterschaftsmedallien der Erfurter Eisschnelläuferinnen hat der Eissport an Popularität gewonnen.

 
Sehenswürdigkeiten

Die strukturell weitgehend erhaltene mittelalterliche Altstadt mit reizvollen Gassen und Plätzen stellt ein bedeutsames Denkmal deutscher Stadtbaukunst dar. Traditionsreiche Bürgerhäuser, das Andreas- und Universitätsviertel mit der Michaelisstraße, die Humanistenstätte Engelsburg, die Studentenbursen am Kreuzsand, das Rathaus, das Augustinerkloster (Luther-Gedenkstätte) sowie die Türme und alten Kirchenbauwerke, die Erfurt den Beinamen "Thüringisches Rom" gaben, gehören zu den unverwechselbaren Zeugen des Mittelalters. Der mit Mariendom und Severi-Kirche bebaute Hügel nahe der Zitadelle Petersberg sowie die längste, durchgängig, bebaute und bewohnte Brücke, die Krämerbrücke sind einmalig in Europa.

In attraktiven denkmalgeschützten Häusern der Innenstadt befinden sich wertvolle Museen. Im Angermuseum, das sich im Kurmainzischen Pack- und Waagehof befindet, können unter anderem eine Fayencensammlung, eine Gemäldegalerie und eine Mittelaltersammlung besichtigt werden. Erwähnenswert sind auch das Museum für Stadtgeschichte im Haus zum Stockfisch, das Naturkundemuseum in einem alten Waidspeicher, das Museum für Thüringer Volkskunde, die Barfüßerkirche und die Neue Mühle (als technisches Museum).

Die "Galerie am Fischmarkt" im Haus zum Roten Ochsen hat besonders durch Kunsthandwerks-Ausstellungen wie "Quadriennale" und "Configura" im In- und Ausland auf sich aufmerksam gemacht. Sehenswert ist ebenso das ca. 90 ha umfassende Gartenausstellungsgelände "ega". Einmalig präsentiert sich das rund um die Cyriaksburg gelegene, ganzjährig geöffnete Gelände, welches immer wieder durch die Harmonie von Natur und gartenarchitektonischer Gestaltung beeindruckt.

Ein Open-Air-Kulturerlebnis besonderer Güte bilden die alljährlich im August/September stattfindenden Domstufenfestspiele. Traditionelle Volksfeste wie das "Zoopark-Fest" und das Altstadtfest "Rund um die Krämerbrücke" sowie das Herbstfest und der Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz erfreuen sich großer Beliebtheit.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Steigerwald (mit 36 km Wanderwegen)
  • Thüringer Zoopark Erfurt
  • Aquarium Erfurt
  • Thüringer Städte wie Weimar, Jena, Gotha, Arnstadt, und Eisenach
  • Wilrodaer Forst
  • Park und Schloss Molsdorf
  • Wasserburg Kapellendorf
  • Drei Gleichen mit dem Burgenensemble Burg Gleichen, Mühlburg und der Feste Wachsenburg
  • Riechenheimer Berg
  • Stausee Hohenfelden
  • Fahnersche Höhen