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Hydrogeologie
Unter der Bezeichnung "Hydrogeologische Einheiten" (Lithofazieseinheiten) werden Gesteinsgruppen (Schichtenfolgen) auf der Grundlage ihrer hydrogeologischen/hydrochemischen Eigenschaften zusammengefasst. Dabei sind häufig stratigraphisch (altersbezogen) unterschiedliche Gesteine einer Einheit zugeordnet. Das Verfahren ist in "Grundwasser in Thüringen, Bericht zu Menge und Beschaffenheit", 1996, beschrieben. Im Stadtgebiet Eisenach sind folgende Gesteinsgruppen von Bedeutung:
Niederschläge Die dargestellten Angaben zum Gebietsniederschlag, zur Gebietsverdunstung und zur Grundwasserneubildung sind dem Datenfundus GEOFEM/Arbeitsstand 1996 entnommen worden. GEOFEM stellt berechnete wasserhaushaltliche und abflussbezogene Angaben gebietsbezogen in Rasterform für langjährig mittlere Verhältnisse bereit. Der historisch entstandene Datenfundus wird im Rahmen der routinemäßigen Nutzung laufend gepflegt und fortgeschrieben. Das Verfahren ist in "Grundwasser in Thüringen, Bericht zu Menge und Beschaffenheit", 1996, beschrieben. Der Gebietsniederschlag ist für den gesamten Wasserhaushalt und das Abflussgeschehen eine wichtige Eingangsgröße. Die angegebenen Werte wurden pro Raster (500 m x 500 m) in Abhängigkeit von den regionalen Einflussgrößen (z. B. Geländehöhe, Morphologie) auf der Grundlage der Jahressummen (langjähriges Mittel 1951/75) zuordenbarer Messstationen berechnet. Messgerätefehler und Überwehungseffekte infolge der Aufstellungshöhe der Messeinrichtungen sind bei der Berechnung berücksichtigt worden. Die Niederschlagsverteilung im Stadtgebiet Eisenach ist sehr gleichmäßig und liegt zwischen 650 bis 700 mm/Jahr. Das Stadtgebiet liegt z. T. im Regenschatten des Thüringer Waldes.
Verdunstung Neben dem Gebietsniederschlag bildet die Gebietsverdunstung eine wichtige limitierende Größe für den Wasserhaushalt. Die angegebenen Werte berücksichtigen neben der Strahlungsbilanz bereits den Einfluss der Landnutzung (z. B. Nadelwald) und des flächenspezifischen Wasserangebots. Sowohl die Auswirkungen der innerjährlichen Schwankungen als auch der Zehrflächen (z. B. offene Wasserflächen) sind bei den dargestellten Werten der realen Gebietsverdunstung im langjährigen Mittel bereits enthalten. Die Verdunstungshöhe ist sehr gleichmäßig und liegt zwischen 400 - 450 mm/Jahr. Entlang der Flussläufe Hörsel und Nesse dominieren Werte von 450 mm/Jahr. Das ist insbesondere auf den erhöhten Grundwasserspiegel in den Talauen der Flussläufe zurückzuführen.
Grundwasserneubildung Der Prozess der Grundwasserneubildung schließt im Wasserkreislauf die Verbindung zwischen Oberflächen- und Grundwasser. Typisch für das morphologisch teilweise stark gegliederte Gebiet mit Festgesteinsuntergrund sind sehr unterschiedliche Raten der Grundwasserneubildung. Deren Höhe wird zunächst durch den Wasserhaushalt limitiert. In Abhängigkeit von den jeweiligen Standortverhältnissen fließen neugebildete Wässer anteilig oberirdisch bzw. über den Interflow ab, ein anderer Teil bildet Grundwasser mit sehr unterschiedlichen Verweilzeiten im Untergrund. Grundwasserzugänge aus Oberflächenwasserversinkungen müssen gesondert berechnet werden. Die Grundwasserneubildung ist auf Grund der sehr differenzierten Untergrundbedingungen sehr unterschiedlich und schwankt zwischen 50 bis 350 mm/Jahr. Die höchsten Neubildungraten liegen im NO und SO der Stadt. Sie sind durch die Verbreitung der Kalksteine (L9) und der Sandsteine (L8.1/8.2) gekennzeichnet. Die z.T. verkarsteten Kalksteine der Hörselberge und der Nesse (Quellteich Stockhausen) werden in hohem Maße für die Trinkwasserversorgung Eisenachs genutzt. Gleiches trifft für die Sandsteinverbreitung im SO der Stadt zu. Die Neubildungsraten erreichen hier ca. 150 mm/Jahr. Von untergeordneter Bedeutung für die Grundwasserneubildung sind die Flächenanteile des Oberrotliegend (L6) und des Zechsteins (L7) sowie der nördlich der Hörsel ausgebildeten Ton- und Schluffsteine des Unteren Keupers mit anteiliger Lössüberdeckung. In vergleichbarer Größenordnung sind die Neubildungsraten Lockergesteinsdecken (L12) der Flussauen einzustufen.
Oberflächengewässer und Gewässergüte Das Territorium der Stadt Eisenach entwässert vollständig über die Nesse, Hörsel und Werra zur Weser.
Klassifizierung der Fließgewässer
Entwicklung der Gewässergüte ausgewählter Fließgewässer Die Gewässergüte wird nach dem Saprobienindex nach DIN 38410 (Bewertung der Gewässerbelastung mit biologisch leicht abbaubaren organischen Stoffen) bestimmt. Es werden die Güteklassen I (unbelastet bis sehr gering belastet) bis IV (übermäßig verschmutzt) unterschieden.
Gewässerstrukturkartierung
Wasserversorgung In der kreisfreien Stadt Eisenach waren 2004 100 % (Thüringen 99,8 %) der Einwohner an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. In 7 Gewinnungsanlagen wurden rund 0,6 Mio. m³ Wasser gewonnen. Der Wasserverbrauch war in der kreisfreien Stadt Eisenach mit 114,3 Liter je Einwohner und Tag der höchste unter allen Kreisen und kreisfreien Städten (Thüringen 90,0 Liter). Die Trinkwasserversorgung der Stadt Eisenach erfolgt vorwiegend aus Grundwasserdargeboten in Festgesteinsgrundwasserleitern (Buntsandstein). Bedeutende Grundwasserressourcen im Stadtterritorium befinden sich im Unteren und Mittleren Buntsandstein (Tiefbrunnen). Veränderungen der Wasserschutzgebiete werden im Thüringer Staatsanzeiger veröffentlicht. Trinkwasserversorgung
Abwasserentsorgung Im Jahre 2007 waren 98,2 % der Einwohner der kreisfreien Stadt Eisenach an die öffentliche Kanalisation angeschlossen, 90,8 % auch an eine zentrale Abwasserbehandlungsanlage (Thüringen 92,1 % bzw. 68,7 %).
Träger der Abwasserbeseitigung ist ausschließlich der Abwasserverband Eisenach-Erbstromtal.
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