Geographische Lage

Die Kreisfreie Stadt Eisenach gehört zur Planungsregion Südthüringen. Sie ist fast vollständig vom Wartburgkreis umgeben. Nur ein kleiner Teil des Stadtgebiets nördlich und südlich der Autobahn 4 (bei Wartha-Göringen) grenzt an Hessen.

 
Geomorphologie



Die Geländehöhen im Stadtgebiet von Eisenach liegen zwischen 196 m im Werratal bei Hörschel und ca. 460 m an der Hohen Sonne im Thüringer Wald. Markante Höhenpunkte sind:

Clausberg 448 m
Rüsselskopf 444 m
Wartburg 394 m
Karlskuppe 377 m
Mihlaer Berg 367 m
Moseberg 364 m
Goldberg 362 m
Göpelskuppe 351 m
Petersberg 344 m
Hammelsberg 333 m
Wartenberg 333 m
Sophienhöhe 317 m


Karte:

Hangneigung und Exposition
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Naturräume

MittelgebirgeNordwestlicher Thüringer Wald
Südlicher Teil des Territoriums mit NSG "Wartburg-Hohe Sonne"
Buntsandstein-HügelländerWaltershäuser Vorberge
südlich der Hörsel bei Rothenhof
Bad Salzunger Buntsandsteinland
Vorberge des Thüringer Waldes südlich Göringen
Muschelkalk-Platten und -BergländerWerrabergland-Hörselberge
Stadtgebiet und nördlicher Talrand mit Moseberg und Wartenberg
AckerhügelländerInnerthüringer Ackerhügelland
Nordöstlicher Teil mit Berteroda, Hötzelsroda, Madelungen, Neukirchen und Stregda
Auen und NiederungenWerraaue Gerstungen
bei Hörschel, Neuenhof und Wartha-Göringen
Zechsteingürtel an GebirgsrändernZechsteingürtel Bad Liebenstein
Vorberge des Thüringer Waldes südlich Neuenhof und Stedtfeld


Karte:

Naturräumliche Gliederung
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Das natürliche Relief ist im Stadtgebiet von der Talsenke der Hörsel geprägt, die maximal 2 km breit ist, im Süden generell von dem 150-200 m hohen Prallhang an der Nordrandstörung des Thüringer Waldes begrenzt wird und sich nach Norden hin infolge von vorspringenden Muschelkalk-Schichtstufen (Hammelsberg, Petersberg, Wartenberg und Karlswald) mehrfach auf unter 500 m Talbreite verengt. Zwischen Stedtfeld und Hörschel entsteht noch einmal ein enges Durchbruchstal im Muschelkalk, bevor das Tal der Hörsel in die 1-2 km breite Werraaue einmündet. Im Süden reicht das Territorium der Stadt Eisenach bis zum Rennsteig. Das Relief ist hier, im nordwestlichsten Teil des Thüringer Waldes, durch zerklüftete Felsbildungen und klammartige Engtäler (Drachenschlucht) in den Konglomeraten des Oberrotliegenden gekennzeichnet. Die Wartburg liegt auf einem steilen Vorsprung dieses Mittelgebirgsausläufers. Nördlich der felsigen Muschelkalkhöhen, die den gegenüberliegenden Talrand markieren, geht die Landschaft in ein Ackerhügelland über.
 
Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 10.384 ha verteilten sich die Nutzungsarten in Eisenach wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland
Diagramm für Thüringen anzeigen/ ausblenden

Nutzungsart [%] Kreisfreie Stadt Eisenach Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 13,8 17,6 9,3
Landwirtschaft 43,9 43,4 54,4
Wald 36,1 35,7 31,9
Wasser 1,3 1,2 1,2
Sonstige 4,9 2,0 3,2


Karte:

Flächennutzung
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Übersichtskarten Thüringen:


Der für eine kreisfreie Stadt relativ hohe Anteil landwirtschaftlicher Nutzung konzentriert sich stark auf die Territorien der im nördlichen Teil von Eisenach eingemeindeten Orte (Berteroda, Hötzelsroda, Madelungen, Neukirchen, Stregda), die bereits zu der Agrarlandschaft des zentralen Thüringer Beckens gehören.

Die Waldfläche liegt zum größten Teil südlich der Kernstadt, wo sich das Stadtterritorium bis zum Rennsteig ausdehnt und der Thüringer Wald nur kleinflächige Lichtungen aufweist. Weitere, kleinere Waldgebiete befinden sich auf den Muschelkalkrücken nördlich der Stadt (Karlswald, Moseberg und Wartenberg) sowie am Werradurchbruch und im unteren Hörseltal bei Hörschel.

Siedlungs- und Verkehrsflächen konzentrieren sich auf die Kernstadt, wobei die größten zusammenhängenden Verkehrsflächen durch die Bahnanlagen des Hauptbahnhofes, des östlich angrenzenden Güterbahnhofes und des Werksbahnhofes der Opelwerke gebildet werden.

Der Anteil der Wasserflächen entspricht etwa dem Landesdurchschnitt. Neben den Fließgewässern sind als Standgewässer verschiedene kleinere Wasserspeicher in der Hörselaue sowie Hainteich, Prinzenteich und weitere Teichsysteme im Mariental unterhalb der Wartburg zu nennen.

Die sonstigen Flächen sind in Eisenach nur in geringem Umfang Bergbauflächen, zum größten Teil aber unbewaldete Steilhänge der Schichtstufen des Muschelkalkes, in der Regel mit Vorrang naturschutzfachlicher Belange, sowie noch nicht in andere Nutzungen überführte Flächen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei Wartha und Hörschel.


Karte:

Landnutzung
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Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:

versiegelte Flächen
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Karte:

Flächenversiegelung nach Gemeinden
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Karte:

Flächenversiegelung je Einwohner
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Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.