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Stadt Eisenach - Allgemeine Informationen

 
Stadtverwaltung

Oberbürgermeisterin: Katja Wolf
Verwaltungssitz: Eisenach
Dienststelle: Stadtverwaltung Eisenach

Markt 2
99817 Eisenach

Tel.: 03691 / 67 08 00
Fax: 03691 / 67 09 00
Letzte Gebietsreform: 01.01.1998
Kfz-Kennzeichen: EA

 
Wappen

In Blau der heilige Georg in silberner Kettenrüstung und silbernem Mantel; in der Rechten einen gefähnelten Speer mit silberner Spitze und silbernem dreizipfligen Wimpel mit einem roten durchgehenden Hochkreuz, die Linke einen goldenen Palmenzweig haltend, gestützt auf einem mit einem schwebenden roten Tatzenkreuz belegten silbernen Dreiecksschild; die Schildfigur ist rechts begleitet von einem schwebenden silbernen Tatzenkreuzchen; Nimbus, Mantelspange und Sporen golden; Gürtel rot.

Das Stadtwappen mit dem St. Georg geht auf das älteste Stadtsiegel aus dem 13. Jh. zurück. Landgraf Ludwig III., der Sohn des Gründers von Eisenach, verehrte den Heiligen, ließ auf dem Markt die Georgenkirche bauen und wählte ihn als Schutzpatron für sich und seine Stadt. Stadt-/Ortsteile: Eisenach, Stedtfeld, Neuenhof (Hörschel, Neuenhof), Lerchenberg (Bernteroda, Madelungen, Neukirchen, Stregda), Hötzelsroda (Hötzelsroda, Mittelshof, Stockhausen, Wartha-Göringen (Göringen, Wartha)

(Wappenbeschreibung Eisenach, Stadtverwaltung Eisenach, 1993)

 
Wissenswertes zur Stadt Eisenach


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Übersichtskarte
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Zwischen 1180 und 1187 erstmalig urkundlich erwähnt, liegt die Stadt Eisenach in malerischer Landschaft am Nordwesthang des Thüringer Waldes.

Bereits vor etwa 5000 Jahren haben auf dem fruchtbaren Lössboden im Nordwesten der späteren Stadt Brandkeramiker Ackerbau und Viehzucht betrieben. Später ist eine gemanische Siedlung nachweisbar. Der Name Eisenach deutet wohl auf die Lage der Siedlung an einem schnell strömenden Wasserlauf hin (Eisenach - Isenacha - "is" = "sich heftig bewegen, eilen, schnell fließen"). Die Stadt geht in ihrer Entstehung auf drei frühe, sich bald im Schutze der Wartburg entwickelnde Marktsiedlungen zurück. Die Lage der Stadt an der mittelalterlichen Handelsstraße "via regia lusatiae" förderte die Entwicklung von Handel und Gewerbe, die durch eine seit der zweiten Hälfte des 12. Jh. entstehende und später erweiterte Stadtmauer geschützt wurden. An sie erinnert heute noch das Nikolaitor, eines der ältesten Stadttore Thüringens überhaupt.

Im Schutze der naheliegenden Wartburg entwickelte sich Eisenach schnell zu einem glanzvollen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt der Landgrafenschaft Thüringen. Doch sank die Stadt seit Mitte des 13. Jh. infolge der Thüringer Erbfolgestreites, der eine Abtrennung Hessens nach sich zog, rasch zu einer wenig bedeutungsvollen Grenzstadt herab. Ein Stadtbrand, eine Überschwemmung sowie der Verlust der Landgräflichen Residenz zu Beginn des 15. Jh. lähmten die Entwicklung des städtischen Lebens, das überdies stark unter der "Überwucherung" durch die Vielzahl geistlicher Stiftungen litt.

Große Namen aus der Zeit der Reformation und des Bauernkrieges sind mit Eisenach verbunden. Von 1498 bis 1501 lebte Martin Luther als Schüler in Eisenach. Der Dominikanermönch Jakob Strauß aus Basel brandmarkte hier seit 1522 die sozialen Missstände in dem "Pfaffennest und geistlichen Stapelort" Eisenach. Schließlich wurde die Stadt unter ihrem ersten Superintendenten Justus Menius, dem "Reformator Thüringens", endgültig evangelisch. Wenngleich langsam, so doch unübersehbar entwickelte sich Eisenach im 16. und 17. Jh.. Mit zunehmenden Handel und Gewerbe wuchs die Einwohnerzahl; Gasthöfe entstanden als Zeichen vermehrten Handelsverkehrs. Die Bautätigkeit nahm zu. Unter Leitung des Stadtmaurers und Steinmetzen Hans Leonhard veränderte sich das Bild des Marktes augenfällig: Georgenkirche und Creuznacherhaus wurden neu gestaltet, der städtische Weinkeller (heute Rathaus) entstand. Ein solch repräsentatives Stadtzentrum erleichterte dem Herzog Johann Ernst seinen Entschluss, die herzogliche Residenz von Marksuhl nach Eisenach zu verlegen (1596).

Es schien, als sollte nun eine glanzvolle Entwicklung beginnen, doch Stadtbrände, die Pest und die Drangsale des Dreißigjährigen Krieges bremsten den Aufschwung. Als Residenzstadt, bis 1757 mit fürstlicher Hofhaltung, wurde Eisenach im 18. und 19. Jh. mehr und mehr eine Kulturstadt, eine Tradition, die manch klangvolle Namen in sich vereint. Die Musikerfamilie Bach mit ihrem größten Talent Johann Sebastian und Georg Philipp Telemann verkörperten eine Traditon des Musikschaffens in Eisenach, die ihren Ursprung bereits im mittelalterlichen Minnesang auf der Wartburg hat, und die in solchen Namen wie Max Reger, Eberhard Mauersberger oder Wilhelm Rinkens eine Fortsetzung fand. Auch große Namen aus der Literatur, der Baukunst und der Wissenschaften sind mit Eisenach verbunden. Charlotte von Schard, als Charlotte von Stein in die Geschichte eingegangen und langjährige Freundin Goethes, wurde 1742 hier geboren. Goethe selbst weilte öfter in Eisenach. Die Überlieferung seines "Ur-Fausts" verdanken wir einer Abschrift durch Luise von Göchhausen, ebenfalls ein Eisenacher Kind. Fritz Reuter ließ sich 1863 am Fuße der Wartburg nieder, und gut zwanzig Jahre später kam Walter Flex in Eisenach zur Welt.

Die Baukunst Gottfried Heinrich Krohnes, auf den das Stadtschloss am Markt zurückgeht, gehören ebenso zu Eisenach, wie das Lutherdenkmal auf dem Karlsplatz und das Bachdenkmal auf dem Frauenplan, von der genialen Hand des Eisenacher Ehrenbürgers Adolf Donndorf geschaffen. Nur exemplarisch als Vertreter der Wissenschaften seien hier genannt: der Historiker Wilhelm Rein, Vater des gleichnamigen Pädagogen, Ernst Abbe oder Ferdinand Senft, Begründer der Boden- und Verwitterungskunde.

Der Beginn des 19. Jh. war in Eisenach wie in vielen anderen Städten Deutschlands durch die Napoleonischen Kriege gekennzeichnet. Napoleon selbst hielt sich mehrfach in der Stadt auf.

War die Wirtschaft Eisenachs in den vorhergehenden Jahrhunderten vornehmlich von Tuchmacherei und Färberei bestimmt gewesen, so kam es nach der Mitte des 19. Jh. zu einem Aufschwung der Industrialisierung, der eine Vielzahl der verschiedensten Produktionszweige in Eisenach heimisch werden ließ. Verbesserte Verkehrsbedingungen, seit 1847 war die Stadt an die Thüringische Eisenbahn angeschlossen, förderten die Industrialisierung. Seit 1868 entstand aus einer kleinen Herdfabrik, begründet durch die Gebrüder Demmer, im Laufe weniger Jahre eine international angesehene Firma für Feuerungstechnik. Die Textilverarbeitung fand ihre Fortsetzung in der Karmgarnspinnerei. Größter Arbeitgeber der Stadt war Zeit seines Bestehens das 1896 gegründete Automobilwerk. In seinem Gefolge entstanden im Stadtgebiet verschiedene Zulieferbetriebe.

Parallel zur Industrialisierung liefen die Bestrebungen, Eisenach auf Grund seiner landschaftlich schönen Lage zu einem Kurbad zu machen. 1906 wurde die von dem nahegelegenen Rittergut Wilhelmsglücksbrunn hergeleitete Karolinenquelle eröffnet. Doch scheiterten die ehrgeizigen Kurbadpläne wenige Jahrzehnte später. Weltkrieg und Inflation suchten Eisenach heim. Doch kam es in den zwanziger Jahren unter tatkräftiger Führung des Oberbürgermeisters Friedrich Janson und des Stadtbaurates Karl Hofferbert zu einem Aufschwung in vielen Bereichen des Lebens, insbesondere in baulicher Beziehung. Damals entstand das Stadtbild, welches heute noch zu sehen ist. Auch der zweite Weltkrieg hinterließ seine Spuren. Wertvolle alte Bausubstanz, unter anderem das berühmte Lutherhaus, wurde zerstört. Es dauerte viele Jahre, ehe die Folgen des Krieges überwunden waren. Obgleich Eisenach 1950 die Kreisfreiheit verlor, entwickelte sich die Stadt auch als Teil des Kreises in mancher Beziehung positiv. Der Traditionspflege und dem Sport wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt. Eisenach ohne das Fest des Sommergewinns ist ebensowenig vorstellbar, wie die Wartburgstadt ohne ihre Handballmannschaft.

Seit 1989 nun verändert sich das Stadtbild unaufhörlich. Durch den Status "Große Kreisangehörige Stadt" und den damit verbundenen Funktionen einen Oberzentrums hatte Eisenach mit den neuen Stadtteilen (durch die Gebietsreform im Freistaat Thüringen ab 01.07.1994) große wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten im produzierenden Gewerbe. Die landschaftlich reizvoll gelegenen Stadtteile eigneten sich besonders für Ansiedlungen im Dienstleistungsbereich ebenso wie für regionale Behörden und weiterführende Schulen oder Ausbildungsstätten, wobei allen die zentrale Lage der Stadt entgegenkommt. Mit dem nur 16 km entfernt gelegenen Verkehrsflughafen "Kindel" erhielt die Region eine noch günstigere Verkehrsanbindung. Zahlreiche Industriebetriebe der verschiedensten Branchen, zum Teil Zulieferindustrie für Großunternehmen wie Opel - Bosch - BMW, haben sich ebenso wie mittelständische Betriebe und Handwerksbetreibe in Eisenach angesiedelt. Mit dem 01.01.1998 wurde Eisenach "Kreisfreie Stadt".

Eine liebenswerte Atmosphäre zwischen kleinstädtischer Beschaulichkeit und geschäftigem Treiben bestimmt das tägliche Bild des Stadtzentrums. Die Menschen hier sind geprägt von der Liebe zu den Wäldern und Tälern ihrer Umgebung und der unverwechselbaren Geschichte der Stadt mit ihren Traditionen. Große Namen tauchen auf - Luther, Bach Goethe - sie alle hatten wie vor ihnen Walter von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach und die heilige Elisabeth, enge Beziehungen zu Eisenach.

 
Sehenswürdigkeiten

Das Wahrzeichen Eisenachs, Hochburg deutscher Baukunst und Kultur, ist die Wartburg. Mit dem sagenumwobenen Sängerwettstreit, dem legendenumwobenen Leben der heiligen Elisabeth, mit Luthers Übersetzung des Neuen Testaments und dem Fest der deutschen Burschenschaft im Jahre 1817 sind in der Geschichte der Burg historische Ereignisse und Persönlichkeiten verankert, denen auch eine über die Landesgrenzen hinausgehende Bedeutung zukommt.

Viel historische Bausubstanz blieb in Eisenach erhalten, genug, um die Stadt um ihrer selbst willen anziehend zu finden, nicht nur der Wartburg wegen. Wertvolle Reste der Stadtmauer schmücken noch heute manche Straßen. Das einzig erhaltene Stadttor mit St. Nicolaikirche auf dem Karlsplatz erinnert an die hohe Baukunst der Romantik. Sehenswert sind auch das Lutherhaus, das Bachhaus, die Stadtpfarrkirche St. Georgen, die Reuter-Villa, die Gedenkstätte "Goldener Löwe", die Predigerkirche, das Bechtholdsheimische Palais, der Marktplatz mit Stadtschloss, das Rathaus, das Residenzhaus, die St. Annenkirche, die St. Elisabethkirche, die Clemenskapelle sowie das Burschenschaftsdenkmal. Für Automobilfans bietet das Automobilbaumuseum Oldtimer der Eisenacher Produktion ab 1898 zur Besichtigung.

Die Tradition des seit dem Mittelalter in Eisenach gepflegten Sommergewinnsfestes wurde 1897 wieder aufgenommen und alljährlich am Sonnabend vor Lätare begangen. "Sommergewinn" ist ein naturgebundenes, aus dem Volke entstandenes uraltes Volksfest. Kulturelle Höhepunkte der Stadt sind der Fasching im Februar, die Eröffnung der Bachwochen im März, der Gutsmuths-Rennsteiglauf im Mai, das Treffen der Burschenschaften auf der Wartburg im Juni und das Wartburg-Sängerfest im Oktober (Konzerte ganzjährig).

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Kartausgarten - Parkanlage mit einheimischen und ausländischem Pflanzenbestand, mit einer Wendelhalle und einem frühklassizistischen Gärtnerhaus
  • Mariental, Helbetal oder Johannistal
  • Drachenschlucht im Annatal - geologisches Denkmal des Naturschutzgebietes Wartburg-Hohe Sonne mit wildromantischen Felsen und Wasserläufen sowie einer 198 m langen Klamm
  • bequeme Wanderwege bis zum Rennsteig
  • Wartburg/Schanze (Beginn des internationalen Bergwanderweges
  • Wilhelmsthal -Jagd- und Lustschloss des Herzogs Johann Wilhelm und Wirkungsstätte des Komponisten und Musikers Georg Philipp Telemann (Gondelteich Wilhelmstaler See und Badeteich Altenberger See)
  • Tropfsteinhöhle Kittelsthal
  • Haflingerhof Clausberg
  • Bergstadt Ruhla
  • Hörselberge
  • Inselsberg
  • Bergstadt Ruhla, Städte Creuzburg und Treffurt