Geographie

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Der Kreis Weimarer Land gehört zur Planungsregion Mittelthüringen. Er umschließt vollständig die kreisfreie Stadt Weimar. Im Norden grenzen der Landkreis Sömmerda und das Bundesland Sachsen-Anhalt an. Im Osten bilden der Saale-Holzland-Kreis und die Stadt Jena die Grenze. Im Süden und Westen grenzt an den Landkreis der Kreis Saalfeld-Rudolstadt, der Ilm-Kreis und die Landeshauptstadt Erfurt.


Geomorphologie

Physische Übersicht Thüringen (PDF-Datei)

Die Geländehöhen im Landkreis Weimarer Land betragen zwischen 118 m an der Mündung der Ilm in die Saale bei Großheringen und 512 m auf dem Riechheimer Berg. Ausgewählte markante Geländeerhebungen sind:


Kötsch bei Blankenhain497 m
Windberg bei Kranichfeld484 m
Kesselberg bei Keßlar463 m
Kleiner Ettersberg bei Großobringen344 m
Utzberg324 m
Großer Warthügel bei Vippachedelhausen254 m
Wallichenberg bei Niederzimmern232 m


Karte:
Hangneigung und Exposition
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)


Naturräume

Buntsandstein-Hügelländer Tannrodaer Waldland
Bad Berka, Hohenfelden, nördlicher Teil von Kranichfeld, westlicher Teil von Blankenhain
Muschelkalk-Platten und -Bergländer Ettersberg
Ottstedt a. Berge, Hottelstedt, Ettersburg, Kleinobringen, Großobringen
Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte
südlicher Teil des Landkreises, südlich einer Linie Mönchenholzhausen-Weimar-Apolda, außer Tannrodaer Waldland
Ackerhügelländer Innerthüringer Ackerhügelland
gesamter nördlicher Teil außer Ettersberg


Karte:
Naturräumliche Gliederung
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)

Das Gebiet des Kreises Weimarer Land wird im wesentlichen von den zwei stark ackerbaulich genutzten Naturräumen Innerthüringer Ackerhügelland und der Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte bestimmt. Die nördliche Hälfte des Landkreises gehört überwiegend zum Thüringer Becken (Innerthüringer Ackerhügelland), einer flachwelligen, überwiegend intensiv ackerbaulich genutzten Hügellandschaft mit Höhen zwischen 200 und 300 m. Die gute ackerbauliche Eignung des Thüringer Beckens resultiert vor allem aus den verbreiteten Lössdecken. Aus dem Thüringer Becken erhebt sich der meist mit Buchen bewaldete 478 m hohe Ettersberg.

In der südlichen Hälfte des Kreises dominiert die Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte, ein abwechslungsreiches Muschelkalk-Bergland mit einem häufigen Wechsel der Bodennutzung. Im Raum Bad Berka-Blankenhain-Kranichfeld ragt das stark bewaldete Sandsteinhügelland Tannrodaer Waldland heraus. Es liegt überwiegend 300 bis 350 m hoch.

Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 80.308 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland


Nutzungsart [ %] Landkreis Weimarer Land Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 7,8 9,1 9,3
Landwirtschaft 73,5 72,4 54,4
Wald 16,2 16,1 31,9
Wasser 1,0 1,0 1,2
Sonstige 1,5 1,4 3,2



Karte:
Flächennutzung
(JPG-Datei)

Übersichtskarten Thüringen:

Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche (JPG-Datei)
Anteil der Landwirtschaftsfläche (JPG-Datei)
Anteil der Waldfläche (JPG-Datei)



Der Landkreis Weimarer Land weist den drittgrößten Anteil an Landwirtschaftsfläche in Thüringen auf. Landwirtschaftliche Nutzung auf mehr als 80 % der Gemeindefläche ist im Landkreis in nahezu allen Gemeinden nördlich einer Linie Niederzimmern-Kromsdorf-Hohlstedt sowie in Lehnstedt, Kleinschwabhausen und Magdala verbreitet. Nur bei Vorherrschen der Waldfläche (Bad Berka, Kranichfeld, Tonndorf, Troistedt) werden 50 % unterschritten.

Der Anteil der Waldfläche ist im gesamten Ackerhügelland äußerst gering (unter 10 %, im zentralen Teil vielfach unter 2 %). Waldanteile von über 25 % sind dagegen im südlichen Teil des Landkreises, im Tannrodaer Waldland und auf der südlichen Muschelkalkplatte um Bad Berka durchgehend verbreitet. Die höchsten Waldanteile haben Buchfart, Troistedt und Bad Berka.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden und ist in Apolda (21,3 %) sowie in Bad Sulza, Ettersburg, Nohra und Isseroda (kleine Gemeindeareale) mit jeweils über 15 % am höchsten. Ein Anteil von 5 % wird in Buchfart, Döbritschen, Gebstedt und Rittersdorf unterschritten.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Gewässer im Landkreis Weimarer Land nicht vorhanden sind, auf den Stausee Hohenfelden, die Talsperre Großbrembach (Anteil Weimarer Land) und die landwirtschaftlichen Wasserspeicher bei Vippachedelhausen und Schwerstedt. Die sonstigen Flächen sind im Landkreis Weimarer Land überwiegend vom Bergbau beanspruchte Flächen (Abbau von Kiessanden bei Umpferstedt, Sandstein und Kalkstein in der Umgebung von Blankenhain).



Karte:
Landnutzung
(JPG-Datei)

Übersichtskarte Thüringen (JPG-Datei)


Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:
versiegelte Flächen
(JPG-Datei)

Karte:
Flächenversiegelung nach Gemeinden
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Karte:
Flächenversiegelung je Einwohner
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methodische Hinweise

Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.


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