Naturschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Der Landkreis Weimarer Land hat Anteil an acht Naturschutzgebieten (NSG), von denen fünf vollständig im Kreisgebiet liegen.

NummerNameGröße (ha)
50 Prinzenschneise 1) 88
51 Diebskammer 73
52 Maientännig 81
67 Lohholz 1) 29
74 Großschwabhäuser Hain 54
152 Weißenberg 35
323 Südhang Ettersberg 1) 408
325 Seeteich Blankenhain 15
1) liegt in zwei oder mehr Landkreisen


Das NSG 325 "Seeteich Blankenhain" liegt im Naturraum 2.4 (Tannrodaer Waldland) in der Quellmulde der Schwarza. Dieses NSG ist ein Feuchtgebiet mit einer Vielfalt an Feuchtlebensräumen besonders für Wasservögel, Amphibien und Libellen. Neben der freien Wasserfläche des Teiches ist es durch Biotoptypen wie ausgedehnte Röhrichtbestände, Teichdämme mit alten Kopfweiden und Streuobstbäumen, wechselfeuchtes Extensivgrünland, einen Bachlauf mit begleitenden Gehölzen und kleinere Feuchtwiesen charakterisiert.

Die NSG 51, 52, 67, 74 und 152 liegen im Naturraum 3.6 (Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte). einen Bachlauf mit begleitenden Gehölzen und kleinere Feuchtwiesen charakterisiert.

In der nördlichen Muschelkalkumrandung des Tannrodaer Sattels in der Talanfangsmulde vom Katztal, einem Zufluss der Ilm, befindet sich das NSG 51 "Diebskammer". Das Vegetationsinventar umfasst Waldgersten-, Waldmeister-, Hainsimsen- und Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald. Das NSG beinhaltet 2 kleine Totalreservate und eine ertragskundliche Versuchsfläche. einen Bachlauf mit begleitenden Gehölzen und kleinere Feuchtwiesen charakterisiert.

Das NSG 52 "Maientännig" liegt zwischen Kranichfeld und Rittersdorf auf der Hochfläche nordwestlich des Winterberges und an den Talflanken zweier Nebentälchen der Ilm, dem Licht- und dem Habichtstal. Hier befindet sich das größte Weißtannen-Vorkommen im mittelthüringischen Muschelkalkgebiet sowie dafür spezifische Pflanzen-, Pilz- und Tierarten. einen Bachlauf mit begleitenden Gehölzen und kleinere Feuchtwiesen charakterisiert.

Das NSG 67 "Lohholz", zwischen Eckolstädt und Hirschroda (Saale-Holzland-Kreis) gelegen, enthält ein Waldgebiet mit einem reich gegliederten Vegetations- und Lebensraummosaik (auf der Plateaulage Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald, in natürlichen Quell- und Bachbereichen Winkelseggen-Erlen-Eschenwald) sowie angrenzende Feucht- und Frischwiesen und Streuobstbestände. einen Bachlauf mit begleitenden Gehölzen und kleinere Feuchtwiesen charakterisiert.

Auf der Hochfläche zwischen Döbritschen und Großschwabhausen erstreckt sich das NSG 74 "Großschwabhäuser Hain". Das fast ebene Gelände beinhaltet ein isoliertes Waldstück mit naturnahen Waldbeständen inmitten einer landwirtschaftlich genutzten Umgebung. Diese artenreichen Laubmischwälder sind gekennzeichnet durch große Bestände von Frühjahrsblühern, insbesondere des Märzenbechers. Das Gebiet hat einen hohen floristischen, landeskundlichen und landschaftsästhetischen Wert und ist darüber hinaus als Lebensraum für seltene, gefährdete und stark gefährdete Arten von regionaler Bedeutung. einen Bachlauf mit begleitenden Gehölzen und kleinere Feuchtwiesen charakterisiert.

Der Weißenberg des gleichnamigen NSG 152 ist ein von der Muschelkalk-Hochfläche bei Lotschen nach Süden vorspringender Riedel, der allseits von Tälern begrenzt ist. Auf dem Muschelkalkplateau und in der übergangszone zu den Hängen wachsen Forsten aus Wald-Kiefer, Gewöhnlicher Fichte und Eichen. Ein steiler Muschelkalkhang mit orchideenreichen Kalk-Trockenrasen und einem Uhu-Brutplatz ist charakteristisch für dieses Gebiet. einen Bachlauf mit begleitenden Gehölzen und kleinere Feuchtwiesen charakterisiert.

Einen wesentlichen Teil des Südhanges vom Muschelkalkrücken des Ettersberges nimmt das zum größten Teil zur Stadt Weimar gehörende NSG 323 "Südhang Ettersberg" im Naturraum 3.5 (Ettersberg) ein. Es ist durch diverse Kleinformen untergliedert. Den größten Flächenanteil des NSG nehmen Kalkmagerrasen, in einer für Thüringen bemerkenswerten Ausdehnung, im Komplex mit bewaldeten Erosionstälern, Gebüschen und ausgedehnten Streuobstwiesen als Lebensraum störungsempfindlicher Tierarten ein. Zum Biospektrum zählen ebenso Teiche und temporäre Kleinstgewässer.
 
Landschaftsschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Im Landkreis Weimarer Land sind zur Zeit drei LSG ausgewiesen. Das LSG "Ilmtal von Oettern bis Kranichfeld" stimmt räumlich mit dem Fremdenverkehrsgebiet Mittleres Ilmtal annähernd überein. Hier sieht der RROP Mittelthüringen vor, neben Natur-, Landschafts- und Kulturerleben in den Fremdenverkehrsorten Bad Berka, Blankenhain und Kranichfeld ergänzende Freizeitfunktionen in den jeweils geeigneten Bereichen des Mittleren Ilmtals zu sichern und bedarfsgerecht auszubauen.

NummerNameGröße (ha)
22Schötener Grund54
23Ilmtal von Oettern bis Kranichfeld19.213
32Mittleres Saaletal zwischen Camburg und Göschwitz16.622



Karte:

Schutzgebiete
(JPG-Datei)

 
Geschützte Landschaftsbestandteile,
Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

Im Landkreis Weimarer Land gab es zum 15.12.2004 insgesamt 76 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art.
 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Der Landkreis Weimarer Land hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:
 
FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)

Nummer Name Größe (ha)
... ... ...

 
Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)

Nummer Name Größe Landkreis/
kreisfreie Stadt
Kurzcharakteristik
17Ackerhügelland nördlich Weimar mit Ettersberg18.703 haWeimar, Erfurt, Sömmerda, Weimarer LandDas Laubmischwaldgebiet Ettersberg bildet im Zusammenhang mit locker bebuschten Halbtrockenrasen, dem abwechslungsreichen Ackerhügelland, Feldgehölzen sowie Fließ- und Standgewässern ein bedeutendes Refugium für Vogelarten wie dem Rotmilan.
31Muschelkalkgebiet südöstlich Erfurt3.433 haErfurt, Ilm-Kreis, Weimarer LandGroßflächige, alt- und totholzreiche Laubmisch- und Schluchtwälder bilden zusammen mit Kalkmagerrasen, den Hangquellmooren und Grünlandbereichen am Rötsockel ein herausragendes Refugium für bedrohte Vogelarten, insbesondere für den Mittelspecht.
32Ilmtal zwischen Bad Berka und Weimar mit Buchfarter Wald1.921 haWeimar, Weimarer LandDer Komplex verschiedenartiger Laubmischwälder, Kalkfelsbiotope und einem naturnahen Fließgewässerabschnitt mit Auwaldresten und Feuchtbiotopen bildet ein bedeutendes Refugium für bedrohte Vogelarten, insbesondere für Uhu und Eisvogel.
33Muschelkalkhänge der westlichen Saaleplatte10.824 haJena, Ilm-Kreis, Saale-Holzland-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Weimarer LandAusgedehnte wärmebegünstigte Hänge mit Felsen, Schutthalden und Trockenrasen bilden in der reich strukturierten Waldlandschaft mit Moor- und Feuchtbiotopen, Mähwiesen und beweideten Kalkmagerrasen hervorragende Refugien für bedrohte Vogelarten.


Karte:

Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)