Historische Entwicklung der Verwaltungsstrukturen

Der Landkreis Weimarer Land entstand mit der Verwaltungsreform des Freistaates Thüringen am 01.07.1994 aus den Landkreisen Weimar, Apolda, dem südöstlichen Teil des Landkreises Erfurt (Gemeinden Klettbach und Mönchenholzhausen) und der Gemeinde Drößnitz des Landkreises Jena (heute Ortsteil der Stadt Blankenhain). Verwaltungssitz ist die Stadt Apolda. Das Landratsamt Apolda hat eine Außenstelle in Weimar.

Historisch (Betrachtungszeitraum bis 1918) ist das Territorium fast vollständig aus dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach hervorgegangen. Zum Herzogtum Sachsen-Meiningen gehörten Kranichfeld (im Südwesten) sowie Großheringen und Schmiedehausen (im Nordosten). Meckfeld (heute zu Stadt Blankenhain) gehörte teilweise zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Am südlichen Rand des Territoriums von Rittersdorf grenzten Flächen der Fürstentümer Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen an. Auerstedt war preußisch (Provinz Sachsen).

Von 1922 an gab es im Land Thüringen einen Landkreis Weimar sowie die Stadtkreise Apolda und Weimar.

1952 wurden die Kreise Apolda, Erfurt-Land und Weimar-Land (zum Bezirk Erfurt) und Jena-Land (zum Bezirk Gera) der DDR gebildet. Am 03.10.1990, mit der Wiederherstellung der Einheit Deutschlands, wurde das Territorium mit zunächst unveränderten Kreisgrenzen in das Land Thüringen übernommen.

Aus dem ehemaligen Landkreis Weimar wurden 1994 die Gemeinden Gaberndorf, Gelmeroda, Legefeld, Niedergrunstedt, Possendorf, Süßenborn, Taubach und Tröbsdorf der kreisfreien Stadt Weimar angeschlossen.

Zum 01.01.1997 wechselte die Gemeinde Neckeroda (jetzt Ortsteil der Stadt Blankenhain) vom Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in den Landkreis Weimarer Land.

Die Zahl der selbstständigen Gemeinden verringerte sich von 1990 bis 2014 wie folgt:

Gebietsstand Anzahl der selbstständigen Gemeinden
31.12.1990 129
31.12.1994 89
31.12.1998 79
31.12.2002 79
31.12.2006 79
31.12.2010 75
31.12.2014 62

Per 31.12.2014 existieren 4 Verwaltungsgemeinschaften, in denen sich 48 Einzelgemeinden zusammengeschlossen haben. Außerdem gibt es 2 erfüllende Gemeinde mit 9 beauftragenden Gemeinden.


Karte:

Entwicklung der Gemeindestruktur
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Erfüllende Gemeinden

Erfüllende GemeindeZuständigkeitsbereich
Bad SulzaEberstedt, Großheringen, Ködderitzsch, Niedertrebra, Obertrebra, Rannstedt, Schmiedehausen und Saaleplatte
Ilmtal-WeinstraßeKromsdorf
 
Zentrale Orte

KlassifizierungZentraler Ort
MittelzentrumApolda
GrundzentrumBad Berka, Bad Sulza, Blankenhain

Das Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums Weimar übernimmt zusätzlich eine Versorgungsfunktion für große Teile des Landkreises Weimarer Land. In den westlichen Teil des Landkreises (Gemeinden Mönchenholzhausen und Klettbach) reicht der Nahbereich des Oberzentrums Erfurt hinein.


Karte:

Verwaltungsgliederung
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Raumstruktur

Der Landkreis Weimarer Land liegt zwischen den Verdichtungsräumen Erfurt und Jena, hat aber keinen Anteil an diesen.

Gemäß der Klassifizierung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung gehört der Landkreis zum Raumtyp Städtischer Raum. Zusammen mit der Stadt Weimar ist er dem siedlungsstrukturellen Kreistyp Städtischer Kreis zugeordnet.

Der gesamte nördliche und östliche Teil des Landkreises ist durch eine hohe landwirtschaftliche Bodenqualität gekennzeichnet. Er wird im Landesentwicklungsprogramm (LEP) als Raum mit besonderer Bedeutung für die Landwirtschaft ausgewiesen. Der größte Teil des südlichen Kreisgebietes ist im Regionalen Raumordnungsplan (RROP) als Vorbehaltsgebiet für Tourismus und Erholung ausgewiesen.