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Weimarer Land - Allgemeine Informationen

 
Kreisverwaltung

Landrätin: Christiane Schmidt-Rose
Verwaltungssitz: Apolda
Dienststelle: Landratsamt Apolda

Bahnhofstr. 28
99510 Apolda

Tel.: 03644 / 54 00
Fax: 03644 / 54 08 50
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: AP

 
Wappen

Halbgeteilt und gespalten; oben vorn in Rot ein silbernes sechsspeichiges Rad; unten vorn in Silber drei rote äpfel (2 : 1) ; hinten in Gold ein schwarzer Löwe mit roter ausgeschlagener Zunge und Bewehrung.

(Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes vom 24.11.1994).

Im Kreiswappen sind die wesentlichen "Herrschaften" bzw. die betreffenden Geschlechter des heutigen Landkreises berücksichtigt. Der Löwe steht für die Wappenlöwen mehrerer Herrschaften: für die Herzöge bzw. späteren Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach und die sehr bedeutungsvollen Grafen von Orlamünde wie auch für die Herren von Gleichen. Das Speichenrad weist auf den besonderen Einfluss Erfurts hin, ferner auf die betreffenden kurmainzisch-erfurtischen Gebietsteile. Die drei Apfel erinnern an die Herrschaft der Vitzthume von Apolda und stellen damit zugleich eine Referenz an die Kreisstadt dar.

(Wappenbeschreibung Weimarer Land; Landratsamt Apolda,1995; Zeichnung: Michael Zapfe, Studio F, Erfurt)

 
Wissenswertes zum Landkreis Weimarer Land


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Satellitenbildkarte
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Übersichtskarte
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Der heutige Kreis Weimarer Land liegt in einem alten Siedlungsraum. Funde belegen, dass in diesem Raum bereits in frühgeschichtlicher Zeit Menschen gelebt haben. So z. B. ein schätzungsweise 4.000 Jahre alter Menhir bei Buttelstädt. In den Felsenhöhlen von Buchfahrt fand man rund 1.500 Jahre alte Siedlungsspuren. Um 400 entstand das Reich der Thüringer, zu dem auch das Gebiet um Weimar gehörte. Ab 1680 zählte das Gebiet zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

Die heutige Kreisstadt Apolda wurde im Jahr 1119 erstmals als "Appolde" urkundlich erwähnt. Die bäuerliche Siedlung entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten zu einem Zentrum von Handwerk und Gewerbe. 1289 wurde Apolda erstmals als Stadt erwähnt. 1558/59 erfolgte der Bau des heutigen Rathauses. Vor allem durch die Strumpfstrickerei wurde schon im 17. Jahrhundert ein erster wirtschaftlicher Aufschwung Apoldas ausgelöst. Anfang des 18. Jahrhunderts besaß die Stadt die größte Strumpfmanufaktur des Reiches. Im 19. Jahrhundert war Apolda durch eine rege Bautätigkeit gekennzeichnet. Der Bau der Eisenbahnstrecke Halle-Weimar (1845) begünstigte die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.

Die wechselvolle Geschichte Thüringens hat im Kreis Weimarer Land zahlreiche kulturhistorische Zeugnisse hinterlassen. Dazu zählen unter anderem mehrere Schlösser, Burgen und Kirchen. Die 875 erstmals erwähnte Wasserburg in Kapellendorf beherbergt eine bemerkenswerte Ausstellung über die Burgen Thüringens. Besonders sehenswert ist auch das Ettersburger Schloss (erbaut 1706-1712) mit einer Schlosskirche. Weitere Schlösser befinden sich in Kromsdorf, Tonndorf, Blankenhain und Apolda.

In Apolda sind weiterhin vor allem der Marktplatz mit seinen schönen Patrizierhäusern und dem 1558/59 im Renaissancestil erbauten Rathaus, die Martinskirche mit einer markanten Schweifkuppel sowie der neugotische Backsteinbau der Lutherkirche interessant. Die beiden Burgen in Kranichfeld - Oberburg und Niederburg - stammen vermutlich aus dem 12./13. Jahrhundert.

Sehenswerte Museen im Landkreis sind unter anderem das Glockenmuseum in Apolda, Stricker- und Wirkmuseum in Apolda, Salinen- und Heimatmuseum in Bad Sulza sowie das Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden, wo das bäuerliche Leben um die Jahrhundertwende dargestellt wird.

In Bad Sulza, dessen Region auf eine 800-jährige Weinbautradition verweisen kann, beginnt die Saale-Unstrut Weinstraße.

 
Die Kreisstadt - Apolda

In einer landschaftlich reizvollen Umgebung am Ostrand des Zentralen Thüringer Keuperbeckens in einer breiten Talmulde liegt Apolda, ca. 162 bis 270 m ü. NN. Die Kreisstadt, im Volksmund scherzhaft "Gramont" genannt, kann auf eine fast 880jährige Geschichte zurückblicken.

Im Jahre 1119 erstmals urkundlich als "Appolde" erwähnt, entwickelte sich die bäuerliche Ansiedlung in den folgenden Jahrhunderten zu einem Zentrum von Handwerk und Gewerbe. Obwohl sie bereits 1289 das Stadtrecht verliehen bekam und schon 1440 eine im sogenannten "Roten Buch" niedergelegte Gemeindeverfassung entstand, blieb Apolda bis ins 16. Jh. hinein nur ein Ackerbürgerstädtchen. Es wurde Ackerbau, Viehzucht und Weinanbau betrieben, auch das Bierbrauen war schon bekannt.

1593 führte der zugewanderte "David, der Strickermann" das Strumpfstricken mit fünf Nadeln ein, aus dem 1697 die Wirkerei hervorging. Sie begründete Apoldas wirtschaftliche Blüte, so dass die Stadt Anfang des 18. Jh. als größte Strumpfmanufaktur des Reiches galt. Bereits 1654 wurden gestrickte Apoldaer Strümpfe auf der Leipziger Messe gehandelt. Als ein Ereignis von historischer Bedeutung für die Apoldaer Wirkwarenherstellung ist die Gründung des Handelshauses Hans Christian Zimmermann anzusehen.

Der wirtschaftliche Aufschwung setzte sich in den folgenden Jahrhunderten fort. 1722 gründete Johann Christoph Rose die erste Glockengießerei - ein zweiter bedeutender Wirtschaftszweig. Eng mit der Geschichte Apoldas verbunden sind daher die Namen der Glockengießer Rose, Ulrich und Schilling. Mehr als 20 000 in Apolda gegossene Glocken erklangen und erklingen seither in aller Welt und tragen dazu bei, den Ruf Apoldas als "Glockenstadt" zu verbreiten. Eine der bekanntesten Glocken des Apoldaer Glockengießerhandwerkes ist die 1923 gegossene, 24 t schwere, große Glocke des Kölner Doms, die St. Petersglocke.

Die Napoleonischen Kriege von 1806 bis 1813 ließen die Entwicklung in Apolda stagnieren. Die Bürger der Stadt hatten unter den Folgen der Schlacht bei Jena und Auerstadt zu leiden.

Das 19. Jh. war in Apolda durch eine rege Bautätigkeit gekennzeichnet, es entstanden Verbindungsstraßen zu benachbarten Dörfern und Städten.

Der Bau der Eisenbahnstrecke Halle-Weimar und die Errichtung des Viadukts in den Jahren 1845/46 eröffnete der Stadt Apolda neue Perspektiven. Industrie und Handel konnten sich hierdurch und dank des im Jahre 1833 erfolgten Beitrittes der Weimarer Republik zum Preußischen Zollverein freier entfalten. Neben für die Stadt lebensnotwendigen Bauvorhaben (Gaswerk, Wasserversorgung) entstanden bedeutende Sozial-, Profan- und Sakralbauten. So konnte im Jahr 1854, finanziert durch freiwillige Beiträge aus der Bürgerschaft, das erste städtische Krankenhaus seiner Bestimmung übergeben werden.

Die Gründung der Vereinsbrauerei Apolda AG im Jahre 1887, basierend auf einer mehr als 400jährigen Erfahrung im Braugewerbe, ließ einen weiteren wichtigen Industriebetrieb in der Stadt entstehen.

Einen Namen machte sich die Stadt auch unter Hundefreunden. Karl Friedrich Dobermann hatte in der Mitte des 19. Jh. die nach ihm benannte Rasse gezüchtet und 1863 erstmals auf dem Apoldaer Hundemarkt vorgestellt.

Die Einführung modernster Maschinen, die zunehmende Industrialisierung machte Apolda gegen Ende des 19. Jh. zur bedeutendsten Fabrikstadt des Herzogtums Sachsen- Weimar. Im Jahre 1904 begann die Automobilproduktion in Apolda mit dem bis 1910 gebauten Motorwagen des Typs "Picollo", später neuer Modelle namens "Apollo". Die "Apollo- Werke AG" fertigten die in ganz Deutschland beliebten Autos (1910 bis 1924 wiederholt Rennerfolge im In- und Ausland).

Der erste und zweite Weltkrieg traf die aufstrebende Stadt und ihre Bürger schwer. Die Industrie wurde auf textilen Heeresbedarf und Rüstungsproduktion umgestellt. Am 21. November 1944 erlebte Apolda den ersten und einzigen Bombenangriff. Das Schicksal Apoldas entschied sich durch die kampflose übergabe der Stadt an die amerikanischen Truppen. Die totale Zerstörung war der Stadt somit erspart geblieben.

In der Vergangenheit durch eine breite mittelständische Industrie geprägt, wurden diese Strukturen seit 1945 systematisch zerschlagen. Haupterwerbszweig in Apolda war nach wie vor die Textilindustrie. Aus einer Vielzahl von Trikotagenbetrieben unterschiedlicher Eigentumsformen verblieben am Ende noch sieben (darunter der Betrieb "Thüringer Obertrikotagen", dem der komplikationslose übergang in die Marktwirtschaft allerdings nicht gelang).

Heute ist es erklärtes Ziel der Stadt an alte Traditionen anzuknüpfen und gleichzeitig eine neue zukunftsorientierte Wirtschaftsstruktur aufzubauen. Neben der traditionellen Strick- und Wirkwarenindustrie nutzen auch Unternehmen aus der Feuerlöschtechnik, Textilmaschinenbau, Täschnerproduiktion, Laborchemikalien, Maschinen- und Metallverarbeitung, die Bauindustrie und die Lebensmittelindustrie die Standortvorteile und Rahmenbedingungen der Stadt im Städtedreieck Weimar-Apolda-Jena.

 
Sehenswürdigkeiten

Zeugen der klingenden Vergangenheit sowie der alten Handwerkskunst des Strickens und Wirkens sind im Apoldaer Glocken-, Wirker- und Strickermuseum zu besichtigen. Sehenswert ist auch der geschlossene Marktplatz mit seinen Patrizierhäusern und einem im Renaissancestil erbauten Rathaus. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das heute als Kulturzentrum genutzte Apoldaer Schloss, die Martinskirche mit ihrer markanten Schweifkuppel, die neugotischen Backsteinbauten der Lutherkirche und der St. Bonifatiuskirche, der Bismarkturm, der Brückenbornbrunnen, sowie das in einer Stilmischung aus deutscher und italienischer Neurenaissance gebaute Bahnhofsgebäude und der auf Eschenholzpfählen ruhende Eisenbahnviadukt, der als verkehrstechnisches Denkmal noch voll funktionstüchtig ist.

 
Ausflugs- und Wanderziele

  • Wanderungen nach Dornburg/Saale, nach Oßmannstedt oder nach Kapellendorf mit der Wasserburg
  • zahlreiche Naherholungsgebiete in der Stadt bzw. Umgebung
  • Kulturstadt Weimar und die Dornburger Schlösser