Naturschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Der Landkreis Altenburger Land hat Anteil an sieben Naturschutzgebieten, deren jeweilige Fläche vollständig im Kreisgebiet liegt. Zudem befinden sich alle sieben NSG im Naturraum 5.3 (Altenburger Lössgebiet).

NummerNameGröße (ha)
184 Lödlaer Bruch 33
185 Leinawald 1.844
186 Fasanerieholz 19
187 Brandrübeler Moor 6
188 Restloch Zechau 160
398 Haselbacher Teiche 125
401 Phönix Nord 174

Das Naturschutzgebiet 186 "Fasanerieholz" dient der Erhaltung eines Restwaldes mit Eichen-Hainbuchenwäldern und Erlen-Eschen-Auewäldern in den Bachtälchen der naturnahen Nebenbäche der Pleiße.

Ein Komplex von anthropogenen Sonderstandorten und Sekundärbiotopen stellt das NSG 188 "Restloch Zechau" dar. Erhebliche Teile dieses ehemaligen Braunkohlentagebau-Geländes wurden zum Zweck der Bodenbefestigung und Rekultivierung aufgeforstet. Grasreiche Sukzessionsstadien und zahlreiche kleinflächige Vernässungen bilden dazwischen ein vielfältiges Vegetationsmosaik aus Röhrichten und Ruderalgesellschaften. Bemerkenswert ist besonders eine Kalktuffquelle mit beginnender Bildung eines Niedermoores im Umfeld. Die Gehölzvegetation wird neben den genannten Aufforstungen von Birken-Zitterpappel-Pionierwäldern dominiert, die der natürlichen Sukzession überlassen bleiben.

Auch das NSG 184 "Lödlaer Bruch" besteht aus einem wassergefüllten Tagebaurestloch und umgebenden Kippengelände mit verschiedenen Pionierwäldern. Außerdem gehören weitere Waldreste von Laubmischwäldern mit einem isolierten Feldgehölz, dem Schlauditzer Holz, und eine Wiesenfläche zum NSG.

In einer Quellmulde der Hochfläche südlich von Schmölln liegt das Naturschutzgebiet 187 "Brandrübeler Moor", das einen Quell- und Versumpfungsmoorkomplex beherbergt. Dieser beinhaltet neben Feuchtwiesen und Erlenwäldern auch den angrenzenden Birken-Stieleichenwald.

Das NSG 185 "Leinawald" dient der Erhaltung eines Komplexes von Laubwald- und Wasserpflanzengesellschaften mit zahlreichen gefährdeten Pflanzen- und Tierarten, darunter Fledermäuse, Vögel, Lurche, Weichtiere, Libellen, Holz- und Laufkäfer. Der Leinawald bildet mit etwa 1.800 ha das größte geschlossene Waldgebiet im Ostthüringer (und darüber hinaus auch im westsächsischen) Ackerhügelland. In der Vegetation dominiert Sternmieren-Stieleichen-Hainbuchenwald, der auf vernässungsfreien Standorten von Labkraut-Traubeneichen-Hainbuchenwald, Hainsimsen-Buchenwald mit Trauben-Eiche und Waldmeister-Buchenwald abgelöst wird. Große Teile sind auch mit Nadelbaum- (vor allem Gewöhnliche Fichte, Wald-Kiefer und Lärche) sowie Roteichenforsten bestockt. Im zentralen Bereich haben sich Oberer und Unterer Teichgraben 6 bis 8 m tief in die Hochfläche eingegraben. Beide Tälchen besitzen einen geschwungenen Verlauf mit 10 bis 40 m breiten Auen, in denen wiederum die Bäche mäandrieren. Auch die kurzen Zuläufe des am westlichen Gebietsrande fließenden Spannerbachs sind tief eingeschnitten. In den Auen und Bachtälchen sind kleinflächig Bruchweiden-Auewald, Walzenseggen-Erlen-Bruchwald, Hainmieren-Erlen-Bachwald, Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald sowie ein relativ eigenständiger, schwer einzuordnender Schaumkraut-Erlenwald ausgebildet. Randlich gehören die zu Thüringen gehörenden Teile der Talsperre Schömbach zum NSG.

In der Bergbaufolgelandschaft des ehemaligen Bergbaureviers Meuselwitz-Rositz liegt das NSG 401 "Phönix Nord", das durch eine weitgehend ungestörte, natürliche Biotop- und Landschaftsentwicklung gekennzeichnet ist. Es beinhaltet ein abwechslungsreiches Standorts- und Biotopmosaik mit verschiedenen meist grasreichen Sukzessionsstadien unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Feuchtestufen sowie Pionierfluren auf offenen nährstoffarmen Rohbodenstandorten.
 
Landschaftsschutzgebiete (Stand: 03/2018)

Im Landkreis Altenburger Land sind zur Zeit drei LSG ausgewiesen. Das Sprottetal zwischen Posterstein und Schmölln soll einer landschaftserhaltenden Naherholung vorbehalten werden.

Von dem länderübergreifenden LSG Kohrener Land umfasst der thüringische Anteil die Gebiete um Windischleuba, Pahna und den Leinawald. Diese Teilregionen sind potentielle Fremdenverkehrsgebiete, in denen unter Berücksichtigung der ökologischen Bedingungen (u. a. Schonbereich für Wasservögel) die natürlichen Gegebenheiten in ihrer Vielfalt für touristische Aufgaben weitergenutzt werden sollen (naturverbundene Erholung und Freizeitgestaltung).

NummerNameGröße (ha)
56Hainbergsee Meuselwitz35
57Sprottetal1.139
58Kohrener Land8.241



Karte:

Schutzgebiete
(JPG-Datei)

 
Geschützte Landschaftsbestandteile,
Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale *

Im Landkreis Altenburger Land gab es zum 15.12.2004 insgesamt 45 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale.

* Von den Naturdenkmalen wurden erfasst: flächige Naturdenkmale sowie Naturdenkmale geologischer und hydrologischer Art. Im Landkreis Altenburger Land wurden auch geschützte Gehölze erfasst.
 
Natura-2000-Gebiete

Das europäische ökologische Schutzgebietsnetz Natura 2000 umfasst Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete einschließlich FFH-Objekte) und Europäische Vogelschutzgebiete.

Die FFH-Gebiete bilden ein europaweites Netz besonderer Schutzgebiete, das der Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume sowie ausgewählter Tier- und Pflanzenarten dient. Die Europäischen Vogelschutzgebiete werden für bestimmte Brutvogelarten und für Rast- und Überwinterungsplätze von Zugvögeln ausgewiesen.

Rechtliche Grundlage

Thüringen hat seine Meldung von FFH-Gebieten an die EU-Kommission abgeschlossen. Neben den 212 FFH-Gebieten wurden auch 47 punktförmige FFH-Objekte für den Fledermausschutz gemeldet. Hierbei handelt es sich insbesondere um Fledermausquartiere in Gebäuden und Stollen. Diese sind im Sinne der FFH-Richtlinie FFH-Gebiete und wurden z. T. zu Objektgruppen zusammengefasst. Außerdem gibt es in Thüringen 44 Vogelschutzgebiete.

Der Landkreis Altenburger Land hat Anteil an folgenden FFH-Gebieten:
 
FFH-Gebiete (Stand: 05/2004)

Nummer Name Größe (ha)
... ... ...

 
Europäische Vogelschutzgebiete (Stand: 04/2007)

Nummer Name Größe Landkreis/
kreisfreie Stadt
Kurzcharakteristik
44Nordöstliches Altenburger Land3.398 haAltenburger Landrepräsentiert großflächige Laubmischwälder im waldarmen Ostthüringen, längere Flussabschnitte sowie zahlreiche Teiche und zwei Talsperren in Verbindung mit Feucht- und Frischwiesen als wertvolle Lebensräume für seltene Brut- und Rastvogelarten


Karte:

Gebiete des Natura-2000-Netzes
(PDF-Datei)