Geographische Lage

Der Landkreis Altenburger Land ist der östlichste Landkreis Thüringens. An ihn grenzt im Nordosten, Osten und Süden Sachsen, im Nordwesten Sachsen-Anhalt an. Im Südwesten grenzt an das Altenburger Land der Landkreis Greiz. Vor 1990 gehörte das Gebiet des heutigen Altenburger Landes zum Bezirk Leipzig. Seit der Bildung der neuen Bundesländer ist der Landkreis Teil des Freistaates Thüringen. Im Umkreis von 40 km liegen die Großstädte Leipzig, Chemnitz, Gera und Zwickau.

 
Geomorphologie



Die Geländehöhen im Landkreis Altenburger Land betragen zwischen 150 m in der Pleißeaue bei Haselbach und 352 m an der südlichen Kreisgrenze zwischen Nischwitz und Blankenhain (künstliches Relief: Landschaftsbauwerk Beerwalde, 360 m NN). Markante Höhenpunkte sind:

Fuchsberg bei Thonhausen 332 m
Schafberg bei Sommeritz 293 m
Bauernberg bei Langenleuba-Niederhain 255 m
Stöbnitzer Berg 250 m


Karte:

Hangneigung und Exposition
(JPG-Datei)

 
Naturräume

MittelgebirgeRonneburger Acker- und Bergbaugebiet
südwestlicher Teil des Landkreises um Vollmershain, Heukewalde, Jonaswalde und Thonhausen
AckerhügelländerAltenburger Lössgebiet
gesamtes verbleibendes Kreisgebiet


Karte:

Naturräumliche Gliederung
(JPG-Datei)

Der Kreis Altenburger Land gehört zum Osterland, einer flachwelligen Hügellandschaft im Ländereck von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Er liegt im Norden zwischen 100 und 150 m (Leipziger Tieflandbucht), im Süden bis 331 m hoch.

Der größte Teil des Landkreises gehört zum Altenburger Lössgebiet. Unter dem Löss liegen tertiäre Sande, Kiese und Tone, in denen Braunkohleschichten eingelagert sind. Das Altenburger Lössgebiet, das allmählich von Norden nach Süden ansteigt (von ca. 200 auf 250 m), wird wegen seiner fruchtbaren, nährstoffreichen Böden (vor allem Parabraunerden auf Löss) vorwiegend landwirtschaftlich genutzt (74 % der Gesamtfläche des Kreises). Die Gemeinden in diesem Gebiet besitzen einen Anteil von über 80 % landwirtschaftlicher Nutzfläche an der Gemeindefläche. Das flachwellige Ackerhügelland wird von mehreren flachen Kerbsohlentälern u. a. der Pleiße durchzogen. Insgesamt ist Landschaft im Altenburger Lössgebiet weitgehend ausgeräumt und strukturarm. Lediglich Restgehölze, Hecken, Baumreihen und Streuobstwiesen sind vereinzelt noch vorhanden.

Im Süden besitzt der Landkreis einen kleinen Anteil am Ronneburger Acker- und Bergbaugebiet, das jedoch zum größten Teil im benachbarten Landkreis Greiz liegt.

Eine Bergbaufolgelandschaft des Braunkohlenbergbaues mit ausgedehnten flachen Halden (Phönix-Ost 380 ha, Phönix-Nord 250 ha, Ruppersdorf 130 ha, Falkenhain 70 ha, Wintersdorf 20 ha) und tiefen Restlöchern (Zechau 154 ha, Rusendorf 114 ha, Hemmendorf 30 ha, Wintersdorf 12 ha, Falkenhain 6 ha) liegt im Nordwestteil des Landkreises Altenburger Land vor. Im südwestlichen Teil hat der Landkreis bei Löbichau und Posterstein Anteil am bergbaulichen Sanierungsgebiet der Wismutregion Ostthüringen. Das Landschaftsbild wird hier, nach abgeschlossener Sanierung der Betriebsflächen des ehemaligen Uranerzbergbaues, von dem Landschaftsbauwerk Beerwalde (Anlagerung der Halde Drosen an die Halde Beerwalde) geprägt, das eine Fläche von 34 ha einnimmt und die Hochfläche um 45 m überragt.
 
Flächennutzung

Bei einer Gesamtbodenfläche von 56.908 ha verteilten sich die Nutzungsarten im Landkreis wie im Folgenden dargestellt.

Flächen der tatsächlichen Nutzung 1992 und 2010
Siedlungs- und Verkehrsfläche (SVF) ohne Abbauland
Diagramm für Thüringen anzeigen/ ausblenden

Nutzungsart [%] Landkreis Altenburger Land Thüringen
1992 2010 2010
Siedlung und Verkehr 9,7 11,6 9,3
Landwirtschaft 74,2 74,2 54,4
Wald 10,3 9,8 31,9
Wasser 1,5 1,6 1,2
Sonstige 4,3 2,9 3,2


Karte:

Flächennutzung
(JPG-Datei)

Übersichtskarten Thüringen:


Der Landkreis Altenburger Land weist den zweitgrößten Anteil an Landwirtschaftsfläche in Thüringen auf. Der größte Anteil landwirtschaftlicher Nutzung liegt in den Gemeinden im Süden und Westen des Landkreises.

Der Anteil der Waldfläche ist im gesamten Ackerhügelland äußerst gering (unter 10 %, im zentralen Teil vielfach unter 2 %). Waldanteile von über 30 % sind nur im nördlichen und nordöstlichen Teil des Landkreises verbreitet: Lucka (Sukzessionswälder auf Braunkohlenkippen), Fockendorf (Waldgebiete des Kohrener Landes) und Langenleuba-Niederhain (Leinawald, größtes zusammenhängendes Waldgebiet des Landkreises).

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen befindet sich in der Regel in Korrelation zur Bevölkerungsdichte der Städte und Gemeinden. Er ist in Lucka, Altenburg, Haselbach und Rositz am höchsten.

Wasserflächen konzentrieren sich, da größere natürliche Gewässer im Landkreis Altenburger Land nicht vorhanden sind, auf die Talsperre Windischleuba, die Teichsysteme in deren Vorfeld und bergbaulich entstandene Gewässer (Restlöcher des Braunkohlenbergbaues bei Rusendorf und Zechau, grundwassererfüllte Kiessandabbaue bei Naundorf, Absetzbecken der Wismut bei Beerwalde und Drosen).

Die sonstigen Flächen sind im Landkreis Altenburger Land überwiegend vom Bergbau beanspruchte Flächen. Sie werden in Löbichau (ehemalige Bergbaubetriebe Beerwalde und Drosen mit Fortschreiten der Sanierung der Flächen des ehemaligen Uranerzbergbaues in andere Nutzungen überführt. Einen längeren Zeitraum wird die Rekultivierung der Restflächen des Braunkohlenbergbaues von Meuselwitz und Lucka in Anspruch nehmen. In den größeren Kiessand-Abbaugebieten von Starkenberg / Naundorf, Löbichau, Nöbdenitz (Untschen), Ziegelheim, Frohnsdorf, Langenleuba-Niederhain und Jückelberg wird auch künftig ein beträchtlicher Anteil an Bergbauflächen bestehen.


Karte:

Landnutzung
(JPG-Datei)

 
Flächenversiegelung

In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Minderung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld. Vom gesamtdeutschen Ziel, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir zum heutigen Zeitpunkt weit entfernt. Von ökologischer Brisanz ist vor allem die Tatsache, dass etwa 50 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt sind. Damit verbunden sind alle negativen Wirkungen auf die Geofaktoren Boden, Wasser, Klima sowie Flora und Fauna.

In Thüringen kommt verschärfend hinzu, dass der Flächenverbrauch bei sinkender Bevölkerung vonstatten geht. Thüringen verlor seit 1990 fast 12 % seiner Bevölkerung, was etwa 310.000 Einwohnern entspricht.

In einer geostatistischen Analyse von 2008 wurde erstmals aus hochauflösenden Satellitenbildern eine breite landesweite georäumliche Datenbasis zur Flächeninanspruchnahme als Grundlage für weitere fachliche Analysen geschaffen.


Karte:

Flächenversiegelung nach Gemeinden
(JPG-Datei)

Karte:

Flächenversiegelung je Einwohner
(JPG-Datei)

Eine für ein langfristig angelegtes Versiegelungsmonitoring geeignete Darstellungsweise ist die Verwendung eines normierten Rasters. Der Vorteil liegt in einer Vergleichbarkeit, die unabhängig von Gemeindegrößen und etwaigen Gebietsveränderungen ist. Eine Übersichtskarte für Thüringen zeigt den Versiegelungsgrad bezogen auf ein flächendeckendes 2 x 2 km-Raster mit dem Datenstand 2006.

Weitere Beiträge zur Flächenversiegelung sind im Internetangebot der TLUG hier zu finden.