Kreisverwaltung

Landrat: Uwe Melzer
Verwaltungssitz: Altenburg
Dienststelle: Landratsamt Altenburg

Lindenaustr. 9
04600 Altenburg

Tel.: 03447 / 58 60
Fax: 03447 / 58 61 00
Letzte Gebietsreform: 01.07.1994
Kfz-Kennzeichen: ABG
 
Wappen

Geviert; 1 in Silber eine rote Rose mit goldenem Butzen und grünen Kelchblättern; 2 in Blau ein von Gold und Silber geteilter Löwe; 3 neunmal von Schwarz und Gold geteilt und mit einem grünen Rautenkranz belegt; 4 in Silber eine rote Eichel mit grünem Kelch.

(Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes vom 28.04. 1995).

Die namengebende Burggrafschaft Altenburg wird durch die Rose symbolisiert. Die historische Entwicklung des Altenburger Landes begann in der Sorbenzeit mit dem Gau Plisni (sorbisch für Pleiße), der später an das Reich überging; der Name Pleißnerland wurde nach 1384 durch den Begriff Osterland verdrängt. Das Pleißenland wird durch den Löwen symbolisiert. Die Zeit unter der ernestinischen Linie der Wettiner wird durch das dritte Feld mit dem Rautenkranz symbolisiert. Die Eichel als höchste Spielkartenfarbe verweist auf das von Altenburg ausgehende Skatspiel.

(Wappenbeschreibung Landkreis Altenburger Land; Landratsamt Altenburger Land, 1995)
 
Wissenswertes zum Landkreis Altenburger Land


Karte:

Übersichtskarte
(JPG-Datei)

Das Gebiet des heutigen Landkreises Altenburger Land ist ein über tausendjähriger Siedlungsraum mit einer wechselvollen Geschichte zwischen Sachsen und Thüringen.

Die heutige Kreisstadt Altenburg wurde 976, die Stadt Schmölln 1066 erstmals urkundlich erwähnt. Von 1603 bis 1672 war Altenburg Residenzstadt. Prägend für das heutige Erscheinungsbild des Gebietes war das 18. Jahrhundert, in dem Altenburg sich zur Industriestadt entwickelte. Gefördert wurde der wirtschaftliche Aufschwung durch den Bahnanschluss im Jahr 1842 und durch die Braunkohleförderung in der Umgebung ab 1867.

1918 entstand der Freistaat Sachsen-Altenburg. 1920 kam es zur Gründung des Freistaates Thüringen, dem auch Altenburg angehörte. Zwischen 1952 und 1990 war das Gebiet um Altenburg Bestandteil des Bezirkes Leipzig. Seit 1990 gehört Altenburg wieder zum Land Thüringen.

Die wechselvolle Geschichte Thüringens mit zahlreichen feudalen Kleinstaaten hat auch im Bereich des Altenburger Landes viele kulturhistorische Zeugnisse und Denkmale hinterlassen. So gibt es mehrere Schlösser in Altenburg (Schloss mit Schlosskirche), Ehrenberg, Windischleuba und Dobitschen (Wasserschloss). Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Burg Posterstein aus dem 12. Jahrhundert, der Löwenbrunnen in Lucka sowie die Orangerie in Meuselwitz.
 
Die Kreisstadt - Altenburg

  • Die Belehnung Otto von Wittelsbach mit Bayern durch Kaiser Barbarossa im Jahre 1180;
  • 1329 wurde die Burggrafschaft Altenburg mit der Stadt an die Wettiner als Reichsdarlehen übertragen;
  • der spektakuläre Sächsische Prinzenraub im Jahre 1455, als der verwegene Ritter Kunz von Kauffungen die kurfürstlichen Prinzen Ernst und Albrecht aus dem Altenburger Schloss raubte, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen;
  • verteidigte im Jahre 1519 in Altenburg auf Geheiß des sächsischen Kurfürsten seine Thesen gegenüber dem päpstlichen Gesandten Miltitz;
  • 1603 wurde Altenburg Residenzstadt des gegründeten wettinischen Fürstentums - aber bereits 1672 starb die ältere Altenburger Herzogslinie aus - das Territorium fiel an die Gothaer Herzöge.


Der Dreißigjährige Krieg unterbrach und vernichtete den wirtschaftlichen Aufschwung und die Bevölkerungszunahme der Stadt. Um 1800 bis 1830 begann sich der Charakter des Altenburger Landes zu ändern. Altenburg wurde Industriestadt mit vielfältiger wirtschaftlicher Betätigung, so u. a. Hut- und Handschuhindustrie, Nähmaschinen- und Wollproduktion. Die Bahnanschlüsse ab 1842 und der Aufschwung der Braunkohlenförderung der Umgebung ab 1867 begünstigten die wirtschaftliche Entwicklung.

Die Revolution von 1848/49 war in Altenburg - mehr als sonst in Thüringen - von demokratisch-republikanischen Strömungen geprägt, wobei die entstehende Arbeiterklasse die kleinbürgerlichen Demokraten nachhaltig und im Juni 1848 im offenen Aufstand gegen Herzog und Ministerium unterstützte.

Im Ergebnis der Novemberrevolution entstand am 10.11.1918 der Freistaat Sachsen-Altenburg. Herzog Ernst II. dankte ab. Am 01.05.1920 wurde der Freistaat Thüringen gebildet, dem auch Altenburg angehörte.

Den zweiten Weltkrieg überstand die Stadt fast unzerstört und amerikanische Truppen besetzten diese. Aufgrund alliierter Abkommen zogen sowjetische Truppen in die Stadt ein. Von 1952 an bis zur Wiederherstellung des Landes Thüringen im Oktober 1990 gehörte Altenburg zum Bezirk Leipzig.

Der Neubeginn der Stadt nach 1990 fand unter sehr schwierigen Bedingungen statt, da Altenburg Wohn- und Schlafstadt für den Wismutbergbau, den Braunkohlentagebau und die Chemieindustrie war, die nach der Wende völlig zusammenbrachen. Betriebe wie die Skat- und Likörfabrik, zwei Druckhäuser (Buchdruck und Zeitungsdruck), der Waggonbau, die Werkzeugmaschinenfabrik und die Produktionsstätten für Industrienähmaschinen und Staubsauger überlebten den Umbruch. Investoren schaffen gemeinsam mit einer qualifizierten und motivierten Belegschaft neue Grundlagen für den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. Auf alten und neuen Industrie- und Gewerbeflächen siedeln sich weitere mittelständige Unternehmen an.

Der Name der Stadt Altenburg ist wohl auf ewige Zeit untrennbar mit dem Skatspiel verbunden. Nachweislich wurde zwischen 1810 und 1815 von spielfreudigen Altenburgern das Skatspiel erdacht. Dass die Wiege des Skatspiels in Altenburg stand, ist kein Zufall. Die Lage an wichtigen Handelsstraßen, die florierenden Märkte, geselligkeitsliebende Bürger und wohlhabende Bauern ringsum gaben einen guten Nährboden ab. Dazu kam ein beachtliches Geistes- und Gesellschaftsleben, an dem der Herzogliche Hof wie auch das Bürgertum teilhatten. Nach anhaltender wachsender Verbreitung des Skatspiels fand 1886 der 1. Skatkongress in Altenburg statt, und seit dem 11. Kongress 1927 residiert in der Stadt ein "Skatgericht". Die Leidenschaft der Altenburger beförderte auch die Kartenmacherei. Seit über 400 Jahren werden Spielkarten in Altenburg hergestellt. Die 1832 gegründete Bechsteinsche Spielkartenfabrik entwickelte sich nach 1900 zum größten Spielkartenhersteller in Deutschland. Eines der schönsten Spielkartenmuseen der Welt befindet sich in den Räumen des Altenburger Schlosses. Und wo sonst auf der Welt steht ein Denkmal, das einzig dem Kartenspiel gewidmet ist: der Skatbrunnen auf dem Altenburger Brühl.
 
Sehenswürdigkeiten

Die geschlossene Architektur des Altenburger Stadtkerns ist beeindruckend. So umsäumen schöne alte Bürgerhäuser den Marktplatz, der wiederum vom Rathaus, einem der bedeutendsten deutschen Renaissancebauten dieser Art (1562/64), beherrscht wird. Weitere Wahrzeichen der Stadt sind die beiden romanischen Backsteintürme, die "Roten Spitzen", als Überreste der Klosterkirche des Augustiner-Chorherren-Stifts, sowie der rote Backsteinbau der Brüderkirche mit dem großen Wandmosaik. Eine reizvolle Möglichkeit, sich einen Überblick über die Stadt zu verschaffen, bietet die Besteigung des Nikolaiturms. Am Brühl, dem ältesten Marktplatz der Stadt, befindet sich der Skatbrunnen (eingeweiht 1903) und das barocke Seckendorffsche Palais (1724). Sehenswert ist das Altenburger Schloss mit seinen verschiedenen Museen und der Schlosskirche mit der berühmten Trost-Orgel. Gegenüber dem steilaufragenden Schlosskomplex wurde 1868/70 das herzogliche Hoftheater mit seiner beeindruckenden Architektur erbaut. Das Landestheater - als Dreispartenhaus geführt - und die Landeskapelle können auf 120 Jahre erfolgreichen Bestehens verweisen.

Im 400-jährigen Schlossgarten geben das Lindenau-Museum und das Naturkundliche Museum "Mauritianum" einen Einblick in Geschichte, Naturkunde, Graphik oder auch in frühitalienische Malerei des 13. bis 16. .Jh.

Unbedingte Erwähnung verdient noch der Altenburger Bahnhof (1876).
 
Ausflugs- und Wanderziele

  • das Altenburger Schloss mit Spielkarten- und Schlossmuseum, die spätgotische Schlosskirche mit der berühmten Trost-Orgel [1738),
  • das Lindenau-Museum Altenburg mit der bedeutendsten Sammlung frühitalienischer Tafelmalerei (13. bis 16.Jh.) außerhalb Italiens, mit griechischen und etruskischen Tongefäßen sowie wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst,
  • die Burg Posterstein, eine mittelalterliche Burganlage mit Heimatmuseum und Galerie,
  • das Landestheater Altenburg, 1869/71 erbaut und der Dresdner Semperoper nachempfunden,
  • die Dorfkirche Ponitz mit einer Silbermannorgel,
  • das Dorfmuseum Pferdestall Göpfersdorf als ein Repräsentant des typischen Vierseitenhofes oder
  • das Technische Denkmal Zechau in der ehemaligen Brikettfabrik mit erhaltener Industriearchitektur, Anlagen und Maschinen.