Landschaftszerschneidung

Die Ausweisung immer neuer Bauflächen für Gewerbe und Wohnen, der Neu- und Ausbau von Straßen und anderer Infrastruktur sowie der stetig wachsende Verkehr führen zum Verlust, zur Verkleinerung und zunehmenden Zerschneidung der Natur- bzw. Lebensräume, insbesondere von Tierarten mit hohem Raumbedarf und großer Störempfindlichkeit. Auch für das Naturerleben ist es wichtig, Räume zu erhalten, die großflächig unzerschnitten und nicht verlärmt sind. Da sie eine endliche Ressource darstellen, die kaum wieder hergestellt werden kann, sind sie ein wesentlicher Prüfstein für eine nachhaltige Entwicklung.

alte und neue Autobahn A4 am Schorbaer Berg während der Bauarbeiten 2014

Als Zerschneidungsgeometrie werden die Vorgaben des UMK-Indikators B1 "Landschaftszerschneidung" genutzt, der Bestandteil des durch die Umweltministerkonferenz beschlossenen offiziellen umweltbezogenen Nachhaltigkeitsindikatorensatzes des Bundes ist.

Mittels Verschneidungen von digitalen Geodaten wurden die 34 größten unzerschnittenen verkehrsarmen Räume (UZVR) über 100 km² berechnet. Der Neuauflage liegt neben den Verkehrszählungsdaten des Jahres 2010 das Verkehrsmodell Thüringen zu Grunde.

Ziel der Veröffentlichung ist, diese Räume bekannt zu machen und für den Wert unzerschnittener Räume zu sensibilisieren. Ein großer durch Infrastruktur unzerschnittener Raum stellt mit seiner Störungsarmut einen zu schützenden Wert dar, ist jedoch auch im Zusammenhang mit Naturausstattung, zukünftigen Potenzialen und benachbarten derartigen Räumen zu bewerten. Bei der Planung von Bauvorhaben sollte der Aspekt der Zerschneidung deshalb verstärkt Beachtung finden.