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Natur und Landschaft

9 Gebiete gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung (Naturschutzgroßprojekte des Bundes)

Im Rahmen des "Förderprogramms zur Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit wird in Thüringen an der Durchführung von

Von den drei Naturschutzgroßprojekten des Bundes in Thüringen - "Kyffhäuser", "Orchideenregion Jena - Muschelkalkhänge im Mittleren Saaletal" und "Thüringer Rhönhutungen" - endete das Großprojekt in Jena 2007. Dort wurden die wesentlichen Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege zur Biotopersteinrichtung und Biotopsicherung zu Gunsten der Erhaltung und Entwicklung seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten in den vergangenen Jahren in insgesamt acht Kerngebieten umgesetzt.

So zum Beispiel die Entfernung von Gehölzaufwuchs an Muschelkalksteilhängen, Aufbau und Regenerierung von Streuobstwiesen, Entfilzung und Entbuschung sowie Erstmahd von Halbtrockenrasen oder Entlandung, Vertiefung und Freistellung von Kleingewässern. Damit reiht sich Thüringen in die seit 1979 bundesweit durchgeführte Maßnahmenkette zur Erhaltung herausragender Lebensraumqualitäten ein.

Zur Verdeutlichung der Veränderungen, die durch naturschutzfachliche Maßnahmen hervorgerufen worden sind, soll das Beispiel der Maßnahmen 3 - 002, Entfernung von Gehölzaufwuchs an Muschelkalksteilhängen auf ca. 4 ha Fläche, vorgestellt werden. Diese Fläche ist Teil des südexponierten Oberhangs der Kernberge im Bereich der Diebeskrippe. Hauptsächlich wurden Schwarzkiefern entnommen und der Laubgebüschanteil schrittweise reduziert. Das projektbezogene und langfristige naturschutzfachliche Ziel ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung des offenen Charakters der Trockenrasen und Felsen sowie die Sicherung und Bewahrung der dort vorkommenden xerothermen Flora und Fauna.

Ausgangszustand der Diebeskrippe im Kerngebiet 3 im Jahre 1992


Diebeskrippe im Kerngebiet 3 im Jahre 1997 nach Ausführung
der ersten Maßnahmen im November/Dezember 1997


Diebeskrippe im Kerngebiet 3 im Jahre 2007 nach Ausführung
weiterer Maßnahmen im Oktober/November 2003, im Dezember 2005
sowie im Januar 2006.

Zukünftig wird nur noch alle 10 bis 12 Jahre ein naturschutzfachlicher Erhaltungseingriff zur Reduzierung des Laubgebüschanteils auf den Muschelkalksteilhängen erforderlich sein. Durch externe Experten konnte anhand von Indikatoren im Zeitraum 2004 bis 2006 der Erfolg der durchgeführten Maßnahmen belegt werden.

Fachinformationssystem Naturschutz

FIS Naturschutz beruht auf der Basis von Cadenza, einer Programmentwicklung, die im Rahmen eines Kooperationsprojekts der Umweltministerien aller Bundesländer und des Bundes (VKoopUIS) entstanden ist. Alle Länder finanzieren Entwicklungen der einzelnen Programmteile nach eigenen aktuellen Bedürfnissen. Cadenza bildet inzwischen das zentrale Recherche- und Editiertool für mehrere Fachinformationssysteme, die in der TLUG betrieben werden, so dass Investitionen für die Weiterentwicklung in einem System auch den anderen Fachbereichen zugute kommen, so wie Entwicklungen eines Landes auch den anderen Partnern kostenlos zur Verfügung stehen.

Inzwischen nutzen über 300 Mitarbeiter in der Naturschutzverwaltung in Thüringen das Fachinformationssystem (FIS) Naturschutz. Das Informationssystem bietet den Nutzern eine integrative Sicht auf alle digital gespeicherten Daten des Naturschutzes. Das Programm bindet auch Daten anderer Fachbereiche und Hintergrunddaten (z. B. Luftbilder) aus dem zentralen Datenpool der TLUG ein. Der Nutzer kann eigene digitale Daten einbeziehen. Das Informationssystem erleichtert die bisher zeitaufwändige Bereitstellung von Daten wesentlich.

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Die Anwendung ist für die Nutzer lizenz- und wartungsfrei und macht den Nutzer unabhängig von aufwändiger EDV-Technik am Arbeitsplatz, da sie vollständig auf Servern in der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) arbeitet.

Jeder Nutzer ist in der Lage, Geodaten im Shapeformat zu produzieren und zu verändern. Das FIS Naturschutz stellt damit an jedem Arbeitsplatz die wichtigsten Funktionen eines Geographischen Informationssystems (GIS) zur Verfügung. Eine detaillierte Nutzerverwaltung erlaubt darüber hinaus berechtigten Personen auch den schreibenden Zugriff auf die Daten in der Datenbank, die damit dezentral aktualisiert werden kann.

Neueste Entwicklungen:

Das bisher überwiegend zur Recherche eingesetzte System ist um komfortable Editier- und Verschneidungsfunktionen für Geodaten erweitert worden.

Bei der Recherche kann eine themenübergreifende Suche gestartet werden, die für einen bestimmten Raum alle zugänglichen Teildatenbestände der Datenbank in einem Arbeitsgang abfragt.

Fachinformationssystem Naturschutz (LINFOS)
- Ergebnismengen einer übergreifenden Recherche -