Lärm/Elektromagnetische Felder

Inhalt

1 EU-Umgebungslärmrichtlinie
2 Beschwerdeanalyse Immissionsschutz
3 Elektromagnetische Felder



1 EU-Umgebungslärmrichtlinie

Am 30. Juni 2005 trat das Gesetz zur Umsetzung der EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm (PDF 279 KB) in Deutschland in Kraft. Mit der Umgebungslärmrichtlinie hat die Europäische Union erstmalig die bislang vom europäischen Recht ausgeklammerten Geräuschimmissionen erfasst. Die Richtlinie bildet den Einstieg in ein auf europäischer Ebene harmonisiertes Konzept zur Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm, der insbesondere von den Geräuschquellen Straßen-, Schienen- und Flugverkehr sowie Industrie und Gewerbe ausgeht. Dieser Beitrag stellt die wesentlichen Anforderungen der Richtlinie im Zusammenhang mit deren Umsetzung in nationales Recht für den Bereich der Hauptverkehrsstraßen dar. Dazu gehören die Erfassung und Bewertung des Umgebungslärms, strategische Lärmkarten auf der Basis harmonisierter Lärmindizes und Aktionspläne, bei deren Aufstellung die Öffentlichkeit beteiligt wird.

Mit diesem Gesetz sollen auch in Deutschland die Anforderungen an die Qualität der Lärmminderungsplanung verbessert und vereinheitlicht werden. Danach sind u. a. in Ballungsräumen und an Hauptverkehrsstraßen die Lärmbelastung sowie die Anzahl der Betroffenen zu ermitteln und zu dokumentieren. Weitere technische Aspekte der Lärmkartierung werden in der 34. BImSchV - Verordnung über die Lärmkartierung, geregelt. Die Lärmkartierungen und Betroffenheitsanalysen sind turnusmäßig fortzuschreiben. Bei Bedarf müssen Aktionspläne mit entsprechenden Schutzmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden.

Auf den Freistaat Thüringen und die Thüringer Kommunen kommen folgende Aufgaben zu, deren Realisierung einer engen Zusammenarbeit zwischen allen zuständigen Behörden und Fachämtern bedarf:

30. Juni 2007
Erstellung von Lärmkarten für die Hauptverkehrsstraßen (über 6 Mio. Fahrzeuge pro Jahr)

18. Juli 2008
Erstellen von Aktionsplänen für Orte in der Nähe von den oben genannten hochbelasteten Straßen

31. Dezember 2008
Mitteilung an die Europäische Kommission, welche Hauptverkehrsstraßen (über 3 Mio. Fahrzeuge pro Jahr), Haupteisenbahnstrecken (über 30.000 Züge pro Jahr) und Ballungsräume (mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner) von den Begriffsbestimmungen der Verordnung abgedeckt sind

Die TLUG hat im Jahr 2005 in einem sogenannten screening (vereinfachte Voruntersuchung) die hoch belasteten Hauptverkehrsstraßen im Freistaat Thüringen ermittelt und die betroffenen Gemeinden informiert. Auf dieser Basis wurden in der ersten Bearbeitungsstufe folgende Arbeitsschritte absolviert:

  • Aktualisierung des für die Untersuchung erforderlichen Datenbestandes der betroffenen Gemeinden,
  • Durchführung einer Lärmkartierung entlang aller lauten Straßen gemäß 34. BImSchV,
  • Katastergenaue Aufnahme der Häuser in den bewohnten Gebieten in ein Rechenmodell, Verknüpfung mit Höhendaten (Laserscanning), Zuordnung der Einwohnerzahlen, Klassierung der an den Fassaden berechneten Lärmpegel und Zuordnung der Anzahl der Betroffenen.

Bis 2008 sind von den Gemeinden bzw. den nach Landesrecht zuständigen Behörden für ausgewählte Straßenabschnitte Aktionspläne aufzustellen. Die Informationen aus den Aktionsplänen sind an die EU-Kommission weiterzuleiten.



2 Beschwerdeanalyse Immissionsschutz

Beschwerden sind ein Spiegel empfundener Belästigungen der Bürger. Auf dem Gebiet des Immissionsschutzes resultieren diese vor allem aus Einwirkungen der Erfassungsbereiche Lärm und Luft. Nachfolgende Tabelle und Diagramme geben die Entwicklung der Beschwerdesituation im Freistaat Thüringen ab 1995 wider. Es wurden die Beschwerden ausgewertet, die bei Stadtverwaltungen und Landratsämtern eingegangen sind und bei deren Bearbeitung die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie in komplizierten Fällen einbezogen war.

Übersicht über die 1995 bis 2006 eingegangenen Beschwerden - Immissionsschutz

Den Schwerpunkt nehmen Beschwerden wegen Lärm und Gerüchen ein. Bei den Lärmbelästigungen liegen Beschwerden zu Freizeit- und Sportanlagen sowie Gaststätten und Diskotheken auf dem zweiten Rang. Spitzenreiter sind nach wie vor Industrie und Gewerbe. Hauptsächliche Verursacher von Geruchsbeschwerden waren neben der Nachbarschaft auch landwirtschaftliche Anlagen.

Die Bedenken der Bevölkerung gegenüber Mobilfunkanlagen spiegeln sich in der Rubrik "Sonstiges" wider.

Während die Zahl der Beschwerden, ausgelöst durch Belästigungen aus den Bereichen Luft und Gerüchen bis zum Jahre 2002 leicht abnahm, hat sie sich insgesamt seit 2004 kaum verändert.





Übersicht - Beschwerdeanalyse Immissionsschutz 1995 bis 2006, Quelle: TLVwA






Beschwerdeanalyse für 2006, Quelle: TLVwA




3 Elektromagnetische Felder

Die moderne Industriegesellschaft nutzt in zunehmendem Maße elektrische Geräte, um sich die Arbeit zu erleichtern. Dies gilt für den privaten Bereich in der Wohnung aber auch am Arbeitsplatz. Dazu kommen die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Informations- und Kommunikationstechnik mit Mobiltelefonen oder dem Internet, die in den letzten zehn Jahren grundlegend unseren Alltag verändert haben. Mit der Nutzung dieser Technik treten aber zwangsweise elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder auf, die die Exposition der Menschen gegenüber diesen Quellen in den letzten Jahren verstärkt hat. Bei einer Reihe von Bürgern sind deshalb Verunsicherungen gegenüber elektromagnetischen Feldern aufgetreten. Dies betrifft insbesondere Mobilfunksendeanlagen.

Es ist von Bedeutung, die tatsächlichen Immissionen von elektromagnetischen Feldern zu ermitteln und damit dem öffentlichen Interesse nachzukommen. Um das Spektrum an Untersuchungsergebnissen über vorhandene elektromagnetische Felder in Thüringen zu erweitern, wurden durch die TLUG in zwei Wohngebieten in Jena und Gera Messungen elektromagnetischer Felder initiiert. Die Untersuchungsergebnisse enthält der hier hinterlegte Bericht.

Unabhängig von der TLUG führt auch die Bundesnetzagentur jährlich Messungen durch. Die Messergebnisse können im Internet unter www.bundesnetzagentur.de standortbezogen eingesehen werden.

2006 hat der TÜV Nord im Auftrag des Informationszentrum Mobilfunk (IZMF) in Thüringen eine landesweite Mobilfunkmessreihe durchgeführt. Die Messergebnisse können unter www.izmf.de herunter geladen werden.