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Umweltradioaktivität Inhalt
1 Überwachung der Umweltradioaktivität Die Überwachung der Umweltradioaktivität dient dem Schutz der Bevölkerung. Sie ermöglicht eine Abschätzung in welchem Maße Mensch und Umwelt ionisierender Strahlung durch Kontaminationen ausgesetzt sind. Bei der Überwachung teilen sich Bund und Länder in die Messaufgaben, die nach gesetzlichen Vorgaben durchgeführt werden. Zusätzlich wird in Ostthüringen die Sanierung der Uranbergbaufolgelandschaften mit aufwändigen Messprogrammen überwacht und der Sanierungserfolg festgestellt. 1.1 Überwachung der Umweltradioaktivität nach StrahlenschutzvorsorgegesetzThüringen ist seit 1992 mit zwei Landesmessstellen und einer Landesdatenzentrale in den Aufgabenbereich des § 3 Strahlenschutzvorsorgegesetz eingebunden. Hierbei handelt es sich um spezielle Messtätigkeiten im "Integrierten Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt - (IMIS)". Zusätzlich gehören vier landeseigene Messprogramme, die Thüringer Besonderheiten Rechnung tragen, zum Überwachungsspektrum. Die Überwachungsaufgaben konzentrieren sich auf die Unterstützung des Thüringer Landesbergamtes (TLBA) bei der Überwachung der Sanierung des Uranerzbergbaus und der Bewertung bergbaulicher Hinterlassenschaften in Ostthüringen. Dazu wurde die Landesmessstelle Gera mit der Wahrnehmung der Aufgaben einer unabhängigen Messstelle nach REI-Bergbau (Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung bei bergbaulichen Tätigkeiten) beauftragt. Schwerpunkt der Überwachungstätigkeit sind die Messung der in der Umgebung von Sanierungsarbeiten und bergbaulichen Anlagen auftretenden Emissionen und Immissionen. Darüber hinaus werden auch Messungen zur Betreiberkontrolle durchgeführt. Radioaktivitätsmessungen zu Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz Sonstige radiologische Messungen und Bewertungen 2 Messergebnisse zur Überwachung der Umweltradioaktivität nach Strahlenschutzvorsorgegesetz 2.1 IMIS-Messprogramme Die Ergebnisse der Messungen im Jahr 2005 zeigen, dass die in Thüringen erzeugten Nahrungs- und Futtermittel sowie Trinkwasser, wenn überhaupt, nur noch Spuren an künstlichen Radionukliden aufweisen. In Böden, Pflanzen aus dem nichtlandwirtschaftlichen Bereich (Bäume, Sträucher etc.), im Schwebstoff und Sediment der Oberflächengewässer, in festen Abfallstoffen sowie Pflanzen und Tieren aus den Waldökosystemen sind demgegenüber etwas höhere Gehalte an künstlichen radioaktiven Stoffen zu messen, die jedoch keinerlei gesundheitliche Relevanz haben. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Einsatz des Strahlenmesswagens am Messpunkt Gorsleben |
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Mit Hilfe hochempfindlicher Messverfahren konnten geringe Aktivitäten der künstlichen Radionuklide Cäsium-137 und Strontium-90 in wenigen Umweltbereichen nachgewiesen werden. Die Radionuklide stammen von den radioaktiven Einträgen aus globalen Nuklearereignissen (oberirdische Kernwaffenversuche, Unfall im Kernkraftwerk von Tschernobyl), in deren Folge die Umwelt großräumig kontaminiert wurde. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Reinstgermanium-Detektor eines Gammaspektroskopie-Messplatzes |
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NWG Nachweisgrenze Bei den untersuchten Böden zeigt der zeitliche Verlauf der durchschnittlichen Kontamination (Mittelwert) mit Cäsium-137 von 1992 bis 2005 nur einen geringen Trend zur Abnahme. Die gelegentlich stärkere Schwankung, die im Vergleich über mehrere Überwachungsjahre besonders bei den Maximalwerten offenkundig wird, geht auf die Probennahme, auf die mechanische Bearbeitung (nur bei Ackerböden) und die natürliche Variabilität des Bodenmaterials auf der Probennahmefläche (0,1 bis 1 ha) zurück. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Zeitlicher Verlauf der Kontamination der Ackerböden mit Cäsium-137 |
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Zeitlicher Verlauf der Kontamination der Weideböden mit Cäsium-137 |
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Neben dem Boden stellt der Bewuchs der landwirtschaftlichen Nutzflächen, insbesondere das Gras, ein wichtiges Indikatormedium für den Radionuklidtransfer in die menschliche Nahrungskette dar.
Für Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden (z. B. Parkanlagen, Wald), werden Laub bzw. Nadeln von den Bäumen sowie Gräser und Farne als Bioindikatoren für die radioaktive Kontamination benutzt. Die gemessenen spezifischen Cäsium-137 - Aktivitäten sind mitunter höher als in pflanzlichen Nahrungsmitteln und Futterpflanzen, da sowohl die größere Depositionsfläche bei Bäumen, die fehlende Bewirtschaftung der Flächen als auch die radioökologischen Besonderheiten des Waldbodens Möglichkeiten für eine Cäsium-Anreicherung bieten. Die Schwankungsbreite der Einzelwerte rührt von regionalen Unterschieden beim Radioaktivitätseintrag her.
Nahrungsmittel
MW arithmetischer Mittelwert Bq/kg FM Becquerel pro Kilogramm Frischmasse Bq/l Becquerel pro Liter Bq/d*p Becquerel pro Tag und Person Tagesration: Tagesmenü aus Gemeinschaftsverpflegung, bestehend aus Speisen und Getränken für eine Person * Median: 142 Bq/kg FM
Oberflächenwasser, Schwebstoff und Sediment
Die radioaktive Fracht der Flüsse unterscheidet sich bei den natürlichen Radionukliden deutlich. So ist in der Werra der Gehalt an Kalium-40, in der Weißen Elster der Gehalt an Uran-Isotopen höher als in den übrigen Flüssen. Die Aktivitätskonzentrationen der künstlichen Radionuklide liegen bei allen untersuchten Oberflächengewässern unter bzw. im Bereich der Nachweisgrenze. In einigen überwachten Flüssen und den Talsperren war auch kein Kalium-40 nachweisbar. Radionuklide gelangen in gelöster oder in partikularer Form in die Gewässer. Sie werden an den suspendierten Schwebstoffteilchen, besonders an der Feinkornfraktion angereichert. So können sie über große Strecken transportiert und in sogenannten beruhigten Zonen weitab vom Emittenten sedimentieren. Während die Radionuklide an den Schwebstoffteilchen sehr schnell sorbiert werden, ist die Sedimentation vergleichsweise ein langfristiger Prozess. Dem Schwebstoff kommt deshalb als Kurzzeitmonitor eine besondere Bedeutung zu. Die Untersuchungsergebnisse sind infolge der hohen Empfindlichkeit aussagekräftiger als die der Wasseranalysen. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Spezifische Cäsium-137-Aktivitäten im Schwebstoff und Sediment von Fließgewässern 2005 |
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Trink- und Grundwasser
Klärschlamm und Abwasser
Die spezifischen Aktivitäten für Cäsium-137 sind seit Beginn der Überwachung im Jahre 1993 in den Klärschlämmen aller Anlagen geringer geworden. Die Strontium-90-Gehalte sind dagegen wenig verändert. In den Klärschlämmen sind bei den spezifischen Aktivitäten von Cäsium-137, wie bereits in den Vorjahren, regionale Unterschiede festzustellen. Die Kontaminationen rühren in den meisten Fällen von Bodenpartikeln her, die mit dem Niederschlag eingespült wurden. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Spezifische Cäsium-137 - Aktivität im Klärschlamm der Kläranlage Erfurt-Kühnhausen |
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Spezifische Cäsium-137 - Aktivität im Klärschlamm der Kläranlage Jena |
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Vom Trend etwas abweichende Cäsium-137-Aktivitäten, wie z. B. im II. Quartal 1998 in Erfurt bzw. im IV. Quartal 1996 in Jena, sind auf intensives Baugeschehen im Einzugsgebiet der Kläranlagen zurückzuführen. Dabei wird mehr natürlicher Boden in die Kanalisation eingeschwemmt als sonst üblich. Als Folge kann sich der Gehalt an Cäsium-137 im Klärschlamm erhöhen. Reststoffe und Abfälle
Wie in den Vorjahren liegen die Aktivitätskonzentrationen des Cäsium-137 unterhalb der Nachweisgrenze. In allen überwachten Anlagen konnte 2005 Tritium nachgewiesen werden. Tritium wurde früher bei der Leuchtfarbenherstellung (Messgeräte, Uhren) eingesetzt. Es wird heute zunehmend durch nichtradioaktive Leuchtfarben ersetzt, so dass vermutlich die Tritium-Kontaminationen des Sickerwassers zukünftig abnehmen werden. Die spezifischen Aktivitäten von Cäsium-137 liegen beim Kompost in der gleichen Größenordnung wie bei landwirtschaftlich genutzten Böden.
2.2 Landesmessprogramme Ortsdosisleistung | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
ODL - Sondenstandorte (PDF 100 KB) |
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Jahresdosisleistungsverlauf Erfurt 2005 |
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In der ausgewählten Abbildung vom Messpunkt Erfurt wird der Jahresverlauf der Dosisleistung anhand der Tagesmittelwerte dargestellt. Die dargestellte Ortsdosisleistung wird durch natürlich vorkommende radioaktive Stoffe bewirkt. Sie unterliegt leichten Schwankungen, die durch meteorologische Einflüsse wie Regen oder Schnee hervorgerufen werden. Oberflächenwasser von Trinkwassertalsperren Boden-Dauerbeobachtung | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Probennahmestandorte - Acker-, Wiesen-, Weideboden (PDF 1 MB) |
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Waldökosysteme | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Bodenstandorte unter Wald - 2005 (PDF 144 KB) |
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Waldböden haben im Unterschied zu landwirtschaftlich genutzten Böden organische Auflageschichten über dem Mineralboden. In diesen Auflagen wurden die höchsten spezifischen Aktivitäten an Radiocäsium (Summe von Cäsium-134 und Cäsium-137) gefunden. Die darunter liegende oberste Schicht des Mineralbodens wies in der Regel geringere Aktivitäten auf. Im Streufall lag die Radiocäsium -Kontamination niedriger als in den organischen Auflagehorizonten aber höher als im Mineralboden. Typisch für Waldökosysteme ist eine hohe kleinräumige Variabilität der Kontamination aufgrund einer ungleichmäßigen Verteilung des deponierten Radiocäsiums und der inhomogenen Zusammensetzung der organischen Auflage. Die dargestellten massenspezifischen Konzentrationen sind als Übersichtswerte für die radioaktive Kontamination anzusehen und nur zum relativen Vergleich innerhalb der Waldökosysteme geeignet. Ein Vergleich der spezifischen Aktivitäten der organischen Auflage unter Wald mit den Aktivitäten der landwirtschaftlich genutzten Mineralböden ist aufgrund des geringeren spezifischen Gewichts und der geringeren Horizontmächtigkeit nicht möglich und führt zu Fehlinterpretationen der Kontamination. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse geben keinen Hinweis darauf, dass der Verzehr der Lebensmittel aus den Waldökosystemen gesundheitlich bedenklich ist, da sie nur gelegentlich und in geringen Mengen verzehrt werden. Lediglich die Vermarktungseignung beim Schwarzwild kann unter Bezug auf die Verordnung (EWG) Nr. 737/90 vom 22. März 1990, geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 616/2000 vom 20. März 2000 in einigen Fällen eingeschränkt sein. 3 Messergebnisse zur Umweltradioaktivität aus natürlichen Strahlenquellen - Raum Ostthüringen 3.1 Messungen zur Betreiberkontrolle und Überwachung von Radionukliden im Wasser Die Messungen werden auf der Basis der "Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung bei bergbaulichen Tätigkeiten - REI-Bergbau" durchgeführt. Ein Teil der Messungen erfasst anlagenbezogene Emissionen von Uran und Radium-226 (Ra-226). Für die Emissionsüberwachung ist der Genehmigungsinhaber zuständig. Die Kontrolle der Emissionsüberwachung des Genehmigungsinhabers (Wismut GmbH) einschließlich der hierfür erforderlichen Probenentnahmen erfolgt im Auftrag der zuständigen Landesbehörde (Thüringer Landesbergamt) durch unabhängige Messstellen (UM). Als UM ist in Thüringen die TLUG bestimmt. Die Ergebnisse der UM für die Kontrollproben der Emissionsüberwachung für das Jahr 2005 sind in Tabelle 11 enthalten.
Die Radionuklidkonzentrationen des aus der Wasserbehandlungsanlage Seelingstädt in den Lerchenbach abgegebenen Abwassers sind aus radiologischer Sicht unauffällig. Am Messpunkt s-615 sind die Radionuklidkonzentrationen für Uran, Ra-226 und Po-210 als leicht erhöht zu betrachten. Ursache hierfür sind noch in das Gewässer eintretende Sickerwässer aus dem Bereich der ehemaligen IAA Beerwalde. Mit der künftigen Sanierung dieses Bereiches ist eine Reduzierung der radioaktiven Einträge und damit eine weitere Abnahme der Radionuklidkonzentrationen zu erwarten. Weiterhin wird die Immissionssituation in den Vorflutern, in Standgewässern und in Wässern aus Trinkwasseranlagen im Einzugsgebiet der Ostthüringer Bergbauregion beobachtet. Die Messergebnisse für das Jahr 2005 sind in Tabelle 12 enthalten. Gemäß REI-Bergbau werden durch die UM die behördlichen Messungen zur Umgebungsüberwachung bergbaulicher Anlagen als Stichprobenmessungen an Einzelmesspunkten durchgeführt. Anstelle der Angabe eines Jahresmittelwertes erfolgt deshalb die Auflistung der Anzahl der gemessenen Einzelproben und der zugehörigen Einzelmessergebnisse.
Die Ergebnisse der Tabelle 12 zeigen, dass sich in den Fließgewässern (Ausnahmen: Culmitzsch- und der Pöltzschbach) und in den Trinkwasseranlagen die Radionuklidkonzentrationen in der Größenordnung der Richtwerte für den natürlichen Untergrund (gemäß Berechnungsgrundlagen- Bergbau gilt: Uran ca. 2 µg/l, Ra-226 ca. 20 mBq/l, Pb-210 ca. 5 mBq/l) bewegen. Die Messwerte der Messpunkte E-312 und e-419 stellen den Zustand der Weißen Elster vor bzw. nach Zufluss der Wässer aus dem Wismutgebiet dar. Für das Einzugsgebiet des Sprotten-Systems im Raum Drosen-Löbichau-Schmölln repräsentiert der Messpunkt s-609 den radiologischen Gewässerzustand nach Durchgang durch das ehemalige Wismutgebiet. Die Messpunkte s-608 und s-510 stellen für den jeweiligen Sprottearm die Situation unmittelbar nach Zugang der Oberflächenwässer aus dem ehemaligen Wismutbereich dar. In den genannten Fällen bewegen sich die Radionuklidkonzentrationen inzwischen auf einem als geogen einzustufenden Niveau. Für das Bachsystem im Bereich Seelingstädt - Zwirtschen (Lerchenbach-Culmitzschbach-Pöltschzbach) zeigen die Messpunkte Nr. E-371; E-369 und E-382 vor allem für Uran eine noch immer vorhandene Beeinflussung beim Durchgang durch den südlichen Bereich des Bergbaugebietes um Seelingstädt mit den Industriellen Absetzanlagen (IAA) Culmitzsch und Trünzig. Gleiches, jedoch weniger stark ausgeprägt, zeigt sich im nördlichen Bereich des ehemaligen Wismut-Bergbaugebietes um Seelingstädt im Fuchsbach (E-368 vor, E-383 nach Bergbaugebiet). In Standgewässern (Teichen) werden vor allem in den Bereichen Gauern, Sorge-Settendorf und Westhalde Trünzig (Angelteich) gegenüber dem natürlichen Untergrund deutlich erhöhte Radionuklidkonzentrationen beobachtet. Als Ursachen hierfür kommen wahrscheinlich Beeinflussung durch die Hinterlassenschaften des Uranbergbaus in Verbindung mit in diesen Bereichen erhöhten geogenen Radioaktivitätskonzentrationen in Frage. Eine Stellungnahme zur Nutzbarkeit der Wässer aus den Teichen in der Ortschaft Gauern erfolgte im November 2002 durch das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit. Ein weiterer Schwerpunkt der radiologischen Überwachung im Zusammenhang mit den Folgen des Uranbergbaus und der Sanierung sind Radionuklidbestimmungen in Grundwasserproben aus dem ehemaligen Bergbaurevier. Die Proben wurden als Kontrollproben parallel zum Betreiber genommen und durch die UM gemessen. Die Messergebnisse der UM sind in der nachfolgenden Tabelle 13 aufgeführt.
Aus den Messwerten der Tabelle 13 ist ersichtlich, dass die Spannbreite der Radionuklidkonzentrationen in Grundwässern einen sehr weiten Bereich überstreicht. Als gering einzustufende Konzentrationen finden sich momentan vor allem im Gebiet Ronneburg-Schmölln, während in den Grundwässern um die ehemaligen Industriellen Absetzanlagen Culmitzsch und Trünzig deutlich höhere Radioaktivitätskonzentrationen in den Grundwässern anzutreffen sind. Die Messwerte zeigen, dass perspektivisch der radiologischen Langzeitüberwachung des Wasserpfades (Grund- und Oberflächenwasser) ein hoher Stellenwert zukommen wird, wobei der Überwachungszeitraum weit über das Ende der Sanierungsarbeiten und die Existenz der Wismut GmbH hinausreicht. 3.2 Messungen zur Erfassung der Radonkonzentration in der bodennahen Außenluft Das Messnetz wurde im Rahmen der fortschreitenden Sanierung im Ostthüringer Bergbaugebiet weiter angepasst.
Die höchsten Radonkonzentrationen wurden an einem neu eingerichteten Messpunkt auf dem Gelände der Gauernhalde mit 92 bzw. 132 Bq/m³ gemessen. Auch die Messpunkte mit den zweit- und dritthöchsten Radonkonzentrationen (lfd.-Nr. 15 und 16) befinden sich im unmittelbaren Umfeld bzw. am südlichen Ortsrand der Ortschaft Gauern. Für diese Messpunkte betragen die Langzeitmittelwerte der Radonkonzentration ca. 70 Bq/m³ für Nr. 15 und ca. 65 Bq/m³ für Nr. 16. Damit bleibt der südliche Bereich des Ortes Gauen Schwerpunkt bezüglich der Radonkonzentration in der bodennahen Außenluft im Ostthüringer Bergbaugebiet, wenngleich der von der Strahlenschutzkommission als obere Grenze des Normalbereiches für Radon in der Außenluft definierte Richtwert von 80 Bq/m³ im langzeitigen Mittel noch unterschritten wird. An allen anderen Messpunkten wurde der genannte Richtwert deutlich unterschritten. Im nachfolgenden Diagramm ist beispielhaft die Situation bezüglich der Radonkonzentration in der Außenluft an einem Messpunkt am Westrand der Stadt Ronneburg seit Beobachtungsbeginn im Jahr 1993 dargestellt. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Radonkonzentration in der bodennahen Luft in Ronneburg - Friedrichshaide in Richtung Gessental, 1993 - 2005 |
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Als geogener Untergrundwert für die Radonkonzentration im Raum Ronneburg-Seelingstädt wurde aus eigenen langjährigen Messungen in diesem und in einem Referenzgebiet um Berga-Waltersdorf-Buchwald ein Wert von ca. 20 Bq/m³ ermittelt, der dem vom Bundesamt für Strahlenschutz als Richtwert für den natürlichen Untergrund festgelegten Wert von 20 Bq/m³ entspricht. Ab einer Radonkonzentration (Langzeitmittelwert) von ca. 25 Bq/m³ wird ein bergbaubedingter Anteil angenommen (Berechungsgrundlagen Bergbau). Dies bedeutet, dass auch im Ostthüringer Bergbaugebiet nicht grundsätzlich von erhöhten Radonkonzentrationen in der Außenluft ausgegangen werden muss und dass festgestellte Erhöhungen in der Regel mit Einflüssen von bergbaulichen Anlagen und Objekten einhergehen. Der höchste ODL-Wert trat am Messpunkt 19 direkt auf der Gauernhalde mit 609 nSv/h auf und ist auf das dort vorhandene Haldenmaterial zurückzuführen. 3.3 Sanierungsbegleitende Messungen Seit 1993 werden rund um den ehemaligen Tagebau Lichtenberg Kontrollmessungen zur Überwachung der Entwicklung der Radonkonzentration in den dem Tagebaurestloch am nächsten gelegenen Gemeinden (Ronneburg und Kauern) durchgeführt. Diese Messungen werden als sanierungsbegleitende Messungen bezeichnet, da die Kontrolltätigkeit, welche die TLUG im Auftrag des Thüringer Landesbergamtes wahrnimmt, im direkten Bezug zu den Sanierungsarbeiten im Bereich des Tagebaurestloches Lichtenberg und den angrenzenden Bergbauhalden steht. Zur Zeit wird hiermit der Prozess der Verfüllung des Tagbaues Lichtenberg messtechnisch begleitet. Mit den Messungen wird vorsorglich die Radonkonzentration im bevölkerungsrelevanten Bereich um diese Anlagen überwacht. Ziel ist es, mögliche, durch die Sanierungstätigkeit bedingte Einflüsse (Verbesserungen sowie evtl. mögliche Verschlechterungen) anhand von Langzeitbeobachtungen zu erkennen und sicher bewerten zu können. Infolge der Angleichung der Messprogramme im Bergbaugebiet an die Anforderung der REI-Bergbau wurden die Messzyklen an den Messpunkten im Tagebau ab 2001 vom monatlichen Turnus auf einzelne Stichprobenmessungen (zur Betreiberkontrolle) umgestellt. Es sind deshalb nur noch die Ergebnisse der Einzelmessungen und keine Jahresverläufe mehr dargestellt. Die nachfolgende Tabelle 15 und das zugehörige Diagramm zeigen die Zusammenfassung der Messergebnisse (Mittelwert aus je zwei Einzelmessungen) der Radonkonzentration in der Außenluft im Jahr 2005.
Die Anzahl der überwachten Messpunkte wurde der fortschreitenden Sanierung angepasst und weiter reduziert. Die Messungen erfolgten in Ortschaften im Umfeld des Tagebau-/Haldenkomplexes an den, den Wismutanlagen nächstgelegenen Wohnbebauungen. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Einzelmesswerte der Radonkonzentration im Tagbaubereich - Ronneburg 2005 |
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Die Messergebnisse sind aus Strahlenschutzsicht unauffällig. Der Messwert von 56 Bq/m³ am Messpunkt 57.60 stellt, angesichts der relativ kurzen Messzeit, eine normale kurzzeitige Schwankung dar. Zusätzlich zur sanierungsbegleitenden Messung der Radonkonzentration wurden ebenfalls Messungen der Radioaktivität im Staub und der Radon-222-Zerfallsprodukte-Konzentration im unmittelbaren Umfeld der Sanierungsarbeiten auf den industriellen Absetzanlagen Trünzig (IAAT) und Culmitzsch (IAAC) durchgeführt. Die Ergebnisse sind im Folgenden dargestellt.
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Radonkonzentrationen an Messpunkten auf der IAA Trünzig und IAA Culmitzsch |
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Die Radonkonzentration zeigen die üblichen, deutlichen tageszeitliche Schwankungen. Auf der IAA Trünzig, hier sind schon alle Spülstrände mit nicht kontaminiertem Bodenmaterial abgedeckt, liegt der Mittelwert der Radonkonzentration im Messzeitraum mit 20 Bq/m³ auf dem Niveau der natürlichen Untergrundkonzentration. Die mittlere Radonkonzentration am Rand des Beckens B auf der IAA Culmitzsch beträgt 61 Bq/m³ und weist damit deutlich auf die Einflüsse der noch nicht vollständig abgedeckten Spülstrände hin. Messbare Auswirkungen auf Bereiche außerhalb des Wismut-Betriebsgeländes sind hiervon jedoch nicht zu erwarten. Die Radioaktivitätswerte in den Staubkonzentrationen (Tabelle 16) sind als radiologisch unbedeutend einzustufen. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||