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Umweltanalytik Inhalt
1 Analysenverfahren/Methodische Weiterentwicklungen 1.1 Anorganische Analytik Schwerpunkt der apparativen und methodischen Weiterentwicklung im Bereich der Anorganischen Umweltanalytik stellte im Jahr 2005 in Verbindung mit verminderten Personalkapazitäten die weitere Orientierung auf automatisierte analytische Systeme dar. Weiterhin wurden folgende Schwerpunkte bearbeitet:
1.2.1 Mitarbeit bei Normentwicklung im Normenausschuss Wasserwesen des DIN und der ISO Der Schwerpunkt in der Mitarbeit in den Arbeitskreisen des Normenausschusses Wasserwesen im Jahr 2005 bestand in der Mitwirkung bei der Normenentwicklung von analytischen Nachweisverfahren für folgende organische Substanzgruppen:
Ein Teil der benannten Verfahren betraf methodische Entwicklungen für spezielle Stoffe, die teilweise bereits im Jahr 2004 begonnen wurden und die im Rahmen der Vollzugsaufgaben zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie als prioritäre bzw. zu prüfende prioritäre Stoffe zur Beurteilung des chemischen Zustandes von Gewässern Anwendung finden werden. Weiterhin sind Normverfahren in Erarbeitung, die bereits vorhandene und bewährte Untersuchungsverfahren an den aktuellen technischen Stand der Analysentechnik (z. B. massenspektrometrischer Detektion im Bereich Gas- und Flüssigchromatographie) anpassen sollen und somit den Anforderungen in praktischen Anwendungen gerecht werden. 1.2.2 Methodenentwicklung und Einarbeitung neuer UntersuchungsverfahrenDer Schwerpunkt der methodischen Arbeiten im Referat "Organische Analytik" bestand auch im Jahr 2005 in der weiteren Entwicklung und Einarbeitung von Untersuchungsverfahren, die im Rahmen der Umsetzung der Richtlinie 76/464/EWG und der Wasserrahmenrichtlinie für die Bestimmung der dort geforderten Parameter anzuwenden sind. Speziell wurden weitere Verfahren zur Bestimmung von hochpolaren Pestiziden (Stoffgruppe der Phosphorsäureester) in Konzentrationsbereichen teilweise kleiner 1 ng/L mittels Flüssigchromatographie und massenspektrometrischer Detektion eingearbeitet. Weiterhin wurden folgende Schwerpunkte bearbeitet:
Im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wurde anhand des von der Bund / Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) in Auftrag gegebenen Forschungsberichts "Leitbildorientierte Bewertung von Seen anhand der Teilkomponente Phytoplankton im Rahmen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie" die Taxaliste auf die dort genannte Mindestbestimmbarkeitsliste ausgedehnt sowie die Anfertigung von Diatomeenschalenpräparaten eingeführt. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Diatomeenschalenpräparat im differentiellen Interferenzkontrast |
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2 Labormanagement
2.1 Messprogramme Im Jahre 2005 führte das Labor der TLUG Untersuchungen für 191 Messprogramme durch, die durch die Fachabteilungen der TLUG, des TMLNU, der Staatlichen Umweltämter und anderer Behörden des Freistaates Thüringen erstellt wurden. Dabei wurden 13.937 Proben mit 222.207 Einzelanalysen bearbeitet. Darüber hinaus wurden 9.942 Analysen von Sonderproben im Auftrag der Polizei, der Unteren Umweltbehörden u. a. staatlicher bzw. kommunaler Einrichtungen durchgeführt. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Proben nach Herkunftsbereichen |
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2.2 Aufträge
Neben der vom Labor der TLUG selbst durchgeführten Analytik wurden zahlreiche Messprogramme mit insgesamt 28.940 Einzelanalysen (13 % der Gesamtanalytik) komplett bzw. teilweise an Privatlaboratorien vergeben:
Diese Proben werden in der TLUG registriert und die Ergebnisse in die Datenbank eingelesen und ihre Plausibilität überprüft. 3 Analytische Qualitätssicherung 3.1 Ringversuche Im Jahr 2005 nahm das Labor der TLUG an folgenden Ringversuchen teil: 3.1.1 14. Länderübergreifender Ringversuch (LÜRV)Im Juni 2005 wurde der vom LAWA-UA "AQS Merkblattarbeit 2004" geplante und von drei Ringversuchsveranstaltern organisierte 14. Länderübergreifende Ringversuch durchgeführt. Als Ringversuchsveranstalter fungierten die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, und Saarland. Thema des Ringversuchs war die Bestimmung von Anionen in kommunalem Abwasser. Bei den Parametern handelte es sich im Einzelnen um
Die Analysenverfahren waren vorgegeben worden, dazu jeweils die untere Grenze des Arbeitsbereichs sowie die Ober- und Untergrenzen der relativen Standardabweichung. Der Ringversuch wurde auf der Grundlage der DIN 38402 A41 "Ringversuche, Planung und Organisation" und des LAWA-AQS-Merkblattes A-3 "Ringversuchsdurchführung" geplant, organisiert, durchgeführt und ausgewertet.
Für eine erfolgreiche Teilnahme mussten mindestens 80 % der 18 Parameter-Niveau-Kombinationen innerhalb der statistisch ermittelten Toleranzgrenze liegen.
Insgesamt haben sich 456 Untersuchungsstellen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland für diesen Ringversuch angemeldet. Erfolgsübersicht für den Teilbereich Saarland, Berlin, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen:
Ergebnisse der Abt. 2 der TLUG:
3.1.2. 15. Länderübergreifender Ringversuch (LÜRV) Im November 2005 wurde der vom LAWA-UA "AQS Merkblattarbeit 2004" geplante und von vier Ringversuchsveranstaltern organisierte 15. Länderübergreifende Ringversuch durchgeführt. Als Ringversuchsveranstalter fungierten die Bundesländer Baden-Württemberg, Hansestadt Hamburg, Saarland und Sachsen. Thema des Ringversuches war die Bestimmung von 5 Summenparametern in kommunalem Abwasser. Bei den Parametern handelte es sich im Einzelnen um AOX, BSB5, CSB, TNB, TOC. Die Analysenverfahren waren vorgegeben, dazu jeweils die untere Grenze des Arbeitsbereichs sowie die Ober- und Untergrenzen der relativen Standardabweichung. Folgende Toleranzgrenzen wurden festgelegt:
Für eine erfolgreiche Teilnahme mussten mindestens 80 % der 15 Parameter-Niveau-Kombinationen innerhalb der statistisch ermittelten Toleranzgrenze liegen und mindestens 80 % der Parameter erfolgreich bestimmt sein. Für die Thüringer Laboratorien wurde der Ringversuch von der Universität Stuttgart, Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte und Abfallwirtschaft ausgerichtet. Erfolgsübersicht für den Teilbereich Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Ausland (Österreich, Schweiz, Frankreich, Portugal):
Ergebnisse der Abt. 2 der TLUG:
3.1.3 Ringversuch zur Zertifizierung von Prüfstäuben Die Außenstelle Kassel des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie führte 2005 einen Ringversuch in 5 Prüfstäuben durch. Am Ringversuch waren 10 Laboratorien beteiligt. Die Ergebnisse der TLUG lagen für alle fünf zu bewertenden Stäube im Toleranzbereich des ausreißerbereinigten Medianwertes. Ausreißer wurden nicht produziert. 3.1.4 Ringversuch zur Validierung der Benzolanalytik im SpurenbereichDer Ringversuch zur Validierung der Benzolanalytik im Spurenbereich wurde durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung im Auftrag des ständigen Ausschusses Altlasten (ALA) der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) durchgeführt. in sediment and sewage sludge - GC/MS" Der durchgeführte Ringversuch hatte zum Ziel, das Bestimmungsverfahren für polybromierte Biphenylether in Sedimenten und Klärschlamm gemäß Normverfahren ISO/DIS 22032 zu validieren. Zu diesem Zweck wurden entsprechende Proben (je ein Klärschlamm und Sediment) an 16 verschiedene Laboratorien (aus 5 Ländern Europas, aus Kanada und Australien) verschickt. Ziel war es, ausgewählte Einzelsubstanzen aus dieser Stoffgruppe nach Probenextraktion mit Toluol und einer komplexen Extraktaufarbeitung mittels Gaschromatographie und massenspektrometrischer Detektion zu bestimmen. Im September 2005 wurde vom Landesumweltamt NRW der zweite länderübergreifende Ringversuch für die Biotestverfahren Daphnientest und Leuchtbakterientest organisiert. Zur Erstellung der Ringversuchsproben wurden 12 Aliquote eines Abwassers mit jeweils einer Substanz aufgestockt. Hierbei wurden drei verschiedene Substanzen (3,5-Dichlorphenol, Kaliumdichromat bzw. Zinksulfat) in jeweils zwei unterschiedlichen Konzentrationsstufen verwendet. Die Auswahl der Konzentrationsniveaus auf die Teilnehmer erfolgte zufällig. Die Proben wurden tiefgefroren und mittels Trockeneis gekühlt durch Postexpress versandt. Die Untersuchungen wurden unmittelbar nach Erhalt der Proben begonnen. Die Untersuchungen konnten nach folgenden Verfahren gemäß dem gültigen Fachmodul Wasser durchgeführt werden:
Bei der Durchführung des Ringversuches waren die Anforderungen der LAWA-AQS-Merkblätter zu beachten:
Insgesamt beteiligten sich 87 Laboratorien an diesem Ringversuch, wobei 46 Laboratorien beide Biotests durchgeführt haben. 39 Laboratorien haben ausschließlich den Leuchtbakterientest durchgeführt, 2 führten nur den Daphnientest durch. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Erfolgsbilanz beide Tests
Erfolgsbilanz Daphnientest
Erfolgsbilanz Leuchtbakterientest |
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Das Labor der TLUG nahm an beiden Tests erfolgreich (6 von 6 Proben richtig bestimmt) teil. 3.2 AuditsIm Jahr 2005 wurden TLUG-intern 11 Audits durchgeführt. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||