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Boden Inhalt
1 Bodenkundliche Landesaufnahme 1.1 Bodenübersichtskarte 200 Der Bedarf an bodenkundlichen Informationen im Hinblick auf Fragestellungen und Anforderungen der angewandten Bodenkunde und des Vollzuges des Bodenschutzes erfordert die Bereitstellung entsprechender flächendeckender Geometrie- und Sachdaten. Um den Belangen des Bodenschutzes in der Regionalplanung Thüringens Rechnung zu tragen, sind Fachaussagen zur Verbreitung und Eigenschaften der Böden notwendig. Die steigende Nachfrage nach bodenkundlichen Flächeninformationen und dem Bodenformeninventar für Problemlösungen im Boden- und Umweltschutz macht eine Zusammenführung und Homogenisierung der Daten zur Erstellung von Flächenaussagen notwendig. Der von der Regionalplanung geforderte Maßstab ist 1:100 000. Für Thüringen liegen drei Kartenwerke mit bodenkundlichen Aussagen in unterschiedlicher Qualität vor. Es sind flächendeckend die Bodengeologische Karte von Thüringen, die Mittelmaßstäbige Landwirtschaftliche Standortkartierung für die landwirtschaftliche Nutzfläche und die Forstliche Standortkarte für die Waldflächen. 2 Bodenschutz 2.1 Boden-Dauerbeobachtung (BDF) Fachstandpunkt "Boden-Dauerbeobachtungsflächen im Freistaat Thüringen" Der Fachstandpunkt (PDF 3,45 MB) soll in Berichtsform eine Einführung und einen Überblick über die Boden-Dauerbeobachtung im Freistaat Thüringen geben. Eine Karte zeigt die räumliche Verteilung der BDF-Standorte in Thüringen sowie deren Lage in den Bodenlandschaften, eine tabellarische Übersicht gibt Auskunft über die Art der Standorte, den Messumfang, die Zuständigkeit sowie benachbarte bzw. ergänzende Messnetze vor Ort. Wiederholungsbeprobung auf drei Sonder-BDF BDF sind Messflächen zur Erfassung und Bewertung langfristiger Bodenveränderungen, sie werden in festen Zeitintervallen beprobt. Seit der Ersteinrichtung der drei Sonder-BDF Bad Liebenstein, Knau und Seelingstädt im Jahr 1995 sind zehn Jahre vergangen, so dass gemäß den Vorgaben Ad hoc AG BDF (2000) eine vollständige, turnusgemäße Wiederholungsuntersuchung der drei Standorte vorgenommen wurde. Bodenmikrobiologische- und zoologische Untersuchungen von BDF Mikrobiologische Untersuchungen
Die mikrobielle Biomasse der Forstflächen ist als überwiegend sehr hoch einzuschätzen.
Bodenzoologische Untersuchungen Der Standort Olbersleben weist mit der höchsten Individuendichte, einer hohen Biomasse und der höchsten Artenzahl das beste Ergebnis auf. Die BDF in Niederorschel ist gekennzeichnet durch eine niedrige Individuendichte mit hoher Biomasse und geringer Artenzahl. Der Standort Wolferschwenda weist eine sehr niedrige Abundanz auf, mit niedriger Biomasse und geringer Artenzahl. Schwermetallbelastungen der Lumbriciden lagen an allen drei Standorten nicht vor. 2.2 Diffuse Stoffverlagerungen durch BodenerosionIm Rahmen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist es auch von Bedeutung, den durch landwirtschaftliche Nutzung bedingten diffusen Eintrag von Phosphor in die Fließgewässer Thüringens über den Pfad Bodenerosion zu quantifizieren und zu regionalisieren, um darauf aufbauend gezielte Bewirtschaftungsmaßnahmen zur Reduzierung ableiten und umsetzen zu können.
Darauf aufbauend werden in einer zweiten Phase das Phosphor-Austragspotenzial (die gesamten Ackerflächen betreffend) und das Phosphor-Eintragspotenzial (Anteil des Austrags, der in die Fließgewässer eingetragen wird) bestimmt. Die Grundgefährdung hinsichtlich Bodenerosion für die Ackerfeldblöcke (Digitale Feldblockkarte) wurde gleichfalls nach dem oben genannten Verfahren (ABAG) abgeleitet, wobei von unbedecktem Boden (Schwarzbrache, C-Faktor gleich eins) ausgegangen wurde. Dieser potenzielle Bodenabtrag je Ackerfeldblock floss in den Bodenschutzplaner, Modul Erosion der Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) ein. 2.3 Bodenschutz in Planungsverfahren / BodenfunktionsbewertungIm Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TÖB) wurden durch das Referat Boden / Bodenschutz 49 Planungsverfahren bearbeitet, bodenkundliche Sachverhalte beurteilt bzw. Stellungnahmen zum Schutzgut Boden erstellt. In diese Verfahren wurde die vorliegende "Methodik zur standortsbezogenen Bewertung von natürlichen Bodenfunktionen für Thüringen" mit einbezogen bzw. angewendet. Als weiterer Aufgabenschwerpunkt wurde diese Methodik weiter entwickelt und ausgebaut. Die für Thüringen empfohlenen Bewertungskriterien orientieren sich an dem derzeitigen fachlichen Diskussionsstand in den verschiedenen Bundesländern sowie an der in Thüringen verfügbaren Datengrundlage. Für die Bodenteilfunktionen Archiv der Natur- und Kulturgeschichte sowie Naturnähe wurden hier neue Lösungsansätze bzw. Verfahren vorgestellt. Ziel ist es, den Planungsträgern durch die quantitative und qualitative Bewertung bodenkundlicher Kennwerte für Thüringen Aussagen über den Erfüllungsgrad der natürlichen Bodenfunktion zu geben. Perspektivisch sollen dadurch bodenschutzrelevante Aspekte in planerische Abwägungs- und Entscheidungsprozesse einfließen, damit Beeinträchtigungen vermieden bzw. unvermeidbare Eingriffe in den Boden auf Flächen mit geringerer Funktionserfüllung gelenkt werden. 3 Bodenbewusstsein - Thema "Boden" in der Öffentlichkeit Wanderausstellung zum Schutzgut Boden Ende 2004 wurde erstmalig der Öffentlichkeit die Wanderausstellung "Böden - empfindliche Haut der Erde" präsentiert. Neben vielen Ausstellungsorten in Thüringen war die Wanderausstellung u.a. im Thüringer Landtag und im Umweltbundesamt (UBA) in Dessau zu sehen. Tabelle Ausstellungsorte Wanderausstellung 2005 Die Resonanz auf die Wanderausstellung war hierbei durchweg positiv. Durch diese Ausstellung konnte das Umweltschutzgut Boden mit seinen vielfältigen Funktionen im Naturhaushalt den interessierten Bürger näher gebracht werden. Dazu gehört auch, dass ein verantwortlicher nachhaltiger Umgang mit Böden nur dann möglich ist, wenn der Boden unter unseren Füßen als ein "Schatz" erkannt wird und nicht nur einen monetären Wert hat. Aktualisierung und Erweiterung des UBA-Reiseführers "Zu den Böden Deutschlands" Mit dem Ziel, die Schutzwürdigkeit des Bodens verstärkt auch im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, wurde der im Jahr 2001 an das Umweltbundesamt (UBA) erstellte Thüringer Beitrag zum Reiseführer "Zu den Böden Deutschlands - Böden sehen - Böden begreifen" aktualisiert und mit dem Bodenprofil "Lösslehmwand im Rautal bei Jena" die Thematik erweitert. In diesem Reiseführer wird die Vielfalt der Böden in den einzelnen Bundesländern vorgestellt. Für den interessierten Nutzer werden hier die jeweiligen Standorte kurz fachlich beschrieben und mit entsprechendem Bildmaterial optisch dargestellt. Darüber hinaus ist zu jedem Standort eine kleine kartenmäßige Anfahrtsskizze beigefügt. Veröffentlichung des Thüringer Beitrages des UBA-Reiseführers "Zu den Böden Deutschlands" auf der Homepage Parallel zu der vorgesehenen Veröffentlichung des UBA-Reiseführers wurde der Thüringer Beitrag in die Homepage der TLUG eingebunden und steht somit Interessenten direkt zur Verfügung. Veröffentlichung der Broschüre "Die Entstehung unserer Böden - eine (fast) unendliche Geschichte" Ein verantwortlicher und nachhaltiger Umgang mit Böden setzt ein Bodenbewusstsein voraus. Auch im schulischen Bereich gibt es Bestrebungen, das Bewusstsein für die Belange des Bodens zu intensivieren. Das Thema "Boden" wird hier fächerübergreifend, wenn auch gleich wohl nicht sehr ausführlich, behandelt. Als ein erster Schritt wurde die Broschüre "Die Entstehung unserer Böden - eine (fast) unendliche Geschichte" (PDF 3,2 MB) als eBook über die Homepage der TLUG veröffentlicht. Konzipiert für Schüler der Klassenstufen 8 bis 10, ist diese Veröffentlichung als unterrichtsbegleitendes Material für Schüler und Lehrer gedacht. Die einzelnen Themen reichen hier von Bodenentstehung, Bodenart, Humusbildung, Bodenprofile, Bodenleben, Bodenfunktionen bis zum Bodenschutz. Unter Bezug auf die Verhältnisse in Thüringen, gibt diese Broschüre auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in die Thematik und soll zum (Nach-)Denken und Handeln anregen. |