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Umweltradioaktivität
Inhalt
1
Überwachung der Umweltradioaktivität
2 Messergebnisse zur Überwachung
der Umweltradioaktivität nach Strahlenschutzvorsorgegesetz
3 Messergebnisse zur Umweltradioaktivität
nach REI-Bergbau
| 1
Überwachung der Umweltradioaktivität
|
Die
Überwachung der Umweltradioaktivität dient dem Schutz
der Bevölkerung. Sie ermöglicht eine Abschätzung in
welchem Maße Mensch und Umwelt ionisierender Strahlung
durch Kontaminationen ausgesetzt sind. Bei der Überwachung
teilen sich Bund und Länder in die Messaufgaben, die
nach gesetzlichen Vorgaben durchgeführt werden. Zusätzlich
wird in Ostthüringen die Sanierung der Uranbergbaufolgelandschaften
mit aufwändigen Messprogrammen überwacht und der Sanierungserfolg
festgestellt.
1.1
Überwachung der Umweltradioaktivität nach Strahlenschutzvorsorgegesetz
Thüringen
ist seit 1992 mit zwei Landesmessstellen und einer Landesdatenzentrale
in den Aufgabenbereich des § 3 Strahlenschutzvorsorgegesetz
eingebunden. Hierbei handelt es sich um spezielle Messtätigkeiten
im "Integrierten Mess- und Informationssystem zur Überwachung
der Radioaktivität in der Umwelt - (IMIS)". Zusätzlich
gehören drei landeseigene Messprogramme, die Thüringer
Besonderheiten Rechnung tragen, zum Überwachungsspektrum.
2004
wurden insgesamt 518 Umweltproben auf ihren Radionuklidgehalt
(insbesondere künstliche Radionuklide, wie z. B. Cäsium-137,
Strontium-90, Iod-131, Tritium, Uran- und Plutonium-Isotope)
untersucht. Außerdem wurden an 25 Messpunkten (Dauergrünlandflächen)
in-situ-gammaspektrometrische Messungen der oberflächennahen
künstlichen Radioaktivität mit einer mobilen Messeinrichtung
(Strahlenmesswagen) vorgenommen. Damit wurden alle relevanten
Umweltmedien entsprechend der gesetzlichen Vorgaben
in einem engmaschigen Überwachungsnetz beprobt und auf
ihre Gehalte an radioaktiven Stoffen analysiert.
Die
Qualität der Messungen und die Einsatzbereitschaft der
Messstellen und Landesdatenzentrale wurden durch die
erfolgreiche Teilnahme an zwei bundesweiten Ringversuchen,
Messvergleichen und an Übungen verifiziert.
1.2
Überwachung der Umweltradioaktivität nach REI-Bergbau
Die
Überwachungsaufgaben konzentrieren sich auf die Unterstützung
des Thüringer Landesbergamtes (TLBA) bei der Überwachung
der Sanierung des Uranerzbergbaus und der Bewertung
bergbaulicher Hinterlassenschaften in Ostthüringen.
Dazu wurde die Landesmessstelle Gera mit der Wahrnehmung
der Aufgaben einer unabhängigen Messstelle nach REI-Bergbau
(Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung
bei bergbaulichen Tätigkeiten) beauftragt. Schwerpunkt
der Überwachungstätigkeit sind die Messung der in der
Umgebung von Sanierungsarbeiten und bergbaulichen Anlagen
auftretenden Emissionen und Immissionen. Darüber hinaus
werden auch Messungen zur Betreiberkontrolle durchgeführt.
Im
Jahr 2004 wurden 161 Umwelt- und Betreiberproben auf
ihren Gehalt an natürlichen Radionukliden (z. B. Uran,
Radium-226, Radium-228, Blei-210, Polonium-210) untersucht.
Die
Qualität der Messungen wurde durch die erfolgreiche
Teilnahme an Vergleichsmessungen und Ringversuchen verifiziert.
1.3
Messungen und Bewertungen für Dritte
Radioaktivitätsmessungen
zu Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz
Zum 01.07.2004 hat das Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit
und Verbraucherschutz (TLLV) die Radioaktivitätsmessaufgaben,
die in Thüringen im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung
durchgeführt werden, an die TLUG übergeben. Die Radioaktivitätsmessstelle
des TLLV wurde zum 30.06.2004 geschlossen. Die Verantwortung
für die Probennahme, den Transport zur Messstelle und
die Begutachtung der Messergebnisse verbleiben in den
Händen des TLLV, lediglich die Messungen werden in den
beiden Landesmessstellen der TLUG durchgeführt.
Gegenwärtig
laufen zwei Messprogramme zur Überwachung von Lebensmitteln,
ein Messprogramm für Planproben (Wildpilze, Wildbeeren,
Konserven usw.) und ein Sondermessprogramm "Schwarzwild".
Für die Untersuchungen nach Mineral- und Tafelwasser-Verordnung
werden die methodischen Vorbereitungen getroffen. Im
Zeitraum vom 01.07.04 bis 31.12.2004 wurden insgesamt
206 Proben auf die kumulative Aktivität von Cäsium-134
und Cäsium-137, auch Radiocäsium genannt, untersucht.
Der mit 165 Proben größte Anteil kam aus dem Sondermessprogramm.
Sonstige
radiologische Messungen und Bewertungen
Im Rahmen der Amtshilfe wurden 2004 radiologische Stellungnahmen
und Bewertungen zu durch den Uranerzbergbau kontaminierten
Flächen für das TLBA und die Träger öffentlicher Belange
(z. B. Staatliche Umweltämter) erarbeitet. Für das Thüringer
Landesverwaltungsamt wurden Messungen an Abluftfiltern
von Radioiod-Therapiestationen Thüringer Kliniken und
für das Landesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Messungen zur Identifizierung radioaktiver Quellen unbekannter
Herkunft (z. B. kontaminierte Schrottteile) durchgeführt.
In
Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit
und Verbraucherschutz wurde eine Internetpräsentation
zu Radon in Wohnräumen erstellt.
nach
oben
| 2
Messergebnisse zur Überwachung der
Umweltradioaktivität nach Strahlenschutzvorsorgegesetz |
2.1
IMIS-Messprogramme
|

|
|
©
TLUG
|
|
Messfahrzeug
am Messpunkt Gorsleben
|
|
Die
Ergebnisse der Messungen im Jahr 2004 zeigen, dass die
in Thüringen erzeugten Nahrungs- und Futtermittel sowie
Trinkwasser, wenn überhaupt, nur noch Spuren an künstlichen
Radionukliden aufweisen. In Böden, Pflanzen aus dem
nichtlandwirtschaftlichen Bereich (Bäume, Sträucher
etc.), Schwebstoff und Sediment der Oberflächengewässer,
in festen Abfallstoffen sowie Pflanzen und Tieren aus
den Waldökosystemen sind demgegenüber etwas höhere Gehalte
an künstlichen radioaktiven Stoffen zu messen, die jedoch
keinerlei gesundheitliche Relevanz haben.
|

|
|
©
TLUG
|
|
Reinst-Germanium-Detektor
|
|
Mit
Hilfe hochempfindlicher Messverfahren konnten geringe
Aktivitäten der künstlichen Radionuklide Cäsium-137
und Strontium-90 in wenigen Umweltbereichen nachgewiesen
werden. Die Radionuklide stammen von den radioaktiven
Einträgen aus globalen Nuklearereignissen (oberirdische
Kernwaffenversuche, Unfall im Kernkraftwerk von Tschernobyl),
in deren Folge die Umwelt großräumig kontaminiert wurde.
Boden,
Futter- und Indikatorpflanzen
Der
Boden ist Ausgangspunkt für den Eintrag der Radioaktivität
in die menschliche Nahrungskette durch Pflanzen und
Tiere. Bodenuntersuchungen haben deshalb einen hohen
Stellenwert in der radiologischen Überwachung.
Tabelle
1: Spezifische Aktivitäten von Cäsium-137 in landwirtschaftlich
genutzten Böden
|
Nutzungsart
|
Probenanzahl
|
Radionuklid
|
Nachweisgrenze
[Bq/kg TM]
|
Messwerte
[Bq/kg TM]
|
|
min.
|
max.
|
MW
|
| Ackerboden |
6
|
Cs-137 |
0,13
|
5,6
|
17,6
|
10,7
|
|
2
|
Sr-90 |
0,09
|
1,19
|
1,25
|
1,22
|
| Weideboden |
7
|
Cs-137 |
0,14
|
13,4
|
35,4
|
22,9
|
|
3
|
Sr-90 |
0,13
|
1,58
|
1,94
|
1,78
|
MW
- arithmetischer Mittelwert
Bei
den untersuchten Böden zeigt der zeitliche Verlauf der
durchschnittlichen Kontamination (Mittelwert) mit Cäsium-137
von 1992 bis 2004 nur einen geringen Trend zur Abnahme.
Die gelegentlich stärkere Schwankung, die im Vergleich
über mehrere Überwachungsjahre besonders bei den Maximalwerten
offenkundig wird, geht auf die Probennahme, auf die
mechanische Bearbeitung (nur bei Ackerböden) und die
natürliche Variabilität des Bodenmaterials auf der Probennahmefläche
(0,1 bis 1 ha) zurück.
Neben
dem Boden stellt der Bewuchs der landwirtschaftlichen
Nutzflächen, insbesondere das Gras, ein wichtiges Indikatormedium
für den Radionuklidtransfer in die menschliche Nahrungskette
dar.
Zur
Zeit befinden sich nur noch im untersuchten Weide- und
Wiesenbewuchs neben Spuren von Strontium-90 auch noch
etwas Cäsium-137. In den anderen beprobten Futterpflanzen
ist kein Cäsium-137 mehr nachweisbar.
Tabelle
2: Spezifische Aktivitäten von Cäsium-137 in Futterpflanzen
|
Futtermittel
|
Proben-anzahl
|
Radionuklid
|
Nachweis-grenze
[Bq/kg TM]
|
Proben-anzahl
< NWG
|
Messwerte
(> NWG)
[Bq/kg TM]
|
|
min.
|
max.
|
MW
|
| Weide-
und Wiesenbewuchs |
15
|
Cs-137
|
0,41
|
10
|
0,59
|
1,67
|
1,10
|
|
6
|
Sr-90
|
0,08
|
1
|
1,10
|
2,53
|
1,94
|
| Grünmais |
15
|
Cs-137
|
0,41
|
15
|
-
|
-
|
-
|
| Futtergetreide |
7
|
Cs-137
|
0,18
|
7
|
-
|
-
|
-
|
| Futterkartoffeln |
6
|
Cs-137
|
0,28
|
6
|
-
|
-
|
-
|
Für Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden
(z. B. Parkanlagen, Wald), werden Laub bzw. Nadeln von
den Bäumen sowie Gräser und Farne als Bioindikatoren
für die radioaktive Kontamination benutzt. Die gemessenen
spezifischen Cäsium-137 - Aktivitäten sind mitunter
höher als in pflanzlichen Nahrungsmitteln und Futterpflanzen,
da sowohl die größere Depositionsfläche bei Bäumen,
die fehlende Bewirtschaftung der Flächen als auch die
radioökologischen Besonderheiten des Waldbodens Möglichkeiten
für eine Cäsium-Anreicherung bieten. Die Schwankungsbreite
der Einzelwerte rührt von regionalen Unterschieden beim
Radioaktivitätseintrag her.
Tabelle
3: Spezifische Aktivitäten von Cäsium-137 im Bewuchs
nicht landwirtwirtschaftlich genutzter Flächen
|
Probenart
|
Probenanzahl
|
Nachweisgrenze
[Bq/kg TM]
|
Probenanzahl
< NWG
|
Messwertspanne
[Bq/kg TM]
|
| Buchenblätter |
5
|
0,34
|
1
|
0,59
- 2,23
|
| Gräser/
Schilf |
3
|
0,33
|
1
|
0,47
- 18,4
|
| Fichtennadeln |
3
|
0,21
|
1
|
3,86
- 8,84
|
| Farnkraut |
2
|
0,45
|
0
|
1,56
- 214
|
Nahrungsmittel
Den größten Anteil am Überwachungsprogramm haben die
Grundnahrungsmittel. Sie werden thüringenweit erzeugerorientiert
beprobt und vor der Messung wie für den menschlichen
Verzehr aufbereitet, d. h. von allen nicht essbaren
Bestandteilen befreit.
Nur
in wenigen Proben konnten noch Spuren von Cäsium-137
bzw. Strontium-90 gemessen werden. Eine radiologische
Bedeutung für die Ernährung des Menschen haben die 2004
in den beprobten Grundnahrungsmitteln gemessenen Gehalte
nicht.
Oberflächenwasser,
Schwebstoff und Sediment
Zur radioaktiven Kontamination der Gewässer tragen sowohl
natürliche als auch künstliche Radionuklide bei. In
der Überwachung werden neben Cäsium-137 und Strontium-90
auch Tritium (H-3) und in einem Teil der Proben die
alphastrahlenden Uran- sowie Plutonium-Isotope untersucht.
Sowohl die Gehalte an Tritium als auch die der Plutonium-Isotope
lagen in jedem Fall unter der Nachweisgrenze, bei H-3
unterhalb 4 Bq/l, bei den Pu-Isotopen unterhalb 0,001
Bq/l.
Tabelle
5: Aktivitätskonzentrationen ausgewählter natürlicher
und künstlicher Radionuklide in Oberflächengewässern
[Bq/l]
|
Gewässer
|
Anzahl
Messungen
|
K-40
|
Cs-137
|
Sr-90
|
U-234
|
U-235
|
U-238
|
|
[Bq/l]
|
| Saale
(bei Dorndorf) |
4
|
<
0,21
|
<
0,006
|
0,006
|
0,013
- 0,016
|
<
0,001
|
0,007
- 0,009
|
| Weiße
Elster (bei Bad Köstritz) |
4
|
<
0,21
|
<
0,007
|
0,006
|
0,035
- 0,067
|
0,002
|
0,033
- 0,059
|
| Werra
(bei Gerstungen) |
4
|
4,1
- 4,9
|
<
0,008
|
n.
b.
|
n.
b.
|
n.
b.
|
n.
b.
|
| Pleiße
(bei Gößnitz) |
4
|
0,22
- 0,29
|
<
0,007
|
n. b.
|
n.
b.
|
n.
b.
|
n.
b.
|
| Ilm
(bei Niedertrebra) |
4
|
<
0,15
|
<
0,007
|
n.
b.
|
n.
b.
|
n.
b.
|
n.
b.
|
| Talsperre
Deesbach |
4
|
<
0,15
|
<
0,007
|
n.
b.
|
n.
b.
|
n.
b.
|
n.
b.
|
| Talsperre
Schmalwasser |
4
|
<
0,15
|
<
0,007
|
n.
b.
|
n.
b.
|
n.
b.
|
n.
b.
|
n.
b. - nicht bestimmt
|

|
|
©
TLUG
|
|
Cäsium-137-Aktivitäten
in Schwebstoff und Sediment
|
|
Die
radioaktive Fracht der Flüsse unterscheidet sich bei
den natürlichen Radionukliden deutlich. So ist in der
Werra der Gehalt an Kalium-40, in der Weißen Elster
der Gehalt an Uran-Isotopen höher als in den übrigen
Flüssen. Die Aktivitätskonzentrationen der künstlichen
Radionuklide liegen bei allen untersuchten Oberflächengewässern
unter bzw. im Bereich der Nachweisgrenze. In einigen
überwachten Flüssen und den Talsperren war auch kein
Kalium-40 nachweisbar.
Dagegen
enthalten die untersuchten Schwebstoff- und Sedimentproben,
wie im folgenden Diagramm dargestellt, Cäsium-137 in
messbaren Aktivitäten.
Trink-
und Grundwasser
In den überwachten Trink- und Grundwässern konnten keine
bzw. nur sehr niedrige Aktivitätskonzentrationen an
Radionukliden festgestellt werden.
Tabelle
6: Aktivitätskonzentrationen ausgewählter natürlicher
und künstlicher Radionuklide im Trink- und Grundwasser
|
Produkt
|
Proben-anzahl
|
Radionuklid
|
NWG
[Bq/l]
|
Anzahl
Proben< NWG
|
Messwertspanne
[Bq/l]
|
| Trinkwasser
(Wasserwerke) |
15
|
K-40
|
0,15
|
15
|
-
|
|
15
|
Cs-137
|
0,007
|
15
|
-
|
|
6
|
Sr-90
|
0,004
|
3
|
0,008
|
|
6
|
U-234
|
0,0006
|
1
|
0,0012
- 0,0056
|
|
6
|
U-235
|
0,0008
|
6
|
-
|
|
6
|
U-238
|
0,0006
|
2
|
0,0007
- 0,0027
|
| Trinkwasser
(Brunnen) |
6
|
K-40
|
0,15
|
6
|
-
|
|
6
|
Cs-137
|
0,006
|
6
|
-
|
| Grundwasser |
8
|
K-40
|
0,24
|
8
|
-
|
|
8
|
Cs-137
|
0,007
|
8
|
-
|
|
4
|
Sr-90
|
0,003
|
4
|
-
|
|
4
|
U-234
|
0,0008
|
1
|
0,0015
- 0,0050
|
|
4
|
U-235
|
0,0010
|
4
|
-
|
|
4
|
U-238
|
0,0008
|
2
|
0,0022
|
Klärschlamm und Abwasser
In fünf Kläranlagen werden die gereinigten Abwässer
vor Einleitung in die Fließgewässer sowie die Klärschlämme
zur landwirtschaftlichen Verwertung auf Kontamination
mit radioaktiven Stoffen überwacht. Alle Proben werden
gammaspektrometrisch untersucht. Bei einem Teil der
Proben werden zusätzlich Strontium-90 und Alphastrahler
(Uran- und Plutonium-Isotope) bestimmt.
Klärschlämme
akkumulieren radioaktive Stoffe. Die Ergebnisse für
die künstlichen Radionuklide sind in der nachfolgenden
Tabelle zusammengestellt.
Tabelle
7: Künstliche Radionuklide im Klärschlamm und Abwasser
ausgewählter Kläranlagen
|
Produkt
|
Kläranlage
|
Probenanzahl
|
Radionuklid
|
Messwertspanne
|
Einheit
|
| Klärschlamm |
Erfurt
(Kühnhausen) |
4
|
Cs-137
|
1,54
- 3,84
|
[Bq/kg
TM] |
|
I-131
|
8,46
- 64,1
|
| Leinefelde |
4
|
Cs-137
|
1,92
- 3,49
|
|
2
|
Sr-90
|
2,71
- 2,92
|
| Föritz
(Heubisch) |
4
|
Cs-137
|
4,36
- 35,4
|
|
I-131
|
1,31
- 419
|
| Jena |
4
|
Cs-137
|
4,48
- 7,43
|
|
I-131
|
39,8
- 116
|
|
2
|
Sr-90
|
1,81
- 1,96
|
| Gera |
4
|
Cs-137
|
2,31
- 4,05
|
|
I-131
|
12,0
- 36,8
|
| Abwasser |
Erfurt
(Kühnhausen) |
4
|
Cs-137
|
<
0,10
|
[Bq/l] |
| Leinefelde |
4
|
Cs-137
|
<
0,09
|
|
2
|
Sr-90
|
<
0,003
|
| Föritz
(Heubisch) |
4
|
Cs-137
|
<
0,09
|
| Jena |
4
|
Cs-137
|
<
0,10
|
|
I-131
|
<
0,11- 0,30
|
|
Tc-99m
|
<
0,20 - 3,0
|
|
2
|
Sr-90
|
<
0,003
|
| Gera |
4
|
Cs-137
|
<
0,11
|
Die
spezifischen Aktivitäten für Cäsium-137 sind seit Beginn
der Überwachung im Jahre 1993 in den Klärschlämmen aller
Anlagen geringer geworden. Die Strontium-90-Gehalte
sind dagegen wenig verändert. In den Klärschlämmen sind
bei den spezifischen Aktivitäten von Cäsium-137, wie
bereits in den Vorjahren, regionale Unterschiede festzustellen.
Die Kontaminationen rühren in den meisten Fällen von
Bodenpartikeln her, die mit dem Niederschlag eingespült
wurden.
Als
Jahresreihen werden beispielhaft die Entwicklungen der
Cäsium-137- Kontaminationen in den Klärschlämmen der
Kläranlagen Erfurt und Jena dargestellt.
Vom
Trend etwas abweichende Cäsium-137-Aktivitäten, wie
z. B. im II. Quartal 1998 in Erfurt bzw. im IV. Quartal
1996 in Jena, sind auf intensives Baugeschehen im Einzugsgebiet
der Kläranlagen zurückzuführen. Dabei wird mehr natürlicher
Boden in die Kanalisation eingeschwemmt als sonst üblich.
Als Folge kann sich der Gehalt an Cäsium-137 im Klärschlamm
erhöhen.
Reststoffe
und Abfälle
Von den für die Strahlenexposition des Menschen relevanten
Reststoffen und Abfällen sind das Sickerwasser und oberflächennahe
Grundwasser aus Hausmülldeponien sowie der Kompost aus
Kompostierungsanlagen Bestandteil der Radioaktivitätsüberwachung.
Tabelle
8: Aktivitätskonzentrationen verschiedener Radionuklide
im Sickerwasser Thüringer Hausmülldeponien
|
Hausmülldeponie
|
Probenanzahl
|
Radionuklid
|
Messwertspanne
[Bq/l]
|
| Großlöbichau |
2
|
K-40
|
20,9
- 23,7
|
|
Cs-137
|
<
0,11
|
|
H-3
|
24,8
- 34,0
|
| Leimrieth |
2
|
K-40
|
3,70
- 14,4
|
|
Cs-137
|
<
0,10
|
|
H-3
|
29,7
|
| Nordhausen |
2
|
K-40
|
13,0
- 38,0
|
|
Cs-137
|
<
0,11
|
|
H-3
|
21,3
- 54,4
|
| Schwerborn |
2
|
K-40
|
15,2
- 17,4
|
|
Cs-137
|
<
0,10
|
|
H-3
|
9,55
- 10,1
|
Wie in den Vorjahren liegen die Aktivitätskonzentrationen
des Cäsium-137 unterhalb der Nachweisgrenze. In allen
überwachten Anlagen konnte 2004 Tritium nachgewiesen
werden. Tritium wurde früher bei der Leuchtfarbenherstellung
(Messgeräte, Uhren) eingesetzt. Es wird heute zunehmend
durch nichtradioaktive Leuchtfarben ersetzt, so dass
vermutlich die Tritium- Kontaminationen des Sickerwassers
zukünftig abnehmen werden.
Die
spezifischen Aktivitäten von Cäsium-137 liegen beim
Kompost in der gleichen Größenordnung wie bei landwirtschaftlich
genutzten Böden.
Tabelle
9: Cäsium-137 - Gehalte im handelsüblichen Kompost
von Kompostierungsanlagen
| Betrieb |
Probenanzahl
|
Radionuklid
|
Messwertspanne
[Bq/kg TM]
|
| Schöngleina |
2
|
Cs-137
|
13,0
- 18,9
|
| Themar |
2
|
Cs-137
|
8,45
- 9,03
|
2.2
Landesmessprogramme
Ortsdosisleistung
|

|
|
©
TLUG
|
|
Standorte
von ODL-Sonden
|
|
In
einem Messprogramm ermittelt das Land an ausgewählten
Standorten mit hoher Bevölkerungsdichte kontinuierlich
die Gamma-Ortsdosisleistung (ODL). Die Ortsdosis beschreibt
für jeden Ort die Wirkung der von außen auf den Menschen
einwirkenden ionisierenden Strahlung. Die pro Zeiteinheit
ermittelte Dosis ist die Dosisleistung. Das Messnetz
mit den inzwischen 10 Messpunkten in den Stadtzentren
von Erfurt, Nordhausen, Suhl, Greiz, Eisenach, Mühlhausen,
Altenburg, Meiningen/Dreißigacker, Weimar und Gera wurde
Ende 1996 in Betrieb genommen und in den Folgejahren
schrittweise erweitert. Es ist so konzipiert, dass relative
Veränderungen des Strahlungspegels durch die Freisetzung
von radioaktiven Stoffen z. B. bei Unfällen in kerntechnischen
Anlagen in kürzester Zeit erkannt, abgeschätzt, zeitlich
verfolgt und bewertet werden können.
|

|
|
©
TLUG
|
|
Verlauf
der Jahres-Dosisleistung in Erfurt 2004
|
|
In
der ausgewählten Abbildung vom Messpunkt Erfurt wird
der Jahresverlauf der Dosisleistung anhand der Tagesmittelwerte
dargestellt. Die dargestellte Ortsdosisleistung wird
durch natürlich vorkommende radioaktive Stoffe bewirkt.
Sie unterliegt leichten Schwankungen, die durch meteorologische
Einflüsse wie Regen oder Schnee hervorgerufen werden.
Oberflächenwasser
von Trinkwassertalsperren
Da in Thüringen ein großer Teil des Trinkwasseraufkommens
von Talsperren erbracht wird, wurde zusätzlich zu den
Messpunkten des IMIS- Messprogramms ein Landesmessnetz
Trinkwassertalsperren aufgebaut. Mit diesem Messnetz
wird die radiologische Überwachung des Oberflächenwassers
(Rohwasser) aller in die Trinkwasserbereitung einbezogenen
Talsperren realisiert.
Die
durchgeführten Messungen ergaben, dass die Radioaktivitätsmesswerte
sowohl hinsichtlich der natürlichen als auch der künstlichen
Radionuklide keine radiologische Relevanz aufweisen.
Alle Messwerte waren kleiner oder wenig größer als die
Nachweisgrenzen der Radionuklide.
Waldökosysteme
Trotz vergleichsweise geringerer großräumiger Bodenkontamination
mit Cäsium-137 können in Thüringen als Folge heftiger,
lokaler Regenfälle in der unmittelbaren Folgezeit des
Unfalls im Kernkraftwerk in Tschernobyl - auf kleine
Räume begrenzt - höhere Kontaminationen mit Cäsium-137
nicht ausgeschlossen werden.
In
Abstimmung mit dem TMLNU wurde unter Mitarbeit der Thüringer
Landesanstalt für Wald; Jagd und Fischerei Gotha ein
Messprogramm "Waldökosysteme" konzipiert. Ziel dieses
Vorhabens ist, die radiologische Situation in den Waldgebieten
durch Bodenuntersuchungen aufzuklären und unter Einbeziehung
von Messungen an Wildbret, Beeren und Pflanzen zu verifizieren.
|

|
|
©
TLUG
|
|
Probennahme-Standorte
unter Wald
|
|
Bis
2004 wurden an 9 Standorten von Bodendauerbeobachtungsflächen
unter Wald und an 55 Standorten in Revieren der Thüringer
Forstämter Bodenproben aus verschiedenen Bodenhorizonten
entnommen. Insgesamt wurden bisher 210 Proben auf Cäsium-134
und Cäsium-137 untersucht. Die Auswahl der Revierstandorte
wurde unter Einbeziehung von Niederschlagsdaten (Ende
April/Anfang Mai1986) vorgenommen, wobei in der ersten
Untersuchungsphase die großen, zusammenhängenden Waldflächen,
wie z. B. der Thüringer Wald, vorrangig beprobt wurden.
Waldböden haben im Unterschied zu landwirtschaftlich
genutzten Böden organische Auflageschichten über dem
Mineralboden. In diesen Auflagen wurden die höchsten
spezifischen Aktivitäten an Radiocäsium (Summe von Cäsium-134
und Cäsium-137) gefunden. Die darunter liegende oberste
Schicht des Mineralbodens wies in der Regel geringere
Aktivitäten auf. Im Streufall lag die Radiocäsium -Kontamination
niedriger als in den organischen Auflagehorizonten aber
höher als im Mineralboden. Typisch für Waldökosysteme
ist eine hohe kleinräumige Variabilität der Kontamination
aufgrund einer ungleichmäßigen Verteilung des deponierten
Radiocäsiums und der inhomogenen Zusammensetzung der
organischen Auflage.
Die
dargestellten massenspezifischen Konzentrationen sind
als Übersichtswerte für die radioaktive Kontamination
anzusehen und nur zum relativen Vergleich innerhalb
der Waldökosysteme geeignet. Ein Vergleich der spezifischen
Aktivitäten der organischen Auflage unter Wald mit den
Aktivitäten der landwirtschaftlich genutzten Mineralböden
ist aufgrund des geringeren spezifischen Gewichts und
der geringeren Horizontmächtigkeit nicht möglich und
führt zu Fehlinterpretationen der Kontamination.
Unterschiede
gibt es auch im Verhalten des Radiocäsiums in den Waldökosystemen
im Vergleich zu den Agrarökosystemen. Da in Waldböden
der größte Teil des Radiocäsiums in austauschbarer Form
in der organischen Auflageschicht gebunden ist und die
Pflanzen, Pilze, Sträucher und Bäume die Nährstoffe
bevorzugt von dort aufnehmen, gelangt das Radiocäsium
immer wieder in den ökologischen Kreislauf. Die Verlagerung
in den Mineralbodenhorizont und eine damit verbundene
Festlegung des Radiocäsiums an Tonmineralen wie in den
Agrarökosystemen scheint nur, wenn z. B. keine organische
Auflageschicht vorhanden ist, in größerem Maße stattzufinden.
Daraus
resultierend wird in den Waldökosystemen die Vegetation
auf Grund der Halbwertszeit des Cäsium-137 (etwa 30
Jahre) auch langfristig der Kontamination mit Radiocäsium
ausgesetzt sein, so dass wild wachsende Pilze, Beeren
und Wildbret Radiocäsium enthalten können. In Abhängigkeit
von der Menge des deponierten Radiocäsiums wird der
Kontaminationsgrad territorial unterschiedlich sein.
Die
bisherigen Untersuchungsergebnisse geben keinen Hinweis
darauf, dass der Verzehr der Lebensmittel aus den Waldökosystemen
gesundheitlich bedenklich ist, da sie nur gelegentlich
und in geringen Mengen verzehrt werden. Lediglich die
Vermarktungseignung beim Schwarzwild kann unter Bezug
auf die Verordnung (EWG) Nr. 737/90 vom 22. März 1990,
geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 616/2000 vom
20. März 2000 in einigen Fällen eingeschränkt sein.
Im
Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung werden
regelmäßig Proben von Wildbret, Wildbeeren und Wildpilzen
untersucht. Die Ergebnisse werden vom Thüringer Landesamt
für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz im
Jahresbericht der amtlichen Lebensmitteluntersuchung
unter veröffentlicht.
nach
oben
| 3
Messergebnisse zur Umweltradioaktivität nach REI-Bergbau |
Messungen
zur Betreiberkontrolle und Überwachung von Radionukliden
im Oberflächenwasser
Die Messungen werden auf der Basis der "Richtlinie zur
Emissions- und Immissions-überwachung bei bergbaulichen
Tätigkeiten - REI-Bergbau" durchgeführt. Ein Teil der
Messungen erfasst anlagenbezogene Emissionen von Uran
und Radium-226 (Ra-226). Für die Emissionsüberwachung
ist der Genehmigungsinhaber zuständig.
Die
Kontrolle der Emissionsüberwachung des Genehmigungsinhabers
(Wismut GmbH) einschließlich der hierfür erforderlichen
Probeentnahmen erfolgt im Auftrag der zuständigen Landesbehörde
(Thüringer Landesbergamt) durch unabhängige Messstellen
(UM). Die Ergebnisse der Kontrolle der Emissionsüberwachung
für das Jahr 2004 sind in nachfolgender Tabelle enthalten.
Tabelle
10: Messergebnisse der TLUG- Kontrollmessungen zur
Emissionsüberwachung für genehmigte Einleitstellen der
Wismut GmbH für das Jahr 2004
|
Ort
der Probennahme
|
HW
RW
|
Proben-nahme
|
Uran
[µg/l]
|
Ra-226
[Bq/l]
|
|
UM
|
Wismut
GmbH
|
UM
|
Wismut
GmbH
|
|
Wert
|
±
|
Wert
|
±
|
Wert
|
±
|
Wert
|
±
|
| E-307:
Abgabe WBA Seelingstädt |
5625300
4515100
|
13.05.04
|
51
|
5
|
46
|
5
|
0,002
|
0,001
|
<
0,010
|
-
|
|
04.10.04
|
118
|
12
|
100
|
10
|
<
0,002
|
-
|
<
0,010
|
-
|
s-615:
Ablauf IAA Beerwalde |
5639575
4516595
|
09.03.04
|
124
|
12
|
110
|
11
|
0,011
|
0,001
|
<
0,010
|
-
|
Hinweis:
Die Fehlerangabe umfasst den statistischen Fehleranteil
der Messung und die Fehleranteile der Probenvorbereitung
im Labor, jedoch keine Fehleranteile der Probennahme.
Im Rahmen der Fehlerbandbreite stimmen alle durch den
Betreiber, die Wismut GmbH gemeldeten Messergebnisse
mit den Kontrollmessergebissen der unabhängigen Messstelle
überein.
Weiterhin
wird die Immissionssituation in den Vorflutern, in Standgewässern
und in Wässern aus Trinkwasseranlagen im Einzugsgebiet
der Ostthüringer Bergbauregion beobachtet. Die Messergebnisse
für das Jahr 2004 sind in der nächsten Tabelle enthalten.
Gemäß
REI-Bergbau werden durch die UM die behördlichen Messungen
zur Umgebungsüberwachung bergbaulicher Anlagen als Stichprobenmessungen
an Einzelmesspunkten durchgeführt.
Anstelle
der Angabe eines Jahresmittelwertes erfolgt deshalb
generell die Auflistung der Anzahl der gemessenen Einzelproben
und der zugehörigen Einzelmessergebnisse.
Tabelle
11: Messergebnisse der TLUG zur radiologischen Wasserüberwachung
für Immissionsmesspunkte in den Vorflutern der Wismut
GmbH für das Jahr 2004
|
Lfd.-Nr.
|
Probennahmeort
|
HW
RW
|
Probenzahl
|
Uran
[µg/l]*
|
Ra-226
[mBq/l]*
|
Pb-210
[mBq/l]*
|
| 1 |
Weiße
Elster
vor Pumpwerk Berga,
E-312 |
5622760
4510960 |
1
|
1,4
|
6
|
7
|
| 2 |
Weiße
Elster
nach Pumpwerk Berga, E-314 |
5624073
4510252 |
1
|
3,1
|
4
|
5
|
| 3 |
Weiße
Elster
nach Einmündung Fuchsbach Wünschendorf, E-321 |
5627634
4507566 |
1
|
4,2
|
5
|
9
|
| 4 |
Weiße
Elster
nach Einleitung SB Ronneburg, e-423 |
5634861
4505883 |
1
|
5,4
|
9
|
7
|
| 5 |
Weiße
Elster
Milbitz unterhalb Gera, e-419 |
5640942
4504142 |
1
|
5,8
|
5
|
8
|
| 6 |
Gessenbach
Mündung in Weiße Elster, e-416 |
5635797
4510492 |
1
|
31,8
|
16
|
10
|
| 7 |
Lerchenbach
oberhalb Zwirtschen, E-371 |
5625806
4515813 |
1
|
4,5
|
<
2
|
<
3
|
| 8 |
"Schafteich"
an der Culmitzschbachaue,
E-LR1 |
5624887
4514478
|
1
|
193
|
6
|
10
|
| 9 |
Culmitzschbach
nach Zufluß des Katzbaches, E-369 |
5624397
4513985 |
1
|
182
|
6
|
<
3
|
| 10 |
Pöltschbach
vor Einmündung in Weiße Elster (Berga), E-382 |
5623727
4511377 |
1
|
113
|
7
|
<
3
|
| 11 |
Fuchsbach
nach Braunichswalde,E-368 |
5629151
4515271 |
1
|
18
|
6
|
5
|
| 12 |
Gauern
Straßengraben an der Straße nach Wolfersdorf (Sickerwasser),
E-363 |
5628442
4513739 |
2
|
422/
1815
|
451/
1180
|
164
|
| 13 |
Fuchsbach
vor Einmündung in Weiße Elster unterhalb Berga,
E-383 |
5627333
4507612 |
1
|
45,2
|
7
|
6
|
| 14 |
Großensteiner-
vor Zusammenfluß mit Postersteiner Sprotte, s-608 |
5639103
4520019 |
1
|
7,2
|
6
|
<
3
|
| 15 |
Postersteiner-
vor Zusammenfluß mit Großensteiner Sprotte, s-510 |
5638566
4520509 |
1
|
5,7
|
6
|
<
3
|
| 16 |
Sprotte
in Burkersdorf (nach Einleitung SB Ronneburg), s-609 |
5639025
4524659 |
1
|
6,0
|
6
|
5
|
| 17 |
IAA
Culmitzsch - Sickerwasser am Fuß der Lockhalde,
E-365 |
5626884
4515054 |
1
|
705
|
57
|
15
|
| 18 |
Westhalde
IAA Trünzig-Angelteich, Trü03 |
5623140
4515420 |
2
|
621/
698
|
85/
62
|
16/
23
|
| 19 |
Gauern-Dorf-
(Feuerlösch-) teich,
am Fuß der Gauernhalde, Gau01 |
5628318
4513905 |
1
|
2980
|
644
|
56
|
| 20 |
Gauern
4. Teich
am Fuß der Gauernhalde, Gau05 |
5628228
4513660 |
1
|
4005
|
250
|
20
|
| 21 |
TWA
Kakau
Rohwasser, Kak01 |
5641680
4517700 |
2
|
3,6/
4,3
|
30/
28
|
7
|
| 22 |
TWA
Kakau
Reinwasser, Kak02 |
5641680
4517700 |
2
|
2,2/
3,2
|
16/
20
|
4
|
| 23 |
TWA
Gera-Liebschwitz,
Lieb01 |
5632560
4505950 |
1
|
5,0
|
<
3
|
<
4
|
* für Uran beträgt die geforderte NWG
lt. REI-Bergbau 1 µg/l, für Ra-226 und Pb-210 entsprechen
Angaben mit < ... der jeweiligen Nachweisgrenze
Die
Ergebnisse zeigen, dass sich in den Fließgewässern (Ausnahmen:
Culmitzsch- und der Pöltzschbach) und in den Trinkwasseranlagen
die Radionuklidkonzentrationen in der Größenordnung
der Richtwerte für den natürlichen Untergrund (gemäß
Berechnungsgrundlagen- Bergbau gilt: Uran ca. 2 µg/l,
Ra-226 ca. 20 mBq/l, Pb-210 ca. 5 mBq/l) bewegen.
Die
Messwerte der Messpunkte mit der Nr. 1 und 5 stellen
den Zustand der Weißen Elster vor bzw. nach Zufluss
der Wässer aus dem Wismutgebiet dar. Für das Ein-zugsgebiet
des Sprotten-Systems im Raum Drosen-Löbichau-Schmölln
repräsentieret der Messpunkt Nr. 16 den radiologischen
Gewässerzustand nach Durchgang durch das ehemalige Wismutgebiet.
Die Messpunkte Nr. 14 und 15 stellen für den jeweiligen
Sprottearm die Situation unmittelbar nach Zugang der
Oberflächenwässer aus dem ehemaligen Wismutbereich dar.
In den genannten Fällen bewegen sich die Radionuklidkonzentrationen
inzwischen auf einem als geogen einzustufenden Niveau.
Für
das Bachsystem im Bereich Seelingstädt - Zwirtschen
(Lerchenbach-Culmitzschbach-Pöltschzbach) zeigen die
Messpunkte Nr. 7; 9 und 10 vor allem für Uran eine noch
immer vorhandene Beeinflussung beim Durchgang durch
den südlichen Bereich des Bergbaugebietes um Seelingstädt
mit den industriellen Absetzanlagen Culmitzsch und Trünzig.
Gleiches, jedoch weniger stark ausgeprägt, zeigt sich
im nördlichen Bereich des ehemaligen Wismut-Bergbaugebietes
um Seelingstädt im Fuchsbach (lfd.-Nr. 11 vor, lfd.-Nr.
13 nach Bergbaugebiet).
In
Standgewässern (Teichen) werden vor allem in den Bereichen
Gauern, Sorge-Settendorf und Westhalden Trünzig (Angelteich)
gegenüber dem natürlichen Untergrund deutlich erhöhte
Radionuklidkonzentrationen beobachtet. Als Ursachen
hierfür kommen wahrscheinlich Beeinflussung durch die
Hinterlassenschaften des Uran-bergbaus in Verbindung
mit in diesen Bereichen erhöhten geogenen Radioaktivitäts-konzentrationen
in Frage. Eine Stellungnahme zur Nutzbarkeit der Wässer
aus den Teichen in der Ortschaft Gauern erfolgte im
November 2002 durch das Thüringer Ministerium für Soziales,
Familie und Gesundheit.
Messnetz
zur Erfassung der Radonkonzentration in der bodennahen
Außenluft
Das
Messnetz wurde im Rahmen der Sanierungsentwicklungen
im Ostthüringer Bergbaugebiet weiter angepasst. Es wurden
9 Messpunkte eingestellt (geogenes Level über mehrere
Messperioden rel. stabil erreicht) und 4 neue Messpunkte
eingerichtet.
Die
Messpunkte werden im Bereich Ronneburg-Seelingstädt-Gera
betrieben und sind zur landeseigenen Immissionsüberwachung
sowie zur Kontrolle der Betreibermessungen der Radonkonzentration
in der bodennahen Außenluft bestimmt. Als Messorte wurden
vorwiegend öffentlich zugängliche Orte und Wohnbebauungen
in der Nähe von ehemaligen Wismutanlagen und Betrieben
ausgewählt. Die Messpunkte sind jeweils doppelt mit
Elektretdosimetern bestückt. Zur Bestimmung der Gamma-Ortsdosisleistung
(ODL) wurden Thermo-Luminiszenz-Detektoren (TLD) eingesetzt.
Die in den Messperioden November 2003 bis Mai 2004 und
Mai 2004 bis November 2004 gewonnenen Messwerte sind
in folgender Tabelle enthalten.
Einzelmessungen,
bei denen aufgrund von Dosimeterverlusten (Diebstahl,
Zerstörung) keine Messwerte gewonnen werden konnten,
sind in der nachfolgenden Tabelle mit (-) gekennzeichnet.
Die aufgeführten Werte für die Radonkonzentration stellen
jeweils den arithmetischen Mittelwert der beiden parallel
betriebenen Radondetektoren dar.
Tabelle
12: Ergebnisse ausgewählter Messpunkte im Radon-Immissionsmessnetz
der TLUG (Mittelwerte der Messperioden 01: November
2003 bis Mai 2004 und Messperiode 02: Mai 2004 bis November
2004)
|
Lfd.
Nr.
|
Messort
|
HW
RW
|
Messperiode
01
Nov. 2003-Mai 2004
|
Messperiode
02
Mai 2004-Nov. 2004
|
|
MW
Rn
[Bq/m³]
|
MW
ODL
[nSv/h]
|
MW
Rn
[Bq/m³]
|
MW
ODL
[nSv/h]
|
|
1
|
Löbichau,
Kindergarten
|
5639200
4518300 |
-
|
119
|
E
|
E
|
|
2
|
Korbußen,
Gartenbaubetrieb |
5639250
4511950 |
16
|
120
|
E
|
E
|
|
3
|
Kauern,
Rindermastanlage |
5634500
4509900 |
-
|
105
|
E
|
E
|
|
4
|
Ronneburg,
Arndt-Straße 2 |
5635950
4512900 |
20
|
121
|
E
|
E
|
|
5
|
Loitzsch,
Nr. 27 |
5632470
4510400 |
21
|
112
|
E
|
E
|
|
6
|
Ronneburg,
Hainstr. 3 |
5635870
4512460 |
22
|
158
|
20
|
166
|
|
7
|
Seelingstädt,
Bahnhof |
5628000
4517050 |
14
|
116
|
21
|
117
|
|
8
|
Wolfersdorf,
Bachbrücke |
5627760
4512740 |
45
|
118
|
-
|
120
|
|
9
|
Zwirtschen,
Verwaltung IAA |
5625850
4514950 |
35
|
127
|
-
|
131
|
|
10
|
Friedmannsdorf |
5624690
4515960 |
23
|
115
|
30
|
118
|
|
11
|
Löbichau,
ehemals Lüfter 412, 300m |
5639300
4517950 |
22
|
97
|
E
|
E
|
|
12
|
Ronneburg,
ehemaliger Lüfter 389 |
5635850
4512100 |
27
|
112
|
E
|
E
|
|
13
|
Großenstein,
(Rtg. Halde Korbußen) |
5640600
4513200 |
14
|
111
|
E
|
E
|
|
14
|
Gauern,
Nordrand Gauernhalde, MP 15.5 |
5628260
4513960 |
63
|
185
|
108
|
210
|
|
15
|
Gauern,
Garten Nähe MP 15.5 |
5628265
4513967 |
80
|
195
|
62
|
190
|
|
16
|
Gauern,
Garten hinter Haus-Nr. 53 |
5628465
4513917 |
30
|
134
|
E
|
E
|
|
17
|
Gauern,
Obstplantage, Haus-Nr. 2 |
5628424
4514155 |
28
|
138
|
28
|
142
|
|
18
|
Großenstein,
an der Kirche |
5640800
4513920 |
-
|
-
|
27
|
83
|
|
19
|
Ronneburg
"Bergfrieden" |
5636280
4513700 |
-
|
-
|
28
|
167
|
|
20
|
Kauern,
am Pohlteich |
5634629
4510760 |
-
|
-
|
13
|
103
|
|
21
|
Straße
zw. Friedmannsdorf
und Wolfersdorf |
5625040
4517000 |
-
|
-
|
20
|
124
|
- Messpunkt nicht gemessen oder Detektor
beschädigt,
<... gemäß REI-Bergbau geforderte NWG (Kleinere Messwerte
werden deshalb nicht angegeben.) ,
E ... Messungen am Messpunkt eingestellt,
MP 18 - 21 wurden ab 05/04 neu eingerichtet
Die
höchsten Radonkonzentrationen wurden, wie bereits in
den Vorjahren, am südli-chen Ortsrand der Gemeinde Gauern
(Nordrand der Gauernhalde) mit 108 bzw. 80 Bq/ m³ gemessen.
Der für eine radiologische Einschätzung maßgebliche
Langzeitmittelwert der Radonkonzentration (über alle
Messperioden von 1992 bis 2004) beträgt an diesem Messpunkt
ca. 70 Bq/m³ und liegt damit noch unterhalb des von
der Strahlenschutzkommission als Richtwert für die obere
Grenze des Normalbereiches für Radon in der Außenluft
empfohlenen Wertes von 80 Bq/ m³.
An
allen anderen Messpunkten wurde der Richtwert in den
genannten Messperioden deutlich unterschritten.
|

|
|
©
TLUG
|
|
Radon-Konzentration
in Ronneburg
|
|
In
diesem Diagramm ist die Situation bezüglich der Radonkonzentration
in der Außenluft an einem Messpunkt am Westrand der
Stadt Ronneburg (künftiges Buga - Gelände) seit Beobachtungsbeginn
im Jahr 1992 dargestellt.
Deutlich
erkennbar ist die starke Abnahme der Radonkonzentration
bis etwa 1996/1997 (Einstellung der Abluftabgabe durch
den Abwetterlüfter 389).
Die
weitere Absenkung der Radonkonzentration (von ca. 100
Bq/m³ auf ca. 30 Bq/m³) an diesem Messpunkt bis ca.
zum Jahr 2000 ist als Effekt der voranschreitenden Sanierungsarbeiten
in diesem Bereich zu verstehen. Seit etwa dem Jahr 2000
bewegen sich die Radonmesswerte stabil in einem Bereich
um ca. 30 Bq/m³ (Mittelwert seit dem Jahr 2000 ca. 27
Bq/m³].
Leichte
Schwankungen der Radonmittelwerte zwischen den Messperioden
im Bereich unterhalb von ca. 40 Bq/m³ sind normal und
durch jahreszeitliche und klimatische Einflüsse bedingt.
Als
geogener Untergrundwert für die Radonkonzentration im
Raum Ronneburg-Seelingstädt wurde aus eigenen langjährigen
Messungen in diesem und in einem Referenzgebiet um Berga-Waltersdorf-Buchwald
ein Wert von ca. 20 Bq/m³ ermittelt, der dem vom Bundesamt
für Strahlenschutz als Richtwert für den natürlichen
Untergrund festgelegten Wert von 20 Bq/m³ entspricht.
Dies
bedeutet, dass auch im Ostthüringer Bergbaugebiet nicht
grundsätzlich von erhöhten Radonkonzentrationen in der
Außenluft ausgegangen werden muss und dass festgestellte
Erhöhungen in der Regel mit Einflüssen von bergbaulichen
Anlagen und Objekten einhergehen.
An
allen Radonmesspunkten wird ebenfalls parallel die Gamma-Ortsdosisleistung
gemessen. Hierbei beträgt der Mittelwert ca. 129 Nano-
Sievert pro Stunde (nSv/h). Dieser Wert ist als typischer
geogener Untergrundwert für die Region Ronneburg-Seelingstädt
anzusehen. Der höchste ODL-Wert trat am Messpunkt "Gauern
- Nordrand Gauernhalde" mit 210 nSv/h auf und ist auf
die unmittelbare Nähe der Gauernhalde (Haldenmaterial)
zurückzuführen.
Sanierungsbegleitende
Messungen zur Erfassung der Radonkonzentration in der
bodennahen Außenluft bei Verfüllung des Tagebaues Lichtenberg
Seit
1993 werden in einem gesonderten Messnetz rund um den
Tagebau Lichtenberg Kontrollmessungen zur Überwachung
der Entwicklung der Radonkonzentration in den dem Tagebaurestloch
am nächsten gelegenen Gemeinden durchgeführt.
Die
Messungen in diesem Messnetz werden als sanierungsbegleitende
Messungen bezeichnet, da diese Kontrolltätigkeit, welche
die TLUG im Auftrag des Thüringer Landesbergamtes wahrnimmt,
im direkten Bezug zu den Sanierungsarbeiten im Bereich
des Tagebaurestloches Lichtenberg und den angrenzenden
Bergbauhalden steht.
Zur
Zeit wird mit diesen Messungen der Prozess der Verfüllung
des Tagbaues Lichtenberg messtechnisch begleitet. Mit
den Messungen wird für die Dauer der Sanierungsarbeiten
vorsorglich die Radonkonzentration im bevölkerungsrelevanten
Bereich um diese Anlagen überwacht. Ziel ist es, mögliche
durch die Sanierungstätigkeit bedingte Einflüsse (Verbesserungen
sowie evtl. mögliche Verschlechterungen) anhand von
Langzeitbeobachtungen zu erkennen und sicher bewerten
zu können.
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©
TLUG
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Radon-Konzentration
im Tagbaubereich - Ronneburg
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Infolge
der Angleichung der Messprogramme im Bergbaugebiet an
die Anforderung der REI-Bergbau wurden die Messzyklen
an den Messpunkten im Tagebau ab 2001 vom monatlichen
Turnus auf einzelne Stichprobenmessungen (zur Betreiberkontrolle)
umgestellt. Es sind deshalb nur noch die Ergebnisse
der Einzelmessungen und keine Jahresverläufe mehr dargestellt.
Die
nachfolgende Tabelle und das zugehörige Diagramm zeigen
die Zusammenfassung der Messergebnisse (Mittelwert aus
je zwei Einzelmessungen) der Radonkonzentration in der
Außenluft im Jahr 2004.
Die
Anzahl der überwachten Messpunkte wurde der fortschreitenden
Sanierung angepasst und weiter reduziert. Die Messungen
erfolgten in Ortschaften im Umfeld des Tagebau-/Haldenkomplexes
an den, den Wismutanlagen nächstgelegenen Wohnbebauungen.
Die Messergebnisse sind aus Strahlenschutzsicht unauffällig.
Tabelle
13: Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem sanierungsbegleitenden
Messnetz zur Verfüllung des Tagebaurestlochs Ronneburg
- Radonkonzentration in der Außenluft
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Mess-punkt
Nr.
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Messort
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Koordinaten
(Gauß-Krüger-Bessel)
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Rn-Konzentration
im Zeitraum ... [Bq/m³]
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HW
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RW
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01.04.04
-06.07.04
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15.09.04
-07.12.04
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40.16
|
Tagbeau
Lichtenberg, Nordtor |
5635660 |
4512320 |
23
|
20
|
|
57.60
|
Ronneburg
- Friedrichshaide |
5635780 |
4513350 |
30
|
26
|
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69.30
|
Kauern
- Pohlteich |
5634644 |
4510756 |
18
|
28
|
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70.11
|
Lichtenberg |
5632281 |
4510114 |
27
|
32
|
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