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Umweltanalytik
Inhalt
1
Analysenverfahren
2 Labormanagement
3 Analytische Qualitätssicherung
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TLUG
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AOX-Messplatz
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In
den Labors der TLUG wird die Analytik nach genormten
oder validierten Verfahren durchgeführt. Ein beträchtlicher
Anteil der Analysenverfahren wird durch die Listen des
Fachmoduls "Wasser" der LAWA vorgegeben. Im Kompetenzfeststellungsverfahren
(s. Abschnitt 3.3) wurden folgende
Verfahren aus dem Fachmodul auditiert:
1.1
Verfahren gemäß der Teilbereiche des Fachmoduls Wasser
1.2
Weitere Verfahren
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©
TLUG
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Phytoplankton-Bestimmung
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Neben
den o.g. Analysenverfahren, die ausschließlich die Wasseranalytik
betreffen, existieren noch eine Vielzahl von Verfahren
zur Untersuchung von anderen Matrizes, wie Staubniederschlägen,
Feststoffen, Boden, Luftproben u.a., die ebenfalls auf
Normverfahren, VDE-, VDI- und anderen Richtlinien beruhen.
1.3
Weiterentwicklungen
Anorganische
Analytik
- Umstellung
der Analytik von Anionen mittels Ionenchromatografie
auf ein quasi reagenzienfreies System durch
Inbetriebnahme eines RFIC-Systems mit der Möglichkeit
des Gradientenbetriebes. Mit dieser Technik
sollen insbesondere Methoden für die Bestimmung
von anorganischen Anionen, wie Chlorat, Chlorit,
Chromat und speziellen organischen Anionen entwickelt
und genutzt werden.
- Inbetriebnahme
eines neuen Mikrowellensystems zur Intensivierung
der Probenvorbereitung für die Analytik von
Schwebstäuben.
-
Methodische Untersuchungen für die Qualitätssicherung
bei Schwebstaubmessungen, speziell für Vorbereitung,
Handling und Bearbeitung der eingesetzten Quarzfilter.
-
Methodenentwicklung in der Probenvorbereitung
für die anschließende Ionenbestimmung in Schwebstaubfiltern.
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Organische
Analytik
Mitarbeit
bei Normentwicklung im Normenausschuss Wasserwesen des
DIN und der ISO:
Der Schwerpunkt in der Mitarbeit in den Arbeitskreisen
des Normenausschusses Wasserwesen im Jahr 2004 bestand
in der Mitwirkung bei der Normenentwicklung von analytischen
Nachweisverfahren für folgende organische Substanzgruppen:
- Bestimmung
von ausgewählten Phthalaten in Wasser mittels
Gaschromatographie und massenspektrometrischer
Detektion,
- Bestimmung
von ausgewählten Alkylphenolen in Wasser mittels
Gaschromatographie und massenspektrometrischer
Detektion,
- Bestimmung
von polybromierten Diphenylethern in Sediment
und Klärschlamm mittels Gaschromatographie und
massenspektrometrischer Detektion.
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Die
in diesem Rahmen durchgeführten methodischen Arbeiten
betrafen vorrangig organische Substanzen, die als prioritäre
bzw. zu prüfende prioritäre Stoffe zur Beurteilung des
chemischen Zustandes eines Gewässers im Vollzug der
Wasserrahmenrichtlinie zu untersuchen sind und für die
derzeit kein genormtes Untersuchungsverfahren vorliegt.
Die Erarbeitung entsprechender Normverfahren besitzt
demnach eine hohe praktische Relevanz und wird derzeit
mit hoher Priorität durchgeführt.
Methodenentwicklung
und Einarbeitung neuer Untersuchungsverfahren: Der
Schwerpunkt der methodischen Arbeiten im Referat 22
bestand in der Entwicklung und Einarbeitung von Untersuchungsverfahren,
die im Rahmen der Umsetzung der Richtlinie 76/464/EWG
und der Wasserrahmenrichtlinie für die Bestimmung der
dort geforderten Parameter anzuwenden sind.
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©
TLUG
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HPLC-Arbeitsplatz
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Die
im Jahr 2004 zu untersuchenden Substanzen können in
11 unterschiedlichen Stoffgruppen eingeordnet werden
und weisen deutliche Unterschiede bezüglich ihrer chemischen
und physikalischen Eigenschaften auf. Demzufolge gestaltete
sich die methodische Umsetzung entsprechend anspruchsvoll.
Für
die insgesamt 97 zu untersuchenden Parameter kamen 16
verschiedene Aufarbeitungs- und Messverfahren zum Einsatz.
Einige Verfahren sind längere Zeit bereits in Anwendung
(z. B. BTEX, LHKW, Phenole, Phenoxyalkancarbonsäuren,
schwerflüchtige Halogenkohlenwasserstoffe, Chlorbenzen,
Chlornitrobenzene).
Da
für andere Parameter derzeit noch keine Normvorgaben
existieren, mussten entsprechende Messverfahren entwickelt
und eingearbeitet werden. Diesbezüglich wurden im Jahr
2004 folgende Schwerpunkte bearbeitet:
- Bestimmung
von hochpolaren Pestiziden (Stoffgruppe der
Phosphorsäureester) in Konzentrationsbereichen
teilweise kleiner 1 ng/L mittels Flüssigchromatographie
und massenspektrometrischer Detektion,
- Bestimmung
von aliphatischen Aminen (Dimethylamin, Diethylamin)
mittels Gaschromatographie und massenspektrometrischer
Detektion nach Derivatisierung mit Benzolsulfochlorid
und Extraktion mit Hexan,
- Bestimmung
leichtflüchtiger Halogenkohlenwasserstoffe (Vinylchlorid,
Dichlorethen, Dichlorethan, Trichlortrifluorethan,
Dichlorpropan) mittels Headspace-GC/MSD und
Injektion über ein Kaltaufgabesystem,
- Bestimmung
von polaren chlororganischen Verbindungen (Dichlorisopropylether,
Dichlorpropanol, Dichlorpropen) mittels Gaschromatographie
und massenspektrometrischer Detektion nach Extraktion
mit MTBE,
- Bestimmung
von mittelflüchtigen chlororganischen Verbindungen
(Tetrachlorethan, Hexachlorethan) mittels Gaschromatographie
und massenspektrometrischer Detektion nach Extraktion
mit Hexan.
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nach oben
2.1
Messprogramme
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©
TLUG
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Herkunft der Proben 2004
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Im
Jahre 2004 führten die Labors der TLUG Untersuchungen
für 179 Meßprogramme durch, die durch die Fachabteilungen
der TLUG, des TMLNU, der Staatlichen Umweltämter und
anderer Behörden des Freistaats Thüringen erstellt wurden.
Dabei wurden 13.516 Proben mit 194.965
Einzelanalysen bearbeitet. Darüber hinaus wurden 6792
Analysen von Sonderproben im Auftrag der Polizei, der
Unteren Umweltbehörden u.a. staatlicher bzw. kommunaler
Einrichtungen durchgeführt.
2.2
Aufträge
Neben
der vom Labor der TLUG selbst durchgeführten Analytik
wurden zahlreiche Meßprogramme mit insgesamt 45.155
Einzelanalysen (19 % der Gesamtanalytik) komplett bzw.
teilweise an Privatlaboratorien vergeben:
- Grundwassermeßnetze
Frühjahr und Herbst,
- Grundwasser-Sondermeßnetze
Landwirtschaft Frühjahr und Herbst,
- Brauchwassertalsperren,
- Schwebstoffmeßnetz
Land,
- Abwasserkontrolle
mittels Fischtest,
- Luftstaub-
und -inhaltsstoffmeßnetze.
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2.3
LIMS
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©
TLUG
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Eingabemaske
für Grundwasser-Proben im LIMS
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Das
Labor der TLUG stellte 2001 Probeneingang und -verwaltung,
Ergebniserfassung und -validierung, Qualitätssicherungsmaßnahmen
sowie Ausgabe und Verwaltung der Prüfberichte auf das
Laborinformations- und Managementsystem (LIMS) um. Dieses
ist ein datenbankbasiertes Softwaresystem, das die Laborabläufe
abbildet und eine Datensicherung unter Qualitätsmanagementgesichtspunkten
unterhält. 2002 wurde das LIMS mit dem Fachinformationssystem
(FIS) Abwasser verknüpft, so dass zum einen eine direkte
Beauftragung der Abwasseranalytik durch das FIS zum
LIMS gegeben wird, zum anderen ein schneller Zugriff
vom FIS Abwasser auf die im LIMS validierten Analysenergebnisse
möglich ist. Mit Beginn des Jahres 2004 wurde das Fachinformationssystem
"Oberflächengewässer" und im Sommer 2004 das FIS "Grundwasser"
mit vergleichbarer Funktionalität mit dem LIMS verknüpft.
nach
oben
| 3
Analytische Qualitätssicherung
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3.1
Ringversuche
Im
Jahr 2004 nahm das Labor der TLUG an folgenden Ringversuchen
teil:
11. Länderübergreifender Ringversuch (LÜRV)
Im
November 2003 wurde der vom LAWA-UA "AQS Merkblattarbeit
2003" geplante und von fünf Ringversuchsveranstaltern
organisierte 11. Länderübergreifende Ringversuch
durchgeführt. Als Ringversuchsveranstalter fungierten
die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Bayern,
Saarland und Sachsen.
Thema
des Ringversuchs war die Bestimmung von 5 Summenparametern
in kommunalem Abwasser.
Bei
den Parametern handelte es sich im Einzelnen um
AOX,
TOC, CSB, Phenolindex und KW-Index.
Die
Analysenverfahren waren vorgegeben worden, dazu jeweils
die untere Grenze des Arbeitsbereichs sowie die Ober-
und Untergrenzen der relativen Standardabweichung.
Der
Ringversuch wurde auf der Grundlage der DIN 38402-A41
"Ringversuche, Planung und Organisation" und des LAWA-AQS-Merkblattes
A3 "Ringversuchsdurchführung" geplant, organisiert,
durchgeführt und ausgewertet.
Die
statistische Auswertung der Daten erfolgt gemäß LAWA-AQS-Merkblatt
A-3 mittels robuster Methoden (Q-Methode, Huber-Schätzer).
Zur Festlegung der Toleranzgrenzen wurden ZU
- Scores berechnet. Die Toleranzgrenzen wurden festgelegt
auf |ZU|= 2.
Die
zur Berechnung der ZU-Scores verwendete
relative Vergleichsstandardabweichung (STD rel) wurde
limitiert, um in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad
der Analysenmethode zu verhindern, dass die Toleranzgrenzen
zu weit oder zu eng liegen:
Tabelle
1: Toleranzgrenzen für die Vergleichsstandardabweichung
11. LÜRV
| Parameter |
Untere
Grenze
STD rel [%]
|
Obere
Grenze
STD rel [%]
|
| AOX |
10
|
25
|
| CSB |
4
|
10
|
| Phenolindex |
10
|
25
|
| TOC |
5
|
15
|
| KW |
10
|
30
|
Für
eine erfolgreiche Teilnahme mussten mindestens 80 %
der 15 Parameter-Niveau-Kombinationen innerhalb der
statistisch ermittelten Toleranzgrenze liegen.
Aufgrund
von Stabilitätsproblemen konnte ein Teil des Ringversuches
(Parameter Phenol-Index) vom Veranstalter Hessen für
die Laboratorien der Bundesländer Hessen, Thüringen,
Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz nicht bewertet werden
und wurde im März 2004 wiederholt.
Die
Ergebnisauswertung erfolgte demgemäss erst nach dem
Wiederholringversuch. Insgesamt haben 456 Untersuchungsstellen
aus dem gesamten Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland
an diesem Ringversuch teilgenommen.
Tabelle
2: Erfolgsbilanz 11. LÜRV
|
Alle
Teilnehmer
|
Teilnehmer
TH
|
|
Gesamtzahl
|
erfolgreich
|
%
erfolgreich
|
Gesamtzahl
|
TH
erfolgreich
|
%
TH erfolgreich
|
|
456
|
314
|
68,9
|
21
|
18
|
85,7
|
Neben
der Angabe nicht im Toleranzbereich liegender Werte
konnte eine nichterfolgreiche Teilnahme auch aus den
folgenden Gründen heraus resultieren:
- es
wurden keine Daten abgeliefert
- nur
ein Teil des vorgegebenen Parameterumfangs wurde
untersucht oder
- andere
als die vorgegebenen Analysenmethoden wurden
angewandt.
|
Ergebnisse
der Abt. 2 der TLUG:
Alle Laborstandorte haben erfolgreich teilgenommen.
| Labor
Standort Jena |
erfolgreich
mit 100 % richtig analysierten Parameter-Niveau-Kombinationen |
| Regionallabor
Sondershausen |
erfolgreich
mit 100 % richtig analysierten Parameter-Niveau-Kombinationen |
| Regionallabor
Schleusingen |
erfolgreich
mit 93 % richtig analysierten Parameter-Niveau-Kombinationen |
12.
Länderübergreifender Ringversuch
Im
Mai 2004 wurde der vom LAWA-UA "AQS Merkblattarbeit
2004" geplante und von sechs Ringversuchsveranstaltern
organisierte 12. Länderübergreifende Ringversuch
durchgeführt.
Als
Ringversuchsveranstalter fungierten die Bundesländer
Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Saarland
und Sachsen. Thema des Ringversuchs war die Bestimmung
von 13 Elementen in kommunalem Abwasser. Bei den Parametern
handelte es sich im Einzelnen um Aluminium, Arsen, Blei,
Bor, Cadmium, Calcium, Chrom, Eisen, Kupfer, Magnesium,
Nickel, Quecksilber und Zink.
Die
Analysenverfahren waren vorgegeben worden, dazu jeweils
die untere Grenze des Arbeitsbereichs sowie die Ober-
und Untergrenzen der relativen Standardabweichung.
Die
Auswertung erfolgte analog der des 11. LÜRV's. Folgende
Toleranzgrenzen wurden festgelegt:
Tabelle
3: Toleranzgrenzen für die Vergleichsstandardabweichung
12. LÜRV
| Parameter |
Untere
Grenze
STD rel [%]
|
Obere
Grenze
STD rel [%]
|
| B,
Ca, Cr, Cu, Fe, Mg, Ni, Zn |
5
|
15
|
| Al,
Pb |
5
|
20
|
| As |
10
|
25
|
| Cd
(low-level: 0,75 - 2 µg/l) |
15
|
30
|
| Cd
> 2 µg/l |
10
|
20
|
| Hg
(low-level: 0,2 - 0,8 µg/l) |
25
|
40
|
| Hg
> 0,8 µg/l |
10
|
25
|
Insgesamt
haben 462 Untersuchungsstellen aus dem gesamten Bundesgebiet
und dem angrenzenden Ausland an diesem Ringversuch teilgenommen.
Tabelle
4: Erfolgsbilanz 12. LÜRV
|
Alle
Teilnehmer
|
Teilnehmer
TH
|
|
Gesamtzahl
|
erfolgreich
|
%
erfolgreich
|
Gesamtzahl
|
TH
erfolgreich
|
%
TH erfolgreich
|
|
462
|
363
|
78,6
|
21
|
17
|
80,9
|
Ergebnisse der Abt. 2 der TLUG:
Alle Laborstandorte haben erfolgreich teilgenommen.
| Labor
Standort Jena |
erfolgreich
mit 97 % richtig analysierten Parameter-Niveau-Kombinationen |
| Regionallabor
Sondershausen |
erfolgreich
mit 87 % richtig analysierten Parameter-Niveau-Kombinationen |
| Regionallabor
Schleusingen |
erfolgreich
mit 97 % richtig analysierten Parameter-Niveau-Kombinationen |
13.
Länderübergreifender Ringversuch
Im
November 2004 wurde vom LAWA-UA "AQS Merkblattarbeit
2001" der 13. Länderübergreifende Ringversuch durchgeführt.
Im Rahmen dieses Ringversuchs waren folgende Einzelsubstanzen
aus der Stoffgruppe der Chlorpestizide in einer Grundwasserprobe
zu bestimmen:
- Aldrin,
- Dieldrin,
- p,p'-DDD,
- p,p'-DDT,
- alpha-HCH,
- gamma-HCH,
- delta-HCH,
- Endrin,
- Hexachlorbenzol.
|
Als
Bestimmungsverfahren wurden die Methoden nach DIN EN
ISO 6468 (DEV F1): 1997-02 bzw. DIN 38407-F2: 1993-02
zugelassen. Dies bedeutete für die Teilnehmer die strikte
Anwendung der Flüssig-Flüssig-Extraktion als Probenvorbereitungsschritt
und den Einsatz eines ECD für die Detektion.
Als
Ringversuchsveranstalter waren die Bundesländer Baden-Württemberg
und Hamburg tätig. Bundesweit haben insgesamt 160 Laboratorien
teilgenommen. Die teilnehmenden Laboratorien aus Thüringen
wurden durch den Veranstalter aus Hamburg (Behörde für
Umwelt und Gesundheit der Freien und Hansestadt Hamburg)
mit Proben beliefert und zusammen mit insgesamt 71 Teilnehmern
auch bewertet.
Die
Rahmenbedingungen des Ringversuchs wurden innerhalb
des zuständigen LAWA-Arbeitskreises abgesprochen und
verbindlich festgelegt:
- Als
Matrix diente Grundwasser (synthetisch hergestellt
aus Deionat unter Zusatz geeigneter Salze).
- Alle
Teilnehmer erhielten drei unterschiedliche Niveaus
(Konzentrationsbereiche) zur Untersuchung.
- Die
untere Grenze des Arbeitsbereichs betrug 0,01
µg/l.
- Zusätzlich
zu den benannten Parametern wurden die Verbindungen
beta-HCH, p,p'-DDE und Heptachlor ohne vorherige
Ankündigung als "Störsubstanzen" den Ansätzen
zugefügt.
|
Von
den 71 Teilnehmern gaben 62 Laboratorien gültige Daten
ab. Da nur die Detektion mittels ECD in die Bewertung
einging, konnten auch keine Ergebnisse der MS-Detektion
bewertet werden (4 Teilnehmer).
Im
Ergebnis der Bewertung der übergebenen Daten erfüllten
79 % der Teilnehmer (49 Laboratorien) die Kriterien
für eine erfolgreiche Teilnahme. Von insgesamt 62 zu
bewertenden Teilnehmern nahmen 13 ohne Erfolg teil.
Die
berechneten Mittelwerte der insgesamt 6 unterschiedlichen
Konzentrationsniveaus lagen im Bereich zwischen 0,02
µg/l und 0,30 µg/l. Die Streuungen der Messwerte übertrafen
teilweise die Vorgabe von 25 %. Dies betraf insbesondere
die Parameter Dieldrin, p,p'-DDT und delta-HCH. Diese
Ergebnisse entsprachen damit nicht den Anforderungen
des Ringversuchveranstalters und deuten auf methodische
Schwierigkeiten (z.B. Fehler während der Injektion)
hin.
Von
den teilnehmenden Laboratorien haben 32 die Methode
nach DEV F1 und 30 die Methode nach F2 angewandt. Da
sich beide Methoden bezüglich der Durchführung nur unwesentlich
unterscheiden, sollten Unterschiede im Ergebnis der
methodenspezifischen Auswertung nur rein zufällig sein.
Für die Parameter Aldrin, Dieldrin und Hexachlorbenzol
konnte dies bestätigt werden. Für p,p'-DDT, gamma- und
delta-HCH deuten die Ergebnisse jedoch auf eine höhere
Wiederfindung in der Anwendung der Methode nach DEV
F1 hin.
Die
erfolgreiche Teilnahme ist für die Teilnehmer aus Thüringen
Voraussetzung für die Zulassung nach Thüringer Abwassereigenkontrollverordnung
- ThürAbwEKVO vom 15. September 1998 und nach Thüringer
Deponieeigenkontrollverordnung - ThürDepEKVO vom 08.
August 1994.
Da
im Labor der TLUG für die geforderten Parameter eine
Detektion mittels MSD/NCI eingearbeitet ist, konnte
eine Teilnahme am Ringversuch nach Abstimmung mit dem
Veranstalter nur ohne Bewertung erfolgen. Die übergebenen
Ergebnisse bestätigen jedoch in einer vergleichenden
Bewertung mit den berechneten Endkenndaten des Ringversuchs
deren Richtigkeit und eine gute Übereinstimmung der
Methoden.
Ringversuch
zur Zertifizierung von Prüfstäuben
Die
Außenstelle Kassel der HLUG führte 2004 einen Ringversuch
zur Zertifizierung von vier unterschiedlichen Prüfstäuben
durch. Am Ringversuch waren 12 Laboratorien beteiligt.
Die
Ergebnisse der TLUG lagen für alle vier zu bewertenden
Stäube im Toleranzbereich des ausreißerbereinigten Medianwertes.
Ausreißer wurden nicht produziert.
Bestimmung
von Summenparametern in Bodenabfällen
Im
Bereich der Feststoffanalytik führte das Institut für
Hygiene und Umwelt im September 2004 einen Ringversuch
zur Bestimmung nachfolgender Summenparameter in Bodenabfällen
durch:
- Mineralölkohlenwasserstoffe
(MKW) nach LAGA KW/04,
- MKW-Index
entsprechend DIN EN 14039 bzw. DIN ISO 16703,
zusätzlich Bestimmung des mobileren Anteils
unter C22 und einer qualitativen Charakterisierung
der Ölbelastung aus den Chromatogrammen,
- Summe
lipophiler Stoffe nach LAGA KW/04, Kap. 6.8,
- EOX
angelehnt an DIN 38414 S17,
- Glühverlust
nach DIN 38414 S3,
- TOC
im Feststoff nach DIN ISO 10694 oder analog
DIN 38409 H3.
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Der
Ringversuch wurde bundesweit durchgeführt. Von den 50
angemeldeten Laboratorien konnten 46 Teilnehmer bewertet
werden.
Gemäß
den Vorgaben wurden die Parameter einzeln bewertet.
Für eine erfolgreiche Bestimmung war es notwendig, dass
beide Mittelwerte der Bestimmungen für zwei übergebene
Proben jeweils innerhalb der Toleranzgrenzen liegen
mussten.
Zu
untersuchen waren zwei Feststoffproben, die aus einer
Mischung unterschiedlicher Abfall- bzw. Altlastenproben
(teilweise hoch belastet mit Diesel, schwerem Heizöl
bzw. Bitumen) und verschiedenen Zusätzen bestanden.
Als
methodische Besonderheit musste gemäß den Vorgaben der
LAGA-Richtlinie KW/04 neben dem KW-Index auch der mobilere
KW-Anteil (Bereich C10 bis C22) bestimmt werden. Weiterhin
wurde mit einer aussagefähigen qualitativen Charakterisierung
der jeweiligen Ölbelastungen der Proben auf der Grundlage
der vorliegenden Chromatogramme (gaschromatografischer
Fingerprint) einem weiteren besonderen Aspekt der benannten
Richtlinie Rechnung getragen. Die beiden letztgenannten
Vorgaben haben sich in der praktischen Anwendung der
LAGA-Methode noch nicht vollständig etabliert und stellten
somit für einige Teilnehmer eine besondere Schwierigkeit
dar.
Die
Bestimmung des MKW-Index (C10 bis C40) führten 40 Laboratorien
durch. Die erzielte Vergleichbarkeit lag mit etwa 20
% im zu erwarteten Rahmen. Die Bestimmung des mobileren
Anteils (C10 bis C22) führte zu höheren Vergleichsstandardabweichungen
(26 %) und bestätigte somit methodische Probleme bzgl.
der Anwendung und die noch nicht vollständige Etablierung
dieses Zusatzparameters in der Praxis.
Die
Mehrzahl der Teilnehmer konnte aber belegen, dass sowohl
eine korrekte Quantifizierung der MKW-Gehalte in den
vorgegebenen Siedebereichen als auch eine aussagefähige
qualitative Bewertung der Zusammensetzung der Mineralölgemische
möglich ist. Von einigen Teilnehmern wurden keine Interpretationen
der Chromatogramme durchgeführt bzw. konnten keine Unterschiede
zwischen den Proben erkannt werden. In diesen Fällen
wurde keine Bescheinigung über die erfolgreiche MKW-Bestimmung
nach LAGA KW/04 erteilt.
Qualifiziert
für die Untersuchung von MKW in Abfällen haben sich
nach Auffassung des Veranstalters nur die Laboratorien,
die alle Teilaspekte der Richtlinie richtig erfüllten.
Insgesamt konnten 27 der 40 Teilnehmer dieses Prädikat
erteilt werden (Erfolgsquote von 68 %). Die relativ
hohe Ausfallquote belegt jedoch auch die noch existierenden
praktischen Probleme bzw. ein gewisses Unverständnis
in der Umsetzung der LAGA KW/04.
Für
den Parameter "Summe lipophiler Stoffe" konnte eine
sehr gute Erfolgsquote von 92 % erzielt werden.
Die
Parameter TOC im Feststoff und Glühverlust wurden mit
85 % aller Teilnehmer erfolgreich analysiert. Das Labor
der TLUG konnte mit einer 100 %igen Erfolgsquote abschließen.
3.2
Audits
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©
TLUG
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Zielwert-Kontrollkarte
|
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Im
Jahr 2004 wurden TLUG-intern 23 Audits durchgeführt.
Die
Einhaltung von Qualitätssicherungsmaßnahmen wird weiterhin
nachweislich durch die Behörden im Rahmen von Zulassungs-
und Akkreditierungsverfahren für private Laboratorien
gefordert. Durch entsprechende Zulassungsverfahren wird
die Kompetenz eines Laboratoriums für einen großen Bereich
der Umweltüberwachung, wie Trinkwasserüberwachung, Immissionsschutz,
Bodenschutz oder Abwasserüberwachung, geregelt. Beauftragte
des Labors der TLUG führten 2004 bei Auftragslabors
9 Audits durch.
3.3
Gegenseitige Kompetenzfeststellung
Eine
wichtige Grundlage für das Zulassungs- und Akkreditierungswesen
bildet die Norm DIN EN 17025. Auch die staatlichen Laboratorien
unterziehen sich einer gegenseitigen Qualitätskontrolle
gemäss der "Verwaltungsvereinbarung über den Kompetenznachweis
und die Notifizierung von Prüflaboratorien oder Messstellen
im gesetzlich geregelten Umweltbereich". Die Kompetenz
der Untersuchungsstelle wird im Rahmen einer Laborbegutachtung
(Audit) geprüft, deren Ablauf gemäß LAWA-AQS-Merkblatt
A-12 erfolgt und in drei Teile gegliedert ist:
- Vorprüfung
auf schriftlichem Weg,
- Laborbegehung
und
- Abschlußgespräch
und Bewertung.
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©
TLUG
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Zertifikat
zur Feststellung der Kompetenz
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Der
Nachweis der Kompetenz erfolgt durch das entsprechende
Zertifikat sowie die dazugehörigen Anlagen und das Protokoll
der Laborauditierung, das nicht älter als 2 Jahre sein
darf. Am 14. und 15.12.2004 wurde das Labor der TLUG
entsprechend des Fachmoduls "Wasser" durch Fachvertreter
der Länder Brandenburg und Rheinland-Pfalz erfolgreich
auditiert.
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