Lärm und Erschütterungen


Inhalt

1 Gutachterliche Stellungnahmen und Untersuchungen
2 Anlagenbezogener Lärm
3 Beschwerdeanalyse
4 Untersuchung von Erschütterungsemissionen


 

1 Gutachterliche Stellungnahmen und Untersuchungen

Wirkung von Schallschutzwänden - Sonderformen

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© TLUG
Nach außen geneigte Schall-Schutzwand

In der Regel werden Schallschutzwände als senkrechte, dünne Wandkonstruktion aus den verschiedensten Materialien wie Beton, Stahl oder Kunststoffen errichtet. Wird bei der Dimensionierung einer Schallschutzwand eine erforderliche Höhe von mehr als 5 m ermittelt, kann die Errichtung problematisch werden. Hohe Wände bieten eine große Windangriffsfläche, was statische Probleme bereitet und sind optisch unattraktiv. Um diese Nachteile zu vermeiden, wählt man oft alternativ einen Erdwall mit aufgesetzter Wand. Ist dies z. B. aus Platzgründen nicht möglich, dann können Sonderformen wie geneigte oder oben abgekrümmte Wände zur Anwendung kommen.

Die TLUG hat im Jahr 2004 erstmalig die Wirkung solcher Sonderkonstruktionen rechnerisch nachgewiesen und kann diese zur Anwendung empfehlen

Beurteilung von Verschattungen durch Schallschutzwände

Schallschutzwände und andere Bauwerke können nachteilig auf die Luftströmungen und auf das Landschaftsbild wirken. Sie können jedoch zusätzlich auch ein ungewollter Schattenspender sein. Je nach Lage der betroffenen Immissionsorte, der Orographie, der Himmelsrichtung und dem jahreszeitlichen Sonnengang kann die Verschattung erheblich nachteilig sein.

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Untersuchungsergebnisse aus dem Jahr 2004 zur Verschattungs- bzw. Besonnungsdauer (2 MB)

Die TLUG hat erstmalig diese Thematik auf Anfrage aufgegriffen. Wie die Untersuchungsergebnisse aus dem Jahr 2004 zeigen, lässt sich die Verschattungs- bzw. Besonnungsdauer standortbezogen für jedes Gebäude und für die Grundstücksflächen für jeden Tag berechnen. Naturgemäß ist die Beeinträchtigung im Winter gravierender als in den Sommermonaten. Je nach Art der Nutzung ist z. B. in der Vegetationsphase das Frühjahr und der Sommer bei landwirtschaftlicher Nutzung bedeutsam.

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2 Anlagenbezogener Lärm - Probleme mit tieffrequenten Geräuschen durch Blockheizkraftwerke

Blockheizkraftwerke (BHKW) finden zunehmend Anwendung. Es sind mit Erdgas, Flüssiggas, Diesel oder Rapsöl betriebene Motoren, die einen Generator antreiben, der elektrische Energie erzeugt. Diese elektrische Energie kann ins Netz eingespeist werden. Die im Motor, im Generator und im Abgas anfallende Wärme wird über Wärmetauscher zur Wärmeversorgung z. B. von Wohngebäuden verwendet.

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Terz-Frequenz-Analyse

Da BHKW's in der Nähe zur Wohnbebauung errichtet werden, können Probleme durch Lärmbelästigungen (Schallimmissionen in Wohnräumen), speziell durch tieffrequenten Luftschall auftreten. Tieffrequenter Schall ist Schall mit Frequenzen unter 100 Hz. Tritt er im Wohnbereich auf, ist er häufig Quelle von Beschwerden.

Die TLUG hat Untersuchungen an Blockheizkraftwerken durchgeführt. Messergebnisse an einem Immissionsort im Abstand von ca. 40 m von einem BHKW weisen die Existenz solcher Frequenzen nach, wie aus der Terz-Frequenzanalyse ersichtlich ist.

Um die Abstrahlung tieffrequenten Luftschalls zu reduzieren, bestehen folgende Möglichkeiten:

  • massive Einhausung des Motors,
  • Schalldämmung im Innenraum,
  • Einbau passiver Schalldämpfer in den Abluftweg,
  • Einbau eines aktiven Schalldämpfers nach dem Prinzip des Antischalls.

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3 Beschwerdeanalyse

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Tabelle: Übersicht über die von 1995 bis 2004 eingegangenen Beschwerden im Immissionsschutz

Diagramm 1: Übersicht - Beschwerdeanalyse Immissionsschutz 1995 bis 2004

Diagramm 2: Beschwerdeanalyse für 2004

Beschwerden sind ein Spiegel für empfundene Belästigungen der Bürger. Auf dem Gebiet des Immissionsschutzes resultieren diese vor allem aus Einwirkungen der Erfassungsbereiche Lärm und Luft. Die hier integrierten Abbildungen geben die Entwicklung der Beschwerdesituation im Freistaat Thüringen ab 1995 wieder.

Es wurden die Beschwerden ausgewertet, die bei Stadtverwaltungen und Landratsämtern eingegangen sind und bei deren Bearbeitung die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie in komplizierten Fällen einbezogen war.

Den Hauptanteil an der Bilanz machen Beschwerden zu Lärm und Gerüchen aus. Während die Zahl der Beschwerden bezüglich Luft und Gerüchen, bis zum Jahre 2004 leicht abnahmen, blieb die Zahl bei Lärmbeschwerden nahezu unverändert.

Innerhalb der Lärmbelästigungen sind nach wie vor Industrie und Gewerbe die Hauptverursacher. Beschwerden zu Freizeit- u. Sportanlagen sowie Gaststätten und Diskotheken nehmen den zweiten Rang ein.

Hauptsächliche Verursacher von Geruchsbeschwerden waren neben Nachbarschaft auch landwirtschaftliche Anlagen.

Die Bedenken der Bevölkerung gegenüber Mobilfunkanlagen spiegeln sich in der Rubrik Sonstiges wider.

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4 Untersuchung von Erschütterungsemissionen

Webereien können in ihrem Umfeld erhebliche Erschütterungen verursachen. Quelle der Erschütterungen sind vor allem die 400 bis 600 mal in der Minute hin- und hersausenden Schiffchen der Webstühle. Die dadurch erzeugten Erschütterungen mit Frequenzen von 7 bis 10 Hz werden in den Untergrund eingeleitet und breiten sich im Erdreich aus. Befinden sich in der Umgebung solcher Betriebe Wohngebäude, können die Geschossdecken zu Schwingungen angeregt werden, wodurch Gläser in den Schränken klirren oder sogar Lampen wackeln können. Sind die Erschütterungen stark genug, können sogar Schäden an Gebäuden die Folge sein. Von den angrenzenden Bewohnern werden bereits gerade spürbare Erschütterungen als störend empfunden.

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Schwingungs-Dämpfung

Durch die TLUG wurden auf Grund von Beschwerden in der Umgebung einer Weberei mehrere Messungen durchgeführt. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden der zuständigen Vollzugsbehörde zur Einleitung von Maßnahmen übergeben.

Durch die Installation von Schwingungsdämpfern unter den Webstühlen kann der Eintrag von Energie in den Untergrund unterbunden bzw. erheblich reduziert werden. Wie das hier hinterlegte Beispiel zeigt, konnten gut spürbare Erschütterungen soweit reduziert werden, dass sie von den Bewohnern nicht mehr wahrgenommen wurden.

 

     
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