Geologie


Inhalt

1 Geologische Grundlagen
2 Rohstoffgeologie
3 Infrastrukturgeologie
4 Geowissenschaftlicher Naturschutz
5 Ingenieurgeologie, Baugrund, Georisiken
6 Geologisches Landesarchiv

7 Hydrogeologie



1 Geologische Grundlagen

1.1 Geologische Landesaufnahme

Digitales geologisches Flächeninformationssystem 1 : 200.000 (GÜK200)

zum Thema

Publikationen der TLUG: Geologische Übersichtskarten

Das Publikationsverzeichnis des Geologischen Landesdienstes der TLUG als PDF-Datei (660 KB)

GÜK 200 als Gesamtkarte und ein Ausschnitt

Im Jahr 2004 wurde mit der Herausgabe der digitalen Version der Geologischen Übersichtskarte von Thüringen im Maßstab 1 : 200.000 (GÜK200) als CD das erste blattschnittfreie geologische Flächeninformationssystem für Thüringen der Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Die GÜK200 umfasst insgesamt 225 geologische Legendeneinheiten und ca. 12.000 Einzelflächen.
Die CD enthält neben der GÜK200 auch die Hydrogeologische Übersichtskarte 1 : 200.000 (HÜK200), die den Oberen Grundwasserleiter in Thüringen beschreibt.

Als digitale und blattschnittfreie, und somit nutzerfreundliche moderne Darstellung der geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse sind die Übersichtskarten Grundlage für vielfältige Anwendungen sowohl in Behörden, Kommunen und Wissenschaftseinrichtungen als auch in Industrie, Wasser-, Land- und Forstwirtschaft sowie im Bauwesen.

Digitales geologische Flächeninformationssystem 1 : 25.000 (GK25digTh)

Ein zentraler Teil des im Aufbau stehenden, modular aufgebauten Bodeninformationssystems von Thüringen ist die digitale geologische Karte 1 : 25.000 (GK25digTh).
Sie ist ein digitales Informationssystem zur flächendeckenden und blattschnittfreien Abbildung der geologischen Verhältnisse im Land Thüringen. Die Datenbasis dieses Informationssystems sind die gedruckten Karten der Geologischen Karte im Maßstab 1 : 25.000 sowie die verfügbaren Manuskriptkarten, von denen jeweils die aktuellsten Kartierergebnisse digitalisiert werden. Flächen-, Punkt- und Liniendaten werden getrennt erfasst und in fachbezogenen "Layern" abgelegt.

Hierarchisch strukturierte Schlüssellisten (z. B. Kartiereinheiten, Petrographie, Stratigraphie) sind die Grundlage einer für ganz Thüringen homogenen und damit überregional vergleichbaren Datenablage.

Von den insgesamt 165 GK25 des Freistaats Thüringen (einschließlich Teilblätter) liegen bisher 124 in digitalisiert Form vor. Mittlerweile sind die Arbeiten an 93 Blättern soweit fortgeschritten, dass sie hausintern im System der GK25digTh verwendet werden können.

Die Abgabe an externe Nutzer soll 2005 beginnen. In Kombination mit weiteren Teilen des im Aufbau befindlichen Bodeninformationssystems von Thüringen - wie z. B. der Bohrdatenbank - wird die GK25digTh einen hohen Nutzen bei der Lösung von neuen Aufgaben der angewandten Geologie (z.B. Geothermie/Erdwärme, Erstellung von Subrosionskarten, Deponie von CO2) sowie bei der Tiefenkartierung und 3D-Modellierung haben.

Kartenwerk "Geologische Karte von Thüringen 1 : 25.000"

Als analoge Karten wurden 2004 zwei weitere Blätter des Kartenwerks "Geologische Karte von Thüringen 1 : 25.000" herausgegeben. Es sind die GK25 5335 Pößneck (2. Auflage) und 5532 Steinach (2. Auflage).

Von den 130 von Thüringen zu bearbeitenden Kartenblättern der GK25 wurden damit seit 1993 27 GK25 (21 %) als moderne Neukartierungen veröffentlicht. Durch externe Werkvertragnehmer werden derzeit 12 weitere GK25 bearbeitet. Darüber hinaus werden temporäre geologische Aufschlüsse, die im Zuge von Baumaßnahmen (z. B. Autobahn- und ICE-Trassen) entstehen, exemplarisch erfasst.

Herausgabe der "Geowissenschaftliche Mitteilung von Thüringen"

zum Thema

Inhaltsübersicht der bislang erschienenen Ausgaben der "Geowissenschaftlichen Mitteilungen von Thüringen" als PDF-Datei (25 KB)

Die "Geowissenschaftlichen Mitteilungen von Thüringen" ist eine renommierte Fachzeitschrift, in der Erkenntnisse zur regionalen Geologie Thüringens publiziert werden.

Mit dem Band 11/2004 erschienen wieder mehrere Artikel, die den geowissenschaftlichen Kenntnisstand über Thüringen und seine Nachbarregionen deutlich erhöhen.

 

1.2 Geophysik/Seismologie

Bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen in Thüringen erste geophysikalische Regionalvermessungen im Rahmen der Reichsaufnahme zur Erweiterung des Kenntnisstandes der tieferen geologischen Strukturen. Vermessungen größerer Gebiete folgten zu Beginn der 50er Jahre, um die Erkundung von volkswirtschaftlich bedeutenden Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas, Spate, Kalisalz, Uranerze, Eisen- und Buntmetallerze, Baurohstoffe etc. zu forcieren. In den nachfolgenden Jahren bis 1990 wurde der Geophysik ein hoher Stel-lenwert bei der Verstärkung des geologischen Wissensstandes eingeräumt. Großflächige Untersuchungen, zuletzt auch mittels Aerogeophysik, wurden durchgeführt. Diese umfangreichen Daten befinden sich in Teilen an der TLUG, andere werden im Datenspeicher Leipzig vorgehalten.

Bereits 1994 wurden Geophysikalische Übersichtskarten im Maßstab 1 : 200 000 erstellt und Übersichten zu den Messgebieten, Profilen und den Messpunktdichten erarbeitet. Besonderer Augenmerk wird auf die Sicherung der im Ergebnis der zahlreichen, heute schon aus Kostengründen nicht wiederholbaren Messkampagnen archivierten Daten gelegt.

Gleichzeitig wird die Überarbeitung des Kataloges der Geologisch-Geophysikalischen Normalprofile vorangetrieben. Eine weitere, in Kooperation mit dem Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Erdbebenkompetenzzentrum des Institutes für Konstruktiven Ingenieurbau der Bauhaus-Universität Weimar wahrgenommene Aufgabe ist die des Seismologi-schen Landesdienstes.

Grundlage der Rayonierung der Zonen der natürlichen Seismizität bildet die DIN 4149. Der Osten des Freistaates Thüringen ist gemeinsam mit den Nachbarländern Sachsen und Sachsen - Anhalt betroffen. Berücksichtigt ist derzeit auch die bergbauinduzierte Seismizität in Nordwest- und Westthüringen. Im Falle eines den Freistaat Thüringen betreffenden oder tangierenden seismischen Ereignisses mit einer Magnitude über 2,5 wird der Geologische Landesdienst umgehend vom Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena als Betreiber des ostthüringischen Messnetzes informiert und gewährleistet selbst eine unverzügliche Mitteilung an die Thüringer Talsperrenverwaltung.

Im Zusammenhang mit der für 2005 erwarteten Novellierung der DIN 4149 wirken die Geologischen Landesdienste Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens aktiv an der Herausgabe einer gemeinsamen Verwaltungskarte der Erdbebenzonen nach DIN 4149. Die möglichen Auswirkungen der bergbauinduzierten Seismizität im Thüringer Südharz- und im Werra-Kaligebietes werden in diesem Zusammenhang im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Bau und Verkehr gesondert geprüft.

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2 Rohstoffgeologie

Übertägige Gewinnung von Rohstoffen

zum Thema


Rohstoffgeologie: Rohstoffsicherung und Flächeninanspruchnahme in Thüringen

Im Freistaat Thüringen wurden 2003 in 200 Gewinnungsstellen insgesamt 30,08 Mio. t Steine- und Erden-Rohstoffe abgebaut. Das entspricht einer Förderung von 12,62 t/Einwohner. Im Vergleich zu 2001 (32,48 Mio. t = 13,41 t/Einwohner) ist damit ein weiterer, allerdings leichter Rückgang in der Förderung zu verzeichnen. Gegenüber dem bisherigen Höchststand der Rohstoffgewinnung im Jahre 1994 (49,765 Mio. t) ist - wenn auch ungleichmäßig verlaufend - eine stetige rückläufige Entwicklung der Förderung festzustellen.

Tabelle: Förderung der Steine- und Erden-Rohstoffe 2003
(Lagerstättenwirtschaftliche Jahresanalyse 2003 der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie)

Rohstoffgruppe
Anzahl der Gewinnungsstellen
Fördermenge
(kt)
Kiessand
67
10.335*
Sand/Sandstein
24
330*
Kalkstein für die Herstellung von Schotter und Splitt
47
5.440*
Hartgestein (silikatisches Gestein) für die Herstellung von Schotter und Splitt
24
8.965*
Werk- und Dekorationsstein
9
280*
Grobkeramische Rohstoffe
11
965
Gipsstein
-
490
Anhydritstein
7
275
Rohstoffe für spezielle Einsatzzwecke
11
3.000
(*) (***)
Gesamtförderung (kt)
200
30.080
Fördermenge/Einwohner (t/Einwohner)
12,62
davon Massenbaurohstoffe (Kiessand, Sand/Sandstein, Kalkstein sowie Hartgestein für die Herstellung von Schotter und Splitt)

Gesamtförderung (kt)
162
25.070
Fördermenge/Einwohner (t/Einwohner)
-
10,52

* einschließlich Nebenproduktion von Gewinnungsstellen anderer Rohstoffe und Tunnelausbruchmassen

*** (Zementrohstoffe, Industriekalkstein, Tonschiefer für die Herstellung von Leichtzuschlagstoffen und Brech- und Mahlprodukten, tonige Gesteine sowie Dolomitstein für spezielle Einsatzzwecke) - Zusammenfassung aus Gründen des Datenschutzes

 

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© TLUG
Rohstoff-Gewinnung
1994 - 2003

Der Anteil der Massenbaurohstoffe (Kiessand, Sand/Sandstein sowie Kalkstein und Hartgestein für die Herstellung von Schotter und Splitt) an der Gesamtförderung lag 2003 bei 83,34 % und betrug insgesamt 25,07 Mio. t bzw. 10,52 t/Einwohner.

Insgesamt 41,22 % der Massenbaurohstoffe = 10,34 Mio. t entfielen auf Kiessand, 35,76 % = 8,97 Mio. t auf Hartgestein (silikatische Gesteine) zur Herstellung von Schotter und Splitt, 21,7 % = 5,44 Mio. t auf Kalkstein für die Herstellung von Schotter und Splitt sowie 1,32 % = 0,33 Mio. t auf Sand/Sandstein. Auch hier setzte sich mit gegenüber 2001 der bisherige, nicht gleichmäßig verlaufende Rückgang der Förderung fort.

Ursache für die abnehmende Förderung von Massenbaurohstoffen gegenüber den Vorjahren ist vor allem die konjunkturelle Entwicklung in der Bauwirtschaft.

Untertägige Gewinnung von Rohstoffen
Aus untertägigen Bereichen werden in Thüringen die Rohstoffe Kali- und Steinsalz (auch als Solen), Erdgas und voraussichtlich ab 2006 Fluss- und Schwerspat gewonnen.

Der Abbau von Kalisalzen der Werra-Folge (Zechstein 1) findet in Unterbreizbach im Wartburgkreis im Werk Werra statt. Seit November 2004 wird außerdem im Bergwerk "Glückauf" Sondershausen (Kyffhäuserkreis) wieder Steinsalz (Staßfurt-Folge, Zechstein 2) in kleinem Maßstab zur Herstellung von verkaufsfähigen Produkten gewonnen.

Seit den 1990er Jahre wird in einigen stillgelegten Bergwerken des Werra- und des Südharz-Kalireviers Steinsalz zu Versatzzwecken in abgeworfenen Grubenbauen abgebaut.

Bei Kehmstedt, nördlich Bleicherode, erfolgt die solende Gewinnung von Kalisalzen. In den 1980er Jahren als Versuchsfeld begonnen, werden hier aus mehreren Bohrungen Salzlösungen gefördert, die sich durch gezielte Löseprozesse aus carnallititischen Kalisalzen der Staßfurt-Folge (Zechstein 2) gebildet haben. Die Salzlösung wird zu verschiedenen Produkten (z. B. Kali-Dünger, Magnesiumprodukte) verarbeitet. Außerdem werden noch heute Steinsalzsolen aus Bohrungen für Badezwecke und Gradierwerke z. B. in Bad Salzungen (Werra-Folge), Bad Frankenhausen (Staßfurt-Folge) und Bad Sulza (Leine-Folge, Zechstein 3) gewonnen.

Der Untergrund Thüringens verfügt über einen, wenn auch geringen, Vorrat an Erdgas. Die Förderung erfolgt aus den Lagerstätten Bad Langensalza, Mühlhausen, Kirchheilingen Süd und Fahner Höhe. Die Lagerstätte Behringen ist derzeit nicht in Betrieb.

In Thüringen begannen 2004 Aktivitäten zur Wiederaufnahme der Gewinnung und Aufbereitung von Fluss- und Schwerspat im Schobsetal bei Gehren (Ilmkreis). Gegenstand der Gewinnung wird der Floßberggang im Revier Ilmenau sein. Im März 2005 erfolgte der Anschlag zur Auffahrung des neuen Bergwerkes, die Gewinnung der Rohstoffe ist ab 2006 geplant.

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3 Infrastrukturgeologie

 

zum Thema

Der Bereich Infrastrukturgeologie des Geologischen Landesdienstes der TLUG

Seit der Gründung des Geologischen Landesdienstes im Jahre 1991 wurden für Thüringen ca. 10 000 infrastrukturgeologische Stellungnahmen erarbeitet.

Im Jahr 2004 waren 380 Vorgänge zu bearbeiten, davon betreffen 84 Stellungnahmen die Landesplanung. Schwerpunkt bilden hier Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren (30) sowie Flurbereinigungsverfahren und Agrarstrukturelle Planungen (26). Auch waren 11 Standorte für Windkraft- und alternative Energiegewinnungsanlagen zu beurteilen.

Im Rahmen der Bauleitplanung sind 218 Stellungnahmen registriert, davon 38 zu Flächennutzungsplänen sowie Stadt- und Dorferneuerungsplanungen, 62 zu Industrie- und Mischgebieten, 50 zu Wohngebieten, 36 zum Straßen-, 13 zum Brücken- und 11 zum Wegebau.

 

4 Geowissenschaftlicher Naturschutz - Geotopschutz

Der Schutz geologischer Naturdenkmale ist eng mit dem Bestreben der Menschen verbunden, die Entstehungsgeschichte der Gesteine und die Entwicklung des Lebens auf der Erde zu erkennen, zu bewerten und sich an der Schönheit und Eigenart der Bildungen zu erfreuen.

Im Auftrag der Direktorenkonferenz der Geologischen Dienste der Länder der Bundesrepublik Deutschland wurde 1996 die "Arbeitsanleitung Geotopschutz in Deutschland - Leitfaden der Geologischen Dienste der Bundesrepublik Deutschland" vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn-Bad Godesberg herausgegeben und der Begriff Geotop definiert.

Als Teil des erdgeschichtlichen Naturerbes können diejenigen Geotope, die sich durch ihre erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Schönheit auszeichnen, eines rechtlichen Schutzes bedürfen.

Mit dem Ziel einer möglichst vollständigen Erfassung der geschützten geologischen Naturdenkmale wurden die im Geologischen Landesdienst der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie vorhandenen Unterlagen mit denen der unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter bzw. Stadtverwaltungen der kreisfreien Städte abgestimmt und ergänzt. Diese Daten bilden die Grundlage für den Geotopkataster des Freistaates Thüringen.

Die homogenisierten Daten werden in einer Oracle-Datenbank vorgehalten. Derzeit sind ca. 700 Geotope erfasst.

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© TLUG
Geotop-Standortkarte

Die in der Arbeitsanleitung enthaltenen Formblätter wurden den thüringischen Verhältnissen angepasst und in der aktuellen Version des Thüringer Geotopkatasters umgesetzt. Eine entsprechende geowissenschaftliche Bewertung aller aufgenommenen Geotope ist in Arbeit, wird aber noch einen längeren Zeitraum beanspruchen.

Zukünftig soll es möglich sein, zu den einzelnen Geotopen ausgewählte Informationen, Fotos sowie geologische und topographische Kartenausschnitte nutzerfreundlich zu liefern bzw. auch auf Datenträgern oder im Internet verfügbar zu machen.

Populärwissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit
Mit dem Ziel, einer breiten Öffentlichkeit die Bedeutung erdgeschichtlicher Bildungen und die Belange des Schutzes der Geotope nahe zu bringen, wurden mehrere populärwissenschaftliche Veröffentlichungen herausgegeben.

Es sind dies im Einzelnen:

  • "Geologie und Geotope in Weimar und Umgebung - Mit Ausflugs und Wandervorschlägen" (1. Auflage 1999, 2. Auflage 2002)
  • "Geologische Sehenswürdigkeiten des Wartburgkreises und der kreisfreien Stadt Eisenach" (1999)
  • "Goetz-Höhle Meiningen" (2000)
  • "Gold in Thüringen - Thüringer Wald, Schiefergebirge, Frankenwald" (2001)

 

Die Bücher können sowohl über den örtlichen Buchhandel als auch über den Vertrieb der TLUG erworben werden.

zum Thema

Veröffentlichungs-Verzeichnis der TLUG

Weitere Veröffentlichungen sind in Vorbereitung - 2005 wird ein Buch zu den Schauhöhlen, Besucherbergwerken, und Geo-Museen mit dem Titel "Thüringen untertage" erscheinen, für 2006 ist eine Publikation im Rahmen der 2007 in Ostthüringen stattfindenden Bundesgartenschau konzipiert. Auch durch die Erstellung von Schautafeln und Faltblättern oder die Mitwirkung an öffentlichen Veranstaltungen, durch Vorträge und geowissenschaftliche Führungen werden Beiträge zur Öffentlichkeitsarbeit geleistet.

2004 wurden die Thüringer Vorschläge zum Aufnahme in die Liste der bedeutendsten Geotope Deutschlands - ein Wettbewerb der von der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover e. V. organisiert wurde - vorbereitet. Zwischenzeitlich konnten die Unterlagen zu 14 Geotopen übergeben werden.

Tagungen
Der Geologische Landesdienst war an der Organisation und Durchführung der internationalen Tagung GeoLeipzig 2004 (DGG und GGW) unter anderem durch die Leitung von 2 Exkursionen in das Schiefergebirge und in den Raum Pößneck beteiligt.

In Zusammenarbeit mit dem Thüringischen Geologischen Verein e. V. wurde am 17.-18.09.2004 in Beichlingen eine Tagung zum Thema " Geowissenschaftliche Landesaufnahme - Bedeutung für Daseinsfürsorge, Landesplanung und Wirtschaft" vorbereitet und durchgeführt.

Tag des GEOTOPs

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Poster zum Tag des GEOTOPs

Im Jahre 2002, vom Bundesforschungsministerium als Jahr der Geowissenschaften ausgerufen, wurde auf Initiative der Fachsektion GeoTop der Deutschen Geologischen Gesellschaft zum ersten Mal ein bundesweiter Tag des GEOTOPs durchgeführt.

In Anlehnung an den bereits seit Jahren etablierten "Tag des offenen Denkmals" werden erdgeschichtliche Denkmäler vorgestellt oder überhaupt erstmals zugänglich gemacht. Eingeladen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, vor allem solche, die bisher kaum Kontakt zu den Geowissenschaften hatten.

Auch zum dritten Tag des GEOTOPs am 19. September 2004 wurden die Thüringer Veranstaltungen vom Geologischen Landesdienst koordiniert. Es konnten wieder 25, meist sehr gut besuchte Exkursionen und Führungen abgeboten werden.

Geoparks
In Geoparks soll die Bedeutung geologischer und geomorphologischer Prozesse für die natürlichen Ressourcen, aber auch für die Landnutzung, die Oberflächengestaltung sowie die Wirtschafts- und Kulturgeschichte für eine breite Öffentlichkeit erlebbar gemacht werden. Dabei stehen die wirtschaftliche Entwicklung, die Tourismusförderung und Freizeitgestaltung im Vordergrund.

Geoparks stellen im Unterschied zu den Naturparks keine neue Schutzkategorie dar, sondern sollen unter dem Aspekt des Erhaltes und der Pflege der Geotope sowie der Umweltbildung vor allem der touristischen Erschließung und Vermarktung dienen.

Entsprechend der UNESCO-Definition für Geoparks enthält ein Nationaler GeoPark geologische Sehenswürdigkeiten (Geotope) beliebiger Größe oder ein Ensemble mehrerer Geotope, die von regionaler und nationaler geowissenschaftlicher Bedeutung, Seltenheit oder Schönheit, repräsentativ für eine Landschaft und deren geologische Entstehungsgeschichte sind. Zusätzlich zu den geologischen sollen auch archäologische, ökologische, historische oder kulturelle Sehenswürdigkeiten enthalten sein, die touristisch erschlossen bzw. entwickelt werden können.

In Thüringen sind derzeit drei Geoparks im Aufbau und um die Zertifizierung als Nationaler GeoPark bemüht:

Geopark Harz
Der Geopark Harz - Braunschweiger Land - Ostfalen wird künftig zwischen dem Flechtinger Höhenzug im Norden und dem Gipskarstgebiet am südlichen Harzrand eingerichtet und sich von Ost nach West über die gesamte Breite des Mittelgebirges erstrecken. Mit dem thüringischen Anteil am Südharz ist der Landkreis Nordhausen in die Planungen des Geopark eingebunden. Im Jahre 2004 wurde die vorgelegte Machbarkeitsstudie vom geologischen Landesdienst bewertet und die Weiterführung des Projekts angeregt. Die Zertifizierung als Nationaler GeoPark soll 2005 erfolgen.

Geopark Kyffhäuser
Obwohl unmittelbar an den Geopark Harz angrenzend, hat der Kyffhäuserkreis beschlossen, für das Kyffhäusergebirge und sein Umland einen selbständigen Geopark zu gestalten. In enger Zusammenarbeit der Kreisverwaltung, der Naturparkverwaltung Kyffhäuser sowie der Barbarossahöhle wurde eine entsprechende Machbarkeitsstudie erarbeitet. Diese wurde im Entwurf geprüft und mit wichtigen Hinweisen versehen. Im Herbst konnte ein Trägerverein unter Vorsitz des Landrates gegründet werden. Für 2005 ist die Beantragung als Nationaler GeoPark vorgesehen.

Thüringer Geopark
Drei Gleichen In der Region zwischen Erfurt, Gotha und Arnstadt, bekannt durch die weithin sichtbaren Burgen, die "Drei Gleichen", soll neben der historischen und archäologischen Bedeutung die Geologie stärker in den Vordergrund gestellt werden. Hierzu liegt bereits eine Machbarkeitsstudie vor, an deren Umsetzung insbesondere die Gemeinden der Region großen Anteil haben. Die ersten Geo-Routen konnten mittlerweile vorgestellt und Beschilderungen aufgestellt werden.

 

 

Kataster des Altbergbaus

zum Thema

Stichworte zur Bergbaugeschichte Thüringen

Um den Schutz von Mensch, Natur und Umwelt, die Gewährleistung der Planungssicherheit der Träger öffentlicher Belange, aber auch Aussagen zu ingenieurgeologisch-geotechnischen und hydrogeologischen Problemstellungen zu ermöglichen, führen das Thüringer Landesbergamt Gera und der Geologischer Landesdienst das Katasters des Altbergbaus in Thüringen.

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Screenshot "Kataster des Altbergbaus"

So wurden bisher über 1200 Objekte des Altbergbaus und unterirdische Hohlräume erfasst. Seit März 2004 ist ein zeitgleicher lesender und bearbeitender Zugriff auf die Datenbank durch das Thüringer Landesbergamt und den Geologischen Landesdienst der TLUG möglich. Gleichzeitig wurden GIS-basiert erste digitale Arbeitskarten zur Visualisierung der Datenbankinhalte erzeugt.

Der nächste Bearbeitungsschritt wird die Detailerfassung der Altbergbauobjekte beinhalten.

 

5 Ingenieurgeologie - Baugrund - Georisiken.
Zur ingenieurgeologischen Situation in Thüringen

zum Thema

Hintergrund Ingenieurgeologie

Die Tätigkeitsschwerpunkte lagen im Jahr 2004 auf dem Sektor der praktischen Ingenieurgeologie, insbesondere wurden im Auftrag von Gebietskörperschaften oder Privaten insgesamt 70

  • ingenieurgeologisch-geotechnische Begutachtungen von Baurisikostandorten,
  • Stellungnahmen zu subrosionsbedingten Erdeinbrüchen sowie
  • Beurteilungen zu Standsicherheitsfragen an Böschungen erforderlich (sofern es die öffentliche Sicherheit erforderlich machte) - beispielsweise im Zusammenhang mit der Sicherheit von Wanderwegen unterhalb des Dohlensteins oder am Kyffhäuser.

 

 

 

 

 

 

 

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Erdfall Buttlar

In diesem Zusammenhang wurden die auch in der Öffentlichkeit diskutierten Erdfälle in Tiefenort und bei Buttlar fachlich beurteilt.

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Felssturzgebiet Dohlenstein bei Kahla

Außerdem sind im Rahmen der Tätigkeit der TLUG als Trägerin öffentlicher Belange von den Ingenieurgeologen mehr als 150 geologisch-geotechnische Standortbeurteilungen (zu Raumordnungsverfahren, Flächennutzungs- und Bebauungsplänen) abgegeben worden.

Insgesamt weist der Baugrund Thüringens günstige ingenieurgeologische Eigenschaften auf.

Als generell geeigneten Baugrund kann man in Thüringen alle die Gebiete bezeichnen, in denen die kalkigen (Muschelkalk) bzw. überwiegend sandigen (Buntsandstein) Schichten der Trias ausstreichen, sofern sie nicht in gestörter Lagerung bzw. Gebieten liegen, die zur Bildung von Erdfällen bzw. Erdeinsenkungen neigen.

zum Thema

Georisiko Subrosion

Bedingt geeignet, bzw. unsicherer Baugrund findet sich zunächst an allen steileren Hängen, an denen Festgesteine ausstreichen und in Gebieten mit tonigen Festgesteinen (z. B. Tonmergelgesteine des Röts und Keupers. Diese sind bei stärkerer Durchnässung ein wenig geeigneter Baugrund, da es schon bei geringen Schichtneigungen zu Gleit- und Rutschbewegungen kommen kann.

Als Baugrund problemlos sind in der Regel auch die proterozoisch - altpaläozoischen Gesteine des Thüringer Schiefergebirges und ebenso die Vulkanite, Konglomerate und Sandsteine des Rotliegend im Thüringer Wald anzusehen.

 

Der Subrosionskataster Thüringen der TLUG, ein Hilfsinstrument zum Erkennen des Georisikos Erdfälle und -einsenkungen

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Gebiete mit Erdfall- und Senkungs-Gefährdung in Thüringen

Nach der Kartierung möglichst aller Subrosionshohlformen Thüringens im Maßstab 1 : 25.000 und der Beurteilung des Zusammenspiels der jeweiligen Subrosionshorizonte mit den hydrogeologischen Gegebenheiten ist eine durch Homogenbereiche gegliederte Beschreibung der Subrosionsverhältnisse möglich.

Schon seit längerem steht den Behörden, Raum- und Bauplanern und jedem Bürger ein Fundus der subrosionsaktivsten Flächen Thüringens zur Verfügung, der im Rahmen von TÖB-Stellungnahmen, bei Bauleitplanungen und Baugrundgutachten entsprechende Informationen liefern kann.

zum Thema

Material zur Information der Bevölkerung:

Merkblatt 1

Merkblatt 2

Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) hat bereits 1993 durch Rundschreiben an Landratsämter und Gemeinden, die in subrosionsgefährdeten Räumen liegen, auf die Subrosionsproblematik aufmerksam gemacht und um Meldungen beim Auftreten von "naturbedingten Oberflächenveränderungen" gebeten. Dank dieser Informationen und zweier, im 1. Halbjahr 2001 erneut in Umlauf gebrachter entsprechender Merkblätter wird die TLUG laufend über neue Erdfallbildungen informiert.

Kontaktadresse

Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Referat Ingenieurgeologie, Prüssingstr. 25,
07745 Jena

Email an die TLUG, Ingenieurgeologie

Von der TLUG können im Hinblick auf das Georisiko Subrosion Auskünfte eingeholt, Beratungen bzw. Stellungnahmen erbeten sowie Erdfallereignissen gemeldet werden. Eingehende Meldungen werden sofort bearbeitet (in der Regel Ortsbesichtigung, Schadensdokumentation, kostenfreie schriftliche Stellungnahme mit Sanierungsvorschlägen).

Durch Verknüpfung der digitalen Objektdaten des Subrosionskatasters mit digitalisierten Karten, die Flächen mit gleicher Gefährdung und gleichem Subrosionsmechanismus anzeigen, sind Aussagen über das jeweilige Gefährdungspotential möglich. So können für die Raumplanung wichtige Hinweise entstehen, die z. B. in die Flächennutzungspläne eingearbeitet werden müssen (BauGB § 5.3).

zum Thema

Ausschnitt aus der Subrosionskarte

Bildbeispiele von Subrosionshohlformen Thüringens

2004 konnte eine weitgehende Fertigstellung der Subrosionskarten SK 25-5131 Arnstadt, SK 25-5531 Eisfeld, SK 25-5532 Steinach, SK 25-5430 Schleusingen, SK 25-5530 Hildburghausen erreicht werden. Die Daten der z. Zt. in Thüringen erfassten nahezu 8.000 Subrosionsobjekte liegen z. T. nur in analoger Form vor. Im Berichtszeitraum wurde verstärkt daran gearbeitet, sie über den Zwischenschritt der Eingabe in formatierte Berichtsbögen in digitale Form überzuführen.

Im laufenden Jahr wurden ca. 160 Erdfälle und subrosionsbedingte oder -verdächtige Hohlformen bei Geländearbeiten bzw. aufgrund eingegangener Meldungen registriert und im Subrosionskataster Thüringen aufgenommen. Ferner konnten über 140 Subrosionsformen i.w.S. durch eine vom Referat betreute Diplomarbeit bearbeitet werden.

 

Ingenieurgeologisch betreute Großprojekte

Abbildungen

NE-Einschnitt des ICE-Tunnels Augustaburg

Profilaufnahme des fossilen Erdfalls

Die fachbehördliche Vorhabensbegleitung des PSW Goldisthal konnte mit der offiziellen Übergabe des PSW an den Betreiber Vattenfall abgeschlossen werden, die Vorhabensbegleitung des Baues der TS Leibis/Lichte wurde mit turnusgemäßen Befahrungen und der Mitarbeit am Probestauprogramm fortgesetzt.

Auch in die großen Verkehrsprojekte in Thüringen ist der Bereich Ingenieurgeologie eingebunden. Für das Vorfeld des Heidkopftunnels (BAB A 38) erfolgte die Erarbeitung eines Teilgutachtens. Im Auftrag des Thüringer Straßenbauamtes wurden mehrere Gutachten zu Böschungsproblemen, z. B. an der B 7A bei Hörschel angefertigt.

Am ICE - Tunnel Augustaburg liefen bis März 2005 Untersuchungen, die durch Subrosionsprozesse bedingten Georisiken näher definieren sollten.

Die Untersuchung der Erdfall-Füllungen und ihrer Genese dient der Beurteilung eventueller Georisiken für die im Bau befindliche ICE-Trasse.

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6 Geologisches Landesarchiv

Vertrieb geowissenschaftlicher Karten und Schriften

zum Thema

Geologisches Landesarchiv


Der Vertrieb bearbeitete 2004 über 330 Bestellungen und Barverkäufe. Ein aktualisiertes Publikationsverzeichnis (Geologie) wurde gedruckt und als interaktive Version im Internet eingestellt. Es ermöglicht eine schnelle Übersicht über die Vielzahl geologischer Kartenwerke und Schriften sowie eine unkomplizierte Bestellung per E-Mail.

Bohrarchiv und Landesbohrdatenbank

Die Bohrdaten liegen zur Zeit überwiegend analog in Aktenform vor; digital erfasst sind die Stammdaten von ca. 70.000 Bohrungen. Da Recherchen und Auswertungen auf dieser Grundlage zeitnah nur mit größerem Aufwand möglich sind, wird das Datenmaterial schrittweise in digitale Form überführt.

Ziel der digitalen Umsetzung des TLUG-Bohrarchivs in die Landesbohrdatenbank ist - unter Wahrung der jeweiligen Eigentümerrechte - die verbesserte Verfügbarkeit der Daten, insbesondere auch für externe Nutzer.

Für die Erfassung der Schichtdaten wird der vom Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung entwickelte SEP3-Standard (Aufschlusstyp) in Kombination mit dem Programm GeoDIN eingesetzt. Schichtenverzeichnisse neuer Bohrungen sollen dem Bohrarchiv der TLUG zukünftig gemäß diesem Standard bereits in digitaler Form über das kostenfreie GeoDIN-Shuttle zugeführt werden.

Mittelfristig werden externen Nutzern interaktive Bohrkarten per Internet zur Verfügung stehen. Der Aufbau und die Laufendhaltung der digitalen Bohrdatenbank ist eine unverzichtbare Grundlage für die rasche Bearbeitung interner und externer Anfragen.

Schriftgutarchiv

Die im Schriftgutarchiv eingelagerten Unterlagen wurden insbesondere für die Erarbeitung geologischer Stellungnahmen zu verschiedensten Planungsverfahren sehr intensiv genutzt.

Weiterhin kam dem Archiv 2004 eine wichtige Rolle bei den Planungen zur Wiederaufnahme des Fluoritbergbaus bei Gehren zu, da hier das Grubenarchiv mit den geowissenschaftlichen und bergbaulichen Daten der Lagerstättenerkundung nach der Einstellung des Bergbaus zum Ende der DDR eingelagert werden konnte und so der Vernichtung entging.

Geologisches Probenarchiv Thüringen (GEOPAT)

Das Geologische Probenarchiv Thüringen konnte durch die Neueinlagerung von 73 Kernbohrungen mit 2.812 Bohrkernmetern den Bohrkernbestand auf nahezu 200.000 m erhöhen. Zahlreiche Bohrungen wurden für Mitarbeiter des Hauses und für externe Interessenten aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Einsichtnahme ausgelegt.

     
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