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Die oftmals anthropogen bedingte Durchmischung der Pflanzen aus den verschiedensten Teilen der Welt führt auch in Deutschland bzw. in Thüringen zu erheblichen negativen Auswirkungen. Neben einer Vereinheitlichung der Pflanzenbestände sind das vor allem der Verlust an zunächst genetischer Vielfalt und später auch Artenvielfalt.
In diesem Zusammenhang ist die Begrünung von Flächen in der freien Landschaft, wie sie z.B. bei großen Baumaßnahmen anfallen, von großer Bedeutung. Meist wurde bisher entweder auf Regelsaatgutmischungen (RSM) oder auf Saatgut zurückgegriffen, welches in anderen europäischen Ländern oder gar Teilen der Welt erzeugt wurde. Dabei wurden vielfach fremde Genotypen aber auch völlig gebietsfremde Arten in unsere heimische Landschaft eingebracht.
Um den Anwendern Möglichkeiten des Ersatzes dieser Vorgehensweise anzubieten, werden in Thüringen seit einigen Jahren schrittweise die dafür erforderlichen naturschutzfachlichen Grundlagen geschaffen. Nach der Gliederung Thüringens in Gebiete mit ähnlichem Pflanzenbestand (2005) und dem Aufbau eines Spenderflächenkatasters zur Gewinnung gebietseigenen Grünlandsaatgut (2008) sind die Rahmenlisten (2009) ein weiterer Schritt in Bezug auf die Gewinnung bzw. Verwendung von autochthonem Grünlandsaatgut für Thüringen.
Aus naturschutzfachlicher Sicht wurden bei den Rahmenlisten die zur Erstellung von Saatgutmischungen geeigneten Grünlandarten für die einzelnen Herkunftsgebiete zusammengestellt. Sie dienen als Entscheidungshilfe bei der Auswahl der zur Samenproduktion zu verwendenden Arten durch die Saatgutfirmen. Ziel der Rahmenlisten ist, für Begrünungen in der freien Landschaft Thüringens einen Mindeststandard vorzugeben.
Durch den Einsatz der Rahmenlisten werden spezielle Planungen, z. B. für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nach Eingriffen im Offenlandbereich, entscheidend erleichtert. Dem Planer wird ein Instrumentarium zur Verfügung gestellt, das eine naturschutzfachlich fundierte Artenauswahl bei der Erstellung von standortgerechten Saatgutmischungen ermöglicht. Durch die Verwendung des Auswahlmoduls kann die Recherche nach verschiedenen Parametern in zwei unterschiedlichen Stufen (grob / detailliert) erfolgen.
Durch die Nutzung von gebietseigenem Grünland-Saatgut kann Thüringen der Verpflichtung hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der AGENDA 21 und der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt nachkommen.
Wir möchten uns hiermit für die freundliche Unterstützung des "INB - Informationssystem Naturnahe Begrünungsmaßnahmen" (ein Projekt des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt und der Hochschule Anhalt (FH)) http://spenderflaechenkataster.de/rahmenlisten/ bedanken.