Übersichtskarte Geothermie Thüringen

Erläuterungen


Zum Vergrößern bitte auf die Karte klicken.

Diese Karte dient als Orientierungshilfe bei der Planung geothermischer Anlagen bis 100 m Tiefe. Sie zeigt für die Thüringer Landesfläche nach derzeitigem Kenntnisstand die hydrogeologischen und wasserwirtschaftlichen Standorteigenschaften für die Nutzung des Untergrundes als Wärmequelle zum Heizen oder als Wärmesenke zum Kühlen. Neben der Standortbewertung werden Empfehlungen für den Ablauf des Verwaltungsverfahrens und Vorschläge für standortbezogene Auflagen / Beschränkungen für die ggf. zu erteilende wasserrechtliche Erlaubnis gegeben (gemäß einer Arbeitshilfe des Thüringer Landesverwaltungsamtes  "Nutzung oberflächennaher Geothermie - Arbeitshilfe zur wasserrechtlichen Beurteilung angezeigter Vorhaben" (pdf, 1,2 MB)).

Inhalte der Arbeitshilfe sind neben allgemeinen Hinweisen zur Funktionsweise geothermischer Anlagen die rechtlichen Grundlagen für die Nutzung von Erdwärme, die Beschreibung der verschiedenen Zulassungsverfahren, sowie die technischen Anforderungen an die Anlage.

Die Karte gibt keine Auskunft über konkurrierende Nutzungsrechte, wie z. B. Altlasten oder Altbergbaugebiete.

Hydrogeologische Standortbewertung

In der genannten Karte werden die hydrogeologischen Flächeneinheiten der folgenden Charakteristika hinsichtlich ihrer Eignung zur Gewinnung von Erdwärme mittels Sonden unterschieden:


   
  Vorbereitung einer Geothermiebohrung, Weimar, Foto TLUG  

  • günstige hydrogeologische Bedingungen hinsichtlich des Grundwasserschutzes: hydrogeologisch einheitlicher Aufbau von Gesteinsformationen mit Mächtigkeiten > 100 m

  • ungünstige hydrogeologische Bedingungen hinsichtlich des Grundwasserschutzes aufgrund von
Verkarstung des Untergrundes bzw. karstähnlichen Verhältnissen. Aufgrund von Hohlraumbildungen können Komplikationen beim Bohrprozess oder bei der erforderlichen Bohrlochhinterfüllung auftreten.
Anklicken zum Vergrößern Herrenberghöhle unter dem Bleßbergtunnel, Gemeinde Schalkau, Landkreis Sonneberg, Foto TLUG
 
Stockwerksgliederungen. Hier besteht das Risiko eines hydraulischen Kurzschlusses verschiedener, durch Stauer voneinander getrennter Grundwasserstockwerke.
Anklicken zum Vergrößern Dolomittagebau Caaschwitz, Grundwassergeringleiter Bröckelschiefer und "Obere Letten" (rötlichbraun) über Kluft-Karstgrundwasserleiter Plattendolomit (braungrau), Landkreis Greiz, Foto M. Azendorf
 
Subrosion: Dargestellt sind Gebiete mit akuter Erdfallgefährdung. Auch hier können Komplikationen beim Bohrprozess oder der erforderlichen Bohrlochhinterfüllung auftreten.
Anklicken zum Vergrößern Erdfall Hüpstedt, Unstrut-Hainich-Kreis, Foto TLUG
 
artesischem Grundwasseraufstieg. Hier werden u. a. hohe fachliche und technische Anforderungen an die erforderliche Abdichtung des Bohrloches gestellt.
Anklicken zum Vergrößern Arteser in Steinfeld, Landkreis Hildburghausen, Foto TLUG
 
Salzwasseraufstieg. Aufgrund der aggressiven Wirkung des Salzwassers bestehen erhöhte Anforderungen an die eingesetzten Materialien und an die Bohrlochabdichtung.
Anklicken zum Vergrößern Aufsteigende Salzwässer im Esperstedter Ried, Kyffhäuserkreis, Foto TLUG
 
Beeinträchtigungen durch das ehemalige WISMUT-Bergbaugebiet. Im Gebiet steigen hydraulisch gespannte, bergbaulich stark geprägte Grundwässer auf.
Anklicken zum Vergrößern Austretendes Flutungswasser, südliches Gessenbachufer, Landkreis Greiz, Foto TLUG
Generell kann im Bereich ehemaligen Bergbaus ein Antreffen von bergmännisch aufgefahrenen Hohlräumen nicht ausgeschlossen werden. Zur genauen Lage und Ausdehnung des Altbergbaus und zu den davon ausgehenden Risiken ist das Thüringer Landesbergamt einzubeziehen.
 

Der Maßstab der Informationsebene für die hydrogeologischen Standortkriterien beträgt 1:200.000. Dies bedeutet eine Lageungenauigkeit der Karteninhalte in der Natur von bis zu ± 200 m.

Wasserwirtschaftliche Standortbewertung

Im Rahmen der wasserwirtschaftlichen Standortbewertung werden die folgenden Kriterien hinsichtlich ihrer Eignung zur Gewinnung von Erdwärme mittels Sonden unterschieden:

  • Gebiete, in denen Anlagen zur Gewinnung von Erdwärme mittels Sonden unzulässig sind:
    • Wasser- und Heilquellenschutzgebiete Zone I
    • Wasser- und Heilquellenschutzgebiete Zone II bzw. HQa
  • Gebiete, in denen Aussagen zur Standorteignung erst nach Einzelfallprüfung durch die TLUG möglich sind:
    • Wasser- und Heilquellenschutzgebiete Zone III, bzw. HQb
       
    In o. g. Arbeitshilfe heißt es dazu u. a.: "Wenn eine Erdwärmesonde in einem Grundwassergeringleiter bzw. außerhalb des wasserwirtschaftlich genutzten Grundwasserleiters errichtet werden soll, kann in hydrogeologisch günstigen Gebieten im Einzelfall auch in der Schutzzone III eine Erlaubnis erteilt werden."
Bohrgerät im Einsatz, Erfurt, Foto TLUG

Die in der Karte eingetragenen Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebiete stellen jeweils den aktuellen Bearbeitungsstand des Thüringer Landesverwaltungsamtes (TLVwA) ( AquaDiKTh) dar.
Die Digitalisierung der Wasserschutzgebiete erfolgt auf der Grundlage der digitalen Topographischen Karte - Maßstab 1 : 25.000 (DTK 25) des Thüringer Landesvermessungsamtes in der Georeferenzierung 2000. Die Passgenauigkeit der Wasserschutzgebietsdaten auf den topographischen Hintergrund ist nur bei Anwendung dieser Ausgabe und dieses Maßstabes gegeben. In Verbindung mit topographischen Daten anderer Herkunft sowie bei gleicher Herkunft in Verbindung mit anderen als den genannten Maßstäben oder in einem anderen Digitalisierungsstand als 2000 können die von der oberen Wasserbehörde erzeugten Geodaten nur für Übersichtszwecke genutzt werden.