Oberflächennahe Geothermie

Aufgrund steigender Energiepreise gibt es auch in Thüringen eine erhöhte Nachfrage nach kostengünstigeren erneuerbaren Energieformen. Zur Nutzung von regenerativer Heiz- und auch Kühlwärme für Gebäude besteht ein verstärkter Informationsbedarf insbesondere in Fragen der Erdwärmenutzung mit Hilfe von Wärmepumpensystemen. Diese Systeme bestehen häufig aus Erdwärmesonden, -kollektoren oder Brunnenbohrungen, die über Wärmepumpen die dem Untergrund entzogene Energie für Heiz- und Kühlzwecke nutzen. Hierbei werden jedoch auch die Belange zum Schutz des Grundwassers berührt. Um sensible Trinkwasserressourcen nachhaltig zu schützen und gleichzeitig eine Erschließung und Gewinnung von Erdwärme zu ermöglichen, müssen die das Grundwasser betreffenden Aspekte, d. h. sowohl hydrogeologische als auch wasserwirtschaftliche Fragestellungen, für jeden Standort geprüft werden. Hierzu hat die TLUG ein bürgerfreundliches Portal im Internet zur Verfügung gestellt.

Geothermische Energie - auch als Erdwärme bezeichnet - ist die in Form von Wärme gespeicherte Energie unterhalb der Oberfläche der festen Erde. Unter Geothermie versteht man die technische Ausnutzung dieser natürlichen Erdwärme zur Energiegewinnung. Die oberflächennahe Geothermie nutzt die obersten Schichten der Erdkruste bis etwa 100 m Tiefe (max. 400 m). Das Temperaturniveau in diesem Bereich liegt bei ca. 10° bis 15° C. Wärmequelle sind das natürliche geothermische Wärmepotenzial aus dem Erdinneren und im obersten Bereich auch die solare Einstrahlung. Der geothermische Wärmefluss wird durch die lokalen geologischen Untergrundverhältnisse bestimmt und ist zeitlich konstant, d. h. unabhängig von Tageszeiten und Jahreszeiten.