Geothermie



Die Nutzung geothermischer Energie aus tiefliegenden Gesteinseinheiten ist insbesondere vor dem Hintergrund sich verknappender fossiler Energierohstoffe und zunehmender Umweltbelastung eine wichtige Option: Erdwärme steht generell immer und überall zur Verfügung, da die Temperatur mit der Tiefe im Mittel um 3 °C pro 100 m ansteigt.

Gegenstand der Geothermie ist die unterhalb der festen Oberfläche der Erde gespeicherte Wärmeenergie. Soweit sie technisch entzogen und genutzt werden kann, wird sie zu den regenerativen Energien gezählt. Sie kann sowohl direkt genutzt werden, etwa zum Heizen und Kühlen unter Nutzung von Wärmepumpenanlagen, als auch zur Erzeugung von elektrischem Strom oder in einer Kraft-Wärme-Kopplung. Unter Geothermie wird also sowohl die ingenieurtechnische Beschäftigung mit der Erdwärme und ihrer Nutzung als auch die wissenschaftliche Untersuchung der thermischen Situation des Erdkörpers verstanden. Ein elementarer Vorteil der Geothermie gegenüber den regenerativen Energien Sonne und Wind ist die Möglichkeit, den Grundlast-Energiebedarf zu decken, da es bei der Nutzung geothermischer Energie aus tiefliegenden Gesteinseinheiten keine Beeinflussung durch Wetter, Tages- oder Jahreszeiten gibt. Die potentiell nutzbaren Energiemengen sind sehr groß und die bei ihrer Gewinnung zu erwartenden Beeinflussungen der Bio- und Atmosphäre sind gering.

Zum überwiegenden Teil (bis zu 70 %) stammt die Geothermie aus radioaktiven Zerfallsprozessen, die im Erdinnern seit Jahrmillionen kontinuierlich Wärme erzeugt haben und heute noch erzeugen. Dieser unaufhörliche Energiestrom steigt bis an die Erdoberfläche. Zusätzlich werden in Oberflächennähe Anteile aus der Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche und aus dem Wärmekontakt hinzu gezählt.



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