Freistaat ThüringenThüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie

Inhalt

Geowissenschaftliche Landesaufnahme

Die geowissenschaftliche Landesaufnahme ist die zentrale Aufgabe jeder geologischen Landesbehörde. Sie umfasst nicht nur die Aktualisierung des Kenntnisstandes über das Alter, die Eigenschaften, die Verteilung und die Lagerungsverhältnisse der Gesteine an der Oberfläche und in der Tiefe sowie die Darstellung der Ergebnisse in Kartenwerken, sondern auch die geochemische, hydrogeologische, ingenieurgeologische, rohstoffgeologische, geophysikalische und bodenkundliche Landesaufnahme. Sie schafft unverzichtbare Grundlagen für Verwaltung, Wirtschaft und Forschung. Die Verbesserung des geowissenschaftlichen Kenntnisstandes, die Aktualisierung des geowissenschaftlichen Kartenwerkes hat bedeutende Auswirkungen auf Entscheidungen zur nachhaltigen Nutzung und Entwicklung des Naturraums. Sie ist Voraussetzung für die Optimierung der Tätigkeit geowissenschaftlich orientierter Unternehmen und Basis für einen effektiven Umweltschutz. Als Maßstab für die Aufnahme und Darstellung der geologischen Sachverhalte haben sich für Verwaltung und Planung 1 : 400 000 bzw. 1 : 200 000 und für die Wirtschaft und zur Lösung komplizierter Problemkreise im Verwaltungshandeln der Maßstab 1 : 25 000 bewährt.

Geologische Landesaufnahme - Übersichtskarten

Mit der Herausgabe der Geologischen Übersichtskarte von Thüringen i. M. 1 : 400 000 im Jahre 1994 wurde, da die Amtskollegen in Sachsen und Sachsen-Anhalt ebenfalls neue Karten in diesem Maßstab erarbeiteten, der Wunsch der Verwaltung nach einer aktuellen und einheitlichen Übersicht des mitteldeutschen Raumes erfüllt. Von wesentlich größerer Bedeutung erweist sich das Kartenwerk i. M. 1 : 200 000 - besonders heute auch vor den ständig wachsenden Herausforderungen, die die Umsetzung Europäischer Richtlinien für die Geowissenschaften darstellt. Das Kartenwerk ist unentbehrliche Grundlage auch für landesplanerische Arbeiten und wird von den geologischen Landesdiensten erarbeitet. Herausgeber ist die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Inzwischen wurde die flächendeckende Kartierung von Thüringen in diesem Maßstab abgeschlossen, die Karten CC 5526 Erfurt und CC 5534 Zwickau sind erschienen, und die Thüringenanteile auf Blatt Goslar, Leipzig, Bayreuth, Bamberg, Fulda und Kassel sind aktualisiert und angepasst. Nach Erstellung einer Generallegende und Überarbeitung der vorhandenen Daten liegt nunmehr eine blattschnittfreie GÜK 200 von Thüringen als Inselkarte nicht nur in analoger, sondern auch in digitaler Form vor, die sehr hohen Ansprüchen genügt.

Mit der Herausgabe einer Geologischen Übersichtskarte des Thüringer Waldes i. M. 1 : 100 000 lieferte die TLfG erstmals für eine geschlossene naturräumliche Einheit eine aktuelle, kompakte und anschauliche geologische Übersicht, die nicht nur die wissenschaftlichen Nutzer anspricht, sondern auch den geologisch interessierten Naturfreund ermuntert, sich mit der Geologie als wichtigen Aspekt des Naturraumpotentials intensiv zu beschäftigen.

Geologische Landesaufnahme i. M. 1 : 25 000

Die Geologische Karte i. M. 1 : 25 000 mit den zugehörigen Erläuterungen ist das wichtigste geowissenschaftliche Kartenwerk in den Ländern. Es bildet die unverzichtbare Grundlage für die Bearbeitung von Problemen der Rohstoffsuche und -sicherung, der Grundwassererkundung und des Grundwasserschutzes, des Baugrundes und Bauraumes, der Risikovorhersage für Erdbeben, Erdsenkungen und Hanglabilität, der Anlage und des Betriebs von ober- und unterirdischen Deponien, des Umwelt- und Naturschutzes sowie der Bodenkunde für Land- und Forstwirtschaft u.v.m..

Aufschluss Behringen
Aufschluss der Eichenberg-Gotha-Saalfelder Störungszone am Autobahneinschnitt Tunnel Behringen

Von den flächendeckend für Thüringen vorhandenen 140 Geologischen Karten i. M.1 : 25 000, für deren Aufnahme die geologische Landesbehörde zuständig ist, wiesen bei deren Gründung 1991 nur 50 Blätter einen akzeptablen Kenntnisstand aus; 90 Blätter, die meisten aus den Jahren 1882 - 1907, waren so veraltet, dass sie aktuellen Anforderungen in keiner Weise gerecht wurden, ihre Aktualisierung war und ist vordringliche Aufgabe, die mittelfristig gelöst werden muss und die von der TLfG sofort nach ihrer Gründung in Angriff genommen wurde. Zunächst waren bevorzugt die Blätter zu den industriellen Ballungsgebieten entlang der A4 - Gera - Jena - Weimar - Erfurt - Eisenach - zu aktualisieren.

TK 25 Saalfeld
GK 25, Blatt Saalfeld, Ausgabe von 1912 und von 2001

Inzwischen wurden mit der Herausgabe von 18 neu bearbeiteten Blättern der GK 25 von Thüringen und der Herausgabe von 16 Erläuterungen zur GK 25 sehr beachtliche Ergebnisse erzielt. Folgende neue Blätter sind veröffentlicht:

Nr. 4630 Nordhausen Süd (1993)
Nr. 4731 Greußen (1994)
Nr. 4937 Osterfeld (1993)
Nr. 5026 Berka an der Werra (2001)
Nr. 5031 Erfurt West (1998)
Nr. 5032 Erfurt (1996)
Nr. 5033 Weimar (1999)
Nr. 5034 Weimar Ost (1995)
Nr. 5040 Altenburg (1995)
Nr. 5041 Langenleuba-Niederhain (1997)
Nr. 5126 Vacha (2000)
Nr. 5133 Kranichfeld (2000)
Nr. 5134 Blankenhain (1998)
Nr. 5226 Stadtlengsfeld (1997)
Nr. 5334 Saalfeld (2001)
Nr. 5336 Knau (1995)
Nr. 5436 Schleiz (1996)
Nr. 5629 Römhild (2000)
Die Veröfentlichung der Blätter 5133 Kranichfeld, 5334 Saalfeld, 5528 Rentwertshausen, 5026 Berka (Werra) und 5334 Bad Salzungen wird in 2001/02 erfolgen.

Bei der Erarbeitung der Erläuterungen waren alle Fachbereiche des Hauses einbezogen. Es wurde großer Wert auf die ausführliche Gestaltung, Aussagekraft und Nutzerfreundlichkeit des angewandten Teils gelegt. Zu allen noch aktuellen Blättern, die in den 60er Jahren entstanden waren und zu denen noch keine Erläuterungen vorlagen, wurden diese fertiggestellt. Es konnten die Erläuterungen zu folgenden Blättern der GK 25 veröffentlicht werden:

Nr. 4530 Nordhausen Süd (1993)
Nr. 4729 Schlotheim (1997)
Nr. 4730 Ebeleben (1997)
Nr. 4931 Erfurt Nordwest (1994)
Nr. 4936 Camburg (1993)
Nr. 4937 Osterfeld (1994)
Nr. 5030 Gotha (1994)
Nr. 5031 Erfurt West (2001)
Nr. 5032 Erfurt (1996)
Nr. 5033 Weimar (2001)
Nr. 5034 Weimar Ost (1996)
Nr. 5040 Altenburg (1995)
Nr. 5041 Langenleuba-Niederhain (1997)
Nr.5230 Gräfenroda (1998)
Nr. 5336 Knau (1998)
Nr. 5436 Schleiz (1998)

Weitere Revisionskartierungen laufen auf den Blättern 4935 Apolda, 5029 Waltershausen, 5129 Waltershausen Nord, 5229 Tambach-Dietharz, 5432 Neuhaus a. R., 5339 Greiz, 5332 Königsee, 5028 Eisenach Ost, 5233 Rudolstadt West, 5335 Pößneck, 5532 Steinach und 5633 Sonneberg.

Digitale geologische Karten

Trotz der bisher erzielten beachtlichen Erfolge beträgt das durchschnittliche Alter aller GK 25 Thüringens ca. 80 Jahre, die Aktualisierung der GK 25 ist ein dringendes Anliegen und für die gesamte Landesfläche nur mittel- bis langfristig abzuschließen. Daher soll in den nächsten Jahren entsprechend der digitalen GÜK 200 als Übergangslösung und vorläufige eigene Arbeitsgrundlage eine digitale, blattschnittfreie GK 25 von Thüringen entstehen, allerdings mit je nach vorliegendem Kenntnisstand regional sehr unterschiedlicher Aktualität. Basis derselben sind alle verfügbaren gedruckten Karten und Manuskriptkarten der GK 25; alle im Archiv vorhandenen geologischen Fremdkartierungen werden ebenfalls in die Auswertung einbezogen. Dazu erfolgt gegenwärtig - auch im Zusammenhang mit dem Auf- und Ausbau des Fachinformationssystems Geologie - die Erarbeitung der Methodik und der notwendigen Grundlagen (Generallegenden Stratigraphie, Petrographie ...). Die Kartierer sind vertreten in nationalen und internationalen Fachgremien und Arbeitskreisen; sie stehen als Spezialisten zu den komplizierten geologischen Verhältnissen Thüringens als Berater der Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zur Verfügung und erarbeiten für diese die für Thüringen zutreffenden geowissenschaftlichen Grundlagen.

Geophysik

Auf diesem Gebiet konnten wegen ihrer sehr knapp bemessenen Personalausstattung von der TLG keine eigenen Untersuchungen durchgeführt und nur zu speziellen Zwecken (s. u.) neue Spezialmessungen vorgenommen oder angeregt werden; in diesen Fällen halfen die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover und die Abt. Geowisseschaftliche Gemeinschaftsaufgaben beim Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung (inzwischen "Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben") als wertvolle Kooperationspartner. Außerordentlich erfolgreich erwies sich diese Kooperation im Zusammenhang mit der Lokalisierung von Salzwasseraufstiegszonen im Werra-Kaligebiet und der Einschätzung des Grundwassergeschütztheitsgrades von Grundwasserleitern im Raum Saalfeld - Jena mittels aerogeophysikalischer Methoden. Im Zusammenhang mit dem Aufbau eines seismologischen Informationsdienstes wurden entsprechende Kooperationsbeiehungen insbesondere zum Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Erdbebenzentrum der Bauhausuniversität Weimar sowie dem Seismoverbund Sachsen aufgebaut. Der umfangreiche vorhandene Datenbestand über geophysikalische Aussagen in Thüringen wird im Rahmen eines Kooperationsvertrages von der Gesellschaft für Geowissenschaftliche Dienste mbH in Leipzig vorgehalten und gepflegt. Er ist nach Abstimmung mit der TLfG für alle Interessenten nutzbar. Weitere Geophysik-Daten wie die umfangreichen Bestände an Bohrlochmeßkurven werden im eigenen Archiv selbst vorgehalten. Gegenwärtig erfolgt im Rahmen eines Projekts eine Aktualisierung des Bestands an geophysikalischen Normalprofilenprofilen in Thüringen.

Geochemie, Petrographie, Paläontologie

Geochemische, petrographische und paläontologische Untersuchungen waren auf die dringendsten Belange des Hauses ausgerichtet und begleiteten und ergänzten kontinuierlich die geologische Landesaufnahme. Die paläontologischen Arbeiten konzentrierten sich dabei auf die Feingliederung der in Thüringen weit verbreiteten Ablagerungen des Oberen Muschelkalk und des Keuper und die petrographischen Untersuchungen auf die Klärung lagerstättenkundlicher, ingenieurgeologischer und petrogenetischer Probleme. Die Erweiterung der geochemischen Datenbestände, vorgehalten im Fachinformationssystem Geochemie, zielten auf die Erarbeitung eines "Geochemischen Atlas von Thüringen". Daneben erfolgten Aufbau und Betreuung der sehr umfangreichen Sammlungsbestände (petrographische Messtischblattsammlung, Lagerstättensammlung, Mineralien, paläontologische Sammlungen). Im Zusammenhang damit seht auch der weit fortgeschrittene Aufbau eines Werksteinkatasters von Thüringen und einer Werksteinsammlung.

Fernerkundung

Auf diesem Gebiet konnte in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesvermessungsamt eine flächendeckende Befliegung Thüringens in vegetationsarmen Perioden realisiert werden; die Luftbilder stellen wertvolle Hilfsmittel insbesondere für die geologische Kartierung und bei der Bearbeitung bodenkundlicher, ingenieurgeologischer und rohstoffgeologischer Fragen dar. Gegenwärtig wird in Kooperation mit dem Geographischen Institut der Universität Halle-Wittenberg ein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gefördertes Pilotprojekt zur Nutzung von Fernerkundungsdaten in der Bodenkartierung und im Bodenschutz realisiert.

Bodenkundliche Landesaufnahme

Bodenprofil Bodenprofil aus dem Thüringer Becken

Die bodenkundliche Landesaufnahme stützte sich in Thüringen auf Übersichtskartenwerke zur Bodengeologie und auf Landwirtschaftliche Standortkarten mit dem Kenntnisstand der 60er und 70er Jahre. Für zusammenhängende größere Forstareale waren auch die flächendeckend vorliegenden Forstlichen Standortkarten nutzbar. Auf dieser Basis aufbauend und unter Einbeziehung der Daten der Bodenschätzung wurde mit der Erarbeitung aktueller Kartenwerke begonnen. Mit der Herausgabe der Bodenübersichtskarte von Thüringen i. M. 1 : 400 000 liegt nunmehr eine nach moderner Methodik gestaltete Übersicht über die Verteilung der Böden in Thüringen vor. Außerdem wurde eine Karte der Bodenlandschaften Thüringens erarbeitet. In Zusammenarbeit mit den Geologischen Diensten von Bayern und Sachsen und in Kooperation mit tschechischen Kollegen wird z.Z ein Pilotprojekt des European Soil Bureau im Rahmen der Georeferenced Soil Data Base of Europe zur Erstellung einer BÜK 250, Blatt Zwickau realisiert. Die Bodenübersichtskarte i. M. 1 : 200 000 von Deutschland ist nach einer bundeseinheitlichen Anleitung von den Ländern zu fertigen und von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe herauszugeben. Entscheidungskriterien für die Blattlegendeneinheiten sind Morphogenese, Bodenausgangsgestein, Substrattypen, Neigungs- und Hydromorphietypen sowie Leitbodentypen. Zu Blatt CC 5526 Erfurt sind die Arbeiten weit fortgeschritten. Die Fertigstellung der Karte für die übrigen Landesteile Thüringens ist eine vordringliche und kurzfristig abzuschließende Aufgabe.

Die mit dem Vorsorgeprinzip im Bodenschutz enorm gewachsenen Anforderungen an Inhalt und Grenzsicherheit von Bodenkarten sowie deren Aussagefähigkeit zu Bodeneigenschaften und Bodenfunktionen machen eine bodenkundliche Detailkartierung nach bundeseinheitlicher Methodik erforderlich. Der Maßstab 1 : 50 000 erscheint dafür geeignet und bietet eine Möglichkeit, die Aufgabe flächendeckend für Thüringen mittelfristig zu erfüllen. Lediglich die BK 25, Blatt 4731 Weißensee und BK 25, Blatt 5036 Bürgel wurden in einem größeren Maßstab fertiggestellt, da sie bei Gründung der TLG bereits einen sehr hohen Anarbeitungsstand aufwiesen.

Von der BK 50 stehen die Blätter L 4930 Erfurt NW und L 4932 vor ihrer Veröffentlichung, weitere Arbeiten laufen auf den Blättern L 5538 Meiningen, L 4926 Eschwege und L 5130 Erfurt W u.a. Die BK 50 ist von großer Bedeutung insbesondere für die Erfüllung der Aufgaben auf dem Gebiet des Bodenschutzes. Da das Kartenwerk jedoch erst mittelfristig zur Verfügung stehen wird, wurde aus den vorhandenen Unterlagen zur bodengeologischen Karte, die im Wesentlichen Ergebnisse der Bodenschätzung repräsentiert, und für den östlichen Bereich Thüringens aus den Karten zur Landwirtschaftlichen Standortkartierung und auf der Basis eigener Untersuchungen die blattschnittfreie Digitale Bodengeologische Karte der TLfG entwickelt. Sie ist für Anwendungen, die keine größere Genauigkeit als den Maßstab 1 : 100 000 erfordern, gut nutzbar, wird aber höheren Anforderungen nicht gerecht und ersetzt nicht die Detailkartierung.

Bodenschutz / Schwermetallatlas

Als eine weitere, ausgezeichnet nutzbare Grundlage für den Bodenschutz in Thüringen wurde ein Atlas der Schwermetallgehalte Thüringer Böden i. M. 1 : 400 000 erarbeitet und analog und als CD-Rom herausgegeben. Er entstand im Ergebnis eines umfangreichen Untersuchungsprogrammes und berücksichtigt auch zuverlässige, in großer Menge vorhandene Altdaten. Er gibt eine aktuelle Übersicht über die Hintergrundbelastung der Oberböden und der bodenbildenden Substrate in Thüringen durch Schwermetalle und Arsen. Die dargestellten Ergebnisse können als Grundlagen dafür dienen, anthropogen bedingte Kontaminationen vom geogenen Background zu unterscheiden.

Die Charakterisierung der Böden nach ihren bodenphysikalischen und bodenchemischen Kennwerten, die auch die Belastungssituationen (geogen / anthropogen) widerspiegelt, ist aus Sicht des Vollzugs dringend notwendig. In diesem Zusammenhang wurde in Kooperation mit der Universität Gießen ein Projekt zur Regionalisierung der Retartationseigenschaften und der Verlagerungspotentiale für Blei und Cadmium in Böden Thüringens realisiert. Ebenfalls der Verbesserung der Arbeitsgrundlagen für den Bodenschutz diente neben der Erarbeitung des Schwermetallatlasses weiterhin ein Schwermetalluntersuchungsprogramm an Auensedimenten und -böden Thüringer Flüsse, das im Rahmen eines DFG-Projektes in Kooperation mit der Universität Jena und der Abteilung Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung realisiert wurde. Auch die Beteiligung am BMBF-Projekt Elbe 2000, zu welchem von der TLfG das Teilprojekt "Auensedimente in thüringischen Zuflüssen - Charakterisierung der Talauen von Saale, Ilm, Unstrut und ihrer Nebentäler" bearbeitet wurde, verfolgte dieses Ziel. Die TLfG war auf dem Gebiet des Bodenschutzes Träger öffentlicher Belange. Zunehmend an Bedeutung gewann die Gutachter- und Beratungstätigkeit zu vielerlei Sachverhalten, wie Wiederurbarmachung, Haldenabdeckung (Kali, Wismut), Dioxingefährdung, Gülleproblematik, Bodennutzung, Bodenqualität, Friedhofsstandorte, Erosionsgefährdung u.v.m. In Zusammenarbeit mit den Thüringer Landesanstalten für Umwelt, für Landwirtschaft und für Wald und Forstwirtschaft wurden die Bodendauerbeobachtungsflächen in Thüringen betreut; im Rahmen ihrer im wesentlichen koordinierenden Funktion veranlasste und betreute sie die Durchführung einer Repräsentanzanalyse, in deren Ergebnis die Standorte künftiger BDF festgelegt werden. Repräsentative Proben wurden und werden auf Dauer in einer Bodenprobenbank vorgehalten.

Fachinformationssystem Boden

Das Fachinformationssystem Boden als Teil des Bodeninformationssystems von Thüringen erlaubt eine schnelle Recherche und Datenausgabe. Es ist eng vernetzt mit den anderen Fachinformationssystemen des Bereichs "Geowissenschaftliche Grundlagen", insbesondere mit dem FIS Geochemie, und enthält bereits eine sehr große Anzahl an Daten; der Aufbau der wichtigen Flächendatenbank konnte allerdings aus Kapazitätsgründen noch nicht realisiert werden. Zur Optimierung der Auswertemöglichkeiten auf rechentechnischem Wege wurde das Methodenmanagementsystem MEMAS eingeführt.