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Mit der geowissenschaftlichen Landesaufnahme werden wesentliche Arbeitsgrundlagen für Verwaltung, Wirtschaft und Forschung geschaffen und laufend aktualisiert. Einen entscheidenden Nutzen aus der Verbesserung dieser Unterlagen ziehen aber auch und besonders die angewandten Arbeitsbereiche der geologischen Landesbehörde selbst.
Als Träger öffentlicher Belange nimmt sie Einfluss auf die Planungs- und Bautätigkeit in Thüringen, liefert Hinweise zur Beschaffenheit des Baugrundes und zu den aus der geologischen Situation abzuleitenden Baurisiken, zur Rohstoffsituation und zu den Boden- und Grundwasserverhältnissen an konkreten Standorten. Daneben kommt sie ihrer Beraterfunktion, insbesondere auch im Rahmen der Landesplanung, auf den Gebieten der Rohstoffsicherung und Lagerstättenwirtschaft sowie des Grundwasser- und Bodenschutzes nach und liefert damit ganz wesentliche Grundlagen für Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie. Sie berät aber auch Wirtschaft und Private auf diesen Gebieten. Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Tatsache, dass ihre Aussagen als technische Fachbehörde vollkommen unabhängig und interessenneutral getroffen werden.
Außerdem ist sie eingebunden in die Arbeiten zur Bewältigung so wesentlicher Umweltprobleme wie z. B. die Kaliabwasserversenkung im Werragebiet, die Flutung der Wismut-Bergbauanlagen oder die Sanierung der Altlasten des Teerverarbeitungswerkes Rositz und der Folgen des Braunkohlenbergbaus.
Eine der wesentlichsten Aufgaben der Thüringer Landesanstalt für Geologie war in den vergangenen 10 Jahren die Vertretung der Interessen des Freistaates Thüringen zur Rohstoffsicherung. Diese ist die wesentliche Grundlage für eine bedarfsgerechte und umweltverträgliche Rohstoffversorgung des Landes und der darauf basierenden Bauwirtschaft als einem der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Dazu erfolgten konzeptionelle Arbeiten zu Planungsgrundsätzen für die Rohstoffsicherung, zur Ermittlung des Rohstoffbedarfs, die Ableitung lagerstättenwirtschaftlicher Zielstellungen für die einzelnen Planungsregionen und Landkreise als Grundlage für die Erarbeitung der Regionalen Raumordnungspläne und die Bereitstellung der für die Landesplanung erforderlichen Kartenunterlagen. Es wurde in diesem Zusammenhang regelmäßig eine Lagerstättenwirtschaftliche Jahresanalyse für den Freistaat Thüringen herausgegeben, ergänzt durch die laufend aktualisierten Übersichtskarten der in Abbau stehenden Steine- und Erden-Lagerstätten i. M. 1 : 200 000 und 1 : 400 000.
Kalksteintagebau
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Unter Nutzung der in außerordentlich großem Umfang vorhandenen und auf aktuellem Stand vorgehaltenen Datenbeständen zu den Thüringer Rohstoffvorkommen wurde gemeinsam mit dem Thüringer Landesamt für Straßenbau eine mit den Produktkennwerten gekoppelte Datenbank zur gemeinsamen online-Nutzung aufgebaut. Daneben wurde in Kooperation mit der Bauhausuniversität Weimar und dem Institut für Steinkonservierung der Universität Mainz ein Kataster der Thüringer Werksteine aufgebaut, parallel dazu erfolgt der kontinuierliche Auf- und Ausbau des Fachinformationssystems Rohstoffe für Thüringen.
Eine weitere Verbesserung des Kenntnisstandes zu den Lagerstätten wird weniger auf der Basis eigener Untersuchungen vorangetrieben - dafür ist die personelle Ausstattung der TLfG nicht ausreichend - sondern auf der Basis der von den Produktionsbetrieben selbst erarbeiteten Ergebnisse, die diese dem Geologischen Dienst bereitwillig für Planungszwecke zur Verfügung stellen. Diese Bereitwilligkeit ist das Ergebnis eines Vertrauensverhältnisses zwischen beiden Partnern; die Betriebe bleiben Eigentümer der Daten und wissen, dass von der TLfG in jedem Fall Dritten nur Einsicht in diese Unterlagen gewährt wird, wenn sie eine schriftliche Einverständniserklärung des Eigentümers vorlegen können.
Eine weitere ganz wesentliche Aufgaben der Rohstoffgeologen war die Beratung von Behörden, Kommunen, Verbänden und Firmen der rohstoffgewinnenden und -verarbeitenden Industrie, die über die vergangenen 10 Jahre in etwa gleich großem Umfang notwendig war.
Weiterhin oblag der TLfG, insbesondere auch nach der Angleichung des Bergrechts in Deutschland, die gutachterliche Bewertung der rohstoffgeologischen Kriterien für die rechtliche Zuordnung von grundeigenen Bodenschätzen / Grundeigentümerbodenschätzen für die für berg-, wasser-, immissionsschutz- und baurechtliche Genehmigungen zur Rohstoffgewinnung zuständigen Genehmigungsbehörden.
Stark abnehmende Tendenz zeigt inzwischen der Bedarf an Leistungen zur Bearbeitung von Erlaubnisanträgen zur Aufsuchung von Bodenschätzen und von Anträgen auf Bewilligung des Abbaus. Weiterhin waren in beachtlichem Umfang im Auftrag der Bergbehörden Betriebspläne und Sonderbetriebspläne von Abbaufirmen zu überprüfen.
Die Anforderungen an die staatliche Ingenieurgeologie waren in den vergangenen zehn Jahren besonders hoch. Zu vielen Großbauvorhaben in Thüringen waren von der TLfG in der Planungsphase und oft auch in der Ausführungsphase ingenieurgeologische, teilweise sehr umfängliche Stellungnahmen zu erarbeiten, der Baugrund zu bewerten und das in diesem begründete Gefährdungspotential zu beschreiben. Eine solch anspruchsvolle und auch künftig ständige Aufgabe ist nur auf der Basis eines flächendeckend hohen Kenntnisstandes lösbar. Daher wurden große Anstrengungen unternommen, um das in reichem Maße vorhandene Datenmaterial im Geologischen Landesarchiv entsprechend aufzubereiten, im Fachinformationssystem Ingenieurgeologie vorzuhalten und durch notwendige Untersuchungen den Kenntnisstand gezielt zu verbessern.
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| Erdfall Ea 4633-061 (Identnummer des Subrosionskatasters der TLUG) ca. 30 m östlich der B 86 Artern- Sangerhausen. Die Dreimeter-Meßlatten dienen zur Messung des weiteren Senkungsablaufes. |
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| Blockbild mit schematischer Darstellung der wichtigsten Subrosionshohlformen Thüringens. S- Senke, Sw- Senke wassergefüllt, E1- Erdfall, verursacht durch schlotförmiges Hochbrechen eines Subrosionshohlraumes im Gips; E2- Erdfall durch Versinken von Lockergesteinsmaterial in tektonisch entstandene, subrosiv aufgeweitete Spalten; Ea- aktiver Erdfall, der Gebäude und Verkehrswege schädigt; Eap- aktiver Erdfall im Bachbett (Ponor) |
Besonders weit fortgeschritten sind dabei die Arbeiten am Subrosionskataster i. M 1 : 25 000. Das in weiten Teilen Thüringens im Untergrund ablaufende Auslaugungsgeschehen führt an der Erdoberfläche zu Senkungen, die teils langfristig, weitgespannt und nahezu unbemerkt, oft aber auch plötzlich und mit katastrophaler Gewalt vor sich gehen. Flache Senken oder Einsturztrichter in unterschiedlichen Dimensionen sind die Folge. Bei akuten Ereignissen dieser Art erfolgte durch die TLfG sofortige Beratung der Betroffenen vor Ort, in besonders schwerwiegenden Fällen wie dem Großerdfall Kursdorf an der B 7, am Südturm der Stadtkirche Schmalkalden, in Roßdorf oder bei Ernstroda, übernahm die TLfG auch einen Teil der weiterführende Betreuung. Gleiches gilt auch für akute Felsstürze oder Hangrutschungen.
In einem ingenieurgeologischen Subrosionskataster werden alle diese Senkungserscheinungen dokumentiert und aus ihrer Art, Genese und Häufigkeit eine Subrosionskarte abgeleitet, die dem Bauwilligen Auskunft über den Grad der Subrosionsgefährdung gibt und Anhaltspunkte für bauliche Vorsorgemaßnahmen bietet. Für etwa 2/3 aller erdfallgefährdeten Gebiete Thüringens ist diese Karte bereits fertiggestellt. Mit ähnlicher Zielstellung werden Datenbanken und Karten zur Gefährdung durch Hanglabilität und Felsstürze angefertigt. Ein weiterer Kataster zu ingenieurgeologischen Homogenbereichen, innerhalb welcher gleichartige Baugrundverhältnisse zu erwarten sind, konnte erst in Teilen fertiggestellt werden.
Großschurf der Mauer-Aufstandsfläche der Trinkwassertalsperre Leibis/Lichte
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Im Rahmen der Mitarbeit im Talsperrenüberwachungsausschuss wurden die den Standsicherheitsnachweisen zu Grunde liegenden geologisch-geotechnischen Parameter im Rahmen der vorgeschriebenen vertieften Kontrollen auf Plausibilität und Aktualität überprüft.
Bei der Projektierung und Ausführung der Bauwerke des PSW Goldisthal (Unter- und Oberbecken, Stollenauffahrungen, Großkaverne) waren Detailkartierungen und Bewertungen durchzuführen und die wichtigen Dokumentationen zu sichern. Zur TS Leibis übernahm die TLfG die Abschlussdokumentation des Katze-Stollens und baubegleitende Maßnahmen, insbesondere bei der Auswertung des geologischen Inventars der Maueraufstandsfläche.
Tunnel Rennsteig. Kaverne der Luftaustauschzentrale
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Im Zusammenhang mit der Planung der ICE-Strecke war im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit ein komplettes geologisch-geotechnisches, bevorzugt baugeologischen Zwecken dienendes N-S-Profil durch ganz Thüringen zu erarbeiten; dabei übernahm die TLfG die Gesamtkoordination und z. T. auch Detailarbeiten. Insgesamt wurden 583 Kernbohrungen mit über 21 000 Metern Bohrkern aufgenommen.
Die TLfG wurde auch in die Planung, Vorbereitung und Ausführung aller Tunnelauffahrungen der BAB-Trassen der A 71 und A 73 in Thüringen einbezogen und begleitete und begleitet weiterhin diese Maßnahmen. Sie erarbeitete auf der Basis von Spezialkartierungen aktuelle Karten für den Tunnelverlauf und prognostizierte die bei den Auffahrungen zu erwartenden geologischen Verhältnisse, empfahl Methoden zur Aufnahme vor Ort und dokumentierte an geologisch interessanten oder geotechnisch als problematisch einzustufenden Bereichen die Verhältnisse vor Ort selbst. Sie sammelt und archiviert die gesamten geologisch-geotechnischen Unterlagen und Dokumentationen zu diesen Bauwerken komplett und auf Dauer.
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| Geologischer Schnitt durch den Rennsteigtunnel, der mit 7,916 km der längste Deutsche Autobahntunnel ist |
Bei auftretenden Problemen im Deponiebau wurde in einigen Fällen die TLfG zur Beratung herangezogen; das betraf z. B. die Deponien Großlöbichau, Erdmannsdorf, Hellingen, Weida, Eisfeld, Erzschwinde, Mellenbach und Großeutersdorf. Deponien sind stets ein Gefahrenherd für die Umwelt. Daher wurden von den in Thüringen vorhandenen ca. 1070 Deponien (in der Überzahl kleine und ungeordnete Deponien) die 127 wichtigsten, darunter alle 44 der im Gesetz- und Verordnungsblatt für Thüringen Nr. 29 v. 22. September 1994 ausgewiesenen und z. Z. betriebenen Hausmülldeponien, in einem Kataster erfasst und nach geotechnischen Parametern bewertet. Die Ingenieurgeologen waren weiterhin tätig als Obergutachter in Streitfällen und leiteten zahlreiche Exkursionen für den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Eine der wesentlichsten und auch aufwendigsten Aufgaben in den ersten Jahren des Bestehens der TLfG war die Ersterfassung und Bewertung aller in Thüringen bestehender Trinkwassergewinnungsanlagen und Trinkwasserschutzzonen (TWSZ), insbesondere die Dokumentation des Istzustandes und der juristischen Tatbestände. Diese Erfassung und Überprüfung konnte 1996 abgeschlossen werden; danach lag der Schwerpunkt der Arbeiten auf diesem Gebiet in der Revision und Entflechtung von TWSZ und in der Bearbeitung von Aufhebungs- und Neufestsetzungsanträgen für die obere Wasserbehörde. Die Gesamtanzahl der TWSZ sank von 4244 im Jahr 1991 auf inzwischen weniger als 3000. Zu allen TWSZ werden die geowissenschaftlichen Dokumentationen komplett und auf aktuellem Stand vorgehalten.
Neben den Stellungnahmen als Träger öffentlicher Belange waren auf dem Gebiet des Grund/Trinkwasserschutzes außerdem in außerordentlich großem Umfang Stellungnahmen und Gutachten zur Sicherung der Wassergüte bei diversen Maßnahmen zu erarbeiten, z. b. beim Bau von Abwasserleitungen und Kläranlagen, bei der Sanierung der Einzugsgebiete Thüringer Talsperren, bei der Erfassung des Gefährdungspotentials von Unfällen, Havarien und von Altlasten, für die Grundwassergewinnung, bei der Anlage von Wasserwerken, bei der Versickerung von Abwasser und im Rahmen der Begleitung der Planung und Ausführung der Verkehrstrassen in Thüringen. Einen erheblichen Aufwand (nahezu 1000 Vorgänge) erforderte die Bewertung der Verträglichkeit von Rohstoffabbau und Grundwassergewinnung. Daneben wurden Grundwassermodelle erarbeitet oder überprüft und bei hydrogeologischen Fragestellungen Obergutachtertätigkeiten in Streitfällen übernommen.
Grundwassermessstelle
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Die Erschließung und Aktualisierung des Kenntnisstandes über die hydrogeologischen Verhältnisse in Thüringen bildet die unverzichtbare Grundlage für die Tätigkeit der TLfG auf dem Gebiet der angewandten Hydrogeologie und des Grundwasserschutzes. Die Daten werden im Fachinformationssystem Hydrogeologie vorgehalten. In Koopreation mit der TLU entstand hierzu der Bericht "Grundwasser in Thüringen", zu dem insbesondere die Karten zur Hydrochemie (Chlorid und Sulfat) und Hydrodynamik bearbeitet wurden.
In den 17 Erläuterungen zu den neu bearbeiteten GK 25 erfolgte eine sehr detaillierte und anwenderfreundlich aufbereitete Beschreibung der jeweiligen Grundwasserverhältnisse.
Aus der GÜG 200 der TLfG wird gegenwärtig eine Hydrogeologische Übersichtskarte von Thüringen als Grundlage für Maßnahmen im Zusammenhang mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie generiert. Die Mächtigkeit und Art der Grundwasserüberdeckung besitzt herausragende Bedeutung für den Grundwasserschutz. Daher wurde im Rahmen eines Pilotprojektes für eine mittelfristig zu schaffende flächendeckende Karte der Schutzfunktion (Vulnerabilität) der Grundwasserüberdeckung für Thüringen das Blatt Saalfeld i. M. 1 : 50 000 fertiggestellt. Sie schließt die Karten der Hangneigung, der Grundwasserneubildung, der Hydrodynamik, des Flurabstandes, des oberirdischen Einzugsgebiets, des artesischen Druckverhaltens und die Bewertung der Gesteinseinheiten in der ungesättigten Zone ein. Die Ergebnisse einer in diesem Zusammenhang in Kooperation mit der BGR durchgeführten aerogeophysikalischen Vermessung eines Testgebietes liegen noch nicht vor.
Von großem Nutzen erweisen sich bereits jetzt die Ergebnisse der in Vorbereitung der Kaliabwasserversenkung in den Plattendolomit der Gerstunger Mulde vorgenommenen und ebenfalls in Kooperation mit der BGR durchgeführte Befliegungen als Basis für ein evtl. später notwendiges Monitoring des Versenkungsgeschehens. Die TLfG begleitete bei der Abwasserversenkung fachtechnisch die Vorbereitung und Durchführung der Bergerprobung und übernahm die Organisation der notwendigen isotopenhydrogeologischen Untersuchungen. In diesem Zusammenhang ist die TLfG auch im Thüringer Versenkausschuss und in Koordinierungsauschuss Salzabwasser Thüringen und Hessen tätig. Doch nicht nur der aktuelle Kalibergbau, sondern auch der besonders auf Ostthüringen konzentrierte Braunkohlen- und Uran-Altbergbau stellt ein beträchtliches hydrogeologisches Problemfeld dar, dem sich die TLfG im Auftrag des TMLNU, der Thüringer Bergbehörden und der oberen Wasserbehörde zu widmen hatte und noch hat. Dazu gehörte neben der Flutung der Wismut-Bergbauanlagen und dem Wasseranstieg in den Braunkohlentagebauen des Altenburger Landes auch die Bewertung der bedeutenden Altlast des Teerverarbeitungswerkes Rositz. Zu diesen Großprojekten waren die zahlreichen Sanierungskonzeptionen insbesondere bezüglich der Problematik Wasserpfad und Monitoring zu bewerten. In diesem Zusammenhang beteiligte sich die TLfG auch intensiv an dem wissenschaftlich-technischen Vorhaben "Grundwassergüteentwicklung in den Braunkohlengebieten der neuen Bundesländern". Montanhydrogeologisch tätig war sie auch bei der Sanierung von Schächten und weiteren Bergbauanlagen.
Im Rahmen eines von der EU geförderten Projektes über geothermale Wässer in Thüringen wurde eine Übersicht über die Möglichkeiten der Nutzung tiefliegender Grundwässer zur energetischen oder balneologischen Nutzung gewonnen. Seit etwa 1999 sind in zunehmendem Umfang Anträge auf Gewinnung von Erdwärme aus dem Grundwasser (Erdwärmesonden) zu bearbeiten. Im Auftrag der Wasser- und Bergbehörden wurden auch Anträge auf Anerkennung als Heil- und Mineralwässer bearbeitet. Außerdem wurde die Bearbeitung der Thermalsolebohrung Bad Colberg übernommen.
Als technische Fachbehörde war die TLfG auf dem Gebiet der Hydrogeologie auch beteiligt an der Ausarbeitung und Formulierung von Richtlinien und Regelwerken der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Thüringen.
Die TLfG ist Träger öffentlicher Belange in städtebaulichen Verfahren nach dem Baugesetzbuch und in bauaufsichtlichen Verfahren. Sie äußert sich in diesem Zusammenhang zur Geologie (insbesondere zur Rohstoffgeologie/Rohstoffsicherung), zum Baugrund, zu Bodengeologie und Bodenschutz, zum Geotopschutz und zum Schutz des Trink- und Grundwassers. Die Erarbeitung der Stellungnahmen erfolgt nach dem Prinzip der referatsübergreifenden Gebietsgeologentätigkeit aller auf dem Gebiet der angewandten Geologie tätigen Mitarbeiter und Koordinierung bzw. Bündelung durch das Referat Infrastrukturgeologie.
In den vergangenen 10 Jahren waren zu diesem Problemfeld ca. 10 000 Stellungnahmen abzugeben. Sie betrafen Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Flurordnung und Agrarstrukturelle Vorplanung, den Bau von Deponien, Kläranlagen u.ä., verkehrsplanerische Maßnahmen, die Bewertung von Altlasten, Naturschutzvorhaben, Gas-, Wasser- und Abwassertrassen, Windenergieanlagen und viele weitere Einzelmaßnahmen. Darüber hinaus war die TLfG beteiligt an gesetzgeberischen Vorhaben und Verwaltungsvorschriften des Landes und bestritt in den Anfangsjahren auch das Problemfeld des Altbergbaus und der Unterirdischen Hohlräume.
Geschützter Geotop: Steinerne Rose bei Saalburg
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Auf diesem Gebiet arbeitete die TLfG mit der TLU und mit den unteren Naturschutzbehörden, mit dem Thüringischen Geologischen Verein e.V., dem Thüringer Heimatbund e.V., dem Thüringer Höhlenverein e.V. und der Mitteldeutschen Speläologischen Gesellschaft e.V.eng zusammen. Sie baute den Geotopkataster für Thüringen auf, in welchem alle unter Schutz stehenden Geotope mit all ihren Merkmalen erfasst sind, und beriet die Naturschutzbehörden durch Anfertigung von Schutzwürdigkeitsgutachten bei Unterschutzstellungsverfahren. Die Geotope wurden dabei nach bundeseinheitlichen Richtlinien, an deren Ausarbeitung auch die TLfG beteiligt war, bewertet. Sie wirkte auch mit bei Pflege- und Entwicklungsplänen für geologische Naturdenkmale und Schutzgebiete und unterbreitete Vorschläge zur Unterschutzstellung oder auch Aufhebung des Schutzstatus.
Seit 1999 wird in der TLfG auch in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Höhlenverein e.V. auch der Thüringer Höhlenkataster vorgehalten. Eine Übersichtskarte der geschützten Geotope Thüringens wird z. Z. vorbereitet.
Ein wesentlicher Teil der Öffentlichkeitsarbeit der TLfG bezog sich auf die Popularisierung des Geotopschutzgedankens, der gegenwärtig im allgemeinen Verständnis des Naturschutzes noch nicht sehr verbreitet ist. So wurde im Jahr 2000 die internationale Tagung "Geotop 2000 - Geotope im Spiegelbild der geowissenschaftlichen Landesforschung" der DGG in Weimar ausgerichtet.
Spezielle Publikationen der TLfG wie "Geologie und Geotope in Weimar und Umgebung", "Geologische Sehenswürdigkeiten des Wartburgkreises und der kreisfreien Stadt Eisenach" (zusammen mit den unteren Naturschutzbehörden Wartburgkreis und Eisenach), "Goetz-Höhle Meiningen" (gemeinsam mit Goetz-Höhle Meiningen e.V. und Thüringer Höhlenverein e.V.), die Gestaltung des Jahreskalender 1998 des TMLNU, Schauposter im Weimarer Park an der Ilm oder die umfangreiche Veröffentlichung "Gold in Thüringen" dienen diesem wichtigen Anliegen. Die Herausgabe eines Posters und eines Buches "Der Bohlen bei Saalfeld - ein Geotop von Weltgeltung" ist für 2002/3 geplant. Außerdem unternahm die TLfG Anstrengungen zur Einrichtung verschiedener Geoparks in Thüringen.
Gefährliche Erdsenkungen können subrosionsbedingt sein, aber auch von Altbergbau verursacht werden. Die Einrichtung eines Altbergbaukatasters, für den alle konzeptionellen Vorbereitungen abgeschlossen sind und der seit 2000 in enger Zusammenarbeit mit den Thüringer Bergbehörden entsteht, soll die Basis für die Abschätzung des bergbaubedingten Gefährdungsgrades bilden.