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Aktueller Stand
Die Sicherung einer qualitäts- und quantitätsgerechten Trinkwasserversorgung in Thüringen ist Aufgabe der Kommunen.Diese Aufgabe erfüllen derzeit 47 Wasserversorgungszweckverbänden (WVZV) und 35 Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften oder damit beauftragte gemeindeeigene Unternehmen (Stand 01.01.2011).
| Ostthüringen | 377 VG | 56% |
| Südthüringen | 286 VG | 27% |
| Nordthüringen | 83 VG | 9% |
| Mittelthüringen | 80 VG | 8% |
Schwerpunkte 2010
| Kreis | Bezeichnung der Maßnahme | Gesamt | 2010 |
| Wartburgkreis | WV Stadtlengsfeld, OT Weilar Anschluss an TWA Stadtlengsfeld - Bau DEA und TW-Leitung zum ON Weilar, E/MSR | 261,33 | 261,33 |
| Wartburgkreis | WV GWV Dermbach, Bau Rohwasserbehälter (2x20m³, Errichtung TWA Dermbach mit Reinwasserbehälter 2x200 m³ und DEA Rohwasserzuführungsleitung "Schwarzer Born", EMSR | 1.187,08 | 1.187,08 |
| Nordhausen | WV GWV Bleicheroda, Anschluss an GWV Nordhausen, Ablösung örtliche Fassungsanlagen, 1. BA: TWL Wipperdorf - DEA Bleicherode Ost, Bau DEA Nohra 2. BA: TWL Werter - Schate, DEA Hesserode | 1.373,23 | 1.373,23 |
| Schmalkalden - Meiningen | WV Schnellbach, Bau TWA mit Reinwasserbehälter (2x150 m³), Rohwasserleitung, Reinwasserleitung und DEA zum HB, TWL von TWA bis ON Schnellbach, DM-Schacht | 1.101,19 | 1.101,19 |
| Sondershausen | GWV Brüchter/ Toba, Los 1 TWL vom Standort TB Wiedermuth zum HB Großbrüchter Los 2 DEA TB Wiedermuth (Mischung mit FW) | 516,99 | 516,99 |
| Altenburger Land | WV westlicher Teil Altenburger Land, 1. BA - TWL Monstab - Kröbern, DEST und Behälteranlage Tegwitz 2. BA - Verbindungsleitung Tegwitz - Starkenberg | 551,18 | 551,18 |
| Altenburger Land | WV westlicher Teil Altenburger Land, Ersatzneubau DESt u. Behälteranlage Nöbden | 286,06 | 286,06 |
Die umweltgerechte kommunale Abwasserentsorgung wird von den zuständigen Abwasserzweckverbänden und Eigenentsorgern wahrgenommen und dient der Verbesserung der Gewässergüteverhältnisse sowie der Gewährleistung von ordnungsgemäßen hygienischen Verhältnissen in Siedlungsräumen. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für die zukunftsorientierte Entwicklung der Städte und Gemeinden im Freistaat Thüringen.
Neben dem Bau und der Erweiterung von kommunalen Kläranlagen waren die Errichtung von Verbindungssammlern zum Anschluss von Ortschaften an bereits bestehende Kläranlagen, Anlagen zur Mischwasserbehandlung sowie der direkte Anschluss von über 10.000 Einwohnern an Kanalisation und Kläranlage Inhalt des Programms.
Zum Abschluss des Berichtsjahres 20010 befanden sich im Freistaat Thüringen acht kommunale Kläranlagen mit einer Gesamtkapazität von 42.600 Einwohnerwerten (EW) in der Baudurchführung. Hierzu gehören die Neubauten der Kläranlagen Crawinkel mit 1.500 EW, Heyda (550 EW), Großbrembach (700 EW), Wollersleben (1.300 EW) Haselbach mit 900 EW, Oberes Sprottental mit 1.800 EW sowie die KA Marksuhl mit einer Kapazität von 1.700 Einwohnerwerten. Die überlastete KA Schmölln (derzeitig 18.500 EW) wird auf eine Ausbaugröße von 34.100 EW erweitert.
KA Großtöpfer
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Die neue Kläranlage Friedatal/Großtöpfer mit einer Ausbaugröße von 4.200 EW hat nach Abschluss der Baumaßnahmen im November 2010 den Probetrieb aufgenommen
Einen hohen Stellenwert bei der Entwicklung der Abwasserentsorgung hat der Ausbau der Infrastruktur im Bereich der Kanalisation. Von Bedeutung sind die im Berichtsjahr vollzogenen Anschlüsse von gemeindlichen Gebieten ohne ausreichende Abwasserbehandlung an größere Abwasserbehandlungsanlagen.
| Art der Abwasserbehandlung | Größenklasse der Kläranlagen [EW] | Summe | |||||
| < 1.000 | 1.000 bis 5.000 | 5.001 bis 10.000 | 10.001 bis 100.000 | > 100.000 | Alle Größen-klassen | ||
| Nur mechanische Reinigung | Anzahl | 9 | 1 | - | - | - | 10 |
| Kapazität | 1.100 | 1.800 | - | - | - | 2.900 | |
| Biologische Reinigung | Anzahl | 404 | 53 | 2 | - | - | 459 |
| Kapazität | 116.200 | 127.000 | 13.000 | - | - | 256.200 | |
| Weitergehende Reinigung * | Anzahl | 3 | 40 | 27 | 47 | 4 | 121 |
| Kapazität | 450 | 129.200 | 205.700 | 1.719.200 | 935.000 | 2.989.550 | |
| Summe | Anzahl | 416 | 94 | 29 | 47 | 4 | 590 |
| Kapazität | 117.750 | 258.000 | 218.700 | 1.719.200 | 935.000 | 3.248.700 | |
Ein Indikator für die Entwicklung der Abwasserentsorgung ist der Anschlussgrad der Bevölkerung an kommunale Abwasserbehandlungsanlagen. In diesem Bericht wird die Entwicklung im Zeitraum 1990 bis 2009 dargestellt. Die Daten für das Berichtsjahr 2010 stehen ab Juni 2011 zur Verfügung und werden im nächsten Umweltbericht mitgeteilt. Nach Auswertung der Eigenkontrollberichterstattung der Abwasserzweckverbände bzw. Eigenentsorger sind im Jahr 2009 insgesamt 1.596.000 Einwohner an eine kommunale Abwasserbehandlungsanlage angeschlossen. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt damit bei 71 %.
Mit den abwassertechnischen Maßnahmen konnten in den vergangenen Jahren weitere Fortschritte beim Neubau, der Ertüchtigung und Modernisierung der Abwasserbehandlungsanlagen erreicht werden. Damit hat sich auch die Qualität der Abwasserreinigung wesentlich verbessert. Der Anteil der Bevölkerung, deren Abwasser in kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen nur unzureichend mechanisch gereinigt wird, ist im Jahre 2009 auf unter 0,1 % gesunken. Dagegen erhöhte sich in dem Zeitraum von 19 Jahren der Einwohneranteil, dessen Abwasser mit Phosphor- bzw. Stickstoffelimination, also mit weitergehender Reinigung behandelt wird, kontinuierlich auf 64 %.
Entwicklung des Anschlussgrades der Bevölkerung an kommunale Abwasserbehandlungsanlagen (ABA)
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Im Vergleich der neuen Bundesländer (Stand 1990) lag Thüringen auf Grund der schwachen Infrastruktur mit 43 % Anschlussgrad weit unter dem Mittelwert von 55 % der fünf neuen Bundesländer. Gemessen an dem in den alten Bundesländern gegenwärtig erreichten Anschlussgrad der Bevölkerung an zentrale kommunale Abwasserbehandlungsanlagen von mehr als 95 % wird deutlich, dass in Thüringen mit derzeitig 71 % Anschlussgrad zukünftig noch erhebliche Anstrengungen zur weiteren Verbesserung der Infrastruktur erforderlich sind. Auch unter dem Gesichtspunkt der weiteren Gewässerentlastung ist es notwendig, den Anschlussgrad an kommunale ABA weiter zu erhöhen. Die unzureichende Abwasserbehandlung über eine Vielzahl von desolaten Kleinkläranlagen und Teilortskanalisationen in geschlossenen Siedlungsgebieten stellt immer noch eine erhebliche Gewässerbelastung dar.