Freistaat ThüringenThüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie

Inhalt

Gewässerbiologie

Forelle Bachforelle

Mit Inkrafttreten der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ab 2001 mussten die bisherigen Bewertungsmethoden wesentlich erweitert werden. Wurden bisher die Fließgewässer vorrangig anhand ihrer Beeinträchtigung durch sauerstoffzehende Abwassereinträge beurteilt (Saprobienindex nach DIN 38410), wird seitdem eine Bewertungsmethodik herangezogen, die ein umfassenderes Zustandsbild zur Gewässerqualität erlaubt. An geeigneten Probenahmestellen bzw. Flussabschnitten werden in Abhängigkeit vom Gewässertyp bis zu vier Biokomponenten untersucht.

Die Ergebnisse für die Biokomponenten werden in fünf Qualitätsklassen eingestuft. Die vorgefundene Fauna bzw. Flora wird mit einem Referenzzustand der gewässertypspezifischen Artenvorkommen verglichen. Aus der Abweichung des Ist-Zustandes vom Referenz-Zustand ergibt sich die Qualitätsklasse. Die Methoden zur Untersuchung und Bewertung der biologischen Komponenten befinden sich noch in der Verfahrenserprobung. Neben den laufenden bundesweiten Praxistests werden die Methoden auch europaweit international verglichen (Interkalibrationsprozess). Durch die Praxistests ergeben sich gelegentliche Anpassungen in der Methodik. Die Untersuchungen in Thüringen erfolgen nach den jeweils aktuell veröffentlichten Handlungsanleitungen.

  

Fischfauna

Das Artenspektrum der Thüringer Fisch­fauna umfasst derzeit 35 Arten, von denen 10 Arten gefährdet oder stark gefährdet sind. Die Zusammen­setzung der Fischfauna unter­scheidet sich entsprechend den Strömungs‑, Substrat-, Temperatur- und Sauer­stoff­ver­hältnissen im Gewäs­ser­verlauf. Dies und ihr ausgeprägtes Wanderungsverhalten machen sie zu guten Indikatoren der Gewässerstruktur. Die Bewertung der Fischfauna beruht auf auf dem Vergleich des Artenspektrums, der Abundanzverhältnisse und der Altersstruktur eines vorgegebenen fischfaunistischen Referenzzustandes mit den realen Verhältnissen im Gewässer. 

Icon interner Link Ermittlung des Fischbestandes in Thüringer Gewässern

Icon interner Link Fischfaunistischer Referenzkatalog Thüringer Fließgewässer

Makrophyten/Phytobenthos

Die höheren Wasserpflanzen und am Boden lebenden Algen sind ein Indikator für die Nährstoffsituation des Gewässers. Die Makrophyten spiegeln auf Grund ihrer langen Lebensdauer, der Aufnahme von Nährstoffen aus dem Sediment und den relativ trägen Verbreitungs­mechanismen die Verhält­nisse im Gewässer über einen längeren Zeit­raum wider. Kieselalgen (Phythobenthos) da­gegen reagieren sehr kurzfristig auf Verän­derungen und können innerhalb weniger Wochen eine völlig neue, den veränderten Umständen angepasste Lebens­gemeinschaften aufbauen. Die höheren Wasserpflanzen spiegeln bis zu einem gewissen Grad auch die Gewässerstruktur wider.

Icon externer Link PHYLIB
Deutsches Bewertungsverfahren für Makrophyten und Phytobenthos

Icon externer Link ASTERICS
Software zur Berechnung des ökologischen Zustands von Fließgewässern

Icon externer Link Bewertungsverfahren Phytoplankton nach WRRL
Download beim Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei im Forschungsverbund Berlin e.V. (IGB)