

Springen Sie direkt zu einem der folgenden Seitenbereiche:
Zum Zweck des bundeseinheitlichen und konsequenten Handelns wurde von 1988 bis 1993 ein Mess- und Informationssystem in der BRD mit nachfolgenden Komponenten aufgebaut:
Zur Aufrechterhaltung der organisatorischen sowie technischen Funktionsfähigkeit und Einsatzbereitschaft befindet sich das Mess- und Informationssystem ständig - sowohl mit seinen kontinuierlich arbeitenden Bundesmessnetzen, die die gesamte BRD überdecken, als auch den laufenden Messaktivitäten der Länder auf ihren Territorien - mit dem Normalbetrieb in einer Art "Trainingszustand". Die im Normalbetrieb erhaltenen Messergebnisse dienen der Erhebung von Referenzwerten (standortspezifische Zeitreihen hinsichtlich Kontaminationsverlauf und Radionuklidzusammensetzung sowie Vergleichsbasis für die Erfassung der mit einem Ereignis neu hinzugekommenen Kontamination).
Sobald im Zusammenhang mit einem radiologischen Ereignis eine signifikante Überschreitung der "Normalmesswerte" in den Messzentralen registriert wird, ordnet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit für die im System integrierten Facheinheiten den Intensivbetrieb an. Mit diesem Betriebsartenwechsel ist die Erhöhung der Messfrequenz der Messnetze und die zeitliche und bei Bedarf auch räumliche Probenentnahmedichte für relevante Umweltbereiche verbunden, um schnell eine Übersicht über die radiologischen Auswirkungen und deren zeitlichen Verlauf zu erhalten, aber auch die möglicherweise notwendige Einflussnahme zur Minimierung der Strahlenbelastung der Bevölkerung zeitnah zu realisieren.
Die Messaufgaben Thüringens werden seit 1992 von zwei Landesmessstellen mit einer Landesdatenzentrale, die an der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie angesiedelt sind, wahrgenommen. Alle in Thüringen ermittelten Messdaten werden, nachdem sie in den Landesmessstellen plausibilisiert wurden, zur Landesdatenzentrale geleitet, die diese auf dem Zentralserver in der Zentralstelle des Bundes für die Überwachung der Umweltradioaktivität (ZdB) beim Bundesamt für Strahlenschutz in Neuherberg zur weiteren Verarbeitung ablegt.