Freistaat ThüringenThüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie

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Klimaszenarien für Thüringen

Regionaler Wandel in Thüringen - Projekt REWA

Mit Hilfe von Klimamodellen lassen sich mögliche Klimaentwicklungen simulieren und Klimaszenarien erstellen. Klimamodelle sind jedoch nicht in der Lage, das Klima für einen bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft vorherzusagen.

Im Auftrag der TLUG führte die Fa. Meteoresearch von 2002 bis 2004 im Rahmen der Studie  "Abschätzung regionaler Klimaänderungen für Thüringen - REWA"  wissenschaftliche Untersuchungen zu einer möglichen Klimaentwicklung bis zum Jahr 2050 durch. Schwerpunktmäßig wurden die Entwicklungen von Lufttemperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer jahresbezogen und saisonal untersucht. Dabei kam das Verfahren des statistischen Downscalings zur Anwendung.

Bei diesem Verfahren werden lange Beobachtungsreihen genutzt, um statistische Beziehungen zwischen lokalen Größen und großskaligen Mitteln von Bodenvariablen oder Variablen in der freien Atmosphäre herzustellen. Diese Beziehungen geben die Effekte der lokal klimamodifizierenden Faktoren wieder, z. B. die Topografie. Für die Region müssen hinreichend lange Beobachtungsreihen existieren, das Gebiet muss also gut beobachtet sein. Die dabei verwendete Statistik ist komplex, letztlich jedoch eine Regressionsbeziehung.

Die kleinskalig beobachteten Muster entstammen den Daten der Wetterstationen in Thüringen und Umgebung. Diesen Datensätzen wohnen typische Charakteristika und Trends inne, die die Besonderheiten des Standortes verkörpern, z. B. Berg- oder Hanglagen mit den daraus resultierenden Luv- oder Lee-Effekten, kleinräumigen Strömungen oder die Nähe zu einer Stadt. In die Thüringer Untersuchungen flossen tägliche Daten von bis zu 213 Stationen ein, die teilweise seit 1951 vorlagen. Für die Klimaprojektion bis 2050 wurde das Klimaänderungsszenario B2 mit einem mittleren globalen Temperaturanstieg von rund 1,5 K zugrunde gelegt.