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Mehr als 900 Flechtenarten konnten bislang in Thüringen gefunden werden. Sie sind wenig beachtet, da sie hier oft unauffällig u. a. auf Baumrinden, Laub und Gesteinen anzutreffen sind.
„Rustici pauperrimi“ (ärmstes Pöbelvolk) nannte CARL VON LINNÉ die Flechten und ordnete sie einer einzigen Gat-tungsbezeichnung (Lichen) den Algen zu.
Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Flechten keine eigene Klasse neben Algen, Pilzen oder Moosen bilden, sondern Pilze sind, die mit Algen quasi symbiotisch zusammenleben.
Die aktuelle Publikation der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) veröffentlicht mit einem Sonderheft ihrer Publikationsreihe „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ (LNT) Beiträge des Flechtenforschers Dr. Peter Scholz zur Biologie der Flechten, ihrem Vorkommen und zu der Rolle, die sie im Naturhaushalt und für den Menschen spielen.
Weiterhin befassen sich die Beiträge mit der Flechtenflora Thüringens, dem Wandel, dem diese in der Vergangenheit unterworfen war, mit ihren Gefährdungen und ihrer Aussagekraft als Bioindikator nicht nur für die Sauberkeit der Luft.
Eine Karte mit den Naturschutzgebieten Thüringens sowie den Zonen I und II der Biosphärenreservate mit besonde-rer Bedeutung für den Flechtenschutz und ein Glossar wichtiger Begriffe zum Themenbereich runden die Veröffentlichung ab.
Die Publikation „Flechten – Vielfalt als Einheit“ kann zum Preis von 5,00 EUR bei der TLUG, Göschwitzer Straße 41, 07745 Jena sowie per E-Mail unter
poststelle@tlug.thueringen.de bestellt werden.
08.03.2010
Dr. Lutz Baseler
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
(Ein Scan des Titels dieser Publikation ist im Pressefotobereich der TLUG-Internetpräsenz zu finden.)