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In Thüringen werden, wie in anderen Bundesländern auch, nach Eingriffen in Natur und Landschaft (so z.B. im Zusammenhang mit Autobahn- bzw. Straßenbauarbeiten) jährlich große Flächen begrünt. Dabei kommen bislang hauptsächlich Grünland-Saatgutmischungen zum Einsatz, welche entweder Zuchtsorten oder Arten aus gebietsfremden Herkünften enthalten. So wird dieses Saatgut zu einem wesentlichen Teil (weit) außerhalb der Anwendungsgebiete, aber oftmals sogar in anderen Klimazonen gewonnen. Das Einbringen gebietsfremder Herkünfte führt hierbei zu einer Florenverfälschung und Gefährdung der heimischen Pflanzenarten.
Durch die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geolo-gie (TLUG) wurde eine Broschüre zum Thema „Spenderflächenkataster zur Gewinnung von autochthonem Grünland-Samenmaterials für Thüringen“ veröffentlicht. Bei diesem Spenderflächenkataster handelt es sich um eine Datenbank von gegenwärtig 33 potenziell geeigneter Spenderflächen für naturnahes Begrünungsmaterial, in welcher Parameter wie Lage, Größe, Biotop- und Artenausstattung, Mähbarkeit und Zugänglichkeit erfasst wurden.
Die bislang ausgewiesenen Flächen eignen sich sowohl aus naturschutzfachlichen als auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten zur Gewinnung von autochthonem Grünlandsamenmaterial.
Damit wird es erstmals möglich, mit heimischen und für die Naturräume Thüringens typischen Grünland-Saatgut Neubegründungen bzw. Renaturierungen vorzunehmen. Nicht zuletzt werden so die Artenschutzbestimmungen nach EU-Recht sowie Bundesnaturschutzrecht zur Vermeidung einer Florenverfälschung umgesetzt.
Das Spenderflächenkataster dient somit dem Erhalt der biologischen Vielfalt. Es soll die Neuanlage oder Renaturierung von artenreichen Wiesen erleichtern und notwendige Eingriffe in Natur und Landschaft wirksam ausgleichen.
15.01.2010
Dr. Lutz Baseler
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit